
- 192 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
101 Dinge, die man über E-Autos wissen muss
Über dieses Buch
Wie sieht es mit den Reichweiten aus? Wo kann ich laden? Wie teuer wird das alles? Diese und viele anderen Fragen behandelt der auf Mobilitätsthemen spezialisierte Journalist Sven Jürisch.
Gleichzeitig aber geht er auf die Geschichte der E-Mobilität inklusive ihrer Besonderheiten und Kuriositäten ein. So entsteht ein informatives und gleichzeitig amüsantes Handbuch, das eine Schneise des Wissen schlägt in den Dschungel der teils widersprüchlichen Informationen. Das macht auch die Entscheidung Pro oder Kontra E-Auto leichter.
Gleichzeitig aber geht er auf die Geschichte der E-Mobilität inklusive ihrer Besonderheiten und Kuriositäten ein. So entsteht ein informatives und gleichzeitig amüsantes Handbuch, das eine Schneise des Wissen schlägt in den Dschungel der teils widersprüchlichen Informationen. Das macht auch die Entscheidung Pro oder Kontra E-Auto leichter.
Häufig gestellte Fragen
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Information
1 Das Elektroauto im Weltall
Per Anhalter durch die Galaxis
Das Elektroauto mit den meisten zurückgelegten Kilometern ist mittlerweile der Tesla Roadster, der im Februar 2018 ins All geschossen wurde. Die Schwesterfirma Space X benötigte zur Demonstration der neuen Schwerlastrakete Falcon Heavy eine Nutzlast. Damals fiel die Wahl werbewirksam auf den Roadster.
Das Risiko für einen Unfall oder Absturz beim Erststart einer neuen und unerprobten Rakete ist hoch, deshalb wird in der Regel ein Betonblock als Massesimulator mitgeführt. Nicht jedoch bei diesem Start. Der Firmeninhaber Elon Musk stellte seinen Elektrosportwagen als Nutzlast zur Verfügung. Mit mehreren Kameras ausgestattet, filmen diese nun die Reise des kirschroten Flitzers durch die unendlichen Weiten des Alls. Die Umlaufbahn ist am weitesten Punkt 1,67 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt. Der nächste nahe Vorbeiflug an der Erde wird 2091 erwartet.
Auf dem Fahrersitz hat eine menschengroße Puppe in einem Raumanzug Platz genommen, die den Namen Starman trägt. Im Handschuhfach befinden sich eine Ausgabe des Buches Per Anhalter durch die Galaxis und ein Handtuch. Was die Vogonen wohl davon halten werden, falls der Wagen ihre Hyperraum-Express-Route kreuzt?

Im All: Tesla Roadster mit »Starman«
2 Oma Ducks Auto
Das wohl bekannteste Elektroauto der Welt
Die Firma Detroit Electric war zu Beginn des 20. Jahrhunderts der bekannteste Hersteller von Elektroautos. Zwischen 1907 und 1939 produzierte der Hersteller über 12.000 Fahrzeuge.
Den Wagen kennen Sie nicht? Wahrscheinlich doch, es ist das Auto von Dorette. Besser bekannt als Oma Duck aus den Micky-Maus-Heften. Oma Duck fährt einen Detroit Electric aus dem Jahr 1916. In den alten Heften noch originalgetreu mit Lenkhebel, später dann mit Lenkrad. Diese Wagen waren den damaligen Pendants mit Verbrennungsmotor überlegen.
Auch in der Realität gab es bekannte Personen, die von diesen Elektroautos begeistert waren. Beispielsweise fuhren der Milliardär John D. Rockefeller und der Erfinder Thomas Edison damit. Edison entwickelte sogar eine neue, leichtere Batterie für das Fahrzeug, damit erreichte der Wagen die Höchstgeschwindigkeit von 55 Stundenkilometern bei einer Leistung von 39 kW bzw. 53 PS und einer Reichweite von bis zu 120 Kilometern.

Der »Chauffeur-Bruch«
Da der Detroit Electric nicht von Hand mit einer Kurbel gestartet werden musste, war er vor allem bei den Damen beliebt. Elektroautos waren sicherer, einfacher in der Handhabung und nicht so schmutzig, wie die damals ebenfalls beliebten Autos mit Verbrennungsmotor. Die Anlasserkurbeln der Wagen mit Verbrennungsmotor waren recht gefährlich. Durch einen möglichen Rückschlag des Motors lief man Gefahr, sich mit der Kurbel den berüchtigten »Chauffeur-Bruch« zuzuziehen, auch deshalb stellten die Besitzer der Fahrzeuge gerne Fahrer ein. Aber nicht nur die Damen waren von den Elektroautos begeistert, auch die Herren wussten diese zu schätzen; immerhin waren Ihre Damen dann nicht dem womöglich gefährlichen Anblick eines jungen und kräftigen Chauffeurs ausgesetzt.

Oma Ducks Detroit Electric im Technikmuseum Stockholm
3 Den Benzinern überlegen
Wie sähe die Welt heute aus?
Etwa ab 1880 wurden die ersten Elektrofahrzeuge in England, Deutschland und Frankreich vorgestellt. In Nordamerika folgten die ersten Modelle erst zehn Jahre später. Die kommerzielle Herstellung von Elektroautos startete in den USA etwa 1897. Um 1900 waren in den USA 38 Prozent der Automobile Elektrofahrzeuge, 22 Prozent waren Benzinwagen und den Rest bildeten Dampfwagen. 1912 bauten rund 20 Hersteller Elektrofahrzeuge, deren gesamte Produktion wurde allerdings von Ford übertroffen. Fords Fertigungsmethoden und die neu erfundene Fließbandproduktion waren allen anderen Herstellern in Bezug auf Preis und Stückzahl überlegen. Durch Ford wurde das Auto zum Massenprodukt. Man baute sogar einen Elektrowagen-Prototypen auf Basis des Ford Model T, dieser kam aber nie zur Serienproduktion. Wie hätte sich der Individualverkehr entwickelt, wenn Ford für die Massenproduktion von günstigen Fahrzeugen auf den Elektroantrieb gesetzt hätte?
Und in Deutschland? Rund 30 Hersteller bauten damals Elektrofahrzeuge. Darunter so bekannte Namen wie Henschel, Messerschmitt-Bölkow-Blohm, Siemens, Talbot und Wartburg. Auch Porsche baute ein Elektromobil mit Radnabenmotor, der als Lohner-Porsche bekannt wurde. Das System Lohner-Porsche wurde im Jahr 1900 auf der Pariser Weltausstellung als erster Transmissionsloser Wagen vorgestellt. In den darauffolgenden Jahren wurde ein Hybridfahrzeug mit benzin-elektrischem Antrieb als Personen- und Nutzfahrzeug produziert. Ein Rechtsstreit beendete 1906 den Bau der damals als epochemachende technische Neuheit bezeichneten Hybridfahrzeuge aus den Wiener Lohner-Werken.
Die frühen Elektroautos waren sehr beliebt. Sie vibrierten nicht, rochen nicht nach Benzin und der Lärm, den diese Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor machten, wurde als unangenehm empfunden. Sie benötigten auch keinen Gangwechsel beim Fahren und sie mussten nicht, wie die Benziner dieser Zeit, mit einer Kurbel angelassen werden. Insbesondere die Upperclass liebte E-Autos. In einigen Tourismusregionen, beispielsweise Zermatt in der Schweiz, beherrschten Elektroautos zeitweise den gesamten Verkehr. Aber durch den Einfluss der Firma Standard Oil wurde Benzin der hauptsächliche Kraftstoff und nach 1920 dominierten Verbrenner wieder den Straßenverkehr.

Eine Entwicklung, die nicht ganz erklärt werden kann
Technikhistoriker und Wissenschaftler haben den Siegeszug der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor untersucht und versucht, die Mechanismen zu erkennen, die zum Verschwinden der E-Autos geführt haben. Sie sind der Meinung, dass die geringe Verbreitung von Elektroautos und die Dominanz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor nicht aus wissenschaftlicher und technologischer Sicht zu erklären sei.

Baker-Electric-Werbung von 1908

Vollelektrischer Transporter von 1907
4 One Pedal Driving
Die neue Form der Fortbewegung
Ein Elektroauto lässt sich mit nur einem Fußpedal fahren. Diese oft in Autozeitschriften besprochene Eigenschaft nennt sich One-Pedal-Driving, oder Einpedalfahren. Da das Kupplungspedal entfällt, ist es durch gewisse Eigenschaften des Fahrzeugs möglich, auf das Bremspedal größtenteils zu verzichten, indem man den Elektromotor zum Abbremsen nutzt, was Rekuperieren genannt wird.
Beim Rekuperieren (siehe auch Kapitel 5) wird die Bewegungsenergie des Fahrzeugs durch den Elektromotor wieder in Energie zurückgewandelt und in die Batterie eingespeist. Dabei bremst das Fahrzeug ab, der Elektromotor dient als Generator und kann einen Teil der Energie in die wiederaufladbare Batterie einspeisen. Die gewonnene Energie vergrößert so die Reichweite. Gleichzeitig werden die Bremsen geschont, und es tritt weniger Verschleiß auf.

Entspanntes Fahren
Beim One-Pedal-Driving führt diese andere Art des Fahrens zu einer sehr entspannten Fahrweise. Zum Beschleunigen wird das Strompedal wie gewohnt genutzt. Löst man aber den Fuß, oder verringert den Druck auf das Pedal, bremst der Wagen automatisch stärker oder schwächer ab. Gerade im Stadtbetrieb oder im Berufsverkehr ist diese Art des Fahrens, nach einer kurzen Umgewöhnungsphase, sehr entspannend und angenehm.
Die Stärke des Abbremsens kann variiert werden. In der schwächsten Form fühlt es sich wie die Motorbremse eines herkömmlichen Wagens an. In der stärksten Stufe fühlt es sich wie ein beherzter Tritt auf die Bremse an. Dem Fahrer fällt das nicht unbedingt auf, aber bei Beifahrern kann der ständige Wechsel zu Unwohlsein führen, wenn sie diese Fahrweise nicht gewohnt sind. In dem Fall sollte man die Rekuperation auf die schwächste Stufe stellen oder ganz ausschalten, und das Bremspedal in gewohnter Weise benutzen.
Alle modernen Elektrofahrzeuge nutzen zum Abbremsen die Rekuperation, da dies die Reichweite drastisch erhöht. Aber nicht alle haben das One-Pedal-Driving in dieser Form umgesetzt, s...
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Titel
- Inhalt
- Vorwort: Die Unterschiede
- 1 Das Elektroauto im Weltall | Per Anhalter durch die Galaxis
- 2 Oma Ducks Auto | Das wohl bekannteste Elektroauto der Welt
- 3 Den Benzinern überlegen | Wie sähe die Welt heute aus?
- 4 One Pedal Driving | Die neue Form der Fortbewegung
- 5 Rekuperieren statt bremsen | Weniger Bremsstaub
- 6 Elektrische Postkutsche | Der StreetScooter
- 7 Tesla | Der Erfinder und die Firma
- 8 Die Gigafactory | Millionen von Zellen am Tag
- 9 Geschwindigkeitsrekord | Die nie zufriedene Belgierin
- 10 Das erste Elektroauto in Deutschland | Vor mehr als 130 Jahren
- 11 Die Schwedenstudie | Sagt, was viele hören wollen!
- 12 Der Terminator fährt elektrisch | Die Zukunft ist jetzt
- 13 Elektroautos laden ewig? | Schnelle und langsame Ladesäulen
- 14 Ladegeschwindigkeit | Schneller und langsamer Batteriebereich
- 15 Rapidgate und Coldgate | Die Wohlfühltemperatur der Batterie
- 16 Ladeleistung | Auf die C-Rate kommt es an
- 17 Private Ladestationen | Gesetzlicher Anspruch
- 18 Wasser und Strom | Vertragen sich nicht?
- 19 Reichweite | Die Langläufer unter den Elektroautos
- 20 Lithium-Ionen-Batterie | Hat die nötige hohe Energiedichte
- 21 Vollelektrische Wohnwagen und Wohnmobile | Umweltschonend in den Urlaub
- 22 Ladesäulen statt Zapfsäulen | Signalwirkung an den Tankstellen
- 23 Hypercars | Die schnellsten Elektroautos
- 24 Fließende Beschleunigung | Spontane Reaktion
- 25 Recycling | Wiederverwendung von Lithium-Ionen-Batterien
- 26 FIA Formel-E und Extreme E | Meisterschaft der Elektroautos
- 27 China | Die Elektroauto-Revolution
- 28 Wie viele Elektroautos verträgt das Stromnetz? | Schwarzmalerei
- 29 Fahrwiderstand | Faktoren beim Verbrauch
- 30 Treffen alternativer Antriebe | e-Day im Auto & Technik MUSEUM SINSHEIM
- 31 Elektrische Fortbewegung | Vorteile der Elektrifizierung
- 32 Weltreise im Elektroauto | »Plug me in«
- 33 Wechselbatterien | Tauschen statt laden
- 34 Das bisher größte Elektrofahrzeug | Laden nicht nötig
- 35 Leises Auto | Gesundes Leben
- 36 Das Ende ist schon lange besiegelt | Zulassungsverbot für Verbrenner
- 37 E-Mobilität in jeder Lebenslage | Rollstuhlfahrer
- 38 »Segeln« | Rollen ohne Widerstand
- 39 Hypermiling | Viel Reichweite für wenig Energie
- 40 Die 12-Volt-Bleibatterie | Ein Anachronismus?
- 41 Alterung | Schadet Schnellladen der Batterie?
- 42 Solarzellen auf dem Dach | Moosfilter in der Lüftung
- 43 Seltene Erden | Handelskriege
- 44 Ein Wasserstoffauto ist auch ein Elektroauto | Ein eingebautes Kraftwerk
- 45 Elektroautos im Unterhalt | Service und Wartung
- 46 From Cradle to Grave | Von der Wiege bis zur Bahre
- 47 Von der Nickel-Cadmium- zur Lithium-Ionen-Batterie | Zum Schutz der Gesundheit
- 48 Kurzstrecke | Ein Vergleich
- 49 Degradation | Wie lange hält die Batterie eines Elektroautos?
- 50 Energiespeicher | Kalte Lava als elektrothermischer Speicher
- 51 Fahrzeugbrand | Sind Elektroautos gefährlicher?
- 52 Donnerwetter | Laden bei Gewitter
- 53 1 Million Kilometer | Ein Batterie-Rekord
- 54 Winterzeit | Eis am Auto
- 55 Ladesäulen in Südamerika | Vollelektrischer ÖPNV
- 56 Die zehn größten chinesischen Elektroautohersteller | Vorreiter der Elektromobilität
- 57 Milchlieferung per E-Auto | Die legendären Milk Floats
- 58 Wachstumsmarkt Indien | PluginIndia
- 59 Mondrover | Lunar Roving Vehicle
- 60 Der erste elektrische Golf | Was lange währt, wird endlich gut
- 61 Großversuch der Post in Bonn | Der Umwelt zuliebe
- 62 BMW und das Elektroauto | Der Dauerbrenner i3
- 63 EV1 | Who killed the Electric Car?
- 64 DKW-Elektrowagen | Einfach und praktisch
- 65 Das erste Taxiunternehmen in New York City | Electric Carriage & Wagon Company
- 66 Die fünf Stufen des autonomen Fahrens | Chauffeur inklusive
- 67 Hotzenblitz | Erstes deutsches Serienauto mit Elektroantrieb
- 68 Ärger mit Ladesäulen | Typische Probleme und Lösungen
- 69 Umrüsten auf Elektro | Einen Klassiker in die Zukunft retten
- 70 Ladeequipment | Wallbox, Ladeziegel & Co
- 71 Daheim laden | Von der Steckdose zum Kraftstrom
- 72 Die Zwölf-Prozent-Quote in China | Obergrenze für Verbrenner
- 73 Hybridfahrzeuge | Zwischen zwei Welten
- 74 Das E-Kennzeichen | Sinn und Nutzen
- 75 Netiquette für E-Mobilisten | Neue Technik, neue Regeln
- 76 Förderung | Geld vom Staat für E-Autos
- 77 Der Frunk | Ein zusätzlicher Kofferraum
- 78 Das Elektroauto als Dienstwagen | Vorteile für Firmen und Mitarbeiter
- 79 Ein Elektroauto als Erst- oder Zweitwagen? | Das Fahrprofil entscheidet
- 80 Soundgeneratoren als Fußgängerschutz | Das akustische Warnsystem
- 81 Versicherung und Steuer bei Elektroautos | Neue Maßstäbe
- 82 Was tun bei einer Panne? | Nur nicht den Kopf verlieren
- 83 Der Ladeport | Wie kommt der Strom ins Auto?
- 84 Ladestecker und Ladebuchsen | Internationaler Einsatz
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