Fußballfans fallen auf und polarisieren – zum Beispiel wenn sie große Choreographien in den Stadien inszenieren, wenn sie sich sportpolitisch engagieren und wenn sie in Konflikte mit rivalisierenden Fangruppen oder der Polizei verwickelt sind. Die Genese der deutschen Fußballfankultur, deren Spezifika und Wechselbeziehungen zu gesamtgesellschaftlichen und sportbezogenen Entwicklungen stellen ein faszinierendes Forschungsgebiet dar und stehen im Fokus dieser Arbeit. Dabei wird unter Bezug auf die gesellschaftstheoretischen Überlegungen von Jürgen Habermas einerseits versucht, sich den fankulturellen Lebenswelten von deutschen Fußballfans in der Tiefe zu nähern und deren Reproduktion zu ergründen; andererseits werden systemische Einflussnahmen und gesellschaftliche Wirkungen auf die herausgearbeiteten Fankulturen beschrieben und zu diesen in direkte Beziehung gesetzt. So entsteht ein Bild von Fußballfans, das sowohl einen Einblick in individuelle Verhaltensformen und Rituale liefert als auch fankulturelle Entwicklungen in ihrer unauflöslichen Interdependenz zu gesellschaftlichen Prozessen begreift.

- 401 Seiten
- German
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Über dieses Buch
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Information
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9783736975484
Auflage
1Inhaltsverzeichnis
- Vorwort und Danksagung
- Inhalt
- Abbildungsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
- 1 Einleitung und Problemaufriss
- 1.1 Phänomen Fußballfantum
- 1.2 Vom Phänomen zur Theorie
- 1.3 Über die Geschichte der Fanforschung
- 1.4 Konkretisierung der Fragestellung und Aufbau der Arbeit
- 1.5 Hinweise zur Literaturarbeit
- 1.6 Kurzglossar: Zentrale Akteure der Arbeit
- 2 Theoretischer Hintergrund: Fantum zwischen Lebenswelt und System
- 2.1 Kommunikatives Handeln, Geltungsansprüche und die ideale Sprechsituation
- 2.2 Die Lebenswelt und ihre Reproduktion
- 2.3 Die Entkopplung von Lebenswelt und System und die daran anschließende systemischeKolonialisierung der Lebenswelt
- 2.4 Politische Öffentlichkeit, Rechtsverständnis und Rolle der Zivilgesellschaft
- 2.5 Kritische Einordnung der Theorie des kommunikativen Handelns
- 2.6 Chancen und Grenzen des theoretischen Hintergrunds in dieser Arbeit
- 3 Fankulturelles Handeln im wissenschaftlichen Diskurs
- 3.1 Fantum – Annäherungen an einen schillernden Begriff
- 3.2 Fantum und lebensweltliche Reproduktion
- 4 Reproduktion fankultureller LebensweltenDie Entwicklung deutschen Fußballfantums in Auseinandersetzung mitsystemischen Einflüssen
- 4.1 Über den Ursprung des Fußballs in Deutschland
- 4.2 1920-1950: Vereinsfanatismus und die Entwicklungen während des zweiten Weltkriegs
- 4.4 1950-1980: Von der Entstehung der Fankurven bis zu den Kuttenfans
- 4.5 1980-1990: Die Hochzeit des Hooliganismus in Deutschland
- 4.6 1990-2000: Sicherheitspolitische Einschnitte und das Entstehen kritischen Fantums
- 4.7 2000-heute: Das Aufkommen der Ultra-Kultur
- 4.8 Exkurs: Fußballfantum in der ehemaligen DDR
- 4.9 Zusammenfassung, Spannungsfelder und Ausblick
- 5 Das Projekt SiKomFanKommunikation zwischen Fans und der Polizei – Lebensweltliche Hintergründe,Status quo und Verständigungsperspektiven
- 5.1 Das Projekt SiKomFan
- 5.2 Method(olog)ische Konzeption der Studie
- 5.3 Ergebnisse der Studie: Explikation und Interpretation im Lichte der Theorie deskommunikativen Handelns
- 5.4 Theorie- und Empiriegestützte Entwicklung von Verständigungsperspektiven
- 6 Kolonialisierung des Fußballs – Systemische Einflüsse auf Fantum
- 6.1 Verbände und Vereine: Beispiele für lebensweltliche Kolonialisierungen
- 6.2 Fans und das politische System
- 6.3 Fans zwischen Faktizität und Geltung
- 7 Fazit und Zusammenfassung
- 7.1 Kurzzusammenfassung der Arbeit
- 7.2 Kritische Einordnung der theoretischen Passung und des Forschungsprozesses
- 7.3 Fazit und Ausblick
- Siglen der Habermas-Werke
- Literatur
- Anhang