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Die Baschkiren machten sich fertig, und ein Teil von ihnen stieg auf Pferde, ein anderer setzte sich in Fuhrwerke. Pachom fuhr zusammen mit dem Knecht in seinem kleinen Reisewagen und nahm eine Schippe mit sich. Als sie in der Steppe anlangten, färbte sich der Himmel schon rot. Sie fuhren auf einen kleinen Hügel hinauf ‒ auf einen Schichan, wie es auf baschkirisch heißt. Alle saßen ab oder stiegen aus den Wagen und sammelten sich zu einer Gruppe. Der Älteste trat an Pachom heran und zeigte mit der Hand ringsum.
„Dies ganze Land, so weit das Auge reicht, gehört uns“, sagte er. „Suche dir aus, was du davon haben willst!“
Pachoms Augen erglühten: Es war bestes Steppenland, eben wie eine Handfläche, schwarz wie Mohn und in den Vertiefungen mit allen möglichen, fast mannshohen Gräsern bewachsen.
Der Älteste nahm seine Fuchspelzmütze ab und stellte sie auf den Boden.
„Dies soll unser Merkmal sein“, sagte er. „Von hier wirst du deinen Weg anfangen, und hierher mußt du auch zurückkommen. Und alles Land, um das du herumgegangen bist, soll dann dir gehören.“
Pachom nahm das Geld aus der Tasche und legte es auf die Mütze, zog den Rock aus und behielt nur sein Wams an, schnallte dann den Riemen über dem Leib fester zusammen, steckte den Beutel mit Brot hinter den Wamsausschnitt, befestigte eine Flasche mit Wasser am Gürtel, zog die Stiefelschäfte zurecht, nahm dem Knecht die Schippe ab und machte sich bereit loszugehen. Er überlegte, nach welcher Seite er gehen sollte ‒ es war überall gutes Land. ,Nun‘, dachte er, ,es ist überall dasselbe, ich werde in Richtung auf den Sonnenaufgang gehen.‘ Er stellte sich mit dem Gesicht zur Sonne auf, reckte die Glieder und wartete nur noch, daß die Sonne über dem Horizont auftauchen sollte. ,Ich will keinen Augenblick unnötig versäumen‘, dachte er. ,Außerdem geht es sich in der Morgenfrische leichter.‘ Sowie die ersten Sonnenstrahlen über dem Horizont aufleuchteten, warf sich Pachom die Schippe über die Schulter und trat den Weg in die Steppe an.
Pachom ging gleichmäßig schnell, ohne sich zu überhasten. Nachdem er eine Werst gegangen war, blieb er stehen, grub eine kleine Grube und schichtete zur besseren Kennzeichnung ein paar Rasenstücke auf. Dann ging er weiter. Beim Gehen kam er allmählich in Schwung, er schritt jetzt etwas schneller aus. Nachdem er nochmals ein Stück gegangen war, grub er wieder eine kleine Grube.
Pachom warf einen Blick zurück. Von der Sonne beschienen, sah man deutlich den Schichan, die auf ihm stehenden Menschen und die glänzenden Reifen der Wagenräder. Pachom schätzte, bis jetzt ungefähr fünf Werst hinter sich gebracht zu haben. Ihm war warm geworden, er zog sein Wams aus, warf es sich über die Schulter und setzte seinen Weg fort. Er legte nochmals fünf Werst zurück. Es wurde immer wärmer. Pachom blickte zur Sonne hinauf ‒ es war schon Frühstückszeit.
,Ein Viertel vom Tage ist vorbei‘, dachte Pachom, ,aber drei Viertel hab’ ich noch vor mir, ich brauche noch nicht abzubiegen. Ich will mir nur die Stiefel ausziehen . . .‘ Er setzte sich, zog die Stiefel aus, befestigte sie am Gürtel und ging weiter. Er kam jetzt besser vorwärts. ,Nun gehe ich noch einmal fünf Werst‘, dachte er, ,und biege dann allmählich nach links ab. Hier ist der Boden besonders gut, es wäre schade, dieses Stück nicht mitzubekommen. Je weiter, desto besser wird das Land.‘ Er ging weiterhin geradeaus. Nach einer Weile warf er wieder einen Blick zurück. Der Schichan war jetzt kaum noch zu sehen, die Menschen zeichneten sich auf ihm wie Ameisen ab, und irgend etwas glitzerte dort schwach.
,Nun‘, dachte Pachom, ,an dieser Seite bin ich genug entlanggegangen, ich muß jetzt abbiegen. Auch bin ich erhitzt und habe Durst.‘ Er blieb stehen, grub eine etwas größere Grube, schichtete Rasenstücke auf, löste die Flasche vom Gürtel, trank sich satt und bog dann scharf nach links ab. Hier war der Boden mit hohem Gras bewachsen, das Gehen strengte an, und die Hitze nahm zu.
Pachom wurde müde. Er warf wieder einen Blick auf die Sonne und sah, daß sie schon hoch im Zenit stand. ,Na‘, dachte er, ,jetzt muß ich...