Netzwerke sind die Organisations- und Kooperationsform der Zukunft und gelten als Lösung vieler Herausforderungen. Sie sind jedoch nicht immer einfach zu managen.Der Autor zeigt, wie Sie das Innovationspotential von Netzwerken optimal nutzen. Mit den enthaltenen Instrumenten können Sie Netzwerke analysieren sowie selbst produktiv nutzen und gestalten. Zudem erfahren Sie die Stolpersteine, die Sie beim Managen von Netzwerken im Blick haben sollten.Inhalte: - Netzwerke als Organisationsform- Netzwerkporträts mit Tiefenschärfe zeigen, wie erfolgreiche Netzwerke funktionieren- Vier Instrumente, um Netzwerke erfolgreich zu nutzen und zu managen: Tausch, Ziele, Unterschiedlichkeit, Vertrauen- Hindernisse und Zwickmühlen in Netzwerken- Rollenangebote für Netzwerkmanager- Das 1x1 des Netzwerkmanagements- Tools zur Netzwerkmoderation und Selbstwahrnehmungsübungen

- 244 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Über dieses Buch
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ManagementTeil 1 Netzwerke als Teilnehmer aktiv nutzen und gestalten
1 Die vier Grundmerkmale von Netzwerken
1.1 Tausch
Das Innovationspotenzial in Netzwerken zeigt sich im Ausmaß der Tauschhandlungen. Es lassen sich zwei Formen unterscheiden - der direkte und der indirekte Tausch.
1.1.1 Direkter Tausch
Die bekannteste Form des direkten Tauschs ist die Do-ut-des-Form: „Ich gebe (eine Leistung, ein Produkt), damit du gibst.“
Der Tausch von Ware/Dienstleistung gegen Geld ist in unserer kapitalorientierten Wirtschaftsform die gebräuchlichste, aber - wie noch gezeigt werden wird - nicht unbedingt die kreativste oder eine innovationsfördernde Tauschform.
Tausch ist in Netzwerken die Haupttätigkeit. Tauschen ist das Wechselspiel von „Geben/Einbringen“ und „Nehmen/Bekommen“. Das ist mitunter schwieriger, als es aussieht: Es gibt Menschen, die gern geben. Auf diese Weise transportieren sie die Botschaft: „Ich bin erfolgreich, ich weiß Bescheid.“
In einem Netzwerk, das nur aus Gebern/Geberinnen besteht, passiert - nichts. Umgekehrt genauso: Es gibt Menschen, die in Netzwerken nichts einbringen. Sie schauen nur, was sie bekommen und für sich nutzen können, und greifen dieses ab: Informationen, Kontakte, Tipps, Ideen. Oder Netzwerkmitglieder beobachten nur, ob etwas passiert, das für sie von Interesse ist: Wer sagt was, schlägt was vor, arbeitet mit wem zusammen? In jedem Fall gilt: In einem Netzwerk, das nur aus Nehmern/Nehmerinnen besteht, ereignet sich ebenfalls - nichts!
Wichtig
In erfolgreichen, nützlichen Netzwerken sind Geber/Geberinnen und Nehmer/Nehmerinnen vertreten. Nur dann kann Tausch stattfinden.
In besonders erfolgreichen Netzwerken füllen die Mitglieder beide Rollen gleichermaßen aus. Netzwerkmitglieder sind dann besonders erfolgreich, wenn sie zwischen der Rolle des Gebers/der Geberin und der Rolle des Nehmers/der Nehmerin fortwährend wechseln können. Das heißt, dass die Netzwerkmitglieder in der Lage und willens sind, Impulse im Netzwerk zu setzen, sich in das Netzwerk einzubringen und etwas aus dem Netzwerk mitzunehmen. In einem Moment ist jemand Ideengeber, im nächsten Feedbackgeber für den Vorschlag eines anderen.
In der Lage, etwas in das Netzwerk einzubringen, ist ein Netzwerkmitglied dann, wenn es Ideen, Kontakte oder Angebote zur Mitwirkung hat, die aus seiner Sicht für das Netzwerk interessant sein könnten. Als Geber ist ein Netzwerkmitglied dabei in derselben Rolle wie ein Standinhaber auf dem Wochenmarkt: Es bietet etwas an. Genau wie auf dem Wochenmarkt kann es passieren, dass ein Angebot „gekauft“, also im Netzwerk aufgegriffen wird, Resonanz erzeugt.
Netzwerker können aber auch die Erfahrung machen: Das Angebot trifft auf keine Resonanz, wird im Netzwerk nicht aufgenommen. Dies mag zwar frustrierend sein - es ist aber nicht nutzlos. Denn: In Netzwerken geht es - genauso wie auf dem Markt - darum, sich zu zeigen, sich zu positionieren. Wie auf dem Markt erhalten Mitglieder in Netzwerken immer eine direkte Resonanz: Ein Angebot wird angenommen - oder nicht.
Wenn ein Angebot nicht angenommen wird, besteht die Möglichkeit zu schmollen und auf die Ignoranz des Netzwerks zu schimpfen - oder die Nichtbeachtung eines Tauschangebots zu entschlüsseln: durch Nachfrage. Dabei fördern Antworten oft Überraschendes zutage: Vielleicht wurde das Angebot missverstanden. Antworten können nachdenklich machen: Dem Ideengeber wird die Kompetenz, die für eine sinnvolle Mitwirkung als nötig angesehen wird, nicht zugetraut. In diesem Fall könnten Belege für die Kompetenz ergänzt oder das Angebot modifiziert werden, z. B. mit Probearbeit oder dadurch, dass der Anbieter ins unternehmerische Risiko geht.
Dieser Klärungsprozess lässt sich selbst als Tauschakt bezeichnen: Begründungen werden erfragt, Antworten gegeben. Durch solches Verhalten wird Tausch im Netzwerk angeregt - ein Beitrag zur Netzwerkentwicklung.
Wie auf dem Markt hat die Annahme eines Angebots sofort Konsequenzen: Auf dem Wochenmarkt erhält der Kunde das Gewünschte und muss umgekehrt den geforderten Betrag zahlen. Damit ist der Tauschakt abgeschlossen. In Netzwerken gibt es auch diese Form des direkten Tauschs: Antwort auf eine Frage, Rückmeldung zu einer Idee.
1.1.2 Indirekter Tausch
Das Innovationspotenzial von Netzwerken zeigt sich vor allem in einer besonderen Form des Tauschs: dem indirekten Tausch.
Schmidt beschreibt diesen als „individuellen Vorschuss“: „Netzwerke leben stark von individuellen Vorschüssen einzelner Akteure. Ein adäquater Ausgleich kommt zumeist nicht direkt zustande, da diese Leistungen auch nur schwer monetär bewertbar sind. In der Praxis passiert Ausgleich oftmals unverhofft und von einer anderen Stelle des Netzwerks.“32
Als Tauschakt beschrieben handelt es sich beim individuellen Vorschuss um indirekten Tausch: Jemand gibt etwas ins Netzwerk hinein. Die Anregung wird aufgenommen und an jemand anderen weitergegeben und dabei weiterentwickelt. Danach wird die weiterentwickelte Anregung an einen Dritten weitergegeben, der sie noch einmal mit eigenen Ideen anreichert. Diese weiterentwickelte Ursprungsidee wird zurück ins Netzwerk transportiert. Dort merkt der Impulsgeber: „Eine tolle Idee, die ü...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Hinweis zum Urheberrecht
- Impressum
- Vorwort
- Einführung
- Teil 1 Netzwerke als Teilnehmer aktiv nutzen und gestalten
- Teil 2 Netzwerkorganisationen managen
- Teil 3 Erfolgreiche Netzwerke
- Teil 4 Ausklang
- Einladung
- Danksagung
- Literaturverzeichnis
- Stichwortverzeichnis
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