Psalter und Offenbarung aus heutiger Sicht verstehen
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Psalter und Offenbarung aus heutiger Sicht verstehen

  1. 424 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Psalter und Offenbarung aus heutiger Sicht verstehen

Über dieses Buch

Psalter und Offenbarung stehen am Anfang bzw. Ende der Bibel, gehören aber inhaltlich zusammen. Sie sind aus heutiger Sicht scheinbar schwer verständlich, können aber durchaus verstanden werden, wenn man ihre Sprache und Sichtweise heutiger Sprache und Gedankenwelt anpasst. bzw. in unsere Zeit übersetzt. Im vorliegenden Buch wird dies gezeigt.

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Information

Psalmenverständnis heute

Vorbemerkungen
Der sog. Psalter, also die Sammlung der Psalmen, ist eine sehr alte Sammlung von Liedern aus dem alten Israel. Diese Lieder sind somit über 2500 Jahre – bis zu 3000 Jahre - alt. Dabei sind sie nach wie vor aktuell. Sicher, die Sprache klingt veraltet, aber die besungenen Inhalte sind, wenn man sie zu lesen versteht, immer noch hochaktuell. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum diese so alten Lieder unverändert beliebt sind und im heutigen Gottesdienst Verwendung finden (evangelisch wie katholisch - und auch jüdisch). Und das, obwohl das Christentum ganz andere Entwicklungen genommen hat als das alte Israel.
Berührend aktuell sind die Texte – sei es als Lobpreis Gottes, sei es als Dankgebet, sei es als Klagelied, sei es als Bericht usw.; einerseits universell, andererseits individuell.
Zu allem kommt allerdings noch die Sprach- und Übersetzungsproblematik, die das Verständnis teilweise erschwert, von den unterschiedlichen sozialen, gesellschaftlichen, psychologischen Detailunterschied zwischen damals und heute ganz abgesehen. Deshalb muss jede Generation die Urtexte neu für sich übersetzen. So gibt es dennoch viele Stellen, viele Verse, die sich dem unmittelbaren Verständnis entziehen. Nachdenken ist also Pflicht, aber auch Befriedigung, denn wenn man sich dieser Mühe unterzieht, fühlt man sich persönlich angenommen, so als rede Gott unmittelbar. Und Er tut es in der Tat. Das zu erleben, lohnt die Mühe. Der Psalter stammt zwar aus dem alten Judentum, aber in neuer Übersetzung ist er aktuell auch für Christen.
Ob allerdings allein eine sprachlich neue Übersetzung des hebräischen Urtextes zum Verständnis hilft, ist nicht sicher. Selbstverständlich wird so das eine oder andere Wort, das uns Heutigen ungeläufig geworden ist, durch eine zeitgemäße Übersetzung verständlicher. Aber offen gesagt – viel helfen mir neue sprachliche Übersetzungen nicht wirklich weiter. Von daher genügt eine vorwiegend sprachlich-semantische Neufassung nicht unbedingt uns Heutigen; wir brauchen eine Übersetzung gerade auch von den Bildern und Metaphern, um nicht „Bahnhof“ zu verstehen. So habe ich mich entschlossen, mich an den Text zu halten, wie er derzeit allgemein veröffentlich ist. Was darin aber zwangsläufig kaum verstehbar ist, versuche ich aufzuschlüsseln – vor allem inhaltlich, aber eben auch sprachlich wo nötig.
Das Verständnis zu fördern – durchaus auch für mich – folge ich nun dem Psalter in einer zeitgemäßen Übersetzung – und lese falls nötig zusätzlich in der sog. Elberfelder Bibel nach, da sie ein Kommentar ist, der das Verständnis erleichtert, denn die EB bietet Hilfen zum Verständnis des griechischen bzw. hebräischen Urtextes.

Einführung

Zugrunde gelegt wird in meinem durchaus subjektiven Kommentar die sog. Einheitsübersetzung, ist sie doch eine von allen Konfessionen gebilligte Fassung in aktueller Sprache. Man könnte nun meinen, dass durch die Benutzung unserer heutigen Sprache mit ihrem Sprachverständnis weitgehen alles klar sei – sein sollte.
…. Und dennoch bleiben die Psalmen teilweise sperrig bis unverständlich. Das liegt vor allem daran, dass sie auch Sprachbilder nutzen, die veraltet sind. Trotz aller modernen Wortwahl bleiben nämlich die transportierten Bilder der Entstehungszeit der Psalmen verhaftet. Wir nutzen andere Bilder, um solche bzw. Ähnliche Sachverhalte auszudrücken. Die Schwierigkeit entsteht also vor allem, weil diese Sprache in den Psalmen Bilder nutzt, die wir heute nur noch schwer nachvollziehen können; damit bleiben sie in letzter Konsequenz unverständlich bzw. müssen übersetzt werden. Auch darf man nicht mit heutigem christlichen Verstehenshorizont an die Inhalte gehen, sondern man muss die Zeitbrille des Psalmenautors aufsetzen, dann aber das Ergebnis des Sehvorgangs reflektieren und zum eigenen Umweltverständnis spiegeln, um es zu verstehen.
Ist das nun ein neues oder besonderes Phänomen? Durchaus nicht. Wenn man eine fremde Sprache (das gilt auch für alte Sprachen bzw. alte Versionen der eigenen Muttersprache) lernen will, stolpert man immer wieder über Phrasen, in denen jedes einzelne Wort einfach übersetzt werden kann, aber trotzdem versteht man den Satz nicht, man versteht „nur Bahnhof“. Bahnhof = railwaystation. Aber Bahnhof verstehen? Das hat mit der Railwaystation nicht zu tun, sondern bedeutet einfach nur, dass man nichts verstanden hat. Aber sage man mal einem Engländer wörtlich, dass man nur railwaystation versteht, dann versteht er nur noch Bahnhof, nämlich nichts, weil er für das Problem des Unverständnisses ein ganz anderes Bild im Kopf hat.
Nun gibt es immer wieder Versuche, die Psalmen in moderne Sprache zu übersetzen. Aber auch das gelingt nur bedingt, führt zu neuen Sprachproblemen, denn Übersetzung ist immer dem Problem ausgesetzt, dass der Übersetzer sein eigenes, subjektives Bildverständnis transportiert.
Das aber ist individuell, von seinem persönlichen Bildungsstand, von den je eigenen Kenntnissen der Geschichte der Entstehungszeit etc. abhängig. Ferner transportiert die Übersetzung auch moralische Hintergedanken, persönliche Ansichten – bzw. Einsichten, die aber nicht jedermann teilen muss. Und zusätzlich noch ganz abgesehen davon, dass der Übersetzer auch noch ein subjektives Metaphernverständnis hat. Fazit: Der gesamte Psalter in Deutscher Sprache ist höchst zweifelhaft, was seine Sprachqualität betrifft. Das ist keine Kritik, das ist ein sprachliches Fazit.
Aber das nun achselzuckend hinzunehmen, ist nicht richtig. Der Psalter ist auch Bestandteil der Bibel, also Gottes Wortes und der persönlichen Begegnung der Menschen mit Ihm. Das also achselzuckend zur Kenntnis zu nehmen – nein, das wäre nicht in Ordnung. Immerhin ist Gott das Wichtigste im Leben eines Menschen, jedes Menschen; ob er es nun begreift oder nicht, ob er es akzeptiert oder nicht. Es ist so. Deshalb sollte man von Gott so viel verstehen und mitbekommen wie nur irgend möglich.
Was also tun?
Die sprachliche Problematik der Übersetzung aus alten Sprachen ist und bleibt evident. Darum haben sich schon viele Sprachwissenschaftler gekümmert. Gegenwärtiger Stand ist die sog. Einheitsübersetzung. Daneben gibt es die Version der Lutherbibel (ganz aktuell aus dem Reformationsjahr 2017), der NGÜ, der Bibel in gerechter Sprache (was kann in einer Sprache gerecht sein i.e.S.? Gendersprech ist einfach nur aufgesetzter sprachlicher Unsinn, der zeigt, dass die Sprecher den Unterschied zwischen sexuellem Geschlecht, soziologischem Geschlecht und grammatikalischem Geschlecht nicht kennen bzw. nicht verstehen. Sprache ist dazu da, Dinge eindeutig zu benennen und hat von Sprachfamilie zu Sprachfamilie ihre eigenen Regeln entwickelt. Beispiel: im Englischen gibt es nur einen Artikel „the“, im Deutschen drei „Der, Die, Das“, im Finnischen gibt es 15 verschiedene Artikel. Wie bitteschön soll man einen finnisch geschriebene Text grammatikalisch gendersauber ins Englische übersetzen, das nur einen Artikel kennt? Und auch im Deutschen ist nicht alles so klar: „Die“ z.B. nutzen wir so: DIE FRAU, aber auch so: DIE Männer. Sind diese nun plötzlich feminin geworden? Wer mehr nachdenkt, merkt, welcher Unsinn in sog. „gendergerechter“ Sprache stecken kann. Nein – es geht um Gleichberechtigung von Frau und Mann. Dies gilt es zu sichern. Ansonsten sollte man die Sprache, wie Luther sie geprägt hat, nutzen, ohne den unsinnigen Gendersprech. Noch ein Argument gewünscht, auf das mich eine Frau! aufmerksam gemacht hat? Die maskuline Grammatikform ist umfassend, schließt Frauen und Männer ein- Bsp.: Arzt, Richter; wohingegen das feminine Grammatikgeschlecht exklusiv ist, also ausschließlich Frauen anspricht. Bitte also erst einmal nachdenken, bevor Dinge sprachlich umgesetzt werden, die nichts als Krücken sind. Gleichberechtigung beruht auf Gleichwertigkeit, nicht auf verdrehtem Gendersprech.) Es gibt auch wörtliche Übersetzungen der Bibel. Aber dabei sitzt man dann dem Problem auf, Dinge verbum e verbo, anstatt sensus de sensu zu übersetzen – und damit misszuverstehen. Beispiel? Jesu Wort, dass man dem Kaiser geben solle, was ihm gehört, und Gott, was Gott gehört. Und was macht man dann, wenn man keinen Kaiser mehr hat?
Eine Anmerkung zum Gendern – wir tun es in der - ja genau, in der Muttersprache. Den Ausdruck „Vatersprache“ kennen wir gar nicht. Müsste man nicht, um gendergerecht zu sein, von „väterlicher Muttersprache“ sprechen? Allein dieser Gedanke zeigt, wie unsinnig und kaum durchdacht der aktuelle Gendersprechwahnsinn ist.
Ich weiß mich mit meiner Einstellung nicht allein – die Literatur zum sprachlichen Gendern-Wahnsinn ist umfangreich und wächst. Interessant und wichtig ist, dass gerade auch Frauen sich gegen der Sprach-Wahnsinn wehren. Sprache soll Verständnis für alle gleichberechtigt ausdrücken. Wenn man aber schon allein merkt, dass es biologisch Menschen zweier Geschlechter gibt, aber das Wort „Mensch“ im Singular grammatikalisch maskulin dekliniert wird, dann müsste man, um den Wahnsinn zu vermehren, künftig schreiben: Menschin und Menscherich? Nur das wäre wirklich gendern-konsequent. Möge jedes menschliche Wesen nachdenken, ob es sich bei solcher Sprachverbiegung noch wiederfindet. Das gilt auch für sog. „Queere“; sie fühlen anders als ihre je eigene Biologie und Genetik festgelegt sind. Sie fühlen sich mal nicht zugehörig zum biologischen Phänotypus, mal ganz anders gedacht. Das sind ernst zu nehmende Gefühle, aber an der Anatomie in zwei genetische Körper/Geschlechtsmerkmale ändert das nichts. Man kann durch plastische Operationen auch das anpassen, in beide Richtungen, aber chromosomal ändert das nicht. Insofern müssen wir unterscheiden zwischen Chromosomengeschlecht, phänotypischem Geschlecht und subjektiv/emotional gefühltem Geschlecht. Wie man das dann in einer verständlich gesprochenen Sprache darstellen soll – ich weiß es nicht.
Außerdem würde jede Literatur, die vor der Gendern-Umstellung und derzeitigen shitstorm-getriggerten Ausmerzung von Wörtern geschrieben ist, ungerecht diskriminiert und müsste ausgemerzt werden. Dann dürften wir Mädchen nicht mehr mit „Pippi Langstrumpf“ ein Vorbild vor Augen stellen, weil es ein - damals übliches- „N“-Wort im Text gibt. Die Autorin würde sich im Grabe rumdrehen.
Gott bestärke uns in der Gleichberechtigung von Frau und Mann und bewahre uns vor Gendern-Unsinn.
Es gibt deshalb aufgrund undurchdachten Sprechens die Möglichkeit, dass die Psalmen falsch verstanden werden, dass sie auch sogar missbraucht werden, um Inhalte zu transportieren, die gar nicht drin stecken bzw. von dem Schreiber gar nicht beabsichtigt wurden (oder bewusst fälschlich?). Es gibt, folgt man der Ansicht des Dominikanermönchs Augustinus von Dänemark (+ 1285), 4 Sinninhalte in den Psalmen wie in der Bibel – buchstäblich literal, allegorisch, moralisch und anagogisch. Alles klar? Kaum – denn nur der Literalsinn ist verlässlich. Die anderen sind z.T. freie Interpretation, die den Sinngehalt verdreht. Jedoch Vorsicht – zu wörtlich ist auch nicht richtig, denn im Laufe der Zeit und in Anhängigkeit von der eigenen Sozialisation werden Worte verschieden gebraucht. Der Problematik hat sich z.B. Papst Pius XII in einer Enzyklika 1943 (Divinus afflante spiritu) angenommen, um den echten Sinn ausfindig zu machen. Wichtig ist, dass diese Enzyklika vor verschiedenen, sich widersprechenden Auslegungen warnt.
Wie auch immer man es wendet – das sprachliche Problem bleibt. Dabei ist es noch das geringere der beiden. Deshalb versuche ich auf der Basis der gegenwärtigen Einheitsübersetzung die Psalmen zu verstehen. Wie gesagt – ich. Da ich einigen „Background“ auch an Schrift- und Geschichtskenntnis habe, kann ich manche Worte dechiffrieren. Um in meinem o.g. Beispiel zu bleiben: Ich mache aus dem Kaiser eben den Staat und sein Finanzamt. Der Sinn ist gewahrt, das Verstehen gefördert, der Sinn, den Jesus transportieren wollte, ist vorhanden und bleibt verständlich.
So versuche ich nun, indem ich den Text der Einheitsübersetzung kursiv voranstelle, den Inhalt zu dechiffrieren und verständlich zu machen. Ich hoffe auf den Hl. Geist als meinen „Ghost writer“, der mir hier Einblicke und Zusammenhänge erklären möge. Wohl gemerkt – mir geht es um Verständlichkeit, nicht um den Transport eigener Interpretationen; mir geht es um Verständnis, nicht um Moralisierung. Mein Ziel ist, Gott näher zu kommen, so gut ich das vermag.
Wer sich an meiner „Übersetzung“ der Worte stören mag, soll es gerne selbst versuchen; ich versuche auch, die damalige Wortbedeutung zu beleuchten, wenn es vermutliche Sinnwandlungen der Worte geben könnte. Ein kurzes Beispiel: Die „Dirne“ Ester – wurde früher (um 1900) der Urtext der LXX ins Deutsche übersetzt. Das bedeutet aber nicht, wie wir das Wort heute nutzen – die Prostituierte Ester -, sondern einfach das Mädchen Ester (im hamburgischen Dialekt ist das „süße Mädchen“ auch heute noch die „seute Deern“, also niederdeutsch Deern für Dirne=Mädchen.)
Noch etwas: und die Moral von der Geschicht‘ …. Wir kennen solche Fazitformeln am Ende z.B. von Märchen und Erzählungen. In diesem Sinne hat die Psaltersammlung auch eine Moral der Geschicht: ich versuche auch das, darzustellen so gut ich das verstehe.
Es bleibt schwierig – für Fachleute genauso wie für Laien. Die eigene Reflexion ist essentiell. Meine Version findet sich in diesem Büchlein.
Deshalb: Allein dieser Versuch, sich dem Wort Gottes zu nähern, ist es Wert, das zu tun. Ich bin davon überzeugt, dass mein Ansatz dem Leser helfen wird. In diesem Vertrauen schreibe ich also:
Woher stammt mein Bibeltext?
Ich habe, weil es das Schreiben erleichtert, auf die elektronische Fassung der Einheitsübersetzung, wie sie im Bibelwerk in Stuttgart erschienen ist, zurückgegriffen. Das ist allein technisch bedingt und stellt keine inhaltliche Bewertung einer Vorrangstellung gegenüber anderen Bibelausgaben dar.
Ich habe in Stuttgart angefragt, ob ich den Text nehmen dürfe. Ich habe auf meine Anfrage keinen Widerspruch bekommen; ich hätte ihn auch nicht verstanden, denn das Copyright für den Bibeltext liegt bei Gott. Die irdischen Redakteure habe Ihm lediglich ihre Fähigkeiten zur Verfügung gestellt, um anderen Menschen (hier also mir und Ihnen als Leser) zu helfen.
Ich danke ausdrücklich für die Freigabe und habe auch aus diesem Grunde den Bibeltext durch Kursivschrift kenntlich gemacht.

Psalm 1:

Weisung zur Wahl des rechten Weges

1 Selig der Mann, der nicht nach dem Rat der Frevler geht, nicht auf dem Weg der Sünder steht, nicht im Kreis der Spötter sitzt, 2 sondern sein Gefallen hat an der Weisung des HERRN, bei Tag und bei Nacht über seine Weisung nachsinnt. 3 Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Bächen voll Wasser, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blätter nicht welken. Alles, was er tut, es wird ihm gelingen. 4 Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. 5 Darum werden die Frevler im Gericht nicht bestehen noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten. 6 Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber verliert sich.
Gleich zu Beginn – schon in der Überschrift - ein Paukenschlag – quasi eine Präambel des gesamten Psalmenbuches, Psalter genannt: Weisung des rechten Wegs. Wer dieser Weisung folgt, ist kein Sünder, sondern selig.
Gott setzt hier Seinen Anspruch allen Gebeten des Psalters voran. Sicher, wir Menschen sind frei zu tun und zu lassen, was wir wollen. Dieses Recht hat Gott uns zugestanden. Aber Er hat dennoch eine klare Vorstellung davon, was der rechte Weg ist.
Wer diesen Weg so gut er/sie es vermag, sucht und ihm folgt, ist recht, damit selig in den Augen Gottes. Das bedeutet, dass man über die Weisung Gottes Tag un...

Inhaltsverzeichnis

  1. Motto
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Vorwort
  4. Einleitung zum Psalterkommentar und zur Offenbarung
  5. Psalmenverständnis heute
  6. Die Offenbarung des Johannes
  7. Schlusswort
  8. Epilog
  9. Literatur
  10. Impressum