Der Kern von Erfolg im Unternehmen und am Markt ist Vertrauen. Unsere Welt und unser Leben wird immer komplexer, transparenter, schneller, vernetzter. Deshalb ist es für die Karriere wichtiger denn je Vertrauen in sich selbst und in andere zu haben und sich selbst etwas zuzutrauen!Vertrauen ist die Basis dafür, dass Unternehmen agil werden und wirken können. Das gelingt nur, wenn Führungskräfte bereit sind, Verantwortung abzugeben - Vertrauen in die Mitarbeiter vorausgesetzt. Und Mitarbeiter bereit sind, Verantwortung zu übernehmen - das setzt Vertrauen in die Führungskraft voraus. Wie diese positive Spirale in Gang kommt, darüber soll das Buch Auskunft geben.Inhalte: - Warum eigentlich Vertrauen?- Grenzen des Vertrauens- Vertrauen führt - aber welche Führung führt zu Vertrauen?- SelbstVERTRAUEN - mental stark sein- Vertrauensbildung, Vertrauen aufbauen- Vertrauen durch Dankbarkeit stärken- Vertrauen und Wertschätzung

- 248 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
Information
Thema
BetriebswirtschaftThema
Verwaltung1 Meine Interviewpartner
In diesem Buch kommen folgende Unternehmer, Spitzensportler und Experten zu Wort:
Axel Esser
Der Gesellschafter der HGS Concept GmbH mit Sitz in Fulda, Hannover, Shanghai hat BWL, Psychologie und Wirtschaftsphilosophie studiert. Seit 1994 arbeitet er als Trainer, Coach und Berater für führende Unternehmen der Automobilbranche. 2003 übernahm er die sportpsychologische Betreuung der deutschen Hockey-Damen-Nationalmannschaft.
Beat Gerber
ist frisch pensionierter Senior Anlageberater UBS Switzerland AG, Managing Director. Nach abgeschlossenem Jurastudium war der diplomierte Finanzanalytiker und Vermögensverwalter CIIA zunächst in London für eine Schweizer Privatbank tätig. 28 Jahre arbeitete er für UBS in der grenzüberschreitenden Anlageberatung, seit 2006 speziell für Superreiche in Holland, die sogenannten Ultra High Net Worth Individuals.
Julia Hochmuth
Das Schießen wurde der 31-Jährigen von den Eltern, beide Hochleistungssportler, »in die Wiege gelegt«. Zahlreiche nationale und internationale Erfolge führten sie 2011 in die Deutsche Erwachsenen-Nationalmannschaft. Ziel sind die Olympischen Spiele in Tokio 2020. Seit 2019 ist sie beim Württembergischen Schützenverband für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Marketing verantwortlich.
Bodo Janssen
ist Geschäftsführender Gesellschafter der Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH & Co. KG, Buchautor und Referent. Nach dem vernichtenden Ergebnis einer Mitarbeiterbefragung im Jahr 2010 zog er sich in ein Kloster zurück, um etwas über Führung zu lernen. Parallel beschäftigte er sich mit den neuesten Erkenntnissen der positiven Psychologie und Neurobiologie. Heute beschreitet er mit einer immer größer werdenden Anzahl an Mitarbeitern einen neuen Weg, den Upstalsboom Weg.
Kurt Kowarz
Seit frühester Kindheit schlägt sein Herz für den Profifußball. Nach aktiver Spielzeit als Torhüter u. a. in Aschaffenburg und beim 1. FC Nürnberg folgten Ausbildungen zum Fußballlehrer und Sportmanager. Seine größten Erfolge erzielte er im Trainerteam des DFB als Europameister 2008 und 2009 mit der U19 und U21. Zurzeit erweitert er sein Wissen und seine Kompetenz als angehender Sport-Mental-Coach.
Wolfgang Mader
arbeitet seit 1985 bei der TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG und ist dort für das Marketingmanagement in der Gesamtkonzernleitung Vertriebs- und Produktmarketing zuständig. Seine Zielstrebigkeit machte es ihm möglich, sowohl beruflich Erfolge zu verbuchen (Aufstieg bis in die zweithöchste Führungsebene direkt unter dem Vorstand) als auch sportlich als Extremsportler Weltklasseniveau zu erreichen.
Stefan Michael Rauschhuber
Nach 25-jähriger Tätigkeit in leitenden Positionen in der Metall- und Elektroindustrie, mehr als 20 Jahren Aufsichtsratserfahrung in international tätigen Großunternehmen sowie als verantwortlicher Geschäftsführer und CFO der IG Metall gründete er 2012 das eigene Beratungsunternehmen. Hauptschwerpunkt ist das Betriebliche Gesundheitsmanagement.
Andreas Varnholt
stand von Mitte 2002 bis Oktober 2018 an der Verbandsspitze von Alliance. Zuvor war der studierte Betriebswirt 16 Jahre für den DMV tätig. Es war kein Zufall, dass er im Möbelhandel Karriere gemacht hat. Schon sein Vater führte zwei mittelständische Einrichtungshäuser. Aber auch mit der Großfläche kennt er sich aus: Eine seiner ersten Stationen nach dem BWL-Studium war Segmüller.
Jochen Vogt
Der international erfahrene CIO und Leiter Program Management Office/Group VP hat einen starken Bezug zu Technologie und Business Management. Wesentliche Stationen waren die Leitung eines Konzern-Softwarehauses mit 1.100 Mitarbeitern, die IT-Leitung des größten deutschen Internet Service Providers sowie eines niederländischen After-Market-Service-Unternehmens.
Quirin Wydra
Der Offizier und Jetpilot der Deutschen Luftwaffe auf Starfighter und Tornado hatte diverse Führungspositionen, u. a. als Staffelkapitän einer Tornado-Staffel und damit eines Hochleistungsteams. Die Eigenschaften, die er als Jetpilot trainierte, hat er in einer zweiten Karriere in Russland umgesetzt und Vertriebssysteme sowie Produktionsstätten für weltbekannte Marken (u. a. Ehrmann, Ritter Sport, Wanzl, Klosterfrau, Marktkauf, Escada) aufgebaut.
Peter Zach
Seit 20 Jahren arbeitet Peter Zach in der IT-Branche, davon 15 Jahre im Lösungsvertrieb. Ursprünglich Key Account Manager bei Siemens ist er seit nunmehr elf Jahren bei ACP IT Solutions AG in Oberbayern tätig, davon drei Jahre als Key Account Manager und Leitung Vertrieb, seit acht Jahren Vorstand für die Ressorts Vertrieb, Marketing, Business Development und HR.
Anmerkung zu den Interviewpartnern
Falls Sie sich fragen, warum der Anteil an Männern so groß ist oder ob ich bewusst nur Männer interviewt habe, möchte ich anmerken: Ich habe ebenso viele Frauen aus den unterschiedlichsten Bereichen – Selbstständige, Managerinnen in Konzernen, Führungskräfte in mittelständischen Unternehmen und Chefinnen – angeschrieben wie Männer. Schade und für mich selbst als Frau immer wieder unverständlich: Während die Männer meist sehr schnell zurückschrieben, »Ja klar mache ich das! Sehr gerne«, habe ich von den meisten Frauen nicht einmal eine Antwort erhalten. Natürlich kommen auch von Männern Absagen – das ist für mich absolut o. k. Nicht o. k. ist für mich, dass die meisten Frauen meine Anfrage per Post mit Buch nicht beantworten.
Ich frage mich: Hängt auch das mit dem Thema dieses Buches zusammen? Hatten diese Frauen vielleicht einfach kein oder zu wenig Vertrauen in mich als Autorin? Obwohl ich solche Interviews doch schon für mehrere meiner inzwischen insgesamt neun veröffentlichten Bücher geführt habe. Lag es also am Vertrauen in mich – oder gar am Vertrauen in sich selbst? Wie viel Selbstvertrauen ist nötig, um Antworten auf meine Fragen zu geben oder mir generell auf meine Anfrage zu antworten?
Eine sehr erfolgreiche und selbstbewusste Frau, die mir keine Absage erteilt hat, war die Profisportlerin Julia Hochmuth. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle explizit an die einzige Frau in meiner Interviewrunde. Ihre spannenden Antworten und Einblicke in ihr Leben als Leistungssportlerin sollten Sie sich nicht entgehen lassen!
Allen meinen männlichen Interviewpartnern natürlich ebenfalls ein herzliches Dankeschön!
2 Interview mit Bodo Janssen, Unternehmer
»Als Unternehmer möchte ich dazu beitragen, dass Mitarbeiter die Freiheit haben, das zu leben, was ihnen als Mensch wirklich wichtig ist.«

Es war eine Mitarbeiterbefragung im Jahr 2010, die den Menschen und Unternehmer Bodo Janssen für immer verändern sollte. Die Mitarbeiter verweigerten dem Erben der Upstalsboom-Hotelkette (sein Vater war 2007 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen) nicht nur ihr Vertrauen, sie forderten rigoros einen neuen Chef. Die Vorwürfe der Mitarbeiter an ihn und einen Großteil seiner damaligen Führungskräfte: Man werde ausgenutzt, hätte kein Vertrauen in ihr Tun, Entscheidungen wären nur von Zahlen bestimmt, persönliche Entwicklungsmöglichkeiten nicht gegeben.
Bodo Janssen ist allerdings nicht nur ein prominentes Beispiel für einen Chef, der seinen Mitarbeitern kein Vertrauen schenkte und dafür auch kein Vertrauen erntete, sondern ein Paradebeispiel dafür, dass sich derartige Umstände auch ändern lassen. Vorausgesetzt, der Chef ist bereit dazu, an sich selbst und verkrusteten Strukturen zu arbeiten. Genau das hat Bodo Janssen getan – eineinhalb Jahre im Kloster und darüber hinaus seitdem an jedem einzelnen Tag. Sein Plan zu Beginn: einen führungs- und unternehmenskulturellen Paradigmenwechsel einzuleiten, der es zum Ziel hat, eine authentische Unternehmenskultur zu entwickeln, in der jeder Mitarbeiter im Unternehmen das leben kann, was ihm als Mensch wichtig ist.
Der daraus entstandene Erfolg, der sogenannte Upstalsboom Weg, sucht mittlerweile weltweit seinesgleichen. Beschrieben hat Bodo Janssen diesen Weg in seinem Buch »Die stille Revolution«. »Führen mit Sinn und Menschlichkeit« ist nicht nur der Untertitel, sondern seitdem auch die Passion des Unternehmers. Es geht ihm um Wertschöpfung durch Wertschätzung, Potenzialentfaltung statt Ressourcenausnutzung. Heute ist Bodo Janssen davon überzeugt: »Nur wer sich selbst führen kann, kann auch andere führen« und »Führung ist Dienstleistung, kein Privileg«. Ein guter Grund, den Vorzeige-Unternehmer zum Auftakt meines Buches zu befragen, was es für ihn mit dem Thema Vertrauen auf sich hat:
Mein Name ist Bodo Janssen. Ich bin 1974 geboren und Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens Upstalsboom Hotel + Freizeit GmbH & Co. KG und in diesem versuche ich mit dem Unternehmen und meinem Handeln dazu beizutragen, dass Menschen die Freiheit haben, das zu leben, was ihnen als Mensch wirklich, wirklich wichtig ist. Aufgewachsen bin ich als Sohn einer Unternehmerfamilie, die das Unternehmen Upstalsboom auch gegründet hat. Ich habe mein Abitur mit Ach und Krach gemacht, habe weder eine Ausbildung gemacht noch mein Studium der Betriebswirtschaft und Synologie abgeschlossen, weil mir in jungen Jahren das Leben in Saus und Braus als Fotomodell und Barkeeper richtiger erschien, als mich zum Pflichterfüller degradieren zu lassen. Im Jahr 2004 bin ich dann ins elterliche Unternehmen gegangen, nachdem ich mich schon vier Jahre zuvor selbstständig gemacht hatte. Aus dieser Unabhängigkeit heraus ist dann die Entscheidung entstanden, in das elterliche Unternehmen hineinzuschauen. 2007 ist mein Vater dann mit seinem Flugzeug abgestürzt und ich bin dadurch in die Alleinverantwortung des Unternehmens gekommen. 2010 gab es eine vernichtende Mitarbeiterbefragung, die zum Ausdruck gebracht hat, dass die Mitarbeiter einen anderen Chef brauchen als Bodo Janssen. Daraufhin bin ich ins Kloster gegangen und habe mich mit dem Thema Führung ganz neu beschäftigt. Ich habe ein persönliches Leitbild entwickelt, habe meine Vision von dem Leben entwickelt, wie ich es gerne leben möchte, um mich für das einsetzen zu können, was mir als wirklich sinnvoll erscheint. Und daraus ist dann das entstanden, was viele Menschen heute als den Upstalsboom Weg kennen.
▶ Was verstehe ich unter Vertrauen? Woran denke ich beim Wort Vertrauen?
In Verbindung mit dem Wert Vertrauen entwickeln sich bei mir weitere Substantive wie Sicherheit, Gelassenheit, Ruhe. All die Symptome, die Vertrauen meines Erachtens mit sich bringt. Wenn ich an Vertrauen denke, denke ich vor allem auch an Selbstvertrauen. Denn nur, wenn ich mir selbst vertrauen kann, kann ich auch anderen Menschen vertrauen. Und die Voraussetzung dafür, sich selbst zu vertrauen, ist in allererster Linie, sich selbst wahrzunehmen, sich selbst zu erkennen, zu erkennen, was sind meine Eigenschaften, was sind meine Fähigkeiten, was sind meine Werte, was ist für mich wirklich wesentlich und wofür möchte ich mich einsetzen, damit ich Klarheit darüber habe, worauf ich bei all dem, was ich mir vornehme, bauen kann. Also ist für mich die Grundlage des Selbstvertrauens eine gelingende Beziehung zu sich selbst. Und das wiederum ist eine Voraussetzung für die gelingende Beziehung mit anderen. Dann steckt für mich in dem Wort Vertrauen aber auch das Wort Trauen, sich etwas trauen. Und damit einher geht Mut. Das bedeutet für mich, dass ich einen gewissen Mut brauche, um auf etwas zu vertrauen, was mir nicht bekannt ist. Also geht es bei Vertrauen um ein gutes Maß zwischen einerseits auf das aufzubauen, was mir als Mensch bekannt ist, bei mir selbst oder eben auch bei anderen. Und auf der anderen Seite auch ein gewisser Mut, der mich darauf bauen und trauen lässt, dass das, was ich in mir oder in einem anderen Menschen nur vermuten kann, weil ich es nicht kenne. Dazu führt es, dass wir in eine gelingende Beziehung kommen. Sei es ich mit mir selbst oder ich mit anderen. Und somit ist Vertrauen für mich die Grundlage einer gelingenden Beziehung. Das, worum es, glaube ich, immer häufiger gehen wird. Weil, die Symptome, die wir in der heutigen Gesellschaft erleben, in der Wirtschaft erleben, in der Politik erleben, sind häufig Ausdruck nur gestörter Beziehung.
So gesehen kann ich für mich sagen, dass Vertrauen seine Kraft erhält aus dem Spannungsfeld zwischen Mut auf der einen Seite und Angst auf der anderen Seite. Oder besser nicht Angst, sondern Sicherheitsempfinden. Das eine findet sich wieder in dem Grundbedürfnis des Menschen, wachsen zu wollen, und das andere findet sich wieder in dem Grundbedürfnis des Menschen nach Sicherheit. Und das rechte Maß zwischen dem Streben nach Wachstum, nach Freiheit und dem Bedürfnis nach Verbundenheit und Geborgenheit wäre meine Interpretation nach Liebe. Also ist Vertrauen auch ein Ausdruck von bedingungsloser Liebe. Mir selbst und anderen Menschen gegenüber.
▶ Aus welchen Gründen ist Vertrauen so wichtig?
Ich glaube, dass Vertrauen innerhalb einer Beziehung zu mir selbst oder auch zu anderen Menschen – wie gesagt – Ruhe, Gelassenheit, innere Zufriedenheit, innere Freude erst ermöglicht. Andersherum kann ich die Frage auch beantworten, welche Folgen entstehen durch Misstrauen. Und dann erleben wir sehr schnell, dass durch Misstrauen und ein durch Angst geprägtes Verhalten Bürokratien und Kontrollen entstehen und die Effizienz einer Zusammenarbeit nachhaltig negativ beeinflusst wird. In Deutschland wird das ja ein Stück weit bewusst durch die G...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Hinweis zum Urheberrecht
- Impressum
- Vorwort
- 1 Meine Interviewpartner
- 2 Interview mit Bodo Janssen, Unternehmer
- 3 Interview mit Quirin Wydra, Jetpilot und Investor
- 4 Die Grundlagen
- 5 Interview mit Kurt Kowarz, Fußballtrainer
- 6 Interview mit Julia Hochmuth, Leistungssportlerin
- 7 Vertrauen und Misstrauen in der Führung
- 8 Interview mit Axel Esser, Trainer und Berater
- 9 Interview mit Beat Gerber
- 10 SelbstVERTRAUEN
- 11 Interview mit Jochen Vogt, international erfahrener CIO
- 12 Interview mit Peter Zach, Vorstand eines IT-Unternehmens
- 13 Vertrauensbildung, Vertrauen aufbauen
- 14 Interview mit Wolfgang Mader, Extremsportler
- 15 Vertrauen durch Dankbarkeit stärken
- 16 Interview mit Stefan Michael Rauschhuber, selbstständiger Berater
- 17 Interview mit Andreas Varnholt, Experte im Möbelhandel
- 18 Vertrauen und Wertschätzung
- Nachwort
- Stichwortregister
- Die Autorin
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Häufig gestellte Fragen
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