
- 55 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub
Der Runenberg
Über dieses Buch
Eine Märchennovelle über einen Jäger, den die magische Anziehungskraft des geheimnisvollen Runenbergs schließlich in den Abgrund stürzt: Im Wald wird Christian von einem Fremden der Weg zum Runenberg gezeigt, wo ihm alle Wünsche erfüllt werden würden. Dort angekommen hat er ein eindrückliches Erlebnis, das sein ganzes Leben verändern wird...-
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Information
Thema
LiteraturEin junger Jäger sass im innersten Gebirge nachdenkend bei einem Vogelherde, indem das Rauschen der Gewässer und des Waldes in der Einsamkeit tönte. Er bedachte sein Schicksal, wie er so jung sei und Vater und Mutter, die wohlbekannte Heimat und alle Befreundeten seines Dorfes verlassen hatte, um ein fremdes Schicksal zu suchen, um sich aus dem Kreise der wiederkehrenden Gewöhnlichkeit zu entfernen, und er blickte mit einer Art von Bewunderung auf, dass er sich nun in diesem Tale, in dieser Beschäftigung wiederfand. Grosse Wolken zogen durch den Himmel und verloren sich hinter den Bergen, Vögel sangen aus den Gebüschen, und ein Widerschall antwortete ihnen; er stieg langsam den Berg hinunter und setzte sich an den Rand eines Baches nieder, der über vorragendes Gestein schäumend murmelte. Er hörte auf die wechselnde Melodie des Baches, und es schien, als wenn ihm die Wogen in unverständlichen Worten tausend Dinge sagten, die ihm so wichtig waren, und er musste sich innig betrüben, dass er ihre Reden nicht verstehen konnte. Wieder sah er dann umher, und ihm dünkte, er sei froh und glücklich, so fasste er wieder neuen Mut und sang mit lauter Stimme einen Jägergesang:
„Froh und lustig zwischen Steinen
Geht der Jüngling auf die Jagd,
Seine Beute muss erscheinen
In den grünlebend’gen Hainen,
Sucht’ er auch bis in die Nacht.
Seine treuen Hunde bellen
Durch die schöne Einsamkeit,
Durch den Wald die Hörner gellen,
Dass die Herzen mutig schwellen,
O die schöne Jägerzeit!
Seine Heimat sind die Klüfte,
Alle Bäume grüssen ihn,
Rauschen strenge Herbsteslüfte:
Findt er Hirsch, Wolf, Reh, die Schlüfte
Muss er jauzend dann durchziehn.
Lasst dem Landmann seine Mühen
Und dem Schiffer nur sein Meer,
Keiner sieht des Morgens Frühen,
Wie Aurorens Augen glühen,
Wie am Gras der Tau so schwer,
Als wer Jagd, Wild, Wälder kennet,
Und Diana lacht ihn an,
Einst das schönste Bild entbrennet,
Die er seine Liebste nennet,
O beglückter Jägersmann!“
Während dieses Gesanges war die Sonne tiefer gesunken, und breite Schatten fielen durch das enge Tal. Eine kühlende Dämmerung schlich über den Boden weg, und die Wipfel der Bäume wie die runden Bergspitzen standen nur noch von der Abendsonne vergoldet. Christians Gemüt ward immer trübseliger, er mochte nicht nach seinem Vogelherde zurückkehren, und dennoch mochte er nicht bleiben, es dünkte ihm so einsam, und er sehnte sich nach Menschen. Jetzt wünschte er sich plötzlich die alten Bücher, die er oft bei seinem Vater hatte stehen sehen, und welche er niemals lesen mochte, sooft ihn auch der Vater angetrieben hatte. Es fielen ihm die Szenen seiner Kindheit ein, die Spiele mit der Jugend des Dorfes, seine Bekanntschaften unter den Kindern, die Schule, die ihm so drückend gewesen war, und er wünschte sich in alle diese Umgebungen zurück, die er freiwillig verlassen hatte, um sein Glück in unbekannten Gegenden, in Bergen, unter fremden Menschen, in einer neuen Beschäftigung zu finden. Indem es finsterer wurde und der Bach lauter rauschte und das Geflügel der Nacht seine irre Wanderung mit umschweifendem Fluge begann, sass er noch immer missvergnügt und in sich versunken, er hätte weinen mögen und war durchaus unentschlossen, was er tun und vornehmen sollte. Gedankenlos zog er eine hervorragende Wurzel aus der Erde, und plötzlich hörte er erschreckend ein dumpfes Winseln im Boden, das sich unterirdisch in klagenden Tönen fortzog und erst in der Ferne wehmütig verscholl. Der Ton durchdrang fein innerstes Herz, er ergriff ihn, als wenn er unvermutet die Wunde berühret habe, an der der sterbende Leichnam der Natur in Schmerzen verscheiden wolle. Er sprang auf und wollte entfliehen, denn er hatte wohl ehemals von der seltsamen Alrunenwurzel gehört, von deren Klagen der Mensch wahnsinnig würde, wenn er sie ausrisse. Indem er fortgehen wollte, stand ein fremder Mann hinter ihm, welcher ihn freundlich ansah und fragte, wohin er wolle. Christian hatte sich Gesellschaft gewünscht, und doch erschrak er von neuem vor dieser freundlichen Gegenwart. „Wohin so eilig?“ fragte der Fremde. Der junge Jäger suchte sich zu sammeln und erzählte, wie ihm plötzlich die Einsamkeit so schrecklich vorgekommen sei, dass er sich habe retten wollen; der Abend sei so dunkel, die grünen Schatten des Waldes so traurig, der Bach spreche in lauter Klagen, die Wolken des Himmels zögen seine Sehnsucht jenseit den Bergen hinüber. „Ihr seid noch jung“, sagte der Fremde, „und könnet wohl die Strenge der Einsamkeit noch nicht ertragen, ich will Euch begleiten, denn Ihr findet doch kein Dorf oder Haus im Umkreis einer Meile, wir mögen unterwegs etwas sprechen und erzählen, so verliert Ihr die trüben Gedanken: in einer Stunde kommt der Mond hinter den Bergen hervor, sein Licht wird dann wohl auch Eure Seele lichter machen.“
Sie gingen fort, und der Fremde dünkte dem Jünglinge bald ein alter Bekannter zu sein. „Wie seid Ihr in dieses Gebirge gekommen?“ fragte jener, „Ihr seid hier nicht einheimisch.“ — „Ach“, sagte der Jüngling,“ darüber liesse sich viel sagen, und doch ist es wieder keiner Rede, keiner Erzählung wert; es ...
Inhaltsverzeichnis
- decken
- Titel
- Kolophon
- Chapter
- Other
- Über Der Runenberg