Neue Heimat Internet
eBook - ePub

Neue Heimat Internet

Heimweh nach dem Netz

  1. 15 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
eBook - ePub

Neue Heimat Internet

Heimweh nach dem Netz

Über dieses Buch

Während Internetpioniere und Digital Natives das Word Wide Web als grenzenloses Konzept der Heimat feiern, traut sich der Journalist Adrian Lobe in Kursbuch 198 die Gegenthese zu formulieren: Die Vorstellung des Internets als Ort, das keine Fremden mehr kennt, ist gerade die Ursache des Gefühls der Heimatlosigkeit, an dem heute – vor allem junge – Menschen leiden. Das "Überall-zu-Hause" wird gleichsam zum "Nirgendwo-zu-Hause".

Häufig gestellte Fragen

Ja, du kannst dein Abo jederzeit über den Tab Abo in deinen Kontoeinstellungen auf der Perlego-Website kündigen. Dein Abo bleibt bis zum Ende deines aktuellen Abrechnungszeitraums aktiv. Erfahre, wie du dein Abo kündigen kannst.
Nein, Bücher können nicht als externe Dateien, z. B. PDFs, zur Verwendung außerhalb von Perlego heruntergeladen werden. Du kannst jedoch Bücher in der Perlego-App herunterladen, um sie offline auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Weitere Informationen hier.
Perlego bietet zwei Abopläne an: Elementar und Erweitert
  • Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
  • Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Beide Abopläne sind mit monatlichen, halbjährlichen oder jährlichen Abrechnungszyklen verfügbar.
Wir sind ein Online-Abodienst für Lehrbücher, bei dem du für weniger als den Preis eines einzelnen Buches pro Monat Zugang zu einer ganzen Online-Bibliothek erhältst. Mit über 1 Million Büchern zu über 1.000 verschiedenen Themen haben wir bestimmt alles, was du brauchst! Weitere Informationen hier.
Achte auf das Symbol zum Vorlesen bei deinem nächsten Buch, um zu sehen, ob du es dir auch anhören kannst. Bei diesem Tool wird dir Text laut vorgelesen, wobei der Text beim Vorlesen auch grafisch hervorgehoben wird. Du kannst das Vorlesen jederzeit anhalten, beschleunigen und verlangsamen. Weitere Informationen hier.
Ja! Du kannst die Perlego-App sowohl auf iOS- als auch auf Android-Geräten nutzen, damit du jederzeit und überall lesen kannst – sogar offline. Perfekt für den Weg zur Arbeit oder wenn du unterwegs bist.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Ja, du hast Zugang zu Neue Heimat Internet von Adrian Lobe im PDF- und/oder ePub-Format sowie zu anderen beliebten Büchern aus Politics & International Relations & Political History & Theory. Aus unserem Katalog stehen dir über 1 Million Bücher zur Verfügung.
Adrian Lobe
Neue Heimat Internet
Heimweh nach dem Netz
In der Mitte der 1990er-Jahre war im Grundrauschen der Modems, die in Wohnzimmern und Büroräumen installiert waren, ein Revolutionsknistern zu vernehmen. Der Siegeszug des World Wide Web würde die Demokratisierung beschleunigen, er würde autoritäre Herrscher hinwegfegen, tradierte Institutionen überflüssig machen, Machenschaften ans grelle Licht der Öffentlichkeit zerren. In dieser Aufbruchsstimmung verfasste der Internetpionier John Perry Barlow im Jahr 1996 seine berühmte »Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace«: »Regierungen der industriellen Welt«, hob er darin an, »Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat [eigene Hervorhebung] des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Ver­treter einer vergangenen Zeit: Lasst uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht mehr.« 1
Das Dokument war als Reaktion auf den einige Wochen zuvor vom damaligen US-Präsidenten Bill Clinton unterzeichneten Telecommuni­cations Act verfasst worden, mit dem eine weitgehende Liberalisierung des Telekommunikationsnetzes bewirkt werden sollte. Barlow erblickte in dem Gesetz eine Zensurmaschine, die das freie Internet bedroht.
Das Gründungsdokument des freien Internets ist aus rezeptionsgeschichtlicher Perspektive vor allem deshalb interessant, weil Barlow ei­nen neuen Heimatbegriff definiert: »die Heimat des Geistes«.2 Der Au­tor spricht von der »neuen« Heimat, was impliziert, dass es eine alte Heimat des Geistes gibt und der Geist zumindest vorübergehend heimatlos geworden ist.
Der Cyberspace, wo dieser neue Geist verortet ist, ist eine Wortschöp­fung des amerikanischen Science-Fiction-Autors William Gibson. In des­sen Neuromancer-Trilogie taucht der Begriff der Heimat als Konti­nu­um auf. Darin heißt es: »Wie ein Origami-Trick in flüssigem Neon entfaltete sich seine distanzlose Heimat, sein Land, ein transparentes Schach­brett in 3-D, unendlich ausgedehnt.« 3 Gibson imaginiert den Cyberspace als infinite Matrix, als »Konsens-Halluzination, tagtäglich erlebt von Milliarden zugriffsberechtigter Nutzer in allen Ländern«, als eine »grafische Wiedergabe von Daten aus den Banken sämtlicher Computer im menschlichen System«, »Lichtzeilen im Nichtraum des Verstands«.4 Cyberspace und auch Heimat sind also imaginär, eine Bilderflut, die vor dem geistigen Auge wie ein Bildprogramm abläuft. Das verweist auf ähnliche Semantiken von Cyberspace und Heimat als einer abstrakt-idealen Räumlichkeit, die zwar nicht konvergent, aber kompa­tibel miteinander scheinen. Heimat ist dem Cyberspace nicht unbedingt fremd.
Barlow stellt den als »neue Heimat des Geists« konzeptualisierten Cy­berspace der Stofflichkeit der industriellen Moderne entgegen: Er ent­wirft die Utopie eines besitz- und herrschaftslosen Kommunikations­raums, wo jeder seine Meinung frei äußern und alles kostenfrei reprodu­ziert werden kann. Die Macht...

Inhaltsverzeichnis

  1. Adrian Lobe | Neue Heimat Internet. Heimweh nach dem Netz
  2. Der Autor
  3. Impressum