Etwa seit der Jahrtausendwende diskutiert die Mediävistik das mittelalterliche Wiederbearbeiten tradierter Stoffe unter dem Paradigma der 'Retextualisierung'. Der Fokus liegt dabei auf der Epik. Doch wie lassen sich Retextualisierungen in Texten beschreiben, die hinsichtlich Gattungszugehörigkeit und Entstehungszeit von diesem Forschungsschwerpunkt abweichen?Dieser Frage geht die vorliegende Studie nach, indem sie den Gattungstransfer der neutestamentlichen Geschichte um Johannes den Täufer in das Bibeldrama des 16. Jahrhunderts untersucht. Die Heterogenität des Johannesspiels, eines Subtyps des Bibeldramas mit acht Vertretern im deutschen Sprachraum, verfasst von katholischen wie protestantischen Autoren, in deutscher wie lateinischer Sprache, äußert sich in einer großen Bandbreite verwendeter Retextualisierungsverfahren. Konfessionsspezifische Bearbeitungstendenzen lassen sich dabei ebenso nachweisen wie Einflüsse des infolge der Dramatisierung veränderten Mediums: der Bühne und ihrer Form.

eBook - PDF
Die Bibel in Szene gesetzt
Gattungstransformationen im frühneuzeitlichen Johannesspiel.
- 370 Seiten
- German
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Gattungstransformationen im frühneuzeitlichen Johannesspiel.
Über dieses Buch
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Information
ISBN drucken
9783615004465
Auflage
1Inhaltsverzeichnis
- Thomas Balling, Die Bibel in Szene gesetzt.pdf
- Vorwort
- Inhalt
- 1. Theorie und Stoffgrundlage
- 2. Jakob Schöpper: Die lateinisch-humanistischen Anfänge
- 3. Johannes Krüginger: Tanz und Lehre im Zeichen der Letzten Dinge
- 4. Johannes Aal und Andreas Meyenbrunn: Bürgerspiele mit Totalitätsanspruch
- 5. Hans Sachs: Das minimalistische Stubenspiel
- 6. Simon Gerengel: Das narrative Johannesspiel
- 7. Daniel Walther: Bühnenadaptation der Gerengel-Tragödie
- 8. Johannes Sanders: Die Emanzipation vom Prätext
- 9. Ertrag
- Abkürzungsverzeichnis
- Quellenverzeichnis
- Primärliteratur
- Forschungsliteratur
- Internetquellen
- Register der Personen und Werke