Eltern wünschen sich einen liebe- und respektvollen Umgang mit ihren Kindern... Und dann passiert es völlig unerwartet und ganz unwillkürlich: Schreien und Schimpfen, weil Kinder und Eltern anders handeln als erwünscht. Die Emotionen kochen hoch, alle guten Vorsätze sind vergessen. Eltern und die Gesellschaft sind empört über die Kinder – die Kinder sind empört über ihre Eltern.Unwillkürliches Handeln und Fühlen begleiten den Menschen; die Vernunft hat da wenig zu melden. Die Autorin veranschaulicht, wie diese Mechanismen in uns zustande kommen. Sie zeigt auf, wie in fünf Schritten in ruhigen Minuten der Konzentration Wut in Gelassenheit verwandelt werden kann. Erst wenn Eltern mit dem Unwillkürlichen kooperieren, statt es zu bekämpfen, kann gleichwertiges Zusammenleben gelingen.

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Mama, was schreist du so laut?
Wut in Gelassenheit verwandeln. Erfahrungen mit der GFK bei unwillkürlichem Handeln und Fühlen
- 144 Seiten
- German
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Mama, was schreist du so laut?
Wut in Gelassenheit verwandeln. Erfahrungen mit der GFK bei unwillkürlichem Handeln und Fühlen
Über dieses Buch
Information
1. Das unerwünschte unwillkürliche Verhalten
1.1 Sehnsucht nach wertschätzender Kommunikation
Eltern wenden die Gewaltfreie Kommunikation an und haben Kontakt zu einer Haltung von Wertschätzung und Achtung vor dem Leben, wie es Albert Schweitzer ausdrückte: „Ich bin Leben inmitten von Leben, das auch leben will.“ Diese Eltern haben sich bewusst entschieden, einen wertschätzenden und achtsamen Umgang mit ihren Kindern pflegen zu wollen. Möglicherweise verstehen sie dies auch als einen Beitrag für den Frieden in dieser Welt.
Trotzdem sagen sie: „Ich verstehe zwar die Gewaltfreie Kommunikation (GFK), aber ich bin viel zu impulsiv. Häufig kann ich die Erkenntnisse der GFK einfach nicht umsetzen.“
In der Vorstellungsrunde eines Elternkurses antworten die meisten Eltern, die die GFK kennenlernen wollen, auf die Frage, weshalb sie teilnehmen: „Ich bin unglücklich, wir schreien uns in unserer Familie an. Das entspricht nicht meinen Vorstellungen, wie ich mit meinen Kindern zusammenleben will. Ich weiß nicht, wie ich das ändern kann. Ich habe schon alles probiert und leide furchtbar darunter, da weder die Kinder noch ich uns wohl fühlen. Wegen der kleinsten Kleinigkeiten schreie ich sie an und sie zurück. Wieso können wir uns nicht normal miteinander verständigen?“
Nach so einer Vorstellungsrunde breitet sich eine gewisse Erleichterung unter den Eltern aus: Sie sind nicht die einzigen mit dieser Erfahrung. Das Schreien scheint fast „normal“ zu sein. Und trotzdem tragen Eltern weiterhin eine große Sehnsucht in sich, in einer wohlwollenden Atmosphäre mit ihren Kindern zusammenleben zu können. Schreien wollen sie nicht grundsätzlich ablehnen, eine gewisse Leidenschaft darf schon sein, aber Schreien bei jeder Gelegenheit und mit einem Inhalt, den sie ablehnen, das soll nicht mehr sein.
Manche Eltern werden wütend und reagieren gegenüber ihren Kindern schreiend, sogar mit einem Klaps oder heftigen Schlägen, um kurze Zeit später zu bereuen, was sie ihnen angetan haben. Obwohl sie ihre Kinder lieben und sich nie im Traum hätten vorstellen können, dass so etwas passiert, ist ES da: „Ich liebe doch mein Kind, wieso habe ich es so angeschrien? Ich verstehe nicht, was in mich gefahren ist. Natürlich habe ich mich entschuldigt, aber am liebsten wäre mir, ich könnte vorher merken, dass ich etwas tue, was ich eigentlich nicht möchte. ES passiert einfach so.“
Und wenn ES geschah, verzweifeln diese Eltern. Noch infiziert von der bisherigen Logik unserer Kultur, es gäbe bessere und noch bessere Menschen, verfallen sie dann fast automatisch in eine Selbstabwertung und fangen sogar an zu zweifeln, ob sie die richtigen Eltern für ihre Kinder sein können.
Welche Kraft ist ES, von der Eltern sagen: „Es ist einfach passiert, ich konnte ES nicht kontrollieren“?
In der Hypnotherapie nach Milton Erickson wird diese ES-Kraft „unwillkürlich“ genannt, bestehend aus Prozessen, die spontan, schnell und wie unkontrollierbar ablaufen.
Es gibt unwillkürliche Prozesse, die erwünscht sind: Beim Autofahren trainiert der Schüler in den Fahrstunden, alle bewusst wahrgenommenen Begebenheiten gleichzeitig zu kontrollieren, mit dem Ziel, sich sicher im Auto fortzubewegen. Erst wenn er die Fußgänger sieht, im richtigen Augenblick in den Rückspiegel schaut und gleichzeitig die Schalt-, Brems- und Kuppelungsvorgänge so automatisch ablaufen, dass er nicht mehr darüber nachdenken muss, was er als nächstes tun wird, dann fährt ES sich wie von selbst.
Es gibt unwillkürliche Prozesse, die unerwünscht sind: Wer Fahrradfahren mit einer Rücktrittbremse gelernt hat und auf ein Fahrrad mit Handbremse umsteigt, wird möglicherweise mehrfach aus Gewohnheit beim gewollten Bremsen unwillkürlich den Rücktritt betätigen, um zu bemerken, dass dieser an dem neuen Fahrrad nicht funktioniert. Wahrscheinlich wird er nach mehrfachen „Fehltritten“ umlernen und bald unwillkürlich nur noch die Handbremse benutzen.
Unwillkürliche Prozesse vereinfachen das Leben, weil nicht bewusst nachgedacht werden muss, welcher nächste Bewegungsschritt zu folgen hat. Automatische Bewegungsmuster können zu einem späteren Zeitpunkt sinnlos sein, wenn sich die Umwelt geändert hat. Das Fahrrad hat jetzt eine Handbremse und bei einem Freilauf braucht es keinen Rücktritt. Trotzdem werden wir, wenn wir den Rücktritt gewohnt sind, ihn mehrfach beim Bremsen ungewollt anwenden. Es braucht eine gewisse Zeit, bis wir diese Gewohnheit aufgeben und stattdessen die Handbremse benutzen.
Unwillkürlich heißt nicht unbedingt unbewusst. Es ist den Eltern ja gerade bewusst, dass sie ihre Kinder in einer für sie ablehnenden Weise behandeln, die sie nicht willkürlich gewählt haben. Üblicherweise wird diesen Eltern empfohlen, sie sollen sich zusammenreißen und sich mehr anstrengen, ein Verhalten zu entwickeln, hinter dem sie stehen können. Das Problem ist aber gerade, dass diese Eltern an sich selber den gleichen Anspruch stellen und verzweifelt sind, wenn sie registrieren, dass trotz aller Anstrengung ES wiederholt passiert. Dies ist der Moment, wo sie Hilfe suchen, weil sie sich ihr unwillkürliches Verhalten, das sie bewusst erleben, nicht erklären können.
1.1.1 „Ich schreie ungewollt“
Irene, Mutter von zwei Töchtern, sucht Hilfe, weil sie sich wiederholt in Situationen erlebt, in denen sie schreit, obwohl sie Ruhe bewahren will. Sie schreit ihre Kinder an oder im Stress sogar ihren Nachbarn:
„Ich schreie meinen Nachbarn an und bin sehr angespannt. Ich wünsche mir mehr Gelassenheit. Wir leben in einem Mietshaus mit mehreren Parteien. Das Haus ist hellhörig und es gibt Mieter, die haben keine Kinder. Ich spiele mit meinen Töchtern und ihren Freunden im Garten. Ich sehe, wie meine Tochter zu ihren Freunden aus dem Haus rennt. Ich gehe hinterher, damit sie nicht im Hausflur spielt, weil ich weiß, das stört manche Hausbewohner. – In dem Moment, wo ich sie hole, kommt ein Mieter und sagt: „Die Kinder im Flur sind wieder laut!“ Ich schreie Herrn Müller mit hochroten Kopf an: „Das sind nicht meine Kinder! Immer müssen Sie sich hier so aufregen.“
Tagelang spürt sie ihre Wut im Bauch. Irene fragt sich, was in sie gefahren ist, denn eigentlich ist sie eine ruhige Person, die den Wunsch hat, mit allen Menschen gut auszukommen. In unserem Kulturkreis aufgewachsen, hat sie gelernt, sich für ihr unerwünschtes Verhalten abzuwerten und sich Vorwürfe zu machen. Sie schämt sich, indem sie sich sagt, dass sie eine unmögliche Person ist, die ihre Reaktionen nicht im Griff hat. Gleichzeitig ist sie beschämt, weil sie sich vorstellt, dass der Nachbar von ihr denkt, sie habe einen Vogel, weil sie wegen einer solchen Kleinigkeit wie eine Furie reagiert. Es macht ihr in den nächsten Tagen Mühe, dem Nachbarn zu begegnen.
„Was ist da in mich gefahren?“, fragt sie sich. „Ich kann doch verstehen, dass mein Nachbar mir mitteilen wollte, dass Kinderspiel im Flur hallt und laut ist. Außerdem möchte ich Vorbild für meine Kinder sein. Aber ich bringe denen das Schreien richtig bei, indem ich es vor ihren Augen und Ohren vorlebe!“
Es gibt auch unwillkürliches Verhalten, das unbewusst ist: Ich habe nach meinem ersten Elterntraining vor 13 Jahren erschreckt feststellen müssen, dass ich meinen Kindern gegenüber automatische Sprachmuster wählte, die ich heute ablehne – Unbewusstes wurde bewusst. Auf diese Art wollte ich nicht mehr mit meinem Kind reden. Ich hatte das Elterntraining mit einer Freundin besucht. Beim Kinderturnen wagten wir beide nicht mehr, mit unseren Kindern zu reden, weil wir uns zum ersten Mal bewusst zuhörten, wie wir die Kinder ununterbrochen disziplinierten, ohne die Sicht des Kindes wahrzunehmen.
In anderen Situationen haben mir meine Kinder mehrfach Rückmeldung gegeben, dass mein Ton der Situation nicht angemessen sei, und ich war erstaunt, denn auch dafür hatte ich kein Bewusstsein.
Als meine Tochter mich fragte, ob ich sie mit dem Auto zu ihrer Freundin in den nächsten Ort fahren könnte, antwortete ich „Nein“. Im Feedback hörte ich von ihr, dass ich einen hohen und lauten Ton nutzte, als hätte sie mich gerade gefragt, ob sie den Teller mit dem Essen an die Wand werfen dürfe. Erst durch ihre Rückmeldung wurde mir bewusst, wie dieser Ton die Musik macht. Hätte meine Freundin auf meine harmlose Frage mit so einem „keifenden“ Nein geantwortet, hätte mich das zutiefst erschreckt.
Bis zu dieser Rückmeldung war mir mein Ton nicht bewusst. Was läuft da unwillkürlich und sogar unbewusst ab?
1.1.2 Nicht Ich, ES tut dies und jenes
Bewusstwerden ist wie ein Erwachen. In den folgenden Ausführungen geht es darum, was wir unternehmen können, wenn wir schon bewusst erkennen, aber noch weiter unwillkürlich reagieren.
Sind diese unwillkürlichen Prozesse bewusst, können wir mit mehr oder weniger Übung mit der Zeit neue willkürliche Prozesse erlernen. Gelingt dies, haben wir die Wahl: „mit dem Kind respektvoll zu reden“, statt es „mit Worten an die Wand zu klatschen“ oder im Ton „anzufauchen“. Das zu ändern ist nicht einfach aber machbar.
Neben den hier genannten unerwünschten gibt es erwünschte unwillkürliche Prozesse, die unser Leben erleichtern. Die Gehirnforscher sagen, dass bis zu 90 Prozent unseres Handelns und Empfindens, unserer Sprachmuster, unseres Fühlens und unserer Körperkoordination unwillkürlich ablaufen. Vielleicht erscheint Ihnen das etwas hoch gegriffen, aber denken Sie daran, was Sie alles unwillkürlich tun, wenn Sie sich nur ein Glas Wasser einschenken: Den Schrank öffnen, zuvor den Arm heben, den Griff anfassen, das Glas herausheben, gleichzeitig die Beine Richtung Wasserhahn bewegen, das Glas im richtigen Winkel unter den Wasserhahn halten. – Haben Sie über irgendeine dieser Handlungen nachgedacht?
Sie machen das alles unwillkürlich, und nicht nur das: Vor allem laufen Ihre Gedanken unwillkürlich spazieren.
Während Sie das Wasser holen, denken Sie an den bevorstehenden Einkauf und an die Nachbarin, die Sie zuvor noch besuchen wollen, und Sie formulieren in Gedanken, was Sie ihr noch unbedingt mitteilen wollen. Emotional ärgern Sie sich über Ihre Frisur und machen sich Sorgen, ob Sie das Geld beim Friseur lassen oder die Freundin fragen, ob sie die Haare schneidet. Während das alles gleichzeitig passiert, sehen Sie Ihr Kind, wie es gerade dem jüngeren Bruder ein Haarbüschel ausreißt und Sie merken erst jetzt, dass die Stimmen Ihrer Kinder in den letzten Sekunden sich dramatisch erhöhten und schneller als Ihnen bewusst ist, ist ES wieder passiert. Sie reißen das Kind mit dem Haarbüschel, das Handgelenk fester greifend als nötig, an sich und werfen es dann unsanft auf den neben ihn stehenden Sessel. Mit laut erhobener Stimme teilen Sie ihm mit, dass er so nicht mit seinem Bruder umgehen darf.
Schon Sekunden später fragen Sie sich, was denn da gerade passiert ist: Haben Sie wirklich Ihr Kind in diesem Ton angeschrien, es solle nicht schreien? Ist ES gerade wieder passiert? Haben Sie die Kontrolle über sich verloren und sich hilflos ausgeliefert gefühlt, einem Geschehen, das Sie nicht mehr steuern konnten und welches Sie so nicht wollten?
In diesem Buch möchte ich mich mit dieser Frage beschäftigen. Was geschieht, wenn ES passiert? Wann haben wir diese unwillkürlichen Reaktionen gelernt und wann waren sie sinnvoll? Wenn wir den Sinn von unwillkürlichen Reaktionen verstehen, dann fällt es uns vielleicht leichter, uns selbst empathisch und wertschätzend zu begleiten, wenn ES wieder passiert ist.
Wichtiger aber ist die Antwort, wie wir mit dem, was ES ist, umgehen können, um angemessen nach unserem Willen, also willkürlich, zu reagieren. Statt dem ES in mir will Ich agieren. Ist das überhaupt möglich?
Ich würde mich freuen, wenn Sie meine Ausführungen geduldig begleiten. Vielleicht können Sie dann mit mir erkennen, dass, wenn ES unwillkürlich passiert, nicht nur Sie Empathie brauchen, sondern auch gleichzeitig ein jüngerer Teil von Ihnen.
Es gibt heute viele Elternratgeber, die gute Empfehlungen dazu geben, was ein Kind braucht. Diese Empfehlungen leuchten unmittelbar ein. Zwischenzeitlich haben Eltern genügend Informationen, wie sie ihre Kinder respektvoll und wertschätzend begleiten können.
Ich habe viele Bücher über Achtsamkeit und eine liebevolle Begleitung von Kindern verschlungen. Je mehr ich aber in der Umsetzung scheiterte, weil ES unwillkürlich eintrat, desto mehr bin ich mit der Zeit verzweifelt, weil ich nicht wusste, wie ich so leben kann wie ICH will. Jahrelang meinte ich, ich sei unfähig oder mein Ziel zu hoch. Ich sagte mir manchmal: „Was soll es denn, ich gebe auf und dann gehören Disziplinierungsmaßnahmen halt doch in die Familie.“ Ich kann nachempfinden, dass lebensfeindliche und beziehungsschädigende Disziplinierungs-Empfehlungen in der Elternliteratur eine Anziehung auf viele Eltern haben. Es ist die Sehnsucht, komplexe Lebenszusammenhänge einfach lösen zu können und somit die Welt übersichtlich zu gestalten.
Ich selbst hatte manchmal die Überzeugung, es sind Idealisten, die meinen, Achtsamkeit sei möglich. Ich meinte, vielleicht sind sie nicht ehrlich, wenn sie sagen, dass sie einen guten Kontakt zu ihren Kindern haben trotz ihrer Konflikte.
Heute weiß ich, dass das Ziel der Achtsamkeit im Zusammenleben mit den Kindern erreichbar ist. Ich brauchte keine weiteren Bücher, wie mein Ziel auszusehen oder was ich zu tun hätte, sondern eine Anleitung dazu, wie ich meine mir bewussten ungewollten und unerwünschten Reaktionen verändern kann, um meine wertvollen Ziele zu erreichen.
1.2 Ein kurzer Blick ins Gehirn
1.2.1 Das Gehirn und sein Aufbau
Für die Veränderung von unwillkürlichen Reaktionen braucht es wenige Informationen über die Funktionsweise des Gehirns. Selbstabwertung der eigenen Person oder noch mehr Anstrengung mit den gleichen erfolglosen Methoden ist kein erfolgversprechender Weg.
Ich möchte für die weiteren Ausführungen in einer möglichst allgemein verständlichen Sprache ein Kapitel über den Aufbau des Gehirns einschieben. Falls ein medizinisch gebildeter Mensch dies hier lesen sollte, bitte ich davon abzusehen, eine wissenschaftliche Erarbeitung zu erwarten. Ich gehe davon aus, dass ich hier einen Leser begleite, der primär daran interessiert ist, wie er seine ungewollten Handlungen und in der Folge auch seine Emotionen aus Liebe zum Kind willkürlich beeinflussen kann. Das Ziel ist eine für das Kind erlebbare liebevolle Beziehung, in der sich sowohl Eltern als auch das Kind wohl fühlen.
In dem jetzt folgenden Teil über das Gehirn werden Sie nur den Teil lesen, der für die weiteren Ausführungen notwendig ist. Wer sich tiefer gehend für diese Thematik interessiert, dem empfehle ich das Buch von Joachim Bauer: „Warum ich fühle, was du fühlst“.
Anatomisch lässt sich das Gehirn in drei Bereiche einteilen, einen unteren, mittleren und oberen.

Das untere Gehirn, bestehend aus Stamm- und Kleinhirn, wächst aus dem Rückenmark heraus und ist zuständig für alle automatischen Funktionen des Körpers wie die Atmung, den Herzschlag, den Blutkreislauf, den Schlaf, die Körpertemperatur und die Funktion der Verdauungsorgane, das Schwitzen und Erröten. Auch regelt es die automatischen groben und feinen Muskelbewegungen und somit die Körperhaltung, das Gleichgewicht und die unwillkürliche Bewegung der Gliedmaßen. Alle einstudierten Bewegungsabläufe werden automatisiert und archiviert. Dazu gehören beispielsweise das Schreiben, Rad fahren und Geige spielen.

Die Funktion von Stamm- und Kleinhirn ist vielleicht vergleichbar mit der Mechanik einer Eisenbahn, die automatisiert in vorgegebenen Gleisen läuft.
Das obere Gehir...
Inhaltsverzeichnis
- Titel
- Vorbemerkung
- 1. Das unerwünschte unwillkürliche Verhalten
- 2. Fünf Schritte zum inneren verletzten Kind
- 3. Die heilende Kraft der Empathie
- 4. Kulturwechsel
- Zum Schluss
- Literatur
- Anmerkungen
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