Krisen meistern
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Stärken erkennen - Kraft für Neues

  1. 128 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Krisen meistern

Stärken erkennen - Kraft für Neues

Über dieses Buch

Was unterscheidet Menschen mit großen Existenzängsten von denen mit Aufbruchstimmung? Wie kann man es schaffen, in schwierigen Zeiten die Hoffnung und Zuversicht nicht zu verlieren? Diese und weitere Fragen behandelt dieser TaschenGuide. Mit diesen Infos und den praktischen Tipps in diesem Buch können Sie Krisen und schwierige Situationen ein Stück weit leichter bewältigen.Inhalte: - Wie Krisen entstehen und wie sie wahrgenommen werden- Über den Umgang mit Krisen - typisches Verhalten in schwierigen Zeiten- Innere Stärke gewinnen und behalten- Finanzplanung in der Krise

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Information

Verlag
Haufe
Jahr
2020
eBook-ISBN:
9783648144572

U1 Innere Stärke während der Krise – die eigenen Kräfte wecken

Innere Stärke finden und aufbauen, und das auch noch während der Krise? Wie soll das gehen, wenn man nicht zum Arbeiten kommt, weil die Kinder ständig ins Home-Office gelaufen kommen? Wie soll das gehen, wenn man Angst davor hat, wirtschaftlich am Ende zu sein? Wie können wir innere Kraft finden, wenn wir keine Ahnung haben, wann der aktuelle Wahnsinn, wann diese verrückte Zeit endet? In diesem Kapitel bekommen Sie ein paar Übungen an die Hand, mit denen Sie Ihre innere Stärke finden und/oder fördern können.

U2 Stärkende Gedanken

Ja, wo kommt sie bloß her, die Kraft? Vor allem, wenn Sorgen, Probleme und Ängste so groß sind? Gerade in sehr schweren Krisen ist es oft kaum vorstellbar, wie es weitergehen kann. Ängste sind an der Tagesordnung und blockieren Kreativität, Objektivität und Schaffenskraft. Um die eigene Motivation wiederzufinden und ins Tun zu kommen, ist es erforderlich, an den Gedanken zu arbeiten. Verändern wir sie, verändern wir unser Leben. Unsere Gedanken sind machtvoll und können uns entweder hemmen oder beflügeln. Ich möchte Ihnen daher an dieser Stelle ein paar Techniken vorstellen, mit denen Sie Ihre Gedanken verändern können.

U3 Re-Gnose

Eine wundervolle Neuschöpfung des Zukunftsforschers Matthias Horx ist das Wort „Re-Gnose“. Was ist damit gemeint? Sie kennen sicherlich den Begriff „Prognose“, er beschreibt zukunftsgerichtete Voraussagungen. Re-Gnose meint den Rückblick aus der Zukunft und ist an die Technik des Future-Pacings aus dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) angelehnt. Mit dieser Technik machen Sie eine Zukunftsreise und tun so, als ob bestimmte Dinge schon eingetreten sind.
Wie geht das konkret? Sie versetzen sich gedanklich in die Zukunft. Sie können sechs Monate voraus sein, ein Jahr oder vielleicht noch länger. Nun tun Sie so, als ob dieser Zeitpunkt tatsächlich schon da wäre, und schauen zurück. Wenn Sie dann Dinge aufschreiben oder erzählen, machen Sie das so, als ob Sie in die Zukunft gereist wären und nun auf Vergangenes zurückschauen (das ja in Wirklichkeit noch vor Ihnen liegt).
Hinweis
Beim Future-Pacing geht es klassischerweise um Zielerreichung. Sie reisen also zu einem Datum in der Zukunft und tun so, als hätten Sie Ihr Ziel schon erreicht. Sie blicken zurück und erzählen, was Sie alles getan haben, um Ihr Vorhaben umzusetzen.
Warum diese Übung? Wir überlisten quasi unser Gehirn. Wenn wir nach vorne schauen, haben wir oft einen inneren Kritiker, der so Dinge sagt wie: „Das geht doch nicht, die Kinder sind zu klein, du hast keine Zeit, kein Geld, kein was auch immer…“ Wenn wir aber das Ziel gedanklich schon erreicht haben, dann können sich (verrückte und ungewöhnliche) Lösungswege auftun.
Ähnliches geschieht bei der Re-Gnose. Sie wählen ein Datum in der Zukunft und schauen von da aus zurück. Wo stehen Sie? Was hat Ihnen diese Zeit alles Gutes gebracht? Wofür war die Krise gut, zum Beispiel eben die Corona-Krise? Was hat sich positiv verändert? Am besten machen Sie das schriftlich! Und tun Sie wirklich so, als wäre alles so eingetreten, wie Sie es schreiben.
Beispiel: Re-Gnose zur Corona-Krise (geschrieben im März 2020)
Es ist der 21.11.2020. Ich sitze hier und schaue auf die letzten Monate zurück. Es war eine verrückte Zeit. Im März ging plötzlich gar nichts mehr. Läden wurden geschlossen, Menschen mussten zu Hause bleiben und auch ich wusste nicht, wie es mit meinem Geschäft weitergeht. Wie sollte ich bloß meine laufenden Kosten bezahlen, ohne Einnahmen zu haben. Ich hatte Angst.
Doch rückblickend war es eine wundervolle Zeit. Ich hatte plötzlich Zeit, mich mal auszuruhen. Ich hatte Zeit mit meiner Familie. Ich hatte Zeit, alles aufzuräumen. Was dabei wirklich spannend war: In dieser Zeit sind wunderbare neue Ideen entstanden. Ich verstehe endlich das Sprichwort „In der Ruhe liegt die Kraft“. Ich sprühte vor Ideen und vieles habe ich jetzt umgesetzt.
Ja, die finanziellen Einbußen waren schlimm! Doch jetzt verdiene ich durch die Veränderung meines Business plötzlich mit Leichtigkeit viel mehr Geld, denn ich habe gelernt, mit den digitalen Medien umzugehen. Mein Onlinegeschäft boomt. Gesundheitlich geht es mir auch so gut wie nie, da ich mich endlich mal erholt habe.
Außerdem genießen meine Familie und ich die gute Luft, die wir inzwischen haben, da nach wie vor Flug- und Straßenverkehr sehr eingeschränkt sind. Viele arbeiten seit der Corona-Krise von zu Hause aus. Es gibt kaum noch Geschäftsreisende. Ich bin dankbar für diese neue Welt im Allgemeinen und ich bin dankbar für meine neue Welt. Alles ist gut und genau richtig gelaufen.

U3 Was wäre, wenn …

Bei dieser Übung geht es um die Kraft der Fragen. Sind sie richtig gestellt, können sie kraftvolle Antworten bringen – manchmal Tage oder Wochen später. Probieren Sie es mal aus! Stellen Sie einfach ein paar Fragen. Wichtig ist: Sie müssen die Antworten darauf noch nicht kennen. Stellen Sie zunächst die Frage, suchen Sie nicht bewusst nach Antworten, sondern lassen Sie die Formulierungen nur wirken. Stellen Sie die Fragen beispielsweise bei einer Meditation oder einem Spaziergang (wenn der möglich ist).
Beispielfragen für positive Gedanken:
  • Was wäre, wenn diese Situation etwas richtig Gutes hätte?
  • Was wäre, wenn ich diese Situation optimal für mich nutzen könnte?
  • Was wäre, wenn ich mich endlich mal so richtig ausschlafen würde?
  • Was wäre, wenn ich diese Zeit nun intensiv mit meiner Familie verbringe?
  • Was wäre, wenn ich etwas besonders Großartiges an dieser Zeit nur noch nicht erkennen kann?
Sie können diese Technik auch nutzen, um Ihre Ängste zu besiegen. Wenn Sie Ihre größten Sorgen aufgreifen und sie gedanklich durchspielen, verlieren sie oft ihren Schrecken. Anders als bei den „Was-wäre-wenn“-Fragen sollten Sie in diesem Fall in jedem Fall versuchen, Antworten zu finden. Sie könnten gleichzeitig einen Plan B, C oder D finden.
Beispielfragen, um einer Situation ihren Schrecken oder Ihnen Ängste zu nehmen:
  • Was wäre, wenn ich kein Geld mehr hätte?
    Und dann? Wie ginge es dann weiter? Was würde passieren? Was würden Sie tun?
    Und dann? Was passiert dann?
    Und dann?
Bitte denken Sie die Ausgangsfrage bis zum Ende durch. Stellen Sie so lange die „Und-dann“-Frage, bis Sie alle Horrorszenarien durchgespielt haben.
Weitere Beispiele:
  • Was wäre, wenn ich krank werden würde? Was wäre mit meiner Familie? Und dann? Und dann?
  • Was wäre, wenn ich meine Miete/meine Kreditraten nicht mehr bezahlen könnte? Was passiert dann? Und dann? Und dann?
Es läuft immer nach dem gleichen Schema ab. Greifen Sie Ihre Ängste auf. Erlauben Sie sich, an sie zu denken, und schmieden Sie Pläne. Wenn wir unsere Ängste verdrängen, arbeiten sie im Unterbewusstsein weiter. Wenn Sie Ihre Ängste zulassen und über Lösungen nachdenken, sieht die Welt oft gleich anders aus.
Achtung
Es kann ein schmaler Grat sein zwischen dem Denken in Lösungen und sich von Ängsten in ein tiefes Loch reißen zu lassen. Wenn Sie eher labil sind, machen Sie diese Übung bitte am besten zusammen mit einer anderen Person.
Oft sind es nicht die Situationen an sich, die uns ängstigen, sondern die Vorstellung davon. Sind wir ihnen tatsächlich ausgesetzt, verhalten wir uns oft sehr viel lösungsorientierter. Unsere Ängste und Sorgen blockieren uns, zum Beispiel in unserer Kreativität. Sie nehmen uns Energie und Lebenslust. Gerade deswegen sollten Sie sich Lösungen überlegen. Versprochen: Mit einem guten Ansatz im Hinterkopf sind problematische Themen nur noch halb so schlimm.

U3 Was ist das Gute daran?

Eine weitere schöne Übung ist, bewusst das Gute an einer Situation zu sehen. Stellen Sie dazu die Frage: „Was ist das Gute daran?“
Beispiele:
  • Was ist das Gute daran, dass ich zu Hause bleiben muss?
  • Was ist das Gute daran, dass diese Situation so ist?
  • Was ist das Gute daran, dass die Läden und Restaurants geschlossen haben?
  • Was ist das Gute an meinen finanziellen Problemen?
  • Was ist das Gute daran, das ich vielleicht noch gar nicht sehen kann?
Danach schreiben Sie auf, wofür Sie dankbar sind.
Beispiele:
  • Ich bin dankbar für das Dach über meinem Kopf.
  • Ich bin dankbar dafür, dass ich mich online mit allen Freunden verbinden kann.
  • Ich bin dankbar für meine Familie.
  • Ich bin dankbar für sauberes Trinkwasser.
Der Blick auf die guten und schönen Dinge, auf die Fülle, die wir hier haben, verändert unser Denken. Automatisch kommen wir in eine bessere Stimmung. Wir fühlen uns wohler und können von innen heraus Stärke aufbauen, denn wir machen uns bewusst, wie gut es uns geht. Und wir erkennen, wie viele Chancen eine solch schwierige Lage bieten kann.

U3 Die Reise zu deinem jüngeren Ich

Krisen tun weh! Sie nerven und machen Angst! Doch wenn wir sie überstanden haben, dann fühlen wir uns oft stärker, weiser und reifer. Wie oft höre ich von Menschen diesen Satz: „Zum Glück ist mir diese oder jenes passiert, ansonsten wäre ich heute nicht die Person, die ich bin (oder: ansonsten wäre ich heute nicht da, wo ich bin).“ Das entspricht auch absolut meiner Erfahrung. Ich kann das zu 100 Prozent hinsichtlich meiner durchlebten Krisen bestätigen. Alles war für irgendwas gut.
Und so verrückt es auch sein mag: Heute bin ich froh über all meine Erfahrungen, denn es hat mich auf meinen heutigen Weg gebracht. Ohne meine Krisen würde ich beispielsweise dieses Buch gar nicht schreiben. Wenn mir jemand mit Anfang 20 gesagt hätte: „Du musst das und das alles durchleben, um irgendwann mal dieses oder jenes zu erreichen“, dann hätte ich dankend abgelehnt. Ich hätte gesagt: „Okay… klingt nicht sehr verlockend, ich nehme einen anderen Weg!“ Doch rückblickend bin ich wirklich für jede einzelne Krise dankbar. Vielleicht hätte die eine oder andere etwas sanfter verlaufen können. Doch wer weiß, vielleicht hätte ich meine Lektionen dann nicht gelernt. Heutzutage kann ich Menschen in Krisen aus voller Überzeugung den folgenden Satz mitgeben: „Das, was dir heute passiert – egal wie gut oder schlecht es auch sein mag –, es macht dich zu dem wundervollen und erfahrenen Menschen, der du morgen sein wirst!“
Vielleicht können Sie den Sinn Ihrer aktuellen Krise noch nicht sehen und vielleicht glauben Sie absolut nicht daran, dass sie für irgendetwas gut sein könnte. Doch glauben Sie mir, irgendwann werden Sie es wissen. Und dann werden Sie sagen: „Ach, dafür war diese Erfahrung gut!“ Wenn Sie aber zu sehr in eine negative, destruktive, dunkle Stimmung abgleiten, kann die Gefahr bestehen, an Krisen zu zerbrechen. Deswegen: Arbeiten Sie an Ihren Gedanken. Dann werden Sie gestärkt und mit neuen Fähigkeiten aus der Krise hervorgehen.
Wichtig
Wenn es Ihnen allein nicht gelingt, möchte ich Sie an dieser Stelle noch einmal dazu ermuntern, sich Hilfe zu holen – von einem Coach oder einem Therapeuten. Manchmal ist auch das notwendig! Und das ist total in Ordnung!
Ich möchte Sie an dieser Stelle ermutigen, die beiden folgenden Übungen durchzuführen. Besonders wirkungsvoll sind sie, wenn Sie sie schriftlich machen.

[Beginn Kasten]

Achtung
Bei den Übungen können Emotionen hochkommen. Als ich sie das erste Mal durchführte, flossen doch so einige Tränen … Es kann und darf emotional werden. Machen Sie sich bewusst, dass Tränen dieser Art oft sehr alte Wunden heilen.
Zu Risiken und Nebenwirkungen: Wenn Sie sich gerade sehr instabil fühlen, machen Sie diese Übung bitte nur, wenn Sie jemanden haben, der Sie im Zweifel auffangen, stützen und trösten kann.

U0 Aufgabe 1: Die Reise zu Ihrem jüngeren Ich

Unternehmen Sie eine Reise, eine Zeitreise zu Ihrem jüngeren Ich. Wie viele Jahre Sie zurückreisen, hängt von Ihrem Lebensalter ab. Bei einem 20-Jährigen macht es wenig Sinn, 20 Jahre zurückzureisen, während es bei einer 40-Jährigen absolut sinnvoll ist. Vielleicht gab es auch vor zehn, 20 oder 30 Jahren eine schwierige Situation in Ihrem Leben, die Sie bewältigt haben. Dann reisen Sie vielleicht in diese Zeit. Nun zur konkreten Aufgabe:
Reisen Sie zu Ihrem Ich von vor zehn Jahren (alternativ 15, 20, 25 etc.).
  • Wie ging es Ihnen zu dieser Zeit?
  • Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich mit Ihrem heutigen Wissen raten?
  • Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich gerne mit auf den Lebensweg geben?
  • Was sagen Sie zu Ihrem jüngeren Ich?

U0 Aufgabe 2: Reise Ihres zehn Jahre älteren Ichs zu Ihrem heutigen Ich

Diese Aufgabe fällt vielen Menschen schwerer als die erste. Wenn das auch für Sie gilt, versuchen Sie es bitte trotzdem. Stellen Sie sich vor, dass Sie nun zehn Jahre älter sind.
  • Wie denken Sie wohl in zehn Jahren über die heutige Situation?
  • Wer werden Sie in zehn Jahren sein?
  • Was würde Ihr zehn Jahre älteres Ich Ihrem heutigen Ich raten und mit auf den Lebensweg geben?
Wenn Sie diese Aufgabe für sich lösen, werden Sie vielleicht ein paar ganz neue Antworten und kreative Lösungen für die aktuelle Situation finden. Manchmal verliert eine Krise dadurch an Schrecken und Sie fühlen sich anschließend motivierter und optimistischer, was Ihre Zukunft angeht.

U2 Zehn Tipps für die Zeit in Quarantäne

Kommen wir nun erstmal wieder zurück ins Hier und Jetzt. Aktuell (März 2020) sind viele Menschen in Quarantäne und dürfen gar nic...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Hinweis zum Urheberrecht
  3. Impressum
  4. U1 Vorwort
  5. U1 Krisen – wie sie entstehen und wie wir sie wahrnehmen
  6. U1 Der Umgang mit Krisen – typisches Verhalten in schwierigen Zeiten
  7. U1 Innere Stärke während der Krise – die eigenen Kräfte wecken
  8. U1 Was tun, wenn das Geld nicht mehr reicht?
  9. U1 Ihre Finanzen in Krisenzeiten
  10. U1 Ein paar Worte zum Schluss
  11. U1 Die Autorin
  12. Literaturtipps

Häufig gestellte Fragen

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