Gruppe 68
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Gruppe 68

Von Träumern, Denkern, Machern, Mitläufern oder Wie das Private politisch wurde

  1. 201 Seiten
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Gruppe 68

Von Träumern, Denkern, Machern, Mitläufern oder Wie das Private politisch wurde

Über dieses Buch

Die Wahrnehmung der 68er-Bewegung in der bundesdeutschen Öffentlichkeit wurde bis heute vorwiegend durch die Massenmedien geprägt. Die Fernsehbilder und Pressereportagen waren hauptsächlich auf wenige Orte und Personen fokussiert. West-Berlin, Hamburg, Frankfurt a.M., Rudi Dutschke, Benno Ohnesorg, Kommune I und schließlich die RAF standen im öffentlichen Interesse und dominierten die Prozesse. Die Aktivitäten, welche die Achtundsechziger in der Provinz auslösten, interessierten die Medien weniger oder blendeten sie gar ganz aus. Das Besondere der 68-Bewegung erschöpft sich aber nicht in den vielen Berichten und Bildern über die vielen Sit-ins, Go-ins, Teach-ins und anderen Protest- und Straßenaktionen. Ihre historische Bedeutung liegt in der Hauptsache in der geistigen Unruhe all' der jungen Leute, die mit den herrschenden Verhältnissen, besonders den eigenen häuslichen, haderten und nach Möglichkeiten und Gleichgesinnten suchten, um die Gründe für die eigene Unzufriedenheit zu entdecken und zu überwinden. Das führte zu einem ungeheuren Wissensdurst, der der Rolle der Volkshochschulen einen immensen Bedeutungsauftrieb verschaffte, ausgelöst von all den jungen Leuten, die sich an keinen Universitäten als Studenten Aufklärung verschaffen konnten, weil sie dort keinen Zugang hatten, aufgrund des Fehlens eines dazu erforderlichen Schulabschlusses. Es blieben nur die Volkshochschulen, die gesellschaftlich-politische Seminare anboten und damit die Möglichkeit eröffneten, dort Gleichgesinnte anzutreffen und mit ihnen über alle die Dinge zu diskutieren, die sie bewegten. Es waren gerade die Art und Weisen, wie sich die Studentenproteste auf diese jungen Menschen, die sogenannten Randgruppen der Gesellschaft und deren Alltagsleben in der Provinz ausgewirkt haben, welche die nachhaltige Wirkung der politisch-gesellschaftlichen Errungenschaften der 68er Revolte möglich machten. Die "Gruppe 68", wie ich sie genannt habe, soll als Beweis dafür gelten.

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Information

Jahr
2020
eBook-ISBN:
9783736963153
ISBN drucken
9783736973152
Auflage
1

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Einleitung
  3. I. Die Anfänge
  4. 1. Erste Freundschaften
  5. 2. Die Gründungsphase
  6. 3. Grundprobleme
  7. II. Die Gruppe
  8. 1. Gemeinsame Suche
  9. 2. Lernort Volkshochschule
  10. 3. Der Professor
  11. 4. Marxistisches Neuland
  12. 5. Aktivitäten
  13. III. Heterogenität
  14. 1. Die Macher
  15. 2. Die Denker
  16. 3. Die Träumer
  17. 4. Die Mitläufer
  18. IV. Veränderungen
  19. 1. Berufung des Professors an die Universität Bochum
  20. 2. Beziehungskonflikte und Trennungen
  21. a. Katrin und Benno
  22. b. Inge und Richard
  23. c. Dieter und Thekla
  24. d. Eckard und Anneli
  25. V. Auflösung der Gruppe 68
  26. 1. Neuorientierungen
  27. 2. Enttäuschungen und Rückzug
  28. 3. Das Ende
  29. VI. Was danach geschah: Drei Lebenswege
  30. 1. Werner Stetter
  31. 2. Georg Kleinschmitt
  32. 3. Katrin Wegner
  33. Nachwort oder „Was ist geblieben?“