In den Märchen der Gebrüder Grimm treten die Führungs- und Machtaspekte mit einer ungeschönten Härte und Klarheit zutage. Anhand konstruktiver und destruktiver Beispiele ausgewählter Märchen bieten die Autorinnen in dialogischer Form einen interdisziplinären Zugang, fernab von mechanistischen Managementmodellen.Führung und Macht sind untrennbar miteinander verbunden. Wer wirklich führt, bekennt sich zur eigenen Macht. Es nutzt weder den Mitarbeitenden noch der Organisation, wenn die Führungskraft die eigene Positionsmacht verleugnet. Wirkungsvolle Führung bedeutet auch, sich mit den dunklen Seiten der Macht auseinanderzusetzen, die mit jeder Führungsposition verbunden sind.In Zeiten organisatorischer Veränderungen, Unsicherheiten und Komplexitäten, die von der Organisation bewältigt werden müssen, ist Führung besonders wichtig: Von Führungskräften wird Gerechtigkeit und Klarheit erwartet, sie sollen Mitarbeitende unterstützen und fördern. Gleichzeitig erfordert die Führungsarbeit manchmal Härte und Durchsetzung.

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Führung und Macht
Aspekte moderner Führungsrollen - gesehen in Figuren der Grimm'schen Märchen
- 206 Seiten
- German
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Führung und Macht
Aspekte moderner Führungsrollen - gesehen in Figuren der Grimm'schen Märchen
Über dieses Buch
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Management1 Rollenklarheit, Macht und Abgrenzung
1.1 Die Gänsemagd: Keine Angst vor Konflikten
Dieses Märchen zeigt, dass für die Entwicklung einer Nachwuchsführungskraft die familiäre Sozialisation und die erste Führungskraft immens wichtig sind. Die Frage ist, ob Organisationen im Sinne von positiver Leadership sehr stark ressourcenorientiert arbeiten. Haben Führungskräfte eher die Talente und Ressourcen im Blick oder doch eher die Schwächen? Können im Sinne der Nachwuchsführungskraft auch unangenehme Entscheidungen getroffen werden? Kann geschubst werden?
Die Prinzessin in diesem Märchen setzt sich anfangs gegenüber ihrer Kammerzofe nicht durch und wird all ihrer Privilegien beraubt. Sie muss sich erst langsam und in einem geschützten Reflexionsprozess ihre Rolle wieder erarbeiten. Wie wichtig ist Rollendurchsetzung? Kann man Rollendurchsetzung lernen? Wie viel Konfliktfähigkeit, welche Sprache braucht eine Führungskraft?
Die Gänsemagd
Es lebte einmal eine alte Königin, der war ihr Gemahl schon lange Jahre gestorben, und sie hatte eine schöne Tochter. Wie die erwuchs, wurde sie weit über Feld an einen Königssohn versprochen. Als nun die Zeit kam, wo sie vermählt werden sollten und das Kind in das fremde Reich abreisen mußte, packte ihr die Alte gar viel köstliches Gerät und Geschmeide ein, Gold und Silber, Becher und Kleinode, kurz alles, was nur zu einem königlichen Brautschatz gehörte, denn sie hatte ihr Kind von Herzen lieb. Auch gab sie ihr eine Kammerjungfer bei, welche mitreiten und die Braut in die Hände des Bräutigams überliefern sollte, und jede bekam ein Pferd zur Reise, aber das Pferd der Königstochter hieß Falada und konnte sprechen. Wie nun die Abschiedsstunde da war, begab sich die alte Mutter in ihre Schlafkammer, nahm ein Messerlein und schnitt damit in ihre Finger, daß sie bluteten; darauf hielt sie ein weißes Läppchen unter und ließ drei Tropfen Blut hineinfallen, gab sie der Tochter und sprach: »Liebes Kind, verwahre sie wohl, sie werden dir unterwegs not tun.«
Also nahmen beide voneinander betrübten Abschied; das Läppchen steckte die Königstochter in ihren Busen vor sich, setzte sich aufs Pferd und zog nun fort zu ihrem Bräutigam. Da sie eine Stunde geritten waren, empfand sie heißen Durst und sprach zu ihrer Kammerjungfer: »Steig ab und schöpfe mir mit meinem Becher, den du für mich mitgenommen hast, Wasser aus dem Bache, ich möchte gern einmal trinken.«
»Wenn Ihr Durst habt«, sprach die Kammerjungfer, »so steigt selber ab, legt Euch ans Wasser und trinkt, ich mag Eure Magd nicht sein.«
Da stieg die Königstochter vor großem Durst herunter, neigte sich über das Wasser im Bach und trank und durfte nicht aus dem goldenen Becher trinken. Da sprach sie: »Ach Gott!« Da antworteten die drei Blutstropfen: »Wenn das deine Mutter wüßte, das Herz im Leibe tät ihr zerspringen.«
Aber die Königsbraut war demütig, sagte nichts und stieg wieder zu Pferd. So ritten sie etliche Meilen weiter fort, aber der Tag war warm, die Sonne stach, und sie durstete bald von neuem. Da sie nun an einen Wasserfluß kamen, rief sie noch einmal ihrer Kammerjungfer: »Steig ab und gib mir aus meinem Goldbecher zu trinken«, denn sie hatte alle bösen Worte längst vergessen.
Die Kammerjungfer sprach aber noch hochmütiger: »Wollt Ihr trinken, so trinkt allein, ich mag nicht Eure Magd sein.« Da stieg die Königstochter hernieder vor großem Durst, legte sich über das fließende Wasser, weinte und sprach: »Ach Gott!« Und die Blutstropfen antworteten wiederum: »Wenn das deine Mutter wüßte, das Herz im Leibe tät ihr zerspringen.« Und wie sie so trank und sich recht überlehnte, fiel ihr das Läppchen, worin die drei Tropfen waren, aus dem Busen und floß mit dem Wasser fort, ohne daß sie es in ihrer großen Angst merkte.
Die Kammerjungfer hatte aber zugesehen und freute sich, daß sie Gewalt über die Braut bekäme; denn damit, daß diese die Blutstropfen verloren hatte, war sie schwach und machtlos geworden. Als sie nun wieder auf ihr Pferd steigen wollte, das da hieß Falada, sagte die Kammerfrau: »Auf Falada gehör ich, und auf meinen Gaul gehörst du«, und das mußte sie sich gefallen lassen. Dann befahl ihr die Kammerfrau mit harten Worten, die königlichen Kleider auszuziehen und ihre schlechten anzulegen, und endlich mußte sie sich unter freiem Himmel verschwören, daß sie am königlichen Hof keinem Menschen etwas davon sprechen wollte; und wenn sie diesen Eid nicht abgelegt hätte, wäre sie auf der Stelle umgebracht worden.
Aber Falada sah das alles an und nahm’s wohl in acht.
Die Kammerfrau stieg nun auf Falada und die wahre Braut auf das schlechte Roß, und so zogen sie weiter, bis sie endlich in dem königlichen Schloß eintrafen. Da war große Freude über ihre Ankunft, und der Königssohn sprang ihnen entgegen, hob die Kammerfrau vom Pferde und meinte, sie wäre seine Gemahlin; sie ward die Treppe hinaufgeführt, die wahre Königstochter aber mußte unten stehenbleiben. Da schaute der alte König aus dem Fenster und sah sie im Hof halten und sah, wie sie fein war, zart und gar schön; ging alsbald hin ins königliche Gemach und fragte die Braut nach der, die sie bei sich hätte und da unten im Hofe stände, und wer sie wäre?
»Die hab ich mir unterwegs mitgenommen zur Gesellschaft; gebt der Magd etwas zu arbeiten, daß sie nicht müßig steht.«
Aber der alte König hatte keine Arbeit für sie und wußte nichts, als daß er sagte:
»Da hab ich so einen kleinen Jungen, der hütet die Gänse, dem mag sie helfen.« Der Junge hieß Kürdchen, dem mußte die wahre Braut helfen Gänse hüten.
Bald aber sprach die falsche Braut zu dem jungen König: »Liebster Gemahl, ich bitt Euch, tut mir einen Gefallen.« Er antwortete: »Das will ich gerne tun.«
»Nun, so laßt den Schinder rufen und da dem Pferde, worauf ich hergeritten bin, den Hals abhauen, weil es mich unterwegs geärgert hat.« Eigentlich aber fürchtete sie, daß das Pferd sprechen möchte, wie sie mit der Königstochter umgegangen war. Nun war das so weit geraten, daß es geschehen und der treue Falada sterben sollte, da kam es auch der rechten Königstochter zu Ohr, und sie versprach dem Schinder heimlich ein Stück Geld, das sie ihm bezahlen wollte, wenn er ihr einen kleinen Dienst erwiese. In der Stadt war ein großes finsteres Tor, wo sie abends und morgens mit den Gänsen durch mußte, unter das finstere Tor möchte er dem Falada seinen Kopf hinnageln, daß sie ihn doch noch mehr als einmal sehen könnte. Also versprach das der Schindersknecht zu tun, hieb den Kopf ab und nagelte ihn unter das finstere Tor fest.
Des Morgens früh, da sie und Kürdchen unterm Tor hinaustrieben, sprach sie im Vorbeigehen:
»O du Falada, da du hangest«,
da antwortete der Kopf:
»O du Jungfer Königin, da du gangest,
wenn das deine Mutter wüßte,
ihr Herz tät ihr zerspringen.«
da antwortete der Kopf:
»O du Jungfer Königin, da du gangest,
wenn das deine Mutter wüßte,
ihr Herz tät ihr zerspringen.«
Da zog sie still weiter zur Stadt hinaus, und sie trieben die Gänse aufs Feld. Und wenn sie auf der Wiese angekommen war, saß sie nieder und machte ihre Haare auf, die waren eitel Gold, und Kürdchen sah sie und freute sich, wie sie glänzten, und wollte ihr ein paar ausraufen. Da sprach sie:
»Weh, weh, Windchen, nimm Kürdchen sein Hütchen und laß’n sich mit jagen, bis ich mich geflochten und geschnatzt und wieder aufgesatzt.«
Und da kam ein so starker Wind, daß er dem Kürdchen sein Hütchen wegwehte über alle Land, und es mußte ihm nachlaufen. Bis es wiederkam, war sie mit dem Kämmen und Aufsetzen fertig, und es konnte keine Haare kriegen. Da war Kürdchen bös und sprach nicht mit ihr; und so hüteten sie die Gänse, bis daß es Abend ward, dann gingen sie nach Haus.
Den andern Morgen, wie sie unter dem finstern Tor hinaustrieben, sprach die Jungfrau:
»O du Falada, da du hangest«,
Falada antwortete:
»O du Jungfer Königin, da du gangest,
wenn das deine Mutter wüßte,
das Herz tät ihr zerspringen.«
Falada antwortete:
»O du Jungfer Königin, da du gangest,
wenn das deine Mutter wüßte,
das Herz tät ihr zerspringen.«
Und in dem Feld setzte sie sich wieder auf die Wiese und fing an, ihr Haar auszukämmen, und Kürdchen lief und wollte danach greifen, da sprach sie schnell:
»Weh, weh, Windchen,
nimm Kürdchen sein Hütchen
und laß’n sich mit jagen,
bis ich mich geflochten und geschnatzt
und wieder aufgesatzt.«
nimm Kürdchen sein Hütchen
und laß’n sich mit jagen,
bis ich mich geflochten und geschnatzt
und wieder aufgesatzt.«
Da wehte der Wind und wehte ihm das Hütchen vom Kopf weit weg, daß Kürdchen nachlaufen mußte; und als es wiederkam, hatte sie längst ihr Haar zurecht, und es konnte keins davon erwischen; und so hüteten sie die Gänse, bis es Abend ward.
Abends aber, nachdem sie heimgekommen waren, ging Kürdchen vor den alten König und sagte: »Mit dem Mädchen will ich nicht länger Gänse hüten.«
»Warum denn?« fragte der alte König.
»Ei, das ärgert mich den ganzen Tag.« Da befahl ihm der alte König zu erzählen, wie’s ihm denn mit ihr ginge.
Da sagte Kürdchen: »Morgens, wenn wir unter dem finstern Tor mit der Herde durchkommen, so ist da ein Gaulskopf an der Wand, zu dem redet sie:
›Falada, da du hangest’
da antwortet der Kopf:
›O du Königsjungfer, da du gangest,
wenn das deine Mutter wüßte,
das Herz tät ihr zerspringen.‹«
da antwortet der Kopf:
›O du Königsjungfer, da du gangest,
wenn das deine Mutter wüßte,
das Herz tät ihr zerspringen.‹«
Und so erzählte Kürdchen weiter, was auf der Gänsewiese geschähe und wie es da dem Hut im Winde nachlaufen müßte.
Der alte König befahl ihm, den nächsten Tag wieder hinauszutreiben, und er selbst, wie es Morgen war, setzte sich hinter das finstere Tor und hörte da, wie sie mit dem Haupt des Falada sprach; und dann ging er ihr auch nach in das Feld und barg sich in einem Busch auf der Wiese. Da sah er nun bald mit seinen eigenen Augen, wie die Gänsemagd und der Gänsejunge die Herde getrieben brachten und wie nach einer Welle sie sich setzte und ihre Haare losflocht, die strahlten von Glanz. Gleich sprach sie wieder:
»Weh, weh, Windchen,
nimm Kürdchen sein Hütchen
und laß’n sich mit jagen,
bis ich mich geflochten und geschnatzt
und wieder aufgesatzt.«
nimm Kürdchen sein Hütchen
und laß’n sich mit jagen,
bis ich mich geflochten und geschnatzt
und wieder aufgesatzt.«
Da kam ein Windstoß und fuhr mit Kürdchens Hut weg, daß es weit zu laufen hatte, und die Magd kämmte und flocht ihre Locken still fort, welches der alte König alles beobachtete. Darauf ging er unbemerkt zurück, und als abends die Gänsemagd heimkam, rief er sie beiseite und fragte, warum sie dem allem so täte?
»Das darf ich Euch nicht sagen und darf auch keinem Menschen mein Leid klagen, denn so hab ich mich unter freiem Himmel verschworen, weil ich sonst um mein Leben gekommen wäre.«
Er drang in sie und ließ ihr keinen Frieden, aber er konnte nichts aus ihr herausbringen. Da sprach er: »Wenn du mir nichts sagen willst, so klag dem Eisenofen da dein Leid«, und ging fort. Da kroch sie in den Eisenofen, fing an zu jammern und zu weinen, schüttete ihr Herz aus und sprach: »Da sitze ich nun von aller Welt verlassen und bin doch eine Königstochter, und eine falsche Kammerjungfer hat mich mit Gewalt dahin gebracht, daß ich meine königlichen Kleider habe ablegen müssen, und hat meinen Platz bei meinem Bräutigam eingenommen, und ich muß als Gänsemagd gemeine Dienste tun. Wenn das meine Mutter wüßte, das Herz im Leib tät ihr zerspringen.« Der alte König stand aber außen an der Ofenröhre, lauerte ihr zu und hörte, was sie sprach. Da kam er wieder herein und hieß sie aus dem Ofen gehen. Da wurden ihr königliche Kleider angetan, und es schien ein Wunder, wie sie so schön war. Der alte König rief seinen Sohn und offenbarte ihm, daß er die falsche Braut hätte: Die wäre bloß ein Kammermädchen; die wahre aber stände hier als gewesene Gänsemagd.
Der junge König war herzensfroh, als er ihre Schönheit und Tugend erblickte, und ein großes Mahl wurde angestellt, zu dem alle Leute und guten Freunde gebeten wurden. Obenan saß der Bräutigam, die Königstochter zur einen Seite und die Kammerjungfer zur andern, aber die Kammerjungfer war verblendet und erkannte jene nicht mehr in dem glänzenden Schmuck. Als sie nun gegessen und getrunken hatten und gutes Muts waren, gab der alte König der Kammerfrau ein Rätsel auf, was eine solche wert wäre, die den Herrn so und so betrogen hätte, erzählte damit den ganzen Verlauf und fragte: »Welches Urteils ist diese würdig?« Da sprach die falsche Braut: »Sie ist nichts Besseres wert, als daß sie aus dem Lande gejagt wird.«
»Das bist du«, sprach der alte König, »und hast dein eigen Urteil gefunden, und danach soll dir widerfahren.« Und als das Urteil vollzogen war, vermählte sich der junge König mit seiner rechten Gemahlin, und beide beherrschten ihr Reich in Frieden und Seligkeit.
(Quelle: https://gutenberg.spiegel.de/buch/die-schonsten-kinder-und-hausmarchen-6248/57; abgerufen:13.11.19.)
1.1.1 Der Führungsdialog – Persönlichkeitsentwicklung der Nachwuchskraft
Ich habe den Eindruck, dass es bei dem Märchen einerseits um das Setzen von Grenzen und andererseits um Rollenveränderung geht. Diese Kammerjungfer war mit der Königstocher unterwegs und tauschte mit ihr die Rolle, und die Königstochter ließ sich das alles einfach gefallen. Sie ließ diesen Rollentausch Schritt für Schritt mit sich geschehen. Nachdem sie dann auch das Taschentuch mit dem Blutstropfen der Mutter verliert, sagt die Kammerjungfer: »Ohne diese Blutstropfen bist du schwach.« Das bedeutet für mich, dass die Königstochter ohne ihre Herkunft eigentlich schwach ist.
Ich sehe es ähnlich, aber drei Stränge. Der eine ist die Rollendurchsetzung , die am Anfang so gar nicht passiert. Dann der Umgang mit dem Verlust der eigenen Position oder des eigenen Status. Die dritte Geschichte, die ich interessant finde, sind die Rollen der Seniorführungskräfte, also der Königin und des Königs. Wir haben hier eines der wenigen Märchen, in denen es eine Königin ohne Mann gibt, die in ihrem Reich selbstständig agiert. Sie ist offensichtlich reich, sie ist mächtig, sie gibt der Tochter alles Mögliche mit und sie stützt sie auch sehr. Die Tochter bekommt sehr viele Ressourcen und für mich wäre es interessant zu schauen, wofür diese Blutstropfen stehen. Sind sie ein Symbol dafür, dass man vielleicht auf dem Weg erst selber Blut lassen muss oder selbst etwas erledigen muss, damit man die eigene Rolle ausfüllen kann? Oder stehen sie für die Macht, das Urvertrauen der Mutter, für den Status der Mutter, den sie ihrer Tochter mitgibt. Die Rolle des alten Königs ist auch sehr interessant, der geht ja sehr findig vor und erkennt sehr gut, wo wahre Talente oder wahre Schätze verborgen sind.
Die Königin gibt ihrer Tochter ganz schön viel mit: Sie ist schön, sie ist gut erzogen. Sie bekommt Gold, Geschmeide, Diamanten mit, ein sprechendes Pferd. Die Blutstropfen der Mutter, das ist für mich ein richtiges Bild: rote Tropfen auf dem weißen Taschentuch. Also einerseits ist das die rote Linie, die Herkunft dieser Frau, der Status. Ein Gedanke von mir war auch, dass es hier um den Verlust der Jungfräulichkeit geht, also um das Frau werden. Die Mutter gibt der Tochter alles mit, damit sie wirklich Frau werden kann. Sie gibt ihr noch eine Magd, eine Kammerjungfer mit, die ihr helfen soll, dort anzukommen, wo sie hingehört. Und im Grunde macht das die Kammerjungfer ja auch. Ich meine, das ist vielleicht nicht der einfache Weg, aber die Kammerjungfer fordert die Königstochter heraus. Der alte König, und das gefällt mir einfach gut, der alte König erkennt die Königstochter, der Prinz tut das nicht. Der junge Königssohn hat die Erfahrung noch nicht, aber der alte König erkennt die wahren Kompetenzen und kann sie einordnen.
Sehr schön ist, dass zu Beginn die Mutter, die auch die alte Königin genannt wird, und am Ende der alte König vorkommen. Beide haben für mich ganz starke Fähigkeiten in der Führung von Menschen. Die Königin gibt ihrer Tochter unglaublich viele mit. Und mit dem Pferd gibt sie ihr Zugang zu Kraft, Leidenschaft, aber auch zu Beharrlichkeit mit. Die Königin hat noch eine besondere Kompetenz,...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Hinweis zum Urheberrecht
- Impressum
- Vorwort
- Einleitung
- 1 Rollenklarheit, Macht und Abgrenzung
- 2 Werte, Talente und Belohnung
- 3 Loslassen, Wandel und Coaching
- 4 Abschluss: Wie Königinnen und Könige führen
- Danke
- Die Autorinnen
- Stichwortverzeichnis
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