Kreativitätstechniken
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Kreativitätstechniken

  1. 128 Seiten
  2. German
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Kreativitätstechniken

Über dieses Buch

Ideen auf Knopfdruck erzeugen? Ganz so einfach ist es nicht, aber kreative Gedanken und innovative Problemlösungen lassen sich gezielt erarbeiten. Kreativitätsprofis gehen dabei systematisch vor und kombinieren unterschiedliche Techniken miteinander.

Inhalte:

  • Kreativität für jedermann: Wie läuft der kreative Prozess ab?
  • Die besten Kreativitätstechniken und ihre Anwendung: von Brainstorming bis Synektik
  • Extra: So wird Kreativität ein Teil Ihrer Unternehmenskultur

Information

Verlag
Haufe
Jahr
2020
Auflage
8
eBook-ISBN:
9783648140222

Die Kreativitätstechniken

Zum kreativen Prozess gehört eine Reihe von spezifischen Techniken. Je nach Zweck und in unterschiedlichen Phasen stehen passende Kreativitätstechniken zur Verfügung, die wir Ihnen im Folgenden detailliert vorstellen.

Brainstorming

Brainstorming ist die älteste, bekannteste und beliebteste Kreativitätstechnik. Sie ist geeignet für Gruppen zwischen vier und acht Teilnehmern.
Zwar ist dieser Klassiker mittlerweile ein wenig in Verruf geraten, seit mehrere Studien die Effektivität dieser Methode in Zweifel gezogen haben. Dennoch wird sie in vielen bedeutenden Unternehmen und Werbeagenturen eingesetzt.

Was leistet Brainstorming?

Mit Brainstorming produzieren Sie innerhalb relativ kurzer Zeit eine Vielzahl von Ideen. Sie erhalten zahlreiche Anstöße, originelle Lösungen, die sich weiterverarbeiten lassen.
Brainstorming ist gut einsetzbar, wenn Sie bei Ihrem Problem noch am Anfang stehen, wenn Sie viele Ideen benötigen und wenn die Fragestellung relativ konkret ist.

Für welche Bereiche ist es besonders geeignet?

  • für alle Bereiche, in denen eine breite Streuung der Lösungen vorteilhaft ist. Zum Beispiel Werbung
  • für alle Bereiche, die die Gruppe selbst betreffen, da Brainstorming eine höhere Akzeptanz der Lösung ermöglicht. Zum Beispiel: Wie lassen sich Fehlzeiten in unserem Betrieb reduzieren?
  • für Probleme, bei denen Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten müssen

Wofür ist es weniger geeignet?

  • für komplexe Probleme
  • wenn ein bestimmtes Spezialwissen erforderlich ist, die Gruppe aber nicht nur aus Experten besteht
  • wenn Spannungen in der Gruppe bestehen oder einzelne Teilnehmer höherrangig sind als andere

Was benötigen Sie für Brainstorming?

  • eine Gruppe mit vier bis acht, maximal zwölf Teilnehmern
  • einen Moderator, der auch die Vorschläge protokolliert
  • Flipchart, Tafel oder Moderationswand zum Aufzeichnen der Vorschläge
Dauer: Ideenfindungsphase: ca. 15–20 Minuten, Bewertungsphase: ca. 30–40 Minuten
Brainstorming ist eine ungemein flexible Kreativitätstechnik, die fast in allen Bereichen Verwendung findet, in denen kreativ gedacht werden soll.

Wie läuft eine Brainstormingsitzung ab?

Der Moderator stellt das Thema vor und erklärt den Teilnehmern die Regeln, sofern sie noch nicht bekannt sind. Der Moderator wacht über die Einhaltung der Regeln, die im Übrigen nur während der Ideenfindungsphase gelten. Die Teilnehmer sind nun aufgerufen, spontan Vorschläge zu äußern.

Die vier Grundregeln

  1. Kritik ist untersagt. Kein Vorschlag darf beurteilt werden, ehe nicht alle Vorschläge geäußert worden sind.
  2. Wilde Ideen sind willkommen. Der Grund: Es ist leichter, Ideen abzuschwächen, als sie zu entwickeln.
  3. Entwickeln Sie so viele Vorschläge wie möglich. Quantität geht vor Qualität.
  4. Greifen Sie die Ideen anderer auf! Entwickeln Sie sie weiter und kombinieren sie neu!

Die zwei Wellen der Ideenproduktion

Erfahrungsgemäß gehen nach fünf bis zehn Minuten den Teilnehmern die Ideen aus. Auch wenn es so scheint, dass keinem mehr etwas einfiele, sollten Sie die Sitzung auf keinen Fall beenden. Machen Sie weiter! Die Teilnehmer werden meist nach kurzer Zeit weitere Vorschläge machen, zwar nicht mehr so viele, häufig aber originellere. Es lohnt sich also, die zweite Welle der Ideen abzuwarten. Manche Gruppen schaffen auch eine dritte.

Die Bewertungsphase

Sie sollte deutlich von der Phase der Ideenproduktion abgesetzt sein, also mindestens nach einer Pause stattfinden. Manchmal empfiehlt es sich, die Bewertungsphase erst am folgenden Tag zu beginnen. Denn die Teilnehmer müssen »geistig umschalten«. Nun ist sachliche Kritik durchaus erwünscht, und die »wilden Ideen« müssen auf ihre Brauchbarkeit hin untersucht werden.
Die Teilnehmer bewerten alle Vorschläge: Wie praktikabel sind sie und wie sehr sagen sie uns gefühlsmäßig zu? Entweder legen Sie eine Rangfolge der Ideen fest oder Sie wählen nur eine einzige aus, die dann ausgearbeitet wird. Die verbliebenen Ideen können mit der → Osborn-Checkliste nachbearbeitet werden.

Die Rolle des Moderators

Ein guter Moderator kann ganz entscheidend zum Gelingen des Brainstormings beitragen. Er darf sich nicht einmischen, in den Vordergrund spielen und auf keinen Fall selbst Vorschläge machen. Seine Aufgabe besteht darin,
  • für eine vertrauensvolle Atmosphäre zu sorgen,
  • alle Teilnehmer zu ermutigen, sich zu beteiligen,
  • auf die Einhaltung der Regeln zu achten (vor allem darauf, dass niemand die Vorschläge bewertet),
  • alle Vorschläge aufzuzeichnen, ohne Kommentar und ohne sie abzuändern,
  • die Bewertung zu leiten, ohne selbst Stellung zu beziehen,
  • dafür zu sorgen, dass die Bewertung sachlich verläuft.

Die Zusammensetzung der Gruppe

Achten Sie darauf, dass es innerhalb der Gruppe keinen ausgeprägten Konkurrenzneid gibt oder Statuskämpfe zu befürchten sind. Besonders günstig sind die Voraussetzungen, wenn es sich um ein »eingespieltes Team« handelt.
Umstritten ist, wie sinnvoll Brainstorming mit zufällig zusammengewürfelten Teilnehmern ist. Manche schwören darauf, weil sie sich Anregungen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln davon versprechen, andere bezweifeln, dass dabei ein brauchbares Ergebnis herauskommt.

Ist Brainstorming überflüssig?

Nach der überschwänglichen Euphorie in den 1960er und 70er Jahren haben mehrere Studien Zweifel an der Wirksamkeit dieser Methode gesät. Diese Studien widerlegen, dass ein Brainstorming zwangsläufig zu mehr und besseren Ergebnissen führt, als wenn jeder Teilnehmer einzeln nach einer Lösung sucht.
Dies hat zu einer Neubewertung geführt: Brainstorming gilt heute als eine wichtige Kreativitätstechnik, die auch im Urteil ihrer Kritiker eine »höchst effiziente Technik zur Stimulierung des kreativen Denkens darstellt« (Robert Weisberg). Sie führt auch zu brauchbaren Ergebnissen, wie sich belegen lässt. Allerdings ist sie kein kreatives Allheilmittel.
Am sinnvollsten lässt sich Brainstorming in Kombination mit kreativer Einzelarbeit einsetzen.

Varianten

Stop-and-go-Brainstorming

Auch »progressives Brainstorming«. Hierbei wechseln sich mehrere kurze Phasen der Ideenproduktion (5–10 Minuten) mit ebenso kurzen Phasen der Bewertung ab.

Destruktiv-Konstruktiv-Brainstorming

Eine interessante Variante, die bei General Electric entwickelt worden sein soll. Dabei gibt es zwei Phasen der Ideenfindung:
  1. Zunächst sollen möglichst viele negative Ideen geäußert werden, Dinge, die eine Lösung verhindern.
  2. Im zweiten Schritt erst dürfen die Teilnehmer konstruktive Vorschläge äußern. Auf diese Weise sollen die Ideen reicher und origineller werden.

Einzel-Brainstorming

Für den Ideenwirbel brauchen Sie nicht unbedingt eine Gruppe. Es geht auch allein. Der Ablauf ist derselbe. Solange Sie Ideen produzieren, dürfen Sie sich nicht selbst bewerten. Danach müssen Sie Ihren »wilden Ideen« mit kritischem Verstand zu Leibe rücken.
Ein Verfahren, das ein ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Hinweis zum Urheberrecht
  3. Impressum
  4. Vorwort
  5. Schlüsselfaktor Kreativität
  6. Der kreative Prozess
  7. Die Kreativitätstechniken
  8. Das kreative Unternehmen
  9. Literaturverzeichnis
  10. Stichwortverzeichnis
  11. Der Autor
  12. Weitere Literatur

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