Das Sanctus
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Das Sanctus

  1. 23 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Das Sanctus

Über dieses Buch

Eine Novelle aus Hoffmanns berühmtem Erzählband "Nachtstücke": In der ersten Erzählung unterhält sich der Enthusiast mit dem Doktor und dem Kapellmeister über das Mädchen Bettina. Sie verlor ihre Singstimme, da sie während des Sanctus, also während eines Gottesdienstes, die Kirche verlassen wollte und nun scheinbar zur Strafe ihre Stimme einbüßen musste. Die zweite Erzählung des Enthusiasten handelt von dem Krieg zwischen den Spaniern und Mauren.-

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Information

Das Sanctus

Der Doktor schüttelte bedenklich den Kopf. — „ Wie,“ rief der Kapellmeister heftig, indem er vom Stuhle aufsprang, „wie! so sollte Bettinas Katarrh wirklich etwas zu bedeuten haben?“ — Der Doktor stiess ganz leise drei- oder viermal mit seinem spanischen Rohr auf den Fussboden, nahm die Dose heraus und steckte sie wieder ein, ohne zu schnupfen, richtete den Blick starr empor, als zähle er die Rosetten an der Decke, und hüstelte misstönig, ohne ein Wort zu reden. Das brachte den Kapellmeister ausser sich, denn er wusste schon, solches Gebärdenspiel des Doktors hiess in deutlichen lebendigen Worten nichts anderes als: ein böser, böser Fall — und ich weiss mir nicht zu raten und zu helfen, und ich steuere umher in meinen Versuchen wie jener Doktor im Gilblas di Santillana. „Nun, so sag’ Er es denn nur geradezu heraus,“ rief der Kapellmeister erzürnt, „sag’ Er es heraus, ohne so verdammt wichtig zu tun mit der simplen Heiserkeit, die sich Bettina zugezogen, weil sie unvorsichtigerweise den Schal nicht umwarf, als sie die Kirche verliess — das Leben wird es ihr doch eben nicht kosten, der Kleinen.“ „Mit nichten,“ sprach der Doktor, indem er noch mals die Dose herausnahm, jetzt aber wirklich schnupfte, „mit nichten, aber höchstwahrscheinlich wird sie in ihrem ganzen Leben keine Note mehr singen!“ Da fuhr der Kapellmeister mit beiden Fäusten sich in die Haare, dass der Puder weit umherstäubte und rannte im Zimmer auf und ab und schrie wie besessen: „Nicht mehr singen? — nicht mehr singen? — Bettina nicht mehr singen? — Gestorben all die herrlichen Kanzonette — die wunderbaren Bolleros und Seguidillas, die wie klingender Blumenhauch von ihren Lippen strömten? — Kein frommes Agnus, kein tröstendes Benedictus von ihr mehr hören? — Oh, oh! — Kein Miserere, das mich reinbürstete von jedem irdischen Schmutz miserabler Gedanken — das in mir oft eine ganze reiche Welt makelloser Kirchenthemas aufgehen liess? — Du lügst, Doktor, du lügst! — Der Satan versucht dich, mich aufs Eis zu führen. — Der Domorganist, der mich mit schändlichem Neide verfolgt, seitdem ich ein achtstimmiges Qui tollis ausgearbeitet zum Entzücken der Welt, der hat dich bestochen! Du sollst mich in schnöde Verzweiflung stürzen, damit ich meine neue Messe ins Feuer werfe, aber es gelingt ihm — es gelingt dir nicht! — Hier — hier trage ich sie bei mir, Bettinas Soli“ (er schlug auf die rechte Rocktasche, dass es gewaltig darin klatschte), „und gleich soll, herrlicher als je, die Kleine sie mir mit hocherhobener Glockenstimme vorsingen.“ Der Kapellmeister griff nach dem Hute und wollte fort, der Doktor hielt ihn zurück, indem er sehr sanft und leise sprach: „Ich ehre ihren werten Enthusiasmus, holdseligster Freund! aber ich übertreibe nichts und kenne den Domorganisten gar nicht, es ist nun einmal so! Seit der Zeit, dass Bettina in der katholischen Kirche bei dem Amt die Solos im Gloria und Credo gesungen, ist sie von einer solch seltsamen Heiserkeit oder vielmehr Stimmlosigkeit befallen, die meiner Kunst trotzt, und die mich, wie gesagt, befürchten lässt, dass sie nie mehr singen wird.“ „Gut denn,“ rief der Kapellmeister wie in resignierter Verzweiflung, „gut denn, so gib ihr Opium — Opium und so lange Opium, bis sie eines sanften Todes dahin scheidet, denn singt Bettina nicht mehr, so darf sie auch nicht mehr leben, denn sie lebt nur, wenn sie singt — sie existiert nur im Gesange — himmlischer Doktor, tu’ mir den Gefallen, vergifte sie, je eher desto lieber. Ich habe Konnexionen im Kriminalkollegio, mit dem Präsidenten studierte ich in Halle, es war ein grosser Hornist, wir bliesen Bizinien zur Nachtzeit mit einfallenden Chören obligater Hündelein und Kater! — Sie sollen dir nichts tun des ehrlichen Mordes wegen — aber vergifte sie — vergifte sie.“ Man ist,“ unterbrach der Doktor den sprudelnden Kapellmeister, „man ist doch schon ziemlich hoch in Jahren, muss sich das Haar pudern seit geraumer Zeit, und doch noch, vorzüglich die Musik anlangend, vel quasi ein Hasenfuss. Man schreie nicht so, man spreche nicht so verwegen vom sündlichen Mord und Totschlag, man setze sich ruhig hin dort in jenen bequemen Lehnstuhl und höre mich gelassen an.“ Der Kapellmeister...

Inhaltsverzeichnis

  1. Titel
  2. Kolophon
  3. Das Sanctus
  4. Über Das Sanctus