
Gegen die Wand
Subversive Positionierungen von Autorinnen und Künstlerinnen
- 344 Seiten
- German
- PDF
- Über iOS und Android verfügbar
Gegen die Wand
Subversive Positionierungen von Autorinnen und Künstlerinnen
Über dieses Buch
Autorinnen wie Virginia Woolf, Marlen Haushofer, Ingeborg Bachmann und Elfriede Jelinek sowie Künstlerinnen wie Birgit Jürgenssen, Francesca Woodman, Monica Bonvicini, Veruschka von Lehndorff, Orshi Drozdik und Gabriele Stötzer haben sich in ihren Texten, Fotografien und (Video-)Installationen auffallend häufig mit dem vieldeutigen Motiv der Wand auseinandergesetzt, indem sie ihr eigenes Verschwinden in Szene gesetzt, sich an Wänden abgearbeitet oder sie zu Projektions- oder Schreibflächen erklärt haben. Geschickt verknüpfen sie dabei geschlechterkritische mit ästhetischen Fragestellungen.Die Wand steht einerseits für das Subjekt einschränkende Begrenzungen, andererseits für einen Schutzraum, der vor Störungen der Außenwelt abschirmt und sich zu einem schöpferischen Ort weitet. In den künstlerischen und literarischen Arbeiten fungiert die Wand mal als Leinwand, leeres Blatt oder 'vierte (Theater-)Wand', dann wieder als unsichtbare Barriere, Gefängnis, Verlies oder Sargdeckel. Vor allem ist sie der Schauplatz eines Vermächtnisses, der die weiblichen Figuren in sich aufnehmend umso deutlicher hervortreten lässt. Gerade in ihren Rissen wird die Wand zu einer sprechenden Größe, die mehr offenbart als verbirgt. Sie ist dabei weniger ein reales als vielmehr ein imaginäres Objekt, das paradoxerweise den Zugang zur Außenwelt verschließt, zugleich aber Durch- und Ausblicke erlaubt.Einen Raum einzunehmen, sich in ihm zu positionieren, einen Ort für sich zu finden, ist für die hier vorgestellten Künstlerinnen und Autorinnen keineswegs selbstverständlich. Die subversive Strategie, sich zu vermauern, um sich dadurch erst einen Freiraum und einen freien Blick zu erobern, haben erstaunlich viele von ihnen parallel verfolgt, ohne voneinander zu wissen. Der Band versammelt Beiträge von Wissenschaftler*innen aus den Literatur-, Kultur-, Kunst- und Performancewissenschaften, die sich mit unterschiedlichen Ausformungen des schöpferischen Gegen-die-Wand-Angehens auseinandersetzen.Mit Beiträgen von Julia Boog-Kaminski, Mariama Diagne, Julia Freytag, Astrid Hackel, Andrej Mir?ev, Julia Prager, Kerstin Roose, Inge Stephan, Alexandra Tacke, Julia Tulke, Anne Vieth und Elena Zanichelli.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Half Title
- Title Page
- Table of Contents
- Julia Freytag / Astrid Hackel / Alexandra Tacke: Einleitung. Umwandlungen, Verwandlungen und Anwandlungen
- Alexandra Tacke: Verschlingende Wände und sprechende Tapeten. Édouard Vuillards Interieurs, Gustav Klimts Frauenporträts und Charlotte Perkins Gilmans Erzählung Die gelbe Tapete
- Inge Stephan: Geheimnisvolle Zeichen. Die Schrift an der Wand bei Virginia Woolf und H. D., mit einem Ausblick auf Hanne Darboven
- Julia Freytag: ‚Wände, die nirgendwo enden‘. Vom Schreiben hinter der Wand bei Marlen Haushofer
- Kerstin Roose: „Ich brauche weiße Wände, schadlose Wände“. Zur Problematik von (Ab-)Trennungen in Ingeborg Bachmanns Roman Malina (1971)
- Julia Prager: Unter dem Lichtspalt der Wand. Ein diffractive reading von Elfriede Jelineks V. Prinzessinnendrama
- Julia Boog-Kaminski: Von Wölfen in den Wänden oder: Die Durchlässigkeit kindlicher Phantasie
- Anne Vieth: Der Wand als Raumkonstituente begegnen. Vera von Lehndorff / Holger Trülzsch, Birgit Jürgenssen,Monica Bonvicini und Johannes Esper
- Astrid Hackel: Grenzen aus Glas. (Foto-)Performances von Gabriele Stötzer, Geta Brătescu, OrshiDrozdik, Vlasta Delimar, Marina Abramović und Else Gabriel
- Andrej Mirčev: Mit der Wand verschmolzen. Strategien der (Ent-)Subjektivierungin den Fotografien von Francesca Woodman
- Elena Zanichelli: Die Wand als Störgröße: Monica Bonvicini
- Mariama Diagne: Die Wand als Bühne. Zur Performanz weiblicher Schattenin Tanz, Installation und Performance
- Julia Tulke: „Just because I move through a public space doesn’t mean that my body is a public space“. Feministische und queere Positionierungen in Athener Street-Art und Graffiti
- Dank
- Abbildungsverzeichnis
- Colophon
- Backcover