Geschichten und Anekdoten
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Geschichten und Anekdoten

  1. 27 Seiten
  2. German
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Geschichten und Anekdoten

Über dieses Buch

Ein Zusammenstellung einiger der besten Geschichten und Anekdoten von Heinrich von Kleist: Neben einer nächtlichen Geistererscheinung geht es u.a. um die preußische Niederlage in der Schlacht bei Jena und Auerstedt gegen Napoleon im Jahr 1806, eine Eheschließung unter sonderbaren Umständen am Hofe zu Neapel und einen erbitterten Zweikampf zweier Ritter um eine Dame.Heinrich von Kleist (1777-1811) gehörte einem altpommerschen Adelsgeschlecht an, hatte jedoch trotz günstiger Voraussetzungen Zeit seines Lebens mit Problemen zu kämpfen und beging schließlich Selbstmord. Einerseits als Vertreter der Aufklärung verstanden, wird er auch oft der Weimarer Klassik und Romantik zugeordnet. Seine bekanntesten Werke sind u.a. "Die Marquise von O...", "Der zerbrochene Krug", "Michael Kohlhaas" und "Das Erdbeben von Chili".

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Information

Geistererscheinung

Im Anfange des Herbstes 1809 verbreitete sich in der Gegend von Schlan (einem Städtchen vier Meilen von Prag auf der Strasse nach Sachsen) das Gerücht einer Geistererscheinung, die ein Bauernknabe aus Stredokluk (einem Dorfe auf dem halben Wege von Schlan nach Prag) gehabt habe. Dies Gerücht ward endlich so allgemein und so laut, dass endlich ein Hochlöbl. Kreisamt zu Schlan eine gerichtliche Untersuchung der ganzen Sache beschloss und demzufolge eine eigene Kommission ernannte, aus deren Akten zum Teil, und zum Teil aus mündlicher Berichten an Ort und Stelle, nachstehende Geschichte gezogen ist.
Ein Bauernknabe von ungefähr elf Jahren aus Stredokluk mit Namen Joseph, bekannt bei seiner Familie sowohl als im ganzen Dorfe für einen erzdummen Jungen, schlief für gewöhnlich mit einem alten Onkel und einigen seiner Geschipister, von seinen Eltern getrennt, in einer besonderen Kammer. Eines Nachts wird er durch Schütteln geweckt, und wie er aus dem Schlafe aufschreckt, sieht er eine Gestalt sich langsam vom Fusse seines Bettes fortbewegen und im Dunkel verschwinden. Joseph, dem Schlafen über alles geht, nimmt es gewaltig übel, so mutwillig gestört zu werden, und in der Meinung, die Gestalt sei der Onkel gewesen, der ihn habe necken wollen, fängt er an, sich laut zu beklagen und sich dergleichen Scherze scheltend zu verbitten. Der Onkel, ein alter Invalide, wacht über den Lärm ebenfalls auf, fragt ziemlich barsch nach der Ursache, und da Joseph ihn zur Rede stellt, warum er ihn necke und nicht schlafen lasse, so ergrimmt der alte Soldat, und nach einigen Beteuerungen und Fluchen, dass er von nichts wisse, die aber unserm Joseph nicht einleuchten wollen, steht er auf und, um seinen Gründen Gewicht zu geben, nimmt er den Stock und zerprügelt den ungläubigen Herrn Neffen. Joseph schreit fürchterlich, alle seine Geschwister werden wach und schreien mit, die Eltern eilen voll Angst herbei, sie besorgen Feuer oder Mord, beruhigen sich aber bald, da sie sehen, dass nur der dumme Joseph etwas geprügelt wird. Sie fragen nach dem Anlasse des Tumults; Joseph erzählt schluchzend seine Geschichte; der Onkel flucht laut über den Lügner; den Eltern ist der Fall zu spitzig; zum Untersuchen ist nicht Zeit, und da Joseph von seinem Satz nicht abgeht, so vereinigen sie sich der Kürze halber mit dem Onkel, prügeln gemeinschaftlich auf den Ärmsten und schicken ihn zu Bette. In der folgenden Nacht geht derselbe Spass von neuem an, Joseph wird wieder gereckt, sieht eine Gestalt, hält sie wieder für den Onkel und, da er diesmal seiner Sache noch gewisser zu sein glaubt als das erstemal, so beklagt er sich noch ungestümer; der alte Onkel erwacht, prügelt, die Eltern kommen herbei, prügeln auch, und Joseph flüchtet sich, ein gutes Teil mürber als die vergangene Nacht, in sein Bett. In der dritten Nacht dieselbe Erscheinung, aber nicht dieselben Prügel. In dem Kopfe des dummen Josephs entwickelt sich allmählich die Idee vom ewigen Unrechte des Schwächern, er schweigt demnach und versucht es, mit einem äusserst verdriesslichen Gesicht, sobald wie möglich wieder einzuschlafen, was ihm denn auch gelingt. Den Tag darauf kommt Joseph abends vom Felde nach Hause und erzählt der Mutter, wie um die Mittagsstunde ein fremder Herr zu ihm gekommen sei in einem weissen Mantel und mit sehr bleichem Angesichte; wie dieser, als er sich anfangs vor ihm gefürchtet und davonlaufen wollen, ihm freundlich zugeredet habe, er solle sich nicht fürchten, er meine es gut mit ihm und wolle ihn belohnen, wenn er hübsch folgsam wäre. Als er sich hierauf beruhigt, habe der fremde Herr mit tiefbetrübter Miene gesagt, dass er schon sehr lange, lange auf ihn gewartet habe, dass er ihm die drei vergangenen Nächte erschienen sei und jetzt komme, um von ihm einen Dienst zu begehren, dessen Gewährleistung er nicht zu bereuen Ursach haben würde. Morgen nämlich mit Sonnenaufgang solle er, mit einem Spaten versehen, aufs Feld hinausgehn und an einem Orte, den er ihm zeigen würde, nachgraben; er werde dort Menschenknochen finden, an denen fünf eiserne Ringe befestigt wären; dies wären seine Gebeine, über die sein Geist nun schon seit fünfhundert Jahren ohne Ruhe und ohne Rast herumirre; habe er die Gebeine gefunden und herausgenommen, so solle er noch tiefer graben, wo er sodann auf fünf verschlossene irdene Truhen stossen werde; was damit zu tun, würde er ihm später en...

Inhaltsverzeichnis

  1. Titel
  2. Kolophon
  3. Kleine Geschichte, die sich zu meiner Zeit in Italien zutrug
  4. Geistererscheinung
  5. Der neuere (glücklichere) Werther
  6. Geschichte eines merkwürdigen Zweikampfs
  7. Sonderbarer Rechtsfall in England
  8. Anekdote aus dem letzten preussischen Kriege
  9. Anekdote aus dem letzten Kriege
  10. Französisches Exerzitium, das man nachmachen sollte
  11. Der verlegene Magistrat
  12. Mutwille des Himmels
  13. Der Branntweinsäufer und die Berliner Glocken
  14. Rätsel
  15. Anekdote
  16. Anekdote
  17. Anekdote
  18. Über Ges chichten und Anekdoten