
- 140 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
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eBook - ePub
Über dieses Buch
Vorträge und Predigten zum Thema Tod und Jenseitserwartungen im Christentum und den WeltreligionenDr. theol. Wolf Dietrich Berner (1946-2021) wurde im Fach Religionswissenschaften an der Georg-August-Universität Göttingen promoviert. Er wirkte als Gemeindepastor in Dransfeld (1974-1987), als Beauftragter für den Lektoren- und Prädikantendienst der Landeskirche Hannovers (1987-1995) und als Superintendent des Kirchenkreises Bleckede (1995-2009).
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Information
Predigt am Ewigkeitssonntag
Johannes 14,1-6
Bild: Verschiedene Wohnungen
in Gottes Haus
Liebe Gemeinde,
„Wie kann es für mich überhaupt weitergehen?“ Dies scheint der Brief eines guten Bekannten für mich zunächst auszudrücken. „Leben konnten wir nur noch zusammen,“ so schreibt er. Und er fährt fort: „Mit meiner Frau hatte ich seit langem verlernt, allein durchs Leben zu gehen. So ist durch ihren Tod meine ganze Existenz mitten durchschnitten.“
So schreibt ein guter Bekannter, der weit entfernt wohnt. Sein Brief hat mich vor einigen Tagen erreicht und sehr bewegt. Ich spüre in jeder Zeile, wie dieser Mann von einem Schock getroffen ist. Der plötzliche Tod seiner Frau hat ihn erschüttert. Ja, ich entnehme seinem Brief diese Frage: Wie kann es für mich überhaupt weitergehen?
Liebe Angehörige unserer verstorbenen Gemeindeglieder: Vielleicht kann mancher von Ihnen dies nachvollziehen! Gewiss waren Ihre Erfahrungen unterschiedlich: Als ich die Namen und die Altersangaben der Verstorbenen verlesen habe, da wurde deutlich: Auf der einen Seite galt es, von einem jungen Menschen – gerade 25 Jahre alt – Abschied zu nehmen. Und auf der anderen Seite ist es eine Frau, die ein hohes Alter erreichen konnte: Sie wurde 94 Jahre alt. Und dazwischen viele andere Menschen – jüngere und ältere. Manche sind nach längerer und sehr schwerer Krankheit gestorben, andere ganz überraschend. Sehr unterschiedlich sind die Situationen sicherlich gewesen: Bei manchen Verstorbenen werden Sie als Angehörige im Rückblick vielleicht nicht nur von einem langen Weg sprechen. Sondern Sie können mit Überzeugung sagen: Das war ein erfülltes Leben. Andere dagegen wurden ganz plötzlich herausgerissen.
Unterschiedliches haben Sie als Angehörige erlebt. Doch eine Erfahrung wird Sie verbinden: Da ist eine Lücke entstanden. Ja, vielleicht möchte es mancher ähnlich ausdrücken wie mein Bekannter in seinem Brief: Mein Leben ist durchschnitten, und ich weiß gar nicht, wie es weitergehen soll.
Liebe Angehörige unserer verstorbenen Gemeindeglieder: Wir brauchen einen Raum, wo wir unser Entsetzen und unsere Trauer zum Ausdruck bringen können. Und das soll gerade an diesem Letzten Sonntag des Kirchenjahres hier in der Kirche möglich sein. Wir sprechen deshalb vom Totensonntag.
Und an diesem Tag sind wir vielleicht besonders von den Erinnerungen an einen geliebten Menschen bewegt. Wie viele – unterschiedliche – Bilder werden Ihnen, werden uns dabei vor Augen sein: Erinnerungen an sehr schwere und bittere Tage, aber auch Bilder aus hellen und glücklichen Zeiten.
Auch mir ging es schon bei der Vorbereitung auf diesen Gottesdienst so: Ich habe an die Begegnungen mit vielen von Ihnen zurückgedacht: an unsere Gespräche vor der Beerdigung Ihrer Angehörigen, an die Trauerfeiern in unserer Friedhofskapelle; und so hatte ich zugleich verschiedene Lebensbilder wieder vor Augen.
An diesem Letzten Sonntag des Kirchenjahres wird uns vielleicht besonders deutlich bewusst: Auch wir müssen sterben. Unser Leben ist vergänglich. Das klingt so selbstverständlich. Doch ist es wirklich so leicht, darüber zu sprechen?
Bei einer Vortragsveranstaltung in Lüneburg meinten gestern mehre Teilnehmer, darunter auch Ärzte: In unserer Gesellschaft wird der Gedanke an den Tod verdrängt. Wir tun oft so – gerade im Krankenhaus –, als ließe sich jede Krankheit heilen. Wir tun so, als könne jeder Mensch repariert werden – wie eine defekte Maschine. Und es fällt uns schwer einzugestehen: Unser Leben auf dieser Erde ist vergänglich.
Der Totensonntag, liebe Gemeinde, will uns dazu bewegen, diese Erkenntnis nicht wegzuschieben, nicht zu verdrängen. Sondern: Über das Sterben zu sprechen. Weil Sterben zu unserem Leben gehört.
Wieder denke ich an den Brief, der mich gerade erreicht hat: Da spricht ein Mann über den Tod. Er schildert, wie seine Frau gestorben ist. Er bringt sein Entsetzen und seine Trauer zum Ausdruck. Und dann wiederholt er einen Satz aus der Bibel. Jesus hat angekündigt: Ich werde euch eine Wohnung bereiten im Hause meines Vaters.
Und da nehme ich einen Hoffnungsschimmer wahr: Heißt das nicht – so lese ich in dem Brief –, heißt das nicht: Der Tod ist so etwas wie ein Umzug in einen anderen Raum? Die Verstorbene wird also in Gottes Haus, bei Ihm geborgen bleiben.
Wörtlich heißt es im 14. Kapitel des Johannesevangeliums:
„Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf dass auch ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe – den Weg dahin wisst ihr.
Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
Liebe Gemeinde: Jesus spricht hier zugleich von seinem Abschied. Er wird durch den Tod am Kreuz hindurch zu Seinem Vater gehen. Und in Gottes Haus sind viele Wohnungen. Wer mit Jesus verbunden ist, wer ihm vertraut, der gehört schon jetzt in dieses Haus.
„Glaubt an Gott und glaubt an mich“, sagt Jesus. „Vertraut darauf: Ich werde dafür sorgen, dass ihr Raum findet im Haus meines Vaters: jetzt und in Zukunft.
Und das schließt ein: Wenn euer Leben auf dieser Erde zu Ende geht, dann werde ich euch zu mir nehmen: Ich werde euch eine Wohnung bereiten – im Hause meines Vaters.“
Diese Worte sind dem Trauernden wichtig geworden. Das entnehme ich seinem Brief. Vorsichtig tastend folgt er einem Hoffnungsschein, einer Hoffnungsspur. Ja, er fügt gleich hinzu: Schmerz, Entsetzen und Trauer sind für mich dadurch nicht überwunden. Und doch kommt in seinem Brief zur Sprache, was der Glaube vermittelt: Da gibt es ein anderes Leben, eine neue Wirklichkeit – hinter der dunklen Grenze dieses irdischen Lebens. Jesus Christus spricht davon – allerdings indem er Bilder verwendet.
Nur auf diese Weise – nur durch Bilder – kann diese Hoffnung ausgedrückt werden. Hier ist es das Bild von einem Haus im Himmel: von einem Haus mit vielen Wohnungen. Und in diesem Bild spiegelt sich doch: Ihr werdet geborgen sein bei Gott.
Liebe Gemeinde: Das ist die Botschaft dieses Tages: das Evangelium des Ewigkeitssonntags. Wenn wir uns diese Botschaft zu Herzen nehmen, wenn wir dieser Hoffnungsspur folgen, dann gilt zugleich: Wir müssen den Tod nicht verdrängen.
Und während ich das sage, denke ich an einzelne Begegnungen im vergangenen Jahr zurück: Da konnten wir am Krankenbett über das Sterben sprechen. Und das war deshalb möglich, weil die Kranken und ihre Angehörigen zugleich zum Ausdruck brachten: Wir nehmen diesen Hoffnungsschein wahr. Wir hoffen auf ein verwandeltes, erneuertes Leben bei Gott.
„Glaubt an Gott und glaubt an mich“, sagt Jesus. Darum: „Fürchtet euch nicht! Euer Herz erschrecke nicht!“
Wieder denke ich an den Brief, von dem ich zu Beginn erzählt habe. „Wie kann es für mich überhaupt weitergehen?“, diese Frage schien für mich zunächst im Mittelpunkt zu stehen. Wie gelähmt wirkte der Trauernde auf mich. Doch beim genauen Lesen gewinne ich dann den Eindruck: Dieser Mann wird der Hoffnungsspur folgen. Er wird sich schließlich wieder bewegen können.
Und vielleicht können Sie, liebe Angehörige der Verstorbenen, diese Erfahrung selbst nachvollziehen: viel leicht heute oder auch erst später: Dass Sie wieder Kraft bekommen, sich auf einen veränderten Alltag einzustellen. Dass Sie neue Aufgaben für sich entdecken. Dies wird eine große Umstellung sein, gewiss. Die Trauerarbeit braucht Zeit.
„In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ So sagt Jesus. Und dieser Hoffnungsspur können wir folgen.
Osterpredigt
Auferstehen zu verwandeltem Leben
(1. Korinther 15,(12-18)19-28)
Biblische Botschaft
und Nahtoderfahrungen
Vorbemerkung: Die Predigt habe ich am 11.4.2020 vorläufig fertiggestellt, später etwas überarbeitet, durch Anmerkungen ergänzt, aber nicht verwendet, denn wegen der Corona-Krise durften zu Ostern 2020 keine Präsenzgottesdienste stattfinden. Ich wollte meine Gedanken aber gerade in dieser außergewöhnlichen Situation – am Anfang der Pandemie – ausdrücklich festhalten. Zugleich ging es mir darum, auf die mögliche Bedeutung der sogenannten Nahtoderfahrungen hinzuweisen. So ist durch etliche Anmerkungen aus der Predigt zugleich eine kleine Abhandlung zum Thema „Auferstehung“ geworden. Ich möchte darin skizzieren, wie biblische Botschaft und neue wissenschaftliche Erkenntnisse sich möglicherweise verbinden lassen.
Liebe Gemeinde,
„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück.
Der alte Winter mit seiner Schwäche
zog sich in raue Berge zurück.
Von dort aus sendet er fliehend nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur,
aber die Sonne duldet kein Weißes.
Überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farbe beleben.
Doch an Blumen fehlts im Revier.
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.“
So beginnt Johann Wolfgang von Goethe den „Osterspaziergang“ des Doktor Faust zu schildern:127 An einem strahlend sonnigen Frühlingstag kommen die Menschen aus ihren dunklen Häusern heraus – und fühlen sich befreit. Und so heißt es schließlich:
„Ein jeder sonnt sich heute gern,
sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden.
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus der Straßen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.“
Ostern also als Frühlingsfest, als „Fest erwachenden Lebens“. Der Dichter schildert in bewegender poetischer Sprache, was wir bis heute spüren und erfahren können: Endlich Frühling, endlich wieder Sonne und ein wenig Wärme. Erste Blüten. Neues Leben bricht auf! Wunderbar! Also aufstehen, sich aufrichten, „auferstehen“, sich jetzt wieder lebendig fühlen!
Liebe Gemeinde: Vielleicht hat es manch einer von uns in der vergangenen Woche so empfunden: Wir konnten warme sonnige Tage erleben. Da zog es uns nach draußen. Und doch ist in diesem Jahr vieles ganz anders. Auch das schöne Frühlingswetter kann uns darüber nicht hinwegtäuschen: Die Pandemie – ausgelöst durch das neue Corona-Virus – verändert unser Leben entscheidend. Kontakte müssen stark eingeschränkt werden. Alle größeren Versammlungen sind verboten, Geschäfte zum größten Teil geschlossen. Das öffentliche Leben ist weitgehend lahmgelegt. Und auch zum Gottesdienst dürfen wir uns nicht versammeln. Seit dem 4. Jahrhundert, seitdem der christliche Glaube offiziell erlaubt wurde, hat es solch ein Gottesdienst-Verbot nicht gegeben.
Doch die schnelle Ausbreitung der Pandemie zwingt uns dazu, diese erheblichen Einschränkungen hinzunehmen. Denn es geht darum, Menschen zu schützen. So feiern wir Ostern in diesem Jahr ganz anders.
Ein Frühlingsfest, ein Fest „erwachenden Lebens“ begehen, sich über erste Blüten freu...
Inhaltsverzeichnis
- Widmung
- Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Leben jenseits der Todesgrenze – Antworten verschiedener Religionen
- Jenseitsvorstellungen und Hoffnung nach biblischer Überlieferung
- Nahtoderfahrungen – ein Thema auch für Theologie und Kirche?
- Gott der Lebenden: Auferstehung der Toten und unsterbliche Seele? Markus 12,18-27
- Predigt am Karfreitag Durch die Krise des Glaubens gehen (Matthäus 27,31-56) „Der mit-leidende Gott“
- Predigt am Ewigkeitssonntag Lied: „Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand“ (EG 533) Bild: Gottes Hand
- Predigt am Ewigkeitssonntag Psalm 126 Bild: Saat und Ernte
- Predigt am Ewigkeitssonntag Johannes 14,1-6 Bild: Verschiedene Wohnungen in Gottes Haus
- Osterpredigt Auferstehen zu verwandeltem Leben (1. Korinther 15,(12-18)19-28) Biblische Botschaft und Nahtoderfahrungen
- Osterpredigt Erst spät erkennen, nicht allein zu sein (Lukas 24,13-35) Der Auferstandene in verwandelter Gestalt
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