wingwave-Coaching für Kinder und Jugendliche
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wingwave-Coaching für Kinder und Jugendliche

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wingwave-Coaching für Kinder und Jugendliche

Über dieses Buch

Mit wingwave das Potenzial von Kindern und Jugendlichen entfaltenKurzzeit-Coaching mit der wingwave-Methode ist seit vielen Jahren als wirkungsvolles Stressmanagement bekannt. Schon lange profitieren auch Kinder und Jugendliche von der Methode: Hier wird das Coachingverfahren für die Entwicklung eines tragenden Selbstbewusstseins, gegen Schul-, Lern- und Prüfungsstress und für die Kommunikationsfitness von jungen Menschen eingesetzt. Immer geht es darum, die Lebensqualität der jungen Coachees in ihren verschiedenen Wirkungsfeldern und Entwicklungsphasen mit Freude, Tatenlust, Mut und Zuversicht zu verweben. Die Co-Autoren Stefanie Hüttermann und Frank Weiland berichten im Buch über die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zum Thema "Schüler-Coaching mit der wingwave-Methode", das 2018 an der Deutschen Sporthochschule Köln durchgeführt wurde. Neben den Möglichkeiten des Individualcoachings beschreiben die Autoren etliche Selbstcoachingideen für die junge Zielgruppe, die auch von erwachsenen Bezugspersonen wie Eltern und Lehrern einfach unterstützt werden können. Und die Figuren "Wing" und "Wave" führen Kinder altersgerecht durch die Welt der Coaching-Möglichkeiten.

Information

Jahr
2019
eBook-ISBN:
9783955719173

1. Einführung: Coaching für Kinder und Jugendliche – „Coaching Young“

Von klein auf erleben Kinder täglich viele Herausforderungen: mit Eltern, Geschwistern, Freunden, mit immer wieder neuen Umgebungen, mit Spielzeug, Sprache, vielen Körper- und Sinneserlebnissen wie Sport und Musik. Die Herausforderungen beleben die Neugier, die Freude an der eigenen Performance, das Lernvermögen und die Entwicklung der sozialen Intelligenz. Schnell gehören Sätze wie „Kann ich schon!“ oder gar „Kann ich allein!“ zur Grundausstattung des ersten Wortschatzes. Kinder lieben Selbstwirksamkeit und sind immer wieder stolz auf ihre Entwicklungsfortschritte und neuen Verhaltensmöglichkeiten.
Wenn ein Verhalten Spaß macht und sich subjektiv gut anfühlt, beschreibt man dies mit dem schönen deutschen Wort „Tatenlust“. Das meint die gelungene Kombination aus Leistung, Gesundheit und Freude. Ebenso anschaulich wird oft beschrieben, ein Mensch sei „unternehmungslustig“. Wir bringen hier den Begriff „Enjoyness“ ins Spiel – das zeugt von wesentlich mehr Aktivität als das entspannende Wort „Wellness“. „To enjoy“ ist auf Englisch ein Verb, also ein „Tu-Wort“: „Enjoy yourself“ enthält sinngemäß nicht nur die Aussage „Freue dich!“, sondern auch die ermunternde Aufforderung „Mach was draus!“.
In der Grundschule beginnt für die meisten Kinder ein Feedbacksystem mit Leistungsbewertungen, manchmal auf Kosten besagter Enjoyness. Denn bereits bei noch harmlosen Beurteilungen wie „befriedigend“ steht bei einigen Familien schon im zweiten oder dritten Schuljahr die Befürchtung im Raum, dass das Kind keine Empfehlung zur „höheren Schule“ erhalten könnte. Spätestens jetzt fangen die Kinder an, sich mit den Leistungen anderer zu vergleichen. Oft haben sie schon damit im Familienleben – beispielsweise im Vergleich mit Geschwistern – begonnen. Das kann bei einigen schnell oder schleichend die Tatenlust mindern, von der die meisten Kinder am Lebensstart noch so beflügelt sind. Entweder fühlen sie sich ungenügend oder sie erfahren bei guten Leistungen Missgunst durch die anderen. Denn parallel zur Potenzialentfaltung gibt es die ersten sozialen Feedback-Erlebnisse mit der Peergroup: Erfahrungen in der Gruppe der Gleichaltrigen können das Seelenleben von Kindern – vor allem von Jugendlichen – ebenso nachhaltig beeinflussen wie die vielfältigen Prägungen durch das Familienleben.
Seit vielen Jahren sammeln wir Coaching-Erfahrungen sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern und wir können resümieren, dass sich das Seelenleben von Kindern und Erwachsenen in vielen Punkten sehr ähnelt. Diese Aussage mag den Leser überraschen: „Warum schreiben die Autoren denn ein Buch über Kinder-Coaching, wenn sie dieser Auffassung sind?“, könnte man fragen. Die Antwort ist: Selbstverständlich verläuft die Durchführung von Kinder-Coachings in vielen Punkten deutlich anders als beim Erwachsenen-Coaching – eben altersgerecht. Da gibt es einiges zu beachten, wie beispielsweise die Entwicklung des Gehirns in verschiedenen Altersstufen.
Aber die Gefühle von Kindern sind oft vergleichbar mit jenen der Erwachsenen. Kinder freuen sich über Erfolge, legen Wert auf ihr äußeres Erscheinungsbild und ihr Image, und vor allem brauchen sie die Wärme und Nähe ihrer Familie und ihrer Freunde. Entsprechend leiden sie auch unter Zurückweisung und Ausgrenzung, sie spüren immer die emotionale Atmosphäre im Raum, sie zweifeln an sich, wenn sie ihre Ziele nicht erreichen, sie sind oft eingeschüchtert von Gewalt und Repressalien, und sie sind unglücklich über Ungerechtigkeiten und über die Nichteinhaltung von Versprechungen.
Es gibt aber auch einen bedeutenden Unterschied: Anders als Erwachsene können Kinder sich nicht immer aus der Erfahrung heraus mit der Hoffnung trösten, dass „bald alles wieder gut“ wird oder geändert werden kann – junge Menschen leben intensiv im Hier und Jetzt, sie können sich noch nicht so nachhaltig mit der Vorfreude auf die Zukunft stabilisieren. Außerdem verfügen unmündige junge Menschen real über wenig Entscheidungsfreiheit für die eigene Lebensgestaltung, sie können sich nicht scheiden lassen, kündigen oder umziehen, wie sie es wollen. Der Begriff „Coaching Young“ bringt zum Ausdruck, dass die in diesem Buch geschilderten Verfahren jeweils altersgerecht und für die jeweiligen Wahrnehmungsfilter und Verhaltensmöglichkeiten der Entwicklungsphasen entwickelt und umgesetzt wurden – und werden.
Das Buch ist kein Werk über allgemeine Entwicklungspsychologie, sondern konzentriert sich vor allem auf beachtenswerte Erkenntnisse der Gehirnforschung zu den Themen Emotionen, Lernen und Chancen für das Ausleben der individuellen Potenziale von jungen Menschen. Hierzu stellen wir eine Reihe von Coaching-Möglichkeiten sowohl für Einzelsessions als auch für eine ressourcenaktivierende Kommunikation in Gruppen – sei es im Klassenzimmer oder in der Familie – vor.
Wir und viele andere Coaches haben vielfach die Erfahrung gemacht, dass Kinder sehr gut auf Coaching-Interventionen reagieren, die ihnen helfen, die täglichen Herausforderungen des Lebens zu meistern. Kinder und Jugendliche setzen viele Mentalübungen und Emotionsmanagement-Methoden meist schneller, kreativer und nachhaltiger um als Erwachsene. Unsere Betonung liegt hier auf „Coaching-Methoden“, welche Kinder in den Bereichen Lernen, Selbstbewusstsein und Kommunikations-Fitness unterstützen – die also die tägliche Lebensqualität bereichern, vor allem die psychischen Kraftquellen von Kindern und Jugendlichen ansprechen und den Leistungskontext von jungen Menschen mit Enjoyness aufladen.
Die hier geschilderten Verfahren sind keine Kinder-Psychotherapie oder beispielsweise auch keine Legasthenie-Therapie und sollen diese aus klinischer oder kognitiver Sicht notwendigen Behandlungen auch nicht ersetzen. Als Ergänzung zu laufenden Therapien haben sich die im Buch geschilderten Coaching-Verfahren allerdings in vielen Fällen als sinnvoll erwiesen.
Unser Buch ist vor allem für Erwachsene geschrieben, die mit Kindern ressourcevoll arbeiten möchten: Coaches, Therapeuten, Lehrer und Eltern. Einige der beschriebenen Interventionen sind nur für die fachkundige Anwendung durch einen Coach gedacht, der oder die in der wingwave-Methode ausgebildet ist, andere wiederum eignen sich auch als Selbstcoaching-Verfahren, die von Kindern und Erwachsenen im täglichen Umfeld gestaltet werden können. Auf die jeweils gewinnbringende Umsetzung in der Praxis wird immer hingewiesen. Das Buch richtet sich zusätzlich auch an Erwachsene, die keine Coach-Ausbildung haben. Für diese Leser ist es bestimmt interessant, anhand der vielen Beispiele zu erfahren, welches Potential „Coaching Young“ für die mentale Gesundheit, für das Leistungsvermögen und für die positive Lebensqualität von jungen Menschen bietet.
Eines der von uns am häufigsten eingesetzten Verfahren bei Kindern und Jugendlichen ist die Methode wingwave-Coaching. Wir freuen uns sehr darüber, dass der Psychologe (M.Sc.) und Sportpsychologe (M.Sc.) Frank Weiland an der Deutschen Sporthochschule Köln im Jahr 2018 im Rahmen seiner Doktorarbeit ein Forschungsprojekt zum Thema „Leistungsentwicklung mit wingwave-Coaching“ bei Schülern mit interessanten und positiven Ergebnissen durchgeführt hat. Die 38 Schülerinnen und Schüler in der Forschungsgruppe waren zwischen elf und zwölf Jahre alt. Sie wurden jeweils mit drei Stunden wingwave gecoacht. Leiterin des Projekts war die Junior-Professorin Dr. Stefanie Klatt (geb. Hüttermann). Stefanie Klatt (geb. Hüttermann) und Frank Weiland beschreiben als Co-Autoren in diesem Buch in einem eigenen Abschnitt das Forschungsdesign und die Ergebnisse der wingwave-Studie zum Thema „Schüler- und Kinder-Coaching“.
Da uns hier gerade die aktuellen Forschungsergebnisse vorliegen, umfasst das Thema „Schüler-Coaching“ auch einen größeren Teil des Buchs. Darüber hinaus gehen wir im letzten Buchabschnitt auf alle Altersgruppen ein, für die „Coaching Young“ hilfreich ist: auf Babys, Kleinkinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Apropos 18. Lebensjahr: Die Methode wingwave-Coaching wird dieses Jahr (2019) ebenfalls volljährig, 2001 gab es die erste Coach-Ausbildung, ein guter Zeitpunkt, um sich dem Thema „Coaching Young“ zu widmen.
Wir betrachten bei „Coaching Young“ auch außerschulische Themen, wie etwa das Familienleben, Erlebnisse in der Peergroup, die Performance bei Hobbys und sportlichem Engagement, auch das allgemeine Selbstwertgefühl. Begleitet werden die Themen bei jüngeren Kindern von unserem neuen Nachwuchs, den Mini-Coaches „Wing“ und „Wave“, die in den Coachings mit unseren kleineren Klienten immer mal wieder in „Kindersprache“ kommunizieren. Die Figuren stehen auch für das wingwave-Motto: „minimale Intervention – große Wirkung“. Dies bezieht sich auf die Metapher vom Flügelschlag des Schmetterlings, der das ganze Klima ändern kann, wenn er am haargenau richtigen Punkt schwingt. Später stellen wir „Wing“ und „Wave“ noch genauer vor.
Abbildung 1: Mini-Coaches „Wing“ und „Wave“.
Der Einfachheit halber reden wir im Buch immer von „Coaching Young“, wenn wir meinen: „Coaching für Kinder und Jugendliche“. Es handelt sich bei „Coaching Young“ immer um Coaching-Formate,
  • die sich an junge und sehr junge Menschen richten.
  • die mit Priorität Emotions-Coaching sind, da Kinder sich besonders stark durch Emotionen berühren und bewegen lassen – was schon der Wortstamm „motio“ = Bewegung beschreibt.
  • die „Enjoyness“ mit Potenzialentfaltung und einem positivem Umgang mit sich selbst verknüpfen.
  • die mit möglichst effektiven, aber kleinen und niederfrequenten Impulsen wirken können.
  • die eine verfrühte Pathologisierung von Blockaden vermeiden helfen.
Ein Kapitel widmet sich dann noch dem erwachsenen Coaching-Klienten: die Arbeit mit dem „Inneren Kind“ – auch hier sprechen wir von „Coaching Young“, da die Maßnahmen für dieses Thema auf die „kleinen“, sehr emotionalen Persönlichkeitsteile ausgerichtet sind.
Wir wünschen unseren Lesern, die sicherlich allesamt innerlich jung sind, viel Spaß und interessante Erlebnisse beim Lesen!
Cora Besser-Siegmund und Lola Siegmund
Stefanie Klatt (geb. Hüttermann) und Frank Weiland

2. Warum Coaching – und keine Therapie?

Eines Tages wurden wir auf dem Weg vom Auto zu unserem Hauseingang von Oliver, einem elfjährigen Nachbarjungen, aufgehalten: „Stopp!“ rief er, breitete die Arme aus und stellte sich uns in den Weg. „Wusstet ihr schon, dass ich in Chemie eine Eins habe?“ Die „1“ ist im deutschen Schulsystem die Bestnote überhaupt. Wir freuten uns gleich mit ihm und fragten, wie er das geschafft habe. Schnell stellte sich heraus, dass er jetzt einen ganz tollen Lehrer hat, bei dem Chemie so viel Spaß machen würde. Dabei war Oliver auch in der Grundschule nie ein typischer Einsen-Schreiber gewesen. Hier zeigt sich zum Thema „Chemie“ eine doppelte Wirkung: Die emotional positiv aufgeladene Beziehung zum Lehrer setzte in Olivers Neurobiologie alle Nervenbotenstoffe frei, die das Großhirn beim optimalen Funktionieren unterstützen.
Denn das Großhirn eines Menschen ermöglicht in jedem Alter sowohl unser kognitives Leistungsvermögen als auch eine optimale Körperbeherrschung – es muss nur „eingeschaltet“ sein, vereinfacht ausgedrückt. In der englischen Sprache gibt es für den optimal „eingeschalteten“ Modus des Großhirns den Begriff „Brainwave“, das heißt so viel wie „tolle Idee“, „Geistesblitz“. Auch im Deutschen spricht man davon, dass einem Menschen ein „Licht“ aufgegangen sei oder dass er „erhellende“ Gedankengänge habe. Coaching möchte bewirken, dass Menschen jeden Alters nicht nur Fähigkeiten erlernen und trainieren, sondern dass diese inneren Möglichkeiten auch mit den optimalen mentalen „Brainwaves“ kombiniert sind. So steigt die Chance, dass die inneren Potenziale auch wirklich ausgelebt werden: Der Schüler kennt seine Vokabeln nicht nur zu Hause auswendig, sondern auch im Test, der Sportler zeigt nicht nur im Training die Höchstleistung, sondern auch in der offiziellen Meisterschaft, und gute Argumente werden redegewandt und selbstbewusst ausgetauscht, anstatt dass der Sprachfluss im entscheidenden Moment versiegt.
Abbildung 2: So wirken „erhellende“ Brainwaves.
Der tolle Lehrer von Oliver war kein Therapeut, der psychisch einschränkende Symptome behandelt. Und Oliver war kein Patient, der unter chronischen Ängsten und Depressionen leidet. Der besagte „chemischer Zauber“ entwickelte sich in einer beflügelnden emotionalen Atmosphäre, die im Alltag der Schule Olivers Leistungsvermögen wecken konnte. Die Betonung liegt auf „wecken“, denn das Chemie-Talent war schon in Oliver vorhanden, bevor er den Lehrer kennenlernte. Im Leistungssport kennt man den Begriff „Coaching“ schon seit Jahrzehnten. Auch hier versteht man unter diesem Begriff nicht nur ein reines mechanisches Üben, sondern vor allem auch eine positive Motivation für das Erreichen der gesteckten Ziele.
Coaching wird also im „normalen“ Alltagsleben eingesetzt, um Herausforderungen mit Freude, Begeisterung oder auch mit Mut und Entschlossenheit annehmen zu können. Die Interventionen für das Erreichen dieser Enjoyness erfolgen idealerweise punktgenau zum Geschehen. Soll übermorgen ein wichtiger Vortrag gehalten werden, kann schon heute oder morgen ein kleines Coaching den entscheidenden Motivationsimpuls geben, um sich beim Auftritt sicher zu fühlen. Und gelingt dann der Vortrag, stärkt der Effekt das Selbstwirksamkeitserlebnis, und der nächste Auftritt verläuft auch ohne Coaching erfolgreich. Man nennt dieses selbstwirksame Ausbreitungsphänomen positiver Erlebnisse „Generalisierung“. Es ist auch völlig o.k., wenn bei neu auftauchenden Themen wieder ein Coaching in Anspruch genommen wird: Auch Sportler und Politiker konferieren immer wieder mit ihren Coaches und Beratern, um ihre vielen Auftritte optimal vorzubereiten.
Eine Therapie kann einen spontanen und punktgenauen Support dieser Art nicht immer leisten: Es gibt häufig zu lange Wartezeiten und die Maßnahmen bestehen über mehrere Monate hinweg aus einem vielstündigem Konzept, das oft für die Probleme und Herausforderungen des Alltags eines psychisch gesunden Kindes überdimensioniert erscheint. Schon ein bis drei Stunden Coaching können laut unseren wingwave-Forschungsergebnissen Kinder von Leistungsstress, Ängsten oder Sozialstress befreien und positive Emotionen und Zuversicht ansprechen. Als Voraussetzung für diese ressourcevolle Wirkung muss das Kind keinesfalls auffällig oder krank sein, denn: „You don’t have to be sick to become better“, heißt es im Coaching: „Du musst als Voraussetzung (für ein Coaching) nicht krank sein, um besser zu werden / dich besser zu fühlen.“ Und rechtzeitiges Coaching kann auch verhindern, dass sich Stressthemen über die Zeit zu therapiebedürftigen Blockaden aufbauen.
Es gibt noch einen weiteren Punkt, der dafür spricht, dass vor allem Jugendliche in Stressmomenten oder bei Herausforderungen erst einmal ein Coaching in Anspruch nehmen, anstatt sofort eine durch eine Krankenversicherung finanzierte Psychotherapie zu beginnen. Leider würdigen Privatversicherer ein Therapie-Engagement von jungen Menschen nicht als positiven Faktor für die langfristige Erhaltung der Gesundheit – obwohl Studien wie beispielsweise von der Techniker Krankenkasse zeigen, dass Psychotherapien nachhaltig die Gesundheit stabilisieren (Wittmann, 2011). Möchte sich also ein junger Mensch später einmal privat krankenversichern oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, bekommt er meistens einen kaum bezahlbaren Risikoaufschlag aufgebrummt, weil er in der Vergangenheit einmal eine Psychotherapie gemacht hat. Hier sollten sich Eltern und auch die Jugendlichen selbst noch einmal sachkundig machen, bevor eine Psychotherapie begonnen wird. Sollten die Impulse eines Coachings keine Auflösung einer möglicherweise nur vorübergehenden Stressblockade bewirken, muss dann natürlich eine langfristige und fachgerechte Psychotherapie stattfinden.
Die Coaching-Devise lautet: minimaler Coaching-Einsatz mit maximalem Nutzen für die Coaching-Kunden, vor allem für Kinder und Jugendliche, damit sie schnell wieder im normalen Alltag aufblühen und mit Freude und Enjoyness teilhaben und gestalten können. Gelingt dieser Einsatz der kleinen Mittel mit guter Wirkung, sprechen wir vom „Schmetterlings-Effekt“: Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann auf dem nächsten Kontinent das Wetter ändern. Und so bewirkt schon der scheinbar kleine Impuls eines neuen tollen Lehrers wie in Olivers Beispiel den von uns sogenannten wingwave-Effekt: ein optimales emotionales Klima für das Ausleben der inneren Möglichkeiten und Fähigkeiten dieses Jungen. Von diesem Effekt können alle Kinder profitieren: Und wenn nicht „zufällig“ der motivierende neue Lehrer vor Ort ist, kann ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Über dieses Buch
  2. Danksagung
  3. 1. Einführung: Coaching für Kinder und Jugendliche – „Coaching Young“
  4. 2. Warum Coaching – und keine Therapie?
  5. 3. Eine Gebrauchsanweisung fürs Gehirn – auch für die Kleinsten
  6. 4. wingwave und Neurolinguistisches Coaching: Türöffner für die Erlebniswelt der Kinder
  7. 5. Forschungsergebnisse „Schüler-Coaching mit wingwave“: Bessere Konzentration, wirksame Angstreduktion und mehr positives Erleben im Familien- und Schulalltag
  8. 6. Die Rolle der Eltern bei „wingwave Young“
  9. 7. Coaching Young: Voraussetzungen für den Coach
  10. 8. Coaching für Babys und Kleinkinder
  11. 9. Basisthemen für „Coaching Young“ und Coaching für Schüler zwischen sechs und zwölf Jahren
  12. 10. Coaching für Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren
  13. 11. Coaching Young: Weitere Themen und ausgesuchte Interventionen
  14. 12. Coaching Young: Themen für die Zusammenarbeit mit Experten
  15. 13. Erwachsenen-Coaching: Ressourcen für das „innere Kind“
  16. 14. Anhang

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