Über 300 Hochschulen und Akademien bieten ein Studium neben dem Beruf an. Wer eine gute Entscheidung für den weiteren Berufsweg treffen möchte, braucht gute Informationen: Der Autor liefert genau diese - fundiert und hilfreich. Er verrät, wie Sie effizient lernen und studieren, bietet alltagstaugliche Tipps und konkrete Anregungen z. B. zum erfolgreichen Zeitmanagement.Zusätzlich kann über die kostenlose Papego-App das Buch auch auf mobilen Endgeräten gelesen werden: einfach mit der App die Buchseite scannen und mobil bis zu 25% weiterlesen.Inhalte: - Fachhochschule oder Universität?- Staatliche oder private Hochschule?- Duale Studiengänge- Zertifikatskurse- Zeitmanagement: So gelingt MultitaskingArbeitshilfen online: - Tests, Checklisten, Tools und Bewerbungsmuster

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Erfolgreich studieren neben dem Beruf - inkl. Arbeitshilfen online
- 163 Seiten
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Erfolgreich studieren neben dem Beruf - inkl. Arbeitshilfen online
Über dieses Buch
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Management1 Warum überhaupt studieren?
»Weißte, ich bin der Geilste und ich könnt’s dir auch zeigen
Doch ich hab kein Bock, ich hab kein Bock
Heilige Scheiße, ich bin einfach der Geilste
Wenn ich könnte, wenn ich wollte, jede Wette
Hätte, hätte Fahrradkette
Hätte, hätte Fahrradkette
Denn ich könnte, wenn ich wollte, jede Wette
Hätte, hätte Fahrradkette.«
Dieser Songtext von Claus Capek und seinen Komponistenkollegen ist ein ehrliches und zugleich trostloses Dokument des Bedauerns und des Schönredens verpasster Chancen. Aber das ist ja nicht neu und ganz nah an der Wirklichkeit. An der Universität Hamburg war in den 1970er Jahren das folgende Graffito zu lesen: »Ein Studium ist eine gigantische Zeitverschwendung.« Die Botschaft sprach nicht nur den mit ihrer Studienwahl hadernden Studierenden aus dem Herzen, sondern auch vielen, die an dem Stachel ungenutzter Gelegenheiten litten, weil sie zum Beispiel ihr Studium geschmissen oder immer wieder verschoben hatten.
Balsam für die Seele solcher Zeitgenossen bot am 4.2.2018 die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung« im Wirtschaftsteil mit der Überschrift »Bildung lohnt sich nicht«. Da hieß es unter anderem: »Mit einem Studium kann man angeben. Aber für das Leben lernt man nichts.« Die Zeitung bezog sich in diesem Verdikt auf ein aktuelles Buch von Brian Caplan mit dem Titel »The Case Against Education. Why the Education System is a Waste of Time and Money«. Caplan sieht im ausgedehnten Aufenthalt an Schulen und Hochschulen wenig Gutes, denn die »Insassen« würden dort vor allem nur älter. Das ist natürlich ganz nach dem Geschmack jener, die Akademiker sowieso für lebensuntauglich halten. Gewiss, der Mensch beginnt nicht beim Akademiker und unglücklich kann man sich mit und ohne ein Studium machen. So weisen beispielsweise die Berufsgruppen der Mediziner und der Metzger die höchsten Selbstmordraten auf (Quelle: www.daswissensblog.de/welche-berufsgruppe-hat-die-hoechste-selbstmordrate).
Zum Schluss hat Brian Caplan dann aber doch noch eine gute Botschaft parat, indem er einräumt, dass ein Studium zwar kein geeignetes Mittel sei, um einen guten Job zu machen, aber um einen guten Job zu bekommen. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ein wichtiges Erfolgsrezept, dass man immer vom Ende her denken sollte, lautet deshalb: »Hätte ich doch damals den Beschluss gefasst, berufsbegleitend noch ein Studium zu absolvieren!« Nun – die Gelegenheit bietet sich jetzt. Und dafür gibt es viele gute Gründe.
1.1 Das Kompetenzportfolio ausbauen
Wer sich um eine neue Aufgabe bewirbt oder in eine Gehaltsverhandlung geht, muss seinen persönlichen Marktwert kennen. Natürlich kann man jede Menge Gehaltsportale befragen, in denen man dann bei der Angabe des eigenen Leistungsprofils eine Hausnummer findet – zum Beispiel 80.000 EUR. Wenn dann der Verhandlungspartner angesichts dieses Einkommenswunschs einen »Herzkasper« markiert und einem vorwirft, das Unternehmen ruinieren zu wollen, braucht man gute Argumente. Man muss also seinen persönlichen Marktwert kennen und begründen, um nicht mit der Stange im Nebel zu stochern. Und damit wandern die Gedanken wie von selbst zum Nutzen eines berufsbegleitenden Studiums: warum und wozu?
Bevor diese Überlegungen erörtert werden, machen Sie doch zunächst einen kleinen Test. Was müssen Sie mitbringen, um sich auf das folgende Angebot überhaupt bewerben zu können und als Bewerber auch noch erfolgreich zu sein?
! Beispiel
Das Red Bull Communication Centre sucht eine/n
PR-Assistenten/in
Sie haben Ihr Studium abgeschlossen und idealerweise bereits erste Erfahrungen in Marketing und/oder PR gesammelt, sind fit in Englisch und am Computer, haben Spaß am Schreiben und Organisieren und sind an Sport, Musik und Kultur interessiert. Außerdem sind Sie nicht nur geistig mobil.
Zum 1. Januar 20xx möchten wir unser kleines Team verstärken.
Alles klar: Die entscheidende Anforderung ist ein abgeschlossenes Studium, wobei es dem Stellenanbieter offenbar ziemlich egal ist, für welches Fach man sich entschieden hat. Warum? Gesucht wird jemand, der mit Sponsoren auf Augenhöhe kommunizieren kann und das Zeug für einen späteren weiteren Aufstieg im Unternehmen hat. Unter diesem Gesichtspunkt werden häufig Nachwuchskräfte in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung rekrutiert.
Das zweite mögliche Ausschlusskriterium ist die Teamfähigkeit. Der kritische Satz in der Anzeige lautet: »… möchten wir unser kleines Team verstärken«. Niemand möchte sich sein Team von jemandem kaputt machen lassen, der sozial inkompatibel ist. Alle anderen Kompetenzen sind wünschenswert, aber von Fall zu Fall bei der Entscheidung für eine Zusage kompromissfähig.
! Gut zu wissen: Worauf kommt es eigentlich an?
Hier finden Sie die Relevanz der einzelnen Elemente des Anforderungsprofils in ein Ranking gebracht:
■ Platz 1: Studium
■ Platz 2: Teamfähigkeit
■ Platz 3: Organisationstalent
■ Platz 4: Interesse an Sport, Musik und Kultur
■ Platz 5: Spaß am Schreiben
■ Platz 6: Englischkenntnisse
■ Platz 7: Computerkenntnisse
■ Platz 8: Marketing- bzw. PR-Erfahrung
Der Studienabschluss ist die formale Voraussetzung, ohne die man zum Vorstellungsinterview gar nicht erst eingeladen wird. Die weiteren im Ranking angeführten Eigenschaften kann man ebenfalls in einem berufsbegleitenden Studium entwickeln und optimieren – insbesondere Organisationsfähigkeit und Multitasking. So kommt man im Zweifelsfall als Jobaspirant an die Goldmedaille.
Und nun zu den Eigenschaften, die den persönlichen Marktwert bestimmen, also zum Kompetenzportfolio. Was ist das eigentlich, ein Kompetenzportfolio? Ein Portfolio (zusammengesetzt aus den lateinischen Wörtern »portare« für »tragen« und »folium« für »Blatt«) ist eine Sammlung von Objekten eines bestimmten Typs. In einem Unternehmen können das Produkte sein, für einen Investor sind es meist Aktien und für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre erworbenen Kompetenzen, die bei der erfolgreichen beruflichen Positionierung von Nutzen sind. Im Folgenden sind Kompetenzen beschrieben, die man insbesondere im Zuge eines berufsbegleitenden Studiums erwerben und entwickeln kann und die den persönlichen Marktwert bestimmen.
Fachkompetenz: know what
In der Regel sind damit berufstypische Qualifikationen gemeint, die man sich in der Aus- und Fortbildung, in Praktika, in Seminaren oder durch die Lektüre von Fachbüchern aneignet. Aber warum dann noch ein schweißtreibendes Studium? Ludwig Wittgenstein, einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts, merkte einmal selbstkritisch an: »Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.« Genau da liegt der Unterschied zwischen einer Ausbildung und einem Studium: An einer Hochschule erwirbt man Fachbegriffe, mit denen sich Grenzen überschreiten lassen. Man sieht und versteht auf einmal Dinge, von denen man vorher gar nicht wusste, dass es sie überhaupt gibt. Wer die Akropolis in Athen besichtigt und keine Ahnung davon hat, dass sie dorische, ionische und korinthische Säulen hat, für den sehen alle gleich aus. Wer sich jedoch mit der klassischen Säulenordnung beschäftigt hat, dem können antike Säulen spannende Geschichte erzählen. Man sieht nur, was man weiß!
Es gibt Studierende, die zu Beginn des Studiums über die vielen neuen Begrifflichkeiten klagen, bis sie merken, was Wittgenstein als Philosoph der Sprache und des Bewusstseins gemeint hat. Und dann kann die sprachliche Bewusstseinserweiterung richtig Spaß machen.
Leider hat die Fachkompetenz besonders in Form von Fachwissen einen Nachteil – sie veraltet schnell. Wer in den 1990er Jahren eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker oder zum Kfz-Elektriker (ja, das gab es mal!) oder ein Informatikstudium absolviert hat und sich noch heute auf dem damaligen Wissensstand befindet, dürfte in seinem Fach längst arbeitslos sein. In diesem Sinn gibt es aufgrund des technologischen Wandels keine wirklich abgeschlossene Berufsausbildung mehr. Wer aber fachlich durch ein Studium auf einem höheren Abstraktionsniveau unterwegs ist, kann sich schneller an technologische bzw. organisationale Veränderungen anpassen. Genau deshalb ist ja die Arbeitslosenquote unter Akademikern so niedrig.
Methodenkompetenz: know how
Hier geht es um die Anwendung von Arbeitstechniken und Verfahrensweisen. Methodenkompetenz beinhaltet zum Beispiel die Fähigkeit,
■Informationen zu beschaffen, zu strukturieren und zu verwerten,
■Ziele und Ergebnisse überzeugend zu präsentieren,
■Konflikte zu analysieren und zu regulieren,
■Projekte zu managen und
■ein begrenztes Zeitbudget effizient zu nutzen.
Der besondere Wert von Methodenkompetenzen besteht darin, dass sie zeitlos sind, also vom technologischen und organisatorischen Wandel weitgehend unberührt bleiben. Wer gelernt hat, professionell Projekte zu managen, dem kann dies auch unter den Bedingungen einer konsequenten Digitalisierung und Globalisierung nicht genommen werden. In einer Bachelorarbeit muss man übrigens zeigen, ob man aufgrund der erworbenen Fach- und Methodenkompetenz fähig ist, ein anspruchsvolles Problem in Form einer Forschungsfrage zu lösen.
! Gut zu wissen: Gefragte Methodenkompetenzen
■Projektmanagement
■Konfliktmanagement
■Zeitmanagement
■Lern- und Arbeitstechniken
■SWOT-Analysen
■Kreativitätstechniken
■Medienkompetenz
■Mindmapping
■Balanced Scorecard
■Führungstechniken etc.
Viele Bewerber vergessen übrigens, in ihren tabellarischen Lebenslauf die Rubrik Methodenkompetenzen einzufügen und kommunizieren damit ggf. nicht hinreichend ihren wirklichen Marktwert.
Persönliche Kompetenz: know yourself
Persönliche Kompetenzen zeigen sich zum Beispiel in der Bereitschaft und Fähigkeit, selbstorganisiert, zuverlässig und eigeninitiativ zu handeln. Persönliche Kompetenzen beinhalten,
■sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu sein,
■stets das eigene Leistungsvermögen zu hinterfragen,
■flexibel auf sich verändernde Bedingungen zu reagieren und
■beharrlich gesetzte Ziele zu verfolgen.
Es geht um die Wahrnehmung innerpsychischer Prozesse und Zustände im Sinne des antiken »Erkenne dich selbst!«. Diese Inschrift über dem Eingang des Apollontempels (um 650 v. Chr.) beschäftigt die Philosophie und Psychologie bis heute. Der Philosoph Immanuel Kant sah in der Selbsterkenntnis den Anfan...
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Inhaltsverzeichnis
- Hinweis zum Urheberrecht
- Impressum
- Einführung
- 1 Warum überhaupt studieren?
- 2 Den inneren Schweinehund überwinden
- 3 Karriereplanung mit System
- 4 Was kann ich, wer bin ich, was will ich?
- 5 Welches Studium passt zu mir?
- 6 Wie bekommt man ein Stipendium?
- 7 Zeitmanagement: So gelingt Multitasking
- 8 Stress - oder in den Flow kommen
- 9 Der krönende Abschluss: die Thesis
- 10 Und danach den Master machen?
- 11 Den eigenen Marktwert realisieren
- 12 Experteninterviews zum Studium neben dem Beruf
- 13 FAQ: Studium neben dem Beruf
- Stichwortverzeichnis
- Der Autor
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