Im Gespräch mit dem FAZ-Mitherausgeber geht es vor allem um die Frage, welche Bedeutung das Feuilleton in einer Zeit haben kann, in der die Künste keine Schlüsselfunktion mehr (für ein bereits informiertes Publikum) haben und sich gleichzeitig entkanonisieren. Eine mögliche Perspektive: Zeitung und Bildungseinrichtungen näher zusammenzudenken, da diese beiden Orte es möglich machten, ein nicht reflexhaftes Verhalten einzuüben und zwar darüber, dass Informationen über Informationen vermittelt werden.

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"Wenn man über alles schreibt, wie bleibt man dann interessant?"
Im Gespräch mit Peter Felixberger und Armin Nassehi
- 20 Seiten
- German
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"Wenn man über alles schreibt, wie bleibt man dann interessant?"
Im Gespräch mit Peter Felixberger und Armin Nassehi
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BusinessJürgen Kaube
»Wenn man über alles schreibt, wie bleibt man dann interessant?«
»Wenn man über alles schreibt, wie bleibt man dann interessant?«

Ein Gespräch mit Jürgen Kaube, dem für das Feuilleton verantwortlichen Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Von Peter Felixberger und Armin Nassehi
Jürgen Kaube
Kursbuch: Wozu sind Tageszeitungen da? Gelernt haben wir, dass Tageszeitungen die soziale Meinungsverteilung abbilden, das ist wahrscheinlich für eine andere Welt gedacht als die heutige. Aber was würden Sie global gesehen sagen, welches die Funktion von Tageszeitungen ist?
Kaube: Es ist heute nicht mehr möglich, das allein aus der Zeitung heraus zu entscheiden. Zeitungen sind stärker in eine Art Kontrast zu anderen Medien geraten. Um ihre Funktion zu bestimmen, müssen andere Medien mitberücksichtigt werden. Man fragt die Leute: Fühlen Sie sich informiert? Da sagt sowieso fast jeder Ja, fast niemand meint, er sei uninformiert. Das steht aber in starkem Kontrast zu dem, was abprüfbar ist. Die Leute haben Headlines auf ihrem Telefon gelesen, oder das Frühstücksfernsehen hat ihr halb waches Bewusstsein gestreift, und sie sagen: »Trump war bei dem Nordkoreaner.« Aber weder stimmt es, denn sie haben sich nicht in Nordkorea getroffen. Noch ist klar, was noch war, außer dass sie sich getroffen haben, und was es bedeutet, dass wir es nicht wissen. Das zu erklären, das machen, wenn es gut geht, Zeitungen. Tageszeitungen sind eine Art tägliche Reflexion auf Information, mehr als die Überbringer der Information selbst.
Kursbuch: Das ist eine interessante Verschiebung. Nicht die Information ist es, sondern es ist die Reflexion auf die Information.
Kaube: Es kommt schon vor, dass ein Kollege irgendetwas über die Nationalmannschaft rausfindet, was die anderen nicht haben, oder irgendeine Neuigkeit über das Tanztheater Wuppertal, aber die Information in diesem Sinne von etwas Übersichtlichem, sofort Verstehbarem, eng gekoppelt an Sinneswahrnehmung, das ist nicht der Sinn von Zeitungen. Niemand, der Aktien hat, liest Zeitung, um sich über Börsenkurse zu informieren.
Kursbuch: Es ist interessant, dass Journalisten mit dem Satz ausgebildet wurden, Tageszeitungen seien mehr universale Medien, dadurch dass sie die Bandbreite der Meinungsverteilung in irgendeiner Form abbilden. Früher war die Aufgabe der Tageszeitung doch stärker an der Abbildung des Tatsächlichen orientiert. In den fragmentierten Wirklichkeiten heute ist diese Möglichkeit außer Kraft gesetzt. Also müssen sich Tageszeitungen verändern. Wo sehen Sie Veränderungsmomente?
Kaube: Ich glaube, gewissermaßen ontologisch war es immer schon so, dass Zeitungen nichts »abbildeten«. Wir haben nun aber ein Medium, das Internet, dem wir die Unübersichtlichkeit zuschreiben. Vorher hatte man nur selektive Zugriffe. Zeitung, Radio, Fernsehen waren selektiv, und es gab keinen Ort, an dem symbolisch das Nichtselektive oder der Pool, aus dem ausgewählt wurde, repräsentiert war. Auch das Internet wird natürlich selektiv verwendet. Wer geht schon bis zur Google-Trefferseite 34 oder informiert sich im Netz über alles? Aber wir haben ein Medium, auf das man zugreifen kann, als enthielte es alles. Wenn man sich für die Geschichte der Bierbrauerei, für Özils Karriere oder die Verwandtschaftsbeziehungen von bin Laden interessiert, kann man dort nachsehen. Es ist eine borgeshafte Bibliothek, in der alle Sätze, die es gibt, irgendwo stehen. Dagegen sehen die anderen Medien alt und sehr selektiv aus, noch selektiver als je zuvor. Es entsteht der Eindruck, das Publiku...
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