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Arbeitsbuch Triggerpunkt-Therapie
Die bewährte Methode zur Linderung von Muskelschmerzen
- 432 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
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Arbeitsbuch Triggerpunkt-Therapie
Die bewährte Methode zur Linderung von Muskelschmerzen
Über dieses Buch
Schritt für Schritt gegen chronische Schmerzen – Triggerpunkte erkennen und lösen
Ob es sich um Arthritis, Kopf-, Knie- oder Fußschmerzen, Verletzungen durch Sport und einseitige Belastungen handelt: Auf Schmerzbehandlung spezialisierte Ärzte sehen die Ursache von etwa 75 Prozent aller chronischen Schmerzen in Triggerpunkten, kleinen Kontraktionsknoten in den Muskeln. Diese sind recht schwer zu lokalisieren und zu behandeln – wenn man nicht weiß, wonach man Ausschau halten muss.
Hier setzt dieses Arbeitsbuch an, indem es in klaren Illustrationen gut erkennbar zeigt, wo im Körper Triggerpunkte entstehen und in welchen Bereichen die damit verbundenen Schmerzen jeweils auftreten. Schritt für Schritt wird erklärt, wie sich diese Ursachen chronischer Schmerzen mit Hilfe äußerst wirksamer Massagetechniken behandeln lassen.
Diese komplett überarbeitete Neuauflage enthält viele neue Illustrationen für die Selbstmassage, eine detaillierte Massageanleitung für Therapeuten und leicht anwendbare, praktische Tipps zur Selbstbehandlung. Die verschiedenen Schmerz- und Symptomübersichten aus dem Buch stehen zum kostenlosen Download bereit.
"Schon seit langem bin ich von der Triggerpunkt-Therapie überzeugt und praktiziere sie auch selbst. Clair Davies' ausgezeichnetes Handbuch zeigt Möglichkeiten der Selbstheilung und Genesung auf, weshalb ich es sowohl Interessierten und Betroffenen empfehle als auch professionellen Masseuren."
– Bernie S. Siegel
Information
1. Warum Triggerpunkt-Therapie?

Jennifer, 28 Jahre alt, joggte gern jeden Morgen draußen an der frischen Luft, um fit zu bleiben, aber inzwischen hat sie das Laufen eingestellt und zögert, selbst kurze Strecken zu Fuß zu gehen, weil sie ständig Schmerzen in ihren Knien und Fersen hat.
Larry, 52, kann kaum noch an etwas anderes als seine ständigen Rückenschmerzen denken. Es fällt ihm schwer, aus dem Bett aufzustehen oder sich hinzulegen. Sein Rücken schmerzt immer – ganz gleich, ob er sitzt, steht oder liegt. Wegen seiner Schmerzen hasst er seinen Job, und sein Liebesleben ist völlig zum Erliegen gekommen.
Melanie, 36, verbringt ihre Tage am Computer, und nachts macht sie sich Sorgen um ihre Zukunft, wegen der unaufhörlichen Schmerzen und Taubheitsgefühle in ihren Armen und Händen. Aber als alleinerziehende Mutter muss sie weiter arbeiten und Geld verdienen – ganz gleich, was kommt.
Jack, 45, leidet unter starken Schmerzen in der Schulter, von denen er nachts aufwacht. Er kann den Arm nicht mehr heben, um sich zu kämmen. Er kann nicht mehr mit dem Arm über die Schulter reichen, um sich den Rücken zu kratzen. Jede plötzliche Bewegung verursacht einen stechenden Schmerz, der sich anfühlt wie ein Stromschlag, sodass er sich zusammenkrümmt, das Gesicht verzieht und kaum noch Luft bekommt. Ist dies der Anfang des unvermeidlichen Verfalls, der ihn alt und gebrechlich werden lässt?
Howard, 23, ist ein begabter Musiker, der Violine studiert. Nach jahrelanger Arbeit mit einigen der besten Lehrer im Lande fürchtet er jetzt um seine Karriere als professioneller Geigenvirtuose, weil er ständig unter Schmerzen und einer unerklärlichen, immer schlimmer werdenden Steifheit in den Fingern leidet.
Kennen Sie jemanden wie Jennifer, Larry, Melanie, Jack oder Howard? Es gibt sie überall – in jedem Beruf, in jedem Büro, in jeder Stadt. Was all diese Menschen – abgesehen von ihren chronischen Schmerzen – gemeinsam haben, ist, dass sie nicht die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Und zwar keineswegs, weil sie nicht danach gesucht hätten – ganz im Gegenteil, sie haben nichts unversucht gelassen. Sie haben Ärzte konsultiert, Tests gemacht, Physiotherapien absolviert und Versicherungsformulare ausgefüllt oder – zähneknirschend – die horrenden Behandlungskosten aus eigener Tasche bezahlt.
Sie haben es mit Chiropraktik versucht, mit Akupunktur, Magnettherapie, Schmerzdiäten und Heilkräutern. Sie nehmen ihre Schmerzmittel ein und machen pflichtbewusst ihre Stretching-Übungen. Manchmal geht es ihnen für eine Weile besser, aber der Schmerz kommt immer wieder zurück. Nichts scheint das Übel an der Wurzel packen zu können. Sie befürchten, dass eine Operation der einzige noch verbleibende Ausweg sein könnte, obwohl man ihnen gesagt hat, dass der Erfolg eines solchen Eingriffs nicht garantiert werden kann. Allmählich kommen ihnen Zweifel, ob es überhaupt jemanden gibt, der sich mit Schmerzen auskennt.
Falls diese Schilderung Ihre eigene Situation – oder diejenige eines nahestehenden Menschen – beschreibt, kann Ihnen dieses Buch möglicherweise die Hilfe geben, die Sie gesucht haben. Ich versuche darin, Ihnen eine plausible Erklärung für Ihre Probleme zu liefern und Ihnen zu helfen, die wirklichen Ursachen Ihrer Schmerzen zu finden. Noch besser: Ich werde Ihnen eine praktische Methode zeigen, mit der Sie sich selbst von Ihren Schmerzen befreien können. Und zwar ohne Pillen, ohne Arzttermine und ohne Rechnungen.
Der klinische Alltag vieler tausender Massagetherapeuten, Physiotherapeuten und Ärzte deutet nachdrücklich darauf hin, dass die meisten häufig auftretenden Schmerzen – und viele andere rätselhafte körperliche Beschwerden – in Wirklichkeit durch Triggerpunkte verursacht werden, kleine Kontraktionsknötchen in der Muskulatur. Ärzte in Schmerzkliniken, die aufgrund ihrer langen Erfahrung geübt darin sind, Triggerpunkte zu erkennen und zu behandeln, haben festgestellt, dass sie in etwa 75 Prozent der Fälle die Hauptursache solcher Schmerzen sind und bei praktisch allen Schmerzbeschwerden zumindest eine Rolle spielen. Selbst Fibromyalgie, unter der viele Millionen Menschen leiden, beginnt vermutlich in vielen Fällen mit einem myofaszialen Schmerzsyndrom und mit Triggerpunkten. Myo bedeutet Muskel; Faszie ist das Bindegewebe, das den Muskel umhüllt und auch im Muskelgewebe vorhanden ist. Myofaszialer Schmerz („Muskelhüllenschmerz“) entsteht durch Triggerpunkte in den Muskeln. Die meisten Menschen, die mit Fibromyalgie diagnostiziert wurden, haben auch ein myofasziales Schmerzsyndrom und Triggerpunkte, und in manchen Fällen wurden ihre Beschwerden falsch diagnostiziert: Nicht selten werden myofasziale Schmerzen irrtümlich für Fibromyalgie gehalten (Simons, Travell und Simons, 2014; Gerwin, 1995; Fishbain et al., 1986).
Wir wissen, dass auch Kopf-, Nacken- und Kieferschmerzen durch Triggerpunkte verursacht werden können, ebenso wie Schmerzen im unteren Rücken, die Symptome eines Karpaltunnelsyndroms und verschiedene Arten von Gelenkschmerz, die häufig einer Arthritis (Gelenkentzündung), Tendinitis (Sehnenentzündung), Tendinosis („Sehnenerkrankung“), Bursitis (Schleimbeutelentzündung) oder einem Bänderriss zugeschrieben werden. Triggerpunkte können so unterschiedliche Beschwerden wie Ohrenschmerzen, Schwindelgefühle, Übelkeit, Sodbrennen, falschen Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, „Tennisarm“ und Genitalschmerzen auslösen. Triggerpunkte können auch Koliken bei Säuglingen und Bettnässen bei älteren Kindern verursachen, und sie können eine der Ursachen einer Skoliose (seitlichen Rückgratverkrümmung) sein. Sie können zu Nasennebenhöhlenschmerzen und Kongestion (Blutstauung) führen, und sie können bei chronischer Müdigkeit und verminderter Resistenz gegen Infektionen eine Rolle spielen. Und da Triggerpunkte für chronische Schmerzen und Behinderungen verantwortlich sein können, die allem Anschein nach unheilbar sind, können sie auch zur Entstehung von Depressionen beitragen.
Die durch Triggerpunkte verursachten Probleme sind manchmal erstaunlich leicht aus der Welt zu schaffen; tatsächlich können die meisten Betroffenen das sogar selbst schaffen, wenn sie die richtigen Informationen haben. Und das ist gut so, da es an der Zeit ist, dass normale Menschen die Dinge selbst in die Hand nehmen. Warum ich das sage? Weil ein erschreckend hoher Anteil von Ärzten und Therapeuten nach wie vor kaum etwas über Triggerpunkte weiß, obwohl sie seit mittlerweile über 70 Jahren immer wieder in medizinischen Fachzeitschriften beschrieben wurden. Warum hat die Schulmedizin die Idee von Triggerpunkten nicht angenommen? Unter anderem, weil sie auf einer Magnetresonanztomografie (MRT), einem Röntgenbild oder einer Computertomografie (CT) nicht zu sehen sind. Auch bei der Obduktion eines Leichnams sind sie nicht zu finden. Aber darüber hinaus gibt es noch einen viel einfacheren Grund: Es gibt keine „Myologen“ („Muskelärzte“), die von großen Lehr- und Forschungsinstituten unterstützt würden und Studien über die muskulären Ursachen von Schmerzbeschwerden durchführen könnten. Man kann sich nicht zum Muskelarzt ausbilden lassen. Das größte Organ im menschlichen Körper ist verwaist. Es ist so, wie der Arzt und Forscher David G. Simons im Vorwort zu diesem Buch schreibt: „Die Muskulatur ist ein verwaistes Organ, da kein medizinischer Fachbereich sich für sie zuständig fühlt. Daher wird in keiner medizinischen Disziplin Wert darauf gelegt, Geldmittel für die Erforschung muskulärer Ursachen von Schmerz bereitzustellen, und Medizinstudenten und angehende Physiotherapeuten werden nur selten adäquat dazu ausgebildet, myofasziale Triggerpunkte zu erkennen und zu behandeln.“
„Die Muskulatur ist ein verwaistes Organ, da kein medizinischer Fachbereich sich für sie zuständig fühlt. Daher wird in keiner medizinischen Disziplin Wert darauf gelegt, Geldmittel für die Erforschung muskulärer Ursachen von Schmerz bereitzustellen, und Medizinstudenten und angehende Physiotherapeuten werden nur selten adäquat dazu ausgebildet, myofasziale Triggerpunkte zu erkennen und zu behandeln.“
Es gibt vieles, was man noch über Muskeln, Faszien, Nerven, Triggerpunkte und übertragene Schmerzen herausfinden kann. Aber es gibt auch vieles, was wir bereits wissen: Triggerpunkte sind real. Man kann sie mit den Fingern ertasten. Sie senden charakteristische elektrische Signale aus, die mit entsprechend empfindlichen elektronischen Messgeräten nachgewiesen werden können. Triggerpunkte im lebenden Muskelgewebe sind mithilfe eines Elektronenmikroskops fotografiert worden (Simons, Travell und Simons, 2014). Triggerpunkte sind auch in 2D-Graustufen-Ultraschallbildern, Sonoelastografien und Doppler-Sonografie zu erkennen (Sikdar et al., 2009). Die biochemische Umgebung von aktiven und latenten Triggerpunkten ist mit neuartigen Mikrodialysenadeln beprobt worden. Die biochemischen Spiegel (Konzentrationen), die bei Schmerz, bestimmten Empfindungen, intrazellulärer Kommunikation und Entzündungen auftreten, sind gemessen worden, um die charakteristischen Eigenschaften von Triggerpunkten im Vergleich zu normalem Gewebe zu bestimmen (Shah und Gilliams, 2008).
Ein großer Teil dessen, was wir über Triggerpunkte wissen, ist in dem zweibändigen medizinischen Standardwerk Handbuch der Muskel-Triggerpunkte von Janet G. Travell und David G. Simons sehr gut dokumentiert. Der größte Teil der in diesem grundlegenden Werk enthaltenen Informationen ist in komplizierten wissenschaftlichen Begriffen formuliert, aber das Grundwissen über Triggerpunkte ist nicht schwer zu verstehen, wenn man es in Alltagssprache fasst.
Travell und Simons beschreiben einen Triggerpunkt ganz einfach als einen kleinen Kontraktionsknoten im Muskelgewebe. Häufig fühlt er sich dichter oder fester an als das ihn umgebende Muskelgewebe. In vielen Fällen kann man nur einen angespannten, einer Gitarrensaite ähnlichen Faserstrang innerhalb der Muskelfasern fühlen, in denen sich der Triggerpunkt befindet. Durch die ständige Anspannung in den Muskelfasern des Triggerpunktes selbst wird die Durchblutung in seiner unmittelbaren Umgebung behindert. Dadurch sammeln sich Stoffwechselnebenprodukte an und es kommt zur Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen, die für den Stoffwechsel benötigt werden. Das führt wiederum dazu, dass Triggerpunkte monate- oder gar jahrelang chronifiziert werden, falls nicht interveniert wird. Es ist dieser sich selbst erhaltende Teufelskreis, der durchbrochen werden muss (Simons, Travell und Simons, 2014; McParland and Simons, 2011).
Die Schwierigkeit beim Behandeln solcher Beschwerden liegt darin, dass Triggerpunkte typischerweise Schmerzen an eine andere Stelle des Körpers übertragen. Bei einer Schmerzbehandlung geht man normalerweise davon aus, dass die Ursache der Schmerzen sich dort befindet, wo die Schmerzen auftreten. Dagegen übertragen Triggerpunkte ihre Schmerzen fast immer an andere Stellen. Diese Übertragungsschmerzen sind es, die von jeher alle Beteiligten in die Irre geführt haben. Nach Travell und Simons versagen konventionelle Schmerztherapien deswegen so oft, weil sie sich auf die Schmerzen selbst konzentrieren – behandelt wird immer nur die Stelle, wo der Schmerz auftritt. Dabei wird die eigentliche Schmerzursache, die in einer gewissen Entfernung von dieser Stelle liegen kann, übersehen und nicht behandelt.
Noch schlimmer als das routinemäßige Behandeln der schmerzenden Stelle ist die Behandlung des ganzen Körpers mit einem Schmerzmittel, obwohl solche Beschwerden normalerweise ein lokales Problem sind. Schmerzmittel – die heutzutage immer häufiger verschrieben werden, obwohl sie auch immer teurer werden – spiegeln uns vor, dass etwas Positives erreicht wird, obwohl sie das eigentliche Problem lediglich kaschieren. Die meisten häufig vorkommenden Schmerzbeschwerden, etwa Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen, sind eine Warnung – eine Schutzreaktion des Körpers auf die Überbeanspruchung oder Verletzung eines Muskels. Schmerzen sagen Ihnen, dass etwas nicht stimmt und dass Sie sich darum kümmern sollten. Es ist keine gute Medizin, den Boten zu töten und seine Botschaft zu ignorieren. Wenn Schmerz in seiner wahren Rolle als Bote gesehen wird und nicht als das eigentliche Problem, kann die Behandlung auf die Ursache des Schmerzes gerichtet werden.
Wenn Schmerz in seiner wahren Rolle als Bote gesehen wird und nicht als das eigentliche Problem, kann die Behandlung auf die Ursache des Schmerzes gerichtet werden.
Die Fehldiagnose von Schmerz ist das wichtigste Problem, das von Travell und Simons aufgegriffen wird. Von Triggerpunkten übertragene Schmerzen können wie Symptome einer sehr langen Liste von häufig auftretenden Beschwerden aussehen, aber ein Arzt lernt in seiner Ausbildung nur selten etwas über Pathologie und Fehlfunktion von Muskeln. Travell und Simons waren davon überzeugt, dass die meisten im Alltag auftretenden Schmerzen durch myofasziale Triggerpunkte verursacht werden und dass die Unkenntnis dieses grundlegenden Konzepts unweigerlich zu Fehldiagnosen und letztlich zum Scheitern der Schmerztherapie führen würde (Simons, Travell und Simons, 2014).
Zum Glück wissen wir heute, dass Übertragungsschmerzen in bekannten und voraussagbaren Mustern auftreten. Der wertvolle medizinische Fortschritt, den Travell und Simons zusammen mit ihrer hervorragenden Illustratorin Barbara Cummings erarbeiteten, besteht darin, dass sie genau diese Ausstrahlungsmuster oder Schmerzmuster beschrieben und zeichnerisch dargestellt haben. Wenn man erst einmal weiß, wo man sie suchen muss, können Triggerpunkte leicht durch Palpieren (Ertasten) gefunden und dann durch eine von verschiedenen Methoden deaktiviert werden.
Leider sind die zwei für den klinischen Gebrauch entwickelten Methoden – Sprühen sowie Strecken und Injektionen –, die im Handbuch der Muskel-Triggerpunkte beschrieben werden, für die Selbstbehandlung nicht geeignet. Dieses Buch hat das Ziel, auf der Arbeit von Travell und Simons aufzubauen und einen praktikableren und kostengünstigeren Ansatz zur Schmerztherapie vorzustellen: eine klassische Do-it-yourself-Methode, die ohne häufige Behandlungstermine in einer Praxis auskommt. Dieser neue Ansatz ist ein System, bei dem die Triggerpunkte direkt durch Selbstmassage behandelt werden. Häufig stellt sich schon nach wenigen Minuten eine Linderung der Symptome ein. Die meisten Schmerzprobleme können innerhalb von drei bis zehn Tagen gelöst werden. Selbst chronische Probleme, die schon seit Langem existieren, können in vielen Fällen rasch behoben werden, manchmal schon innerhalb von sechs Wochen. Bei Patienten, die unter Fibromyalgie oder einem über weite Bereiche ausgedehnten myofaszialen Schmerzsyndrom leiden, kann der Behandlungserfolg etwas länger auf sich warten lassen, aber selbst sie können stetige Fortschritte machen und dürfen sich der realistischen Hoffnung hingeben, dass ihr Zustand erheblich gebessert werden kann.
Triggerpunkt-Massage funktioniert, weil sie drei Dinge bewirkt: Sie durchbricht die chemische und neurologische Feedbackschleife, die die Muskelkontraktion aufrechterhält; sie verbessert die Durchblutung, die durch das kontrahierte Gewebe behindert wurde; und sie streckt die verknoteten Muskelfasern im Triggerpunkt selbst. Die Abbildungen in diesem Buch zeigen Ihnen, wo Sie die Triggerpunkte finden können, die Ihre spezifischen Probleme verursachen, und die Massagetechniken, mit denen Sie sie deaktivieren können. Beim Entwickeln dieser Techniken wurde vor allem darauf geachtet, dass sie Ihren Händen nicht schaden, die vielleicht ohnehin schon unter Überbeanspruchung leiden.
Selbstmassage bringt außerdem noch mehrere andere Vorteile. Wenn Sie Ihre Schmerzen selbst behandeln, bestimmen Sie, wann, wo und wie intensiv Sie behandelt werden. Wenn Sie nachts durch Schmerzen wach werden, können Sie sich sofort darum kümmern, das Problem selbst zu lösen. Wenn Sie sich selbst massieren, bestimmen Sie, wie stark Sie drücken, was besonders wichtig ist, wenn Sie nur leichten Druck ertragen können. Aber das Beste an der Selbstbehandlung ist, dass Sie jeden Tag von mehreren Behandlungen profitieren können, ganz gleich, wo Sie gerade sind – ohne Termine, teure Geräte oder die Notwendigkeit, sich von der Arbeit freizunehmen.
Durch Selbstbehandlung können Sie jeden Tag von mehreren Behandlungen profitieren, ganz gleich, wo Sie gerade sind – ohne Termine, teure Geräte oder die Notwendigkeit, sich von der Arbeit freizunehmen.
Dieses Buch wurde in erster Linie als Selbsthilfehandbuch konzipiert, kann aber auch als Lehrbuch in Kursen genutzt werden. Der hier beschriebene vereinfachte und direkte Ansatz zur Behandlung durch Selbstmassage kann in jedem professionellen Ausbildungsgang als Grundlage eines Einführungskurses in die Triggerpunkt-Therapie dienen. Die Teilnehmer von Ausbildungskursen für Chiropraktiker, Physiotherapeuten und Massagetherapeuten werden besonders davon profitieren. Kapitel 11, „Klinische Triggerpunktmassage“, soll dem professionellen Manualtherapeuten helfen, die technischen Inhalte dieses Buchs für die Behandlung anderer Personen anzupassen. Davon abgesehen wird es jedem Therapeuten helfen, wenn er lernt, die eigenen Übertragungsschmerzen richtig zu deuten und seine eigenen Triggerpunkte zu finden und zu behandeln, weil er dann genau weiß, was zu tun ist, wenn ihm ähnliche Probleme bei Klienten oder Patienten begegnen.
Aus genau diesen Gründen wäre ein Kurs in Triggerpunkt-Selbstmassage eine echte Bereicherung des Lehrplans an medizinischen Hochschulen. Wenn ein angehender Arzt die Möglichkeit bekommt zu lernen, wie er seine eigenen Schmerzen durch Selbstmassage behand...
Inhaltsverzeichnis
- Über dieses Buch
- Abkürzungsverzeichnis
- Vorwort zur zweiten Auflage
- Danksagung
- 1. Warum Triggerpunkt-Therapie?
- 2. Alles über Triggerpunkte
- 3. Behandlungsrichtlinien
- 4. Schmerzen in Kopf-, Hals- und Nackenmuskeln
- 5. Schmerzen in Schulter, oberem Rücken und Oberarm
- 6. Schmerzen in Ellenbogen, Unterarm und Hand
- 7. Schmerzen in Brust-, Bauch- und Genitalbereich
- 8. Schmerzen im mittleren Rücken, unteren Rücken und Gesäß
- 9. Schmerzen in Hüfte, Oberschenkel und Knie
- 10. Schmerzen in Unterschenkel, Knöchel und Fuß
- 11. Klinische Triggerpunkt-Massage
- 12. Muskelverspannungen und chronische Schmerzen
- Nachwort zu Kapitel 12
- Glossar
- Ressourcen
- Literatur
- Über die Autoren
- Muskelverzeichnis
- Index
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