Ponce de Leon. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen
eBook - ePub

Ponce de Leon. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen

  1. 186 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub

Ponce de Leon. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen

Über dieses Buch

Ein unterhaltsames Verwechslungsspiel!

Nachdem Sarmiento seinen Dienst in der Niederlande beendet hat, besucht er seinen Freund Valerio in Sevilla. Sarmientos Sohn Felix kommt auch dazu, doch er erkennt seinen Vater wegen der langen Abwesenheit nicht wieder. Und da Sarmiento sich unter einem falschen Namen vorstellt, kann er die Situation nutzen, um in dem Liebesleben der jungen Leute in Sevilla eine Menge Unruhe zu stiften…

375,005 Studierende vertrauen auf uns

Zugang zu über 1 Million Titeln zu einem fairen monatlichen Preis.

Mit unseren Lerntools kannst du noch effizienter lernen.

Information

Jahr
2021
eBook-ISBN:
9788726762532

Vierter Akt

Erster Auftritt

(Kleine Stube im Schloss.)
Valeria. Habe ich nicht ein Kindisches Herz? Nun ist er im Hause, nun bin ich froh und ruhig — ich habe nun alles so lieb, ich möchte ihn und alle Menschen glücklich machen. — Wie seine Augen heute Morgen voll Tränen stiegen, da er Isidoren ansah. — Solche Tränen weinte auch schon Porporino um mich — und solche Tränen werden alle noch erhört. — Mein Herz spricht nicht dagegen — so wie er war, so habe ich ihn geliebt — so wie er nun ist, habe ich keinen Anspruch mehr auf ihn — ich wäre bitterböse — wie schön kann alles werden! Du, treuer Porporino, freue dich, du, lieber Vater, freue dich — wenn’s nur zu Ende wäre, mein Herz war nie so voll, so voll Glück für alle, die ich liebe, und liebt, Valeria sich nicht auch selbst — da kömmt Porporino.

Zweiter Auftritt

Porporino, Valeria
Porporino. Deine Fräulein sollen in die Stube der beiden Flandrischen Musikanten kommen, ihre Tante erwartet sie dort.
Valeria. Flandrische Musikanten sind die Pilger, haben sie schon Musik gemacht?
Porporino. Noch nicht bis jetzt, denn dem einen ist eine Seite zerrissen, und der andre ist verstimmt.
Valeria. Ihr werdet sie bald geheilt haben, Herr Doktor.
Porporino. Geheilt? ach, Kind! ich habe, was ihnen fehlt, und kann es ihnen doch nicht geben — ich habe das Herz in der Seite zerrissen und bin verstimmt.
Valeria. Kommt her, ich will Euch heilen, Herr Doktor, seht mir in die Augen.
Porporino (umfasst sie). Deine Augen sind Flammen und christlich (lässt sie los). Alles andere an dir magst du von neuem taufen lassen. Sie haben deine Augen allein getauft, als sie dich Flammetta nannten.
Valeria. Ja, ich weinte bei der Taufe — und Ihr errötetet, denn Eure Wangen sind auch allein getauft, als man Euch Porporino nannte.
Porporino. Oh, welche Artigkeit liegt in dir begraben, du schwarzer Sarg!
Valeria. Kommt, lasst Euch die christlichen Wangen küssen.
Porporino. Ich gäbe vieles drum, könnte ich dich schamrot machen, schwarzer Engel.
Valeria (küsst ihn).
Porporino. Du heilst mich nicht, mein Heil ist in Sevilla, ach, Mädchen, deine Augen hast du doch gestohlen, ihr gestohlen. Die Raben sollen stehlen, was glänzt.
Valeria. Glänzt Euer Herz?
Porporino. Nein, es ist schwarz, es trauert.
Valeria. So ist es umgekehrt — Ihr stehlt mir sicher meine Augen noch mit diesem Herzen.
Porporino. Deine gestohlnen Augen stehle ich dir und bringe sie Valerien zurück, die du blind gemacht hast.
Valeria. Wer ist dann diese Valeria?
Porporino. Das weiss der Himmel, denn sie ist der Himmel selbst, und ich will selig sterben, drum gehe.
Valeria. Ich hindre Euch doch nicht an der Seligkeit?
Porporino. Deine Augen sind Basilisken, Mädchen, ich müsste ein Verbrecher werden, um vor ihnen zu sterben. (Valeria ab .)

Dritter Auftritt

Porporino (allein ). Ich muss mich sehr zusammennehmen, sonst verliebe ich mich gar in die Mohrin — das menschliche Herz ist sehr zu Extremen geneigt — aber wer noch keine Dame im Brett hat, darf nicht von Weiss auf Schwarz ziehen. Don Aquilar muss ich nun noch verbinden — aber dann bleibe ich keine Stunde länger hier, dann lauf ich nach Sevilla. (Ab .)

Vierter Auftritt

(Durch Aufziehung des Mittelvorhangs.)
Ponces und Aquilars Wohnung. — Aquilar liegt auf einem Sofa, ein dickes Pfühl auf ihn gelegt, Isabella sitzt neben dem Bette, Ponce entfernt auf einem Stuhl und sieht traurig vor sich hin.
Aquilar (sich aufrichtend). Eure Güte, vortreffliche Señora, ist unstreitig an sich so gross, dass dies Federbett überflüssig wäre — auch empfinde ich einen grossen Dank im Herzen, der sich ordentlich mit einer Art von Druck etwas seitwärts zu ziehen scheint.
Isabella. Eure Galanterie übersteigt Eure Krankheit, wo empfindet Ihr dies Drücken — hier in der Gegend des Herzens?
Aquilar. Ich bitte, etwas mehr in der Gegend des Magens, und zwar innerlich.
Isabella. Eure Wunde wird sich doch mit der Hilfe Gottes nicht inflammieret haben?
Aquilar. Ich bitte sehr, ich glaube mit der Hilfe eines Kochs könnte eine gute Mahlzeit den Schmerz heben.
Isabella. Aber Euer geschwächter Körper wird keine Mahlzeit vertragen können, Ihr habt wohl heute zu viel gegessen?
Aquilar. Ein ganzes Ei.
Isabella. Ei! — ein ganzes Ei — Das war auch unmässig — ein halbes wäre auch genug gewesen — Jhr haltet Euch für hungriger, als Ihr seid!
Aquilar. Oh — ich bin eigentlich so hungrig, dass ich mich gar nicht mehr halten kann. (Ponce steht auf und geht heftig auf und nieder.)
Isabella. Mässigt Euren Schmerz, die Krankheit Eures Freundes ist nicht so gefährlich, als Ihr glaubt — doch soll man gleich nach seiner Wunde sehen.
Ponce. Verbinden?
Aquilar. Nein, man wird nimmermehr meine Wunde sehen; aber ich will nun aufstehen.
Isabella. Nicht Eure Wunde sehen — ich will sie ja nicht sehen — Ihr seid schamhaft auf Rechnung Eures Lebens — doch wenn Ihr aufsteht, will ich meinen Niècen sagen, dass sie wegbleiben.
Ponce (fasst sie und wendet sie von Aquilar weg). Nein — nein — bleibt — wendet Euch so, nun stehe auf.
Aquilar (springt angekleidet aus den Kissen). Gott sei Dank, nun seid so gütig, und lasst mir etwas zu essen geben.
Isabella (wendet sich zu ihm). Um Gottes willen! bewegt Euch nicht heftig, setzt Euch nieder. (Setzt ihn in den Lehnstuhl.)

Fünfter Auftritt

Vorige, Isidora, Melanie. — Aquilar will auf alle Weise aufstehen, Isabella hält ihn zurück. — Ponce geht Isidoren gerührt entgegen und küsst ihr die Hand.
Isabella (zu Aquilar ). Nehmt eine Grenze der Höflichkeit, Eure Krankheit entschuldigt Euch.
Aquilar. Oh, lasst mich meine Pflicht tun!
Isabella. Isidora, Melanie, der kranke Herr möchte euch seine Verehrung bezeugen, ihr entschuldigt ihn. (Sie neigen sich .)
Ponce (zu Isidora ). Eure Güte ist unendlich, Fremdlinge zu besuchen.
Isidora. Wir besuchen hier den Kranken, das ist Pflicht.
Ponce. Oh, wüsstet Ihr, wer hier der Kränkste wäre, und verweiltet!
Isabella (zu Ponce ). Ich bitte, zerstreut Euch — Ihr werdet uns so auch noch krank.
Melanie (zu Aquilar ). Ihr befindet Euch besser als heute früh?
Aquilar. Durch Eure Gegenwart unendlich — aber eigentlich schlechter — das Ei von heute morgen —
Isabella. Hat Euch krank gemacht. — Ja, es liegt schwer im Magen — aber gleich soll der Wundarzt nach Euch sehen.
Isidora (zu Ponce ). Ist die Wunde wirklich bedeutend?
Ponce. Ich weiss es nicht — ich hoffe es nicht — o Señora! verzeiht mir.
Aquilar. Ich muss ein für allemal sagen, meine Wunde ist zu unbedeutend, dass sie berührt werde.

Fünfter Auftritt

Vorige, Isidora, Melanie. — Aquilar will auf alle Weise aufstehen, Isabella hält ihn zurück. — Ponce geht Isidoren gerührt entgegen und küsst ihr die Hand.
Isabella (zu Aquilar ). Nehmt eine Grenze der Höflichkeit, Eure Krankheit entschuldigt Euch.
Aquilar. Oh, lasst mich meine Pflicht tun!
Isabella. Isidora, Melanie, der kranke Herr möchte euch seine Verehrung bezeugen, ihr entschuldigt ihn. (Sie neigen sich .)
Ponce (zu Isidora ). Eure Güte ist unendlich, Fremdlinge zu besuchen.
Isidora. Wir besuchen hier den Kranken, das ist Pflicht.
Ponce. Oh, wüsstet Ihr, wer hier der Kränkste wäre, ...

Inhaltsverzeichnis

  1. Titel
  2. Kolophon
  3. Seiner Durchlaucht dem Herzoge von Aremberg
  4. Vorerinnerung
  5. Personen
  6. Erster Akt
  7. Zweiter Akt.
  8. Dritter Akt
  9. Vierter Akt
  10. Fünfter Akt
  11. Zugabe
  12. Über Ponce de Leon. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen
  13. Anmerkungen

Häufig gestellte Fragen

Ja, du kannst dein Abo jederzeit über den Tab Abo in deinen Kontoeinstellungen auf der Perlego-Website kündigen. Dein Abo bleibt bis zum Ende deines aktuellen Abrechnungszeitraums aktiv. Erfahre, wie du dein Abo kündigen kannst
Nein, Bücher können nicht als externe Dateien, z. B. PDFs, zur Verwendung außerhalb von Perlego heruntergeladen werden. Du kannst jedoch Bücher in der Perlego-App herunterladen, um sie offline auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Erfahre, wie du Bücher herunterladen kannst, um sie offline zu lesen
Perlego bietet zwei Abopläne an: Elementar und Erweitert
  • Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
  • Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Beide Abopläne sind mit monatlichen, halbjährlichen oder jährlichen Abrechnungszyklen verfügbar.
Wir sind ein Online-Lehrbuch-Abo, bei dem du für weniger als den Preis eines einzelnen Buches pro Monat Zugang zu einer ganzen Online-Bibliothek erhältst. Mit über 1 Million Büchern zu über 990 verschiedenen Themen haben wir bestimmt alles, was du brauchst! Erfahre mehr über unsere Mission
Achte auf das Symbol zum Vorlesen bei deinem nächsten Buch, um zu sehen, ob du es dir auch anhören kannst. Bei diesem Tool wird dir Text laut vorgelesen, wobei der Text beim Vorlesen auch grafisch hervorgehoben wird. Du kannst das Vorlesen jederzeit anhalten, beschleunigen und verlangsamen. Erfahre mehr über die Funktion „Vorlesen“
Ja! Du kannst die Perlego-App sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten nutzen, damit du jederzeit und überall lesen kannst – sogar offline. Perfekt für den Weg zur Arbeit oder wenn du unterwegs bist.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren
Ja, du hast Zugang zu Ponce de Leon. Ein Lustspiel in fünf Aufzügen von Clemens Brentano im PDF- und/oder ePub-Format sowie zu anderen beliebten Büchern aus Literatur & Altertumswissenschaften. Aus unserem Katalog stehen dir über 1 Million Bücher zur Verfügung.