1.1 Genereller Ansatz – das sollten Sie vorab wissen
Gute Gründe für dieses Fachbuch
Branchenübergreifend sind steigende Anforderungen an den Aufbau von Entscheidungsvorlagen, ein fortschreitender Ausbau der Begründung von Projekten und Investitionen und insgesamt eine Professionalisierung im Hinblick auf Investitionsentscheidungen zu beobachten. Der wesentliche Grund hierfür ist, dass sich schnell wandelnde Märkte, schrumpfende Margen, unberechenbare Kunden und ein zunehmender Konkurrenz- und Innovationsdruck Unternehmen viel stärker als früher dazu zwingen, ihre Marktposition zu hinterfragen, um ihr Geschäft neu zu interpretieren. Die Unternehmen versuchen,
herzustellen. Das führt zu steigenden finanziellen Risiken von Investitionen. Sie ergeben sich daraus, dass die Anforderungen an den Umfang der finanziellen Mittel, die für Investitionsprojekte bereitgestellt werden müssen, um z. B. international oder global aktiv werden oder bleiben zu können, immer weiter steigen. Gleichzeitig werden die Produktlebenszyklen und Nutzungsdauern der Investitionsobjekte, für die diese Finanzmittel verwendet werden, immer kürzer. Die Entscheidungen über den Einsatz des vorhandenen Investitionsbudgets müssen also sehr gut überlegt und vorbereitet sein.
Dieses Fachbuch gibt Ihnen einen soliden Ein- und Überblick und bereitet Sie darauf vor, die richtigen Argumente für Managemententscheidungen zu finden, zu strukturieren und überzeugend zu präsentieren:
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Sie verstehen die Notwendigkeit eines Business Cases für den Projekterfolg.
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Sie können die richtige Struktur für einen Business Case aufsetzen und den Fokus auf die relevanten Inhalte legen.
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Sie erhalten mit den in diesem Buch dargestellten Folien eine generische Präsentationsvorlage mit konzeptionellen Grafiken.
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Sie lernen, durch eine überzeugende Präsentation Ihres Business Cases das Okay vom Management zu bekommen.
Konzeptioneller Ansatz
Dieses Buch erhebt nicht den Anspruch, vorhandene betriebswirtschaftliche Theorien der Investitionsrechnung weiterzuentwickeln. Vielmehr stehen praktische und erprobte Ansätze zur Ausarbeitung der eigenen Entscheidungsvorlage im Vordergrund, durch die Sie Investitionen im eigenen Haus begründen und die gewünschte Freigabe knapper Finanzmittel erreichen können.
Breite Zielgruppe
Die Notwendigkeit, Business Cases erstellen oder bewerten zu können, besteht für alle Akteure in Unternehmen und Organisationen, die eine Freigabe für Projekte benötigen oder Investitionsmittel beantragen. Das spiegelt sich auch im adressierten potenziellen Leserkreis dieses Buchs wider:
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Berufseinsteiger oder Controller mit geringer bis mittlerer Erfahrung,
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Neueinsteiger in die Bereiche „Investitionscontrolling“, „Business Development“, „Marketing und Vertrieb“, „Strategische Unternehmensplanung“, „Unternehmensentwicklung“ oder vergleichbare Funktionen,
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Projektleiter oder Fachexperten, die eine kompakte Anleitung zur Erstellung ihrer Entscheidungsvorlagen benötigen,
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Organisationsentwickler, die ein Raster für den Aufbau eines Business-Case-Handbuchs suchen, und natürlich
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Entscheider, die einerseits ihren Mitarbeitern, die für sie Business Cases erstellen sollen, einen Leitfaden für die Ausarbeitung einer Investitionsentscheidung geben wollen und andererseits eine Übersicht über die wesentlichen Knackpunkte eines Business Cases haben wollen, der von ihnen kritisch zu hinterfragen ist.
Schwerpunkte dieses Buchs
Wie der Titel verrät, ist der Inhalt dieses Buchs auf den professionellen Aufbau einer Business-Case-Dokumentation zur Begründung von Investitionsprojekten fokussiert. Dieses Buch hat den Anspruch, eine Antwort auf die Frage zu liefern, wie professionelle und überzeugende Entscheidungsvorlagen gestaltet werden können. Sehr wichtige Nebenaspekte sind außerdem:
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Die Berücksichtigung qualitativer Kriterien und Faktoren in einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung als einem quantitativen Modell.
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Die Nachweisführung der strategischen Relevanz des eigenen Investitionsprojekts.
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Die Nutzung der praxisrelevanten Schlüsselkennzahlen.
Umgang mit Fachbegriffen
Der Inhalt und die in diesem Buch verwendeten Fachbegriffe entsprechen nicht durchgängig den Standards und theoretischen Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre. So wird in der betrieblichen Praxis z. B. auf Deutsch überwiegend von Umsätzen und Kosten auch im Zusammenhang mit Business Cases gesprochen. Die betriebswirtschaftlich formal richtigen Kategorien wären Einzahlungen und Auszahlungen. Genauso verhält es sich mit den Ertragsgrößen. Anstelle des formal richtigen Begriffs „Cashflow“ werden Größen wie Deckungsbeitrag, Projekt-EBIT o. Ä. genutzt.
Die Erfahrung zeigt, dass nicht nur unbewusst, sondern vielfach auch bewusst in der Projekt- und Unternehmenspraxis formal falsche Fachbegriffe verwendet werden. Die unbewusste Verwendung falscher Fachbegriffe ist üblicherweise auf betriebswirtschaftliche Unkenntnis oder betriebswirtschaftliches Halbwissen zurückzuführen. Interessanter ist die bewusste Falschverwendung. Es kommt nämlich vor, dass die Verantwortlichen aus den Bereichen „Finanzen“, „Rechnungswesen“ und/oder „Controlling“ in ihrem Unternehmen absichtlich falsche Begriffe verwenden und auf die formal richtigen Begriffe verzichten, um ihre Mitarbeiter nicht mit zu vielen Ertragsgrößen zu verwirren. Das ist der Grund, warum z. B. in einem deutschen Großunternehmen von Projekt-EBIT anstelle von Cashflow gesprochen wird.
Dieselbe Motivation finden Sie im vorliegenden Fachbuch vor. Um Sie als Leser nicht zu verwirren und dicht an Ihrer betrieblichen Sprachrealität zu sein, wird an einigen Stellen auf die formal richtigen Begriffe verzichtet. Darauf wird im Folgenden noch mehrfach hingewiesen.
Dieses Fachbuch ist in „Denglisch“ geschrieben. Im deutschen Fließtext sind bewusst die wichtigsten Fachbegriffe in Englisch gehalten. Hintergrund dessen ist die Erfahrung des Autors in seinen Trainings, dass ca. 80 Prozent der Trainingsteilnehmer regelmäßig oder durchgängig englische Fachbegriffe nutzen müssen. Viele kommen auch deswegen in die Trainings, um sich mit den englischen Begriffen vertraut zu machen. Die Verwendung englischer Fachbegriffe und „Denglisch“ mag beim ersten Durcharbeiten dieses Buchs die Lesefreundlichkeit reduzieren. Die Orientierung an der Zielgruppe war allerdings wichtiger!
Controller-Wörterbuch Englisch–Deutsch
Viele Interessenten am Thema Business Cases benötigen englische Fachbegriffe, weil sie mit Konzerntöchtern, Lieferanten, Kunden und anderen Partnern international zusammenarbeiten. Daher finden Sie in Kapitel 8 zusätzlich die wichtigsten Fachbegriffe rund um das Thema „Business Cases“ bzw. „Investitionscontrolling“ sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache.
Literaturverzeichnis
Die genutzten und zitierten Titel und Quellen sind eine persönliche Auswahl des Autors ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Rücksicht auf die wissenschaftliche Leistung der Titel. Die entscheidenden Kriterien bei der Auswahl der Titel waren Praxisrelevanz und hohe Lesefreundlichkeit.
Lesefreundlichkeit
Für einen guten Lesefluss und eine hohe Lesefreundlichkeit wird nicht zwischen Business-Case-Erstellerinnen und Business-Case-Erstellern oder Controllerinnen und Controllern differenziert, sondern die männliche Form verwendet. Damit sind natürlich auch alle Controllerinnen, Erstellerinnen, weibliche Entscheider bzw. Leserinnen gemeint.
1.2 Wie Sie dieses Buch effizient lesen
Diesem Fachbuch liegen einige zentrale Fachbegriffe im Sinne von Arbeitsdefinitionen zugrunde. Sie ziehen sich komplett durch alle Kapitel hindurch. Sie werden sie immer wieder im selben Wortlaut lesen – bewusst wurde auf sprachliche Vielfalt und Abwechslung verzichtet, um eine möglichst hohe Wiedererkennung und Verständlichkeit zu gewährleisten.
Der Gegenstand von Business Cases
Investitionsprojekte: Das sind die Anlässe und Themen, deren Relevanz für das Unternehmen im Rahmen von Business Cases ausgearbeitet wird.
Zentrale Akteure des Business Cases
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Business-Case-Ersteller: Die Person, die den Business Case ausarbeitet.
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Business-Case-Entscheider: Die Person oder Personengruppe, die über die Genehmigung des Investitionsprojekts entscheidet.
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Business-Case-Auftraggeber: Die Führungskraft, die dem Business-Case-Ersteller den Auftrag erteilt. Oftmals sind Business-Case-Auftraggeber und Business-Case-Entscheider dieselbe Person.
Arten von Business Cases
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Markt-Cases: Hierbei handelt es sich um Business Cases zu externen Kunden-, Produkt-, Lösungs- oder Forschungs- und Entwicklungsprojekten (F E-Projekten).
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Infrastruktur-Cases: Sie beinhalten Business Cases zu internen Optimierungsoder F E-Projekten.