Seit dem Entstehungsbeginn irdischen Lebens liegt in der Nahrungsaufnahme ein essenzieller Bestandteil allen Daseins begründet. Die vorliegende Dissertation konzentriert sich primär auf die soziokulturelle Bedeutungsebene des Essens und beleuchtet diverse relevante Diskurse im Zusammenhang mit der gemeinschaftlichen Einnahme von Mahlzeiten. Im Vordergrund steht hierbei das gastrosophische Motiv der Tischgesellschaft und dessen filmische Inszenierungsformen. Innerhalb dieser Arbeit erfolgt die Betrachtung des Essens, sowohl hinsichtlich des kulturhistorischen, interdisziplinären Diskurses als auch im Zuge seiner filmischen Inszenierung, stets vor dem Hintergrund des (tisch-)gesellschaftlichen Praxismodells. Dabei bildet die filmästhetisch codierte Vermittlung spezifischer Inhalte mit Hilfe des gezielten Einsatzes kulinarischer Motivik den zentralen Dreh- und Angelpunkt der Untersuchungen. In ihrem Kern konzentriert sich die Analyse hauptsächlich auf die Filmographie Quentin Tarantinos, dessen Gesamtwerk sich durch eine Vielfalt an Referenzen auf andere Kunst- und Medienprodukte sowie auf diverse soziokulturelle Phänomene auszeichnet. Denn die vielförmig gestalteten Handlungsschauplätze und Speisesituationen seiner Filme führen in Kombination mit seinen häufig anspielungsreichen Stilmitteln zur Entstehung eines besonders komplexen Fundus audiovisuell erfahrbarer Kulinarik.

- 313 Seiten
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Information
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9783736974609
Auflage
1Inhaltsverzeichnis
- Vorwort und Dank
- Einleitung
- 1. Kapitel Essen im interdisziplinären Diskurs: Ein Überblick
- 1.1 Die Nahrungsaufnahme als (Über-)Lebensaufgabe
- 1.2 Erkenntnisse aus Evolution und Anthropologie
- 1.3 Gastrosophie
- 2. Kapitel Aspekte der Mahlzeit auf soziokultureller Ebene
- 2.1 Individuelles Essen
- 2.2 Soziales Essen
- 3. Kapitel Der Tisch als Bühne – Filmtheoretische Analyse der Tischgesellschaft
- 3.1 Essen im frühen Film: Von der Requisite zur Metapher
- 3.2 Verfremdung
- 3.3 Filmische Narration: Die Nahrungskette als Ordnungsprinzip
- 3.4 Bei Tisch-Inszenierung einer Alltagssituation
- 4. Kapitel Funktion der Tischgesellschaft für die Filmästhetik Quentin Tarantinos
- 4.1 Figuren am moralischen Abgrund
- 4.2 Was bedeutet "tarantinoesk"?
- 4.3 Die Tischszene als dramaturgisches Fugenelement
- 4.4 Reservoir Dogs: Anfänge tarantino’scher Tischgesellschaften
- 4.5 Pulp Fiction: Gastrosophische Progression
- 4.6 Essen und Macht: Auswirkungen auf die Figurenkonstellation
- 4.7 Zwischen Ekel und Appetit – „You should make me hungry“
- 4.8 Tisch ohne Speise, Speise ohne Tisch: Eine Gegenüberstellung
- 4.9 Die Henkersmahlzeit
- Fazit: Was kommt nach dem Essen?
- Literaturverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis