Der zerbrochene Krug
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Der zerbrochene Krug

nach Heinrich von Kleist.Deutsch als Fremdsprache / EPUB-Download

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Über dieses Buch

Niveau A2Für Dorfrichter Adam ist heute ein ganz schlechter Tag: Sein Kopf tut schrecklich weh, Gerichtsrat Walter prüft die Gerichtskasse, und dann kommt auch noch Frau Marthe Rull mit einem kaputten Krug vors Gericht. Ein Mann soll ihn zerbrochen haben. Ein Mann! Nachts! Im Zimmer ihrer ledigen Tochter Eve! War es Eves Bräutigam Ruprecht? Oder ein Unbekannter? Vielleicht sogar der Teufel? Der Richter soll Licht in diese dunkle Sache bringen. Genau das möchte er aber nicht, er kennt die Wahrheit nämlich schon … Wer wird am Ende siegen? Adam oder die Wahrheit?

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Information

Jahr
2012
eBook-ISBN:
9783190986002
ISBN drucken
9783194116733
Auflage
1
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Ort: Huisum, ein kleines Dorf
Zeit: vor 200 Jahren
Personen:
Adam ist Dorfrichter in Huisum. Wenn Leute streiten und keine Lösung finden, gehen sie zu ihm. Vor 200 Jahren hat es in jedem Dorf einen Richter gegeben.
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Licht ist Schreiber. Er schreibt bei Gericht alles auf: Was ist das Problem, was sagen die Leute, was sagt Adam? Wenn alles aufgeschrieben ist, kann man sich später besser erinnern und es gibt keinen neuen Streit.
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Walter ist Gerichtsrat: Er reist durch das Land und kontrolliert die Dorfrichter: Machen sie alles richtig? Fehlt Geld in der Kasse oder stimmt alles? Nehmen sie vielleicht Geschenke von den Leuten im Dorf an – Geld, Schinken, Eier, Wein? – Das dürfen sie natürlich nicht.
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Marthe ist eine Frau aus Huisum.
Sie hat eine Tochter: Eve.
Eve ist Marthes Tochter. Sie will eigentlich Ruprecht heiraten, aber der will sie vielleicht nicht mehr …
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Ruprecht ist ein junger Mann aus Huisum. Eigentlich wollte er Eve heiraten, aber jetzt will er vielleicht doch nicht mehr …
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Ruprechts Tante Brigitte tritt erst spät im Stück auf, aber sie ist eine wichtige Zeugin: Sie hat interessante Dinge gesehen.
Liese ist Adams Magd: Sie arbeitet für den Richter.
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1. Szene
.....................
Im Gerichtszimmer in Adams Haus.
Licht:
Herr Richter Adam! Was ist denn passiert? Haben Sie sich verletzt?
Adam:
Ich … Ich bin hingefallen.
Licht:
Hingefallen? Wo? Waren Sie vielleicht wieder mal bei einer Frau? Sind Sie dort aus dem Fenster gefallen? Das ist ja schon einmal passiert …
Adam:
Was? Bei einer Frau? Licht, was reden Sie da? Hier bin ich gefallen, in meinem Haus, heute Morgen.
Licht:
So sieht das aber nicht aus – Sie haben viel Blut in Ihrem Gesicht …
Adam:
Vor einer Stunde bin ich aus dem Bett gestiegen und wollte meine Hose anziehen. Da, plötzlich, falle ich … Deshalb das Blut.
Licht:
Ich weiß nicht ...
Adam:
Genug davon! Was gibt es Neues?
Licht:
Der Herr Gerichtsrat Walter kommt heute. Er will kontrollieren, ob hier alles in Ordnung ist: die Kasse und die Protokolle1.
Adam:
Was? Der Gerichtsrat? Eine Kontrolle? Das ist nicht gut!
Licht:
Gestern war der Gerichtsrat Walter in Holla. Dort hat er bei der Kontrolle so viele Fehler gefunden, dass der Richter jetzt gehen muss.
Adam:
Er muss gehen? Das ist ja schrecklich! Und jetzt kommt Walter zu uns … Licht, kein Wort zum Gerichtsrat über – na, Sie wissen schon was …
Licht:
Aber Herr Adam, wollen Sie, dass ich lüge?
Adam:
Lügen … was heißt hier lügen …
Licht, Sie sind immer mein Freund gewesen, mein bester Freund!
Licht:
Also, ich weiß nicht …
Adam:
Ich kann Walter auch einiges über Sie erzählen.
Licht:
Ich sage nichts, Herr Richter, keine Sorge.
Adam:
Wann kommt Walter denn?
Licht:
Jetzt gleich, in einer Stunde.
Adam:
Was? Jetzt? Himmel hilf! Liese! He! Komm schnell!
Meine Kleider! Meinen Mantel! Meine Perücke2!
Liese kommt schnell ins Zimmer.
Liese:
Aber Herr Richter, Ihre Perücke ist nicht hier. Sie sind ja gestern Abend um elf Uhr ohne die Perücke nach Hause gekommen. Erinnern Sie sich nicht? Sie waren verletzt – Sie hatten Blut am ganzen Kopf …
Adam:
Was? Ich? Gestern Abend um elf? Ohne Perücke? Verletzt? Du lügst! Ich war den ganzen Abend zu Hause.
Licht:
Aha, Herr Richter, dann war Ihr Unfall also doch gestern Abend und nicht heute Morgen. Ich habe es mir ja gleich gedacht.
Wo sind Sie denn gewesen?
Adam:
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Lügen, nichts als Lügen. Ich war zu Hause. Ich habe für das Gericht gearbeitet. Und die Perücke … ja, jetzt fällt es mir wieder ein: Auf der Perücke hat die Katze heute Nacht Junge bekommen. Jetzt ist sie schmutzig … böse, böse Katze!
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2. Szene
..................
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Adam:
Licht, ich habe heute Nacht einen bösen Traum gehabt: Einer aus dem Dorf klagt mich an3 und bringt mich zum Richter. Aber der Richter bin ja ich selbst!
Licht:
Ach, das war nur ein Traum.
Adam:
Hören Sie weiter: Ich bin also gleichzeitig Richter und Angeklagter4. Ich muss mich selbst verurteilen5.
Und dann will ich weglaufen, sonst komme ich ins Gefängnis6. Aber ich kann nicht. Die Leute stehen um mich herum. Sie halten mich fest. Ich schreie …
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Licht:
Und dann sind Sie aufgewacht?
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Adam:
Ja, genau. Dieser Traum bedeutet nichts Gutes.
Walter kommt zur Tür herein.
Walter:
Guten Tag, Richter Adam.
Adam:
Guten Tag, Herr Gerichtsrat! Willkommen! Willkommen! Was für eine Freude, dass Sie da sind! Sie sind sicher müde von der Reise. Wollen Sie vielleicht etwas essen, ein spätes Frühstück, ein frühes Mittagessen?
Walter:
Nein, danke, ich h...

Inhaltsverzeichnis

  1. Deckel
  2. Titelblatt
  3. Urheberrecht
  4. 1. Szene
  5. 2. Szene
  6. Fußnote