Was tun, wenn im Unternehmen ein Feuerwehreinsatz nach dem nächsten ansteht? Die Dinge laufen nicht, wie sie sollen. Doch wo genau das Problem liegt, das jetzt auf Prio 1 stehen sollte, vermag niemand mit Sicherheit zu sagen. Bis nun Mike Michalowicz mit "Prio 1" (im Original "Fix This Next" – FTN) das ultimative Diagnose-Tool vorlegt: Jetzt kann jeder Unternehmer, jede Unternehmerin sofort herausfinden, welches Problem als Erstes angegangen werden muss – und wie es gelöst werden kann.

eBook - ePub
Prio 1 – Die Bedürfnispyramide deines Unternehmens
Mit Fix This Next jederzeit das richtige Problem lösen
- 290 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
- Über iOS und Android verfügbar
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Prio 1 – Die Bedürfnispyramide deines Unternehmens
Mit Fix This Next jederzeit das richtige Problem lösen
Über dieses Buch
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Information
[15] Kapitel 1
Der Unternehmerkompass
Du kommst morgens an deinen Schreibtisch, steigst in deinen Feuerwehranzug (deine Brille, dein E-Mail-Programm und eine Tasse Kaffee mit einem doppelten Espresso) und beginnst deine Feuerwehreinsätze. Du beruhigst einen sauren Kunden. Verschickst das verspätete Angebot. Mühst dich ab, um die Gehälter zahlen zu können – direkt nachdem du eine Ansprache über die „großartige Zukunft“ deines Unternehmens an dein Team gehalten hast. Während du die ganze Zeit wegen dieser dritten Tasse Kaffee die Beine zusammenpresst, weil: Wer hat schon Zeit, aufs Klo zu gehen? #habichrecht?
Selbst wenn du die Zeit findest, dich einem großen Projekt zu widmen, das du schon eine Weile vor dir hergeschoben hast, nagt der Zweifel an dir: „Spielt das eine Rolle?“ Diese eine große Sache, die du endlich angehst, wird sie wirklich spürbare Auswirkungen haben?
Mehr als ein gutes Jahrzehnt schien es so, als ginge es bei den meisten Feuern, die ich kurzfristig zu löschen hatte, um Geldmangel. Ich hatte einen Megakredit bis zum Anschlag, wahnsinnige Kreditkartenschulden, eine erneute Hypothek auf meinem Haus, um für die Gehälter aufkommen zu können. Und das konstante Druckgefühl in meiner Brust, als hätte ich einen Herzinfarkt nach dem nächsten, stündlich, Tag für Tag und Monat für Monat. Ich musst mir von Freunden Geld leihen, um die Miete für mein Büro zu decken, während es mir unangenehm war, zu sagen, dies sei eine Investition in das Unternehmenswachstum. Und ich glaubte dies selbst nur so halb. Ich sammelte meine Kreditkartenabrechnungen ungeöffnet in meiner Schublade, weil ich Angst davor hatte, zu sehen, wie hoch die Schulden wirklich waren. Ich öffnete sie nur, wenn die Mahnanrufe kamen. Meine Kreditkartenschulden betrugen mehr als 75.000 US-Dollar … ohne Privat- und Unternehmenskredite.
In meinem Zustand der Hoffnungslosigkeit konzentrierte ich mich auf die sehr offensichtliche Lösung: Umsatz. Ich tat alles, was in meiner Macht stand, um mehr Zeug an mehr Kunden zu verkaufen. Zugegeben, ich versuchte, [16] jedem alles zu verkaufen. Während mehr Umsatz eine sehr offensichtliche Lösung schien, wuchs zwar der Umsatz, nicht aber der Gewinn. Je mehr Umsatz mein Unternehmen machte, umso mehr Schulden häufte ich an, was mir unerklärlich war. Ich war in allen Kreditbereichen am Anschlag und hatte 365.000 US-Dollar an privaten Schulden. Ja, mein Unternehmen brachte mehr Umsatz. Zeitgleich grub ich mir mein finanzielles Grab. Was zum Teufel ging hier vor? Warum brachte der erhöhte Umsatz mein Unternehmen nicht auf Spur? Das alles ergab für mich überhaupt keinen Sinn.
Wenn du meine anderen Bücher kennst, dann kennst du vielleicht auch meine Geschichte schon. Und ich begriff mit der Zeit, dass ein Mehr an Umsatz einem Unternehmen nicht unbedingt hilft. Im Gegenteil: Es schadet. Bisher habe ich die Geschichte noch nicht erzählt, wie ich schließlich verstanden hatte, dass ich auf einem anderen Niveau nach der Lösung suchen müsste.
Ich steckte im tiefsten Tief meiner tiefsten Verzweiflung, als ich eine Eingebung hatte. Eines schicksalhaften Morgens streikte mein Drucker und ich bekam ihn nicht wieder ans Laufen. Ich holte das Papierfach heraus und den Toner, öffnete jeden Deckel und packte alles wieder zurück an seinen Platz. Immer noch nichts. Dann versuchte ich diese „Reparatur“ erneut. Papierfach und Toner raus, jeden Deckel aufmachen, dann alles auf Anfang. Immer noch nichts. Ich versuchte es wieder mit dem gleichen Ablauf, heftiger. Ich riss das Papierfach auf und schmiss es wieder zu. Ich riss den Toner heraus, schüttelte ihn wie eine Sprühdose und warf ihn wieder hinein. Ich zerrte an all diesen blöden Deckeln und schlug sie wieder zu. Dies tat ich auch ein viertes und fünftes Mal, jedes Mal heftiger und frustrierter (und vielleicht begleitet von dem ein oder anderen Fluch), bis mir klar wurde, dass ich instinktiv die gleichen fruchtlosen Schritte wieder und wieder unternahm. Und das ich als nächstes etwas anderes ausprobieren sollte. Also warf ich den Drucker nicht als nächstes aus dem Fenster, was ich sehr gern getan hätte, sondern ich hielt inne und dachte nach. Weil das, was ich tat, nicht funktionierte, und weil die Kraft, die ich dabei anwandte, das Ganze vermutlich schlimmer machte – was sonst konnte es sein?
Ich stocherte im Drucker herum und fand ein winziges Stück verknülltes Papier, das sich im Papiereinzug verhakt hatte. Ich entfernte die Blockade mit einer Kombo aus Schere, Büroklammer und meisterlichem Handyoga – und die Kiste lief wieder. Großartige Offenbarung! Wenn also die Herangehensweise, die ich anwendete, um ein Problem zu lösen, nicht funktionierte, egal, wie oft ich sie wiederholte und unabhängig davon, wie [17] sehr mein Bauch darauf beharrte, ich müsse das Ganze nur mit mehr Kraft durchführen, dann, so wurde mir klar, ist das wohl nicht die Lösung. Genau an diesem Punkt fragte ich mich, was wäre, wenn die Probleme meines Unternehmens nicht auf der Umsatzseite lägen? Was, wenn ein anderer Teil meines Unternehmens feststeckte? Anstatt also zurückzukehren zu „mehr verkaufen – mit mehr Kraft verkaufen“, hielt ich inne und überlegte, an welcher Stelle die Unternehmensblockade wirklich saß.
Mir wurde klar, dass das offensichtliche Umsatzproblem, das ich hatte, kein Umsatzproblem war. Ich hatte ein Problem mit meinem Unternehmensgewinn. Die ganze Arbeit, die ich in das Generieren von neuem Umsatz steckte, würde unser Problem nicht lösen können, weil ich an dem falschen Problem arbeitete. Die Schritte, die ich als nächstes unternahm, entsprangen alle dieser Erkenntnis. Und sie retteten letztlich sowohl mich als auch mein Unternehmen.
Indem ich die Lösung anwendete, die ich fand, wurde mein Unternehmen dauerhaft rentabel – quasi über Nacht. Als dieses Buch im englischen Original erschien, konnte mein Unternehmen 45 (genau fünf-und-f*cking-vierzig) kontinuierlich rentable Quartale vorweisen – mir, dem Unternehmensinhaber. Die Lösung war die Basis für Profit First, das Hunderttausenden Unternehmen geholfen hat, rentabel zu werden.
Das Lustige daran ist: Die Lösung, den Gewinn bei meinem Unternehmen an die erste Stelle zu setzen, ist möglicherweise einzigartig in seiner Einfachheit, aber ich bin sicher, dass ich nicht der Erste war, der auf diese Idee gekommen ist. Ich vermute, dass du möglicherweise schon ähnliche Ideen hattest. Es geht dabei nicht darum, Lösungen zu finden: Du hast die Lösung bereits im Kopf, oder jemand hat schon ein Buch dazu geschrieben. Der Trick ist das Timing. Wenn du die richtige Lösung zur falschen Zeit nutzt, dann bringt es dir vielleicht ein bisschen was, aber vor allem ein bisschen viel Frust. Der Schlüssel liegt darin, die richtige Lösung zur richtigen Zeit deiner Unternehmensentwicklung anzuwenden. Der Schlüssel liegt darin, zu wissen, was als nächstes dran ist.
In den vergangenen zwölf Jahren habe ich mich selbst dem Studium von Firmen und Unternehmertum gewidmet. Und ich lebe dies seit beinahe drei Jahrzehnten. Ich habe mittlerweile verstanden, dass alle Unternehmer kämpfen, und zwar auf jedem Level. Nur wenige können ihre großen Umsatzplanungen oder die Pläne zur Weltrettung wirklich erreichen, von Gewinn ganz zu schweigen. Und die wenigen, die dorthin kommen, scheinen sich unterwegs irgendwie zu verlieren. Das liegt nicht an mangelnder Erfahrung [18] oder an Ressourcenknappheit, nicht einmal am Geld – die drei Dinge, die am häufigsten angegeben werden, wenn ein Unternehmen scheitert. Das größte Problem, das Unternehmer haben, ist, dass sie nicht wissen, was ihr größtes Problem ist. Lass mich das für die Leute in der letzten Reihe nochmal wiederholen:
Das größte Problem, das Unternehmer haben, ist, dass sie nicht wissen, was ihr größtes Problem ist.
Zum Teufel, das wissen wir nicht, denn jedes Problem sieht aus wie das große Problem – das Feuer, das wir rasch löschen müssen, bevor es ein flammendes Inferno wird. Ich vermute, dass du dich mit Blick auf dein Unternehmen im Moment genauso fühlst. Oder du denkst, du weißt genau, was du als nächstes tun musst, das Ding, das, wenn du es nur gebacken bekämst, endlich dafür sorgt, dass alles läuft. Verdammt, du hast vielleicht eine Liste, mit Hilfe derer du all die Dinge verfolgst, um die du dich kümmern musst, um endlich die Ziele zu erreichen, die du dir gesetzt hast. Du glaubst vielleicht sogar, dass die Lösung darin liegt, dass du dich einfach weiter zerreißt. (Da liegt sie nicht.) Doch selbst wenn du es schafft, ein Problem erfolgreich anzugehen oder sogar alle Probleme erfolgreich anzugehen, sieht es nicht so aus, als würde dies dein Unternehmen großartig voranbringen.
Früher bin ich häufig in die Falle getappt, genau das Problem zu lösen, das ich gerade vor der Nase hatte. Ob ich nur irgendwie durch den Tag kommen wollte oder versuchte, mein Unternehmen auf das nächste Level zu bringen – ich stürzte mich auf die offensichtlichen Probleme. Du weißt schon, den offensichtlichen Kram und die quietschenden Räder. Weil – und ich weiß, dass du das verstehst – es zu jeder Zeit einen Riesenhaufen an Problemen gibt, die deine Aufmerksamkeit brauchen. Also vertraute ich auf mein Bauchgefühl und kümmerte mich um das, was mir das Dringlichste erschien und konzentrierte mich darauf. In diesem Prozess, in dem ich mich um die offensichtlichen Dinge kümmerte, vernachlässigte ich diejenigen, die die größten Auswirkungen hatten. Das Ergebnis war ein kontinuierlicher Strom an Problemlösungen, während mein Unternehmen auf der Stelle trat.
Manchmal – selten, aber eben manchmal – löst du ein Problem und dein Unternehmen macht einen Sprung nach vorn. Puh. Welche Erleichterung. Du siehst eine positive Entwicklung. In diesem Augenblick erscheint die Zukunft so strahlend, dass du eine Sonnenbrille (aus Gold) brauchst. Alles ist perfekt. Bis es das nicht mehr ist.
[19] Ehe du dich versiehst, steckt dein Unternehmen im nächsten Kampf. Deshalb ist dieses Ergebnis noch schlimmer – einen Hauch von Erfolg zu spüren, nur um dann wieder festzustecken, ist nicht nur frustrierend: Es ist teuer und demoralisierend. Ich nenne dies die Überlebensfalle. Leider ist es nach meiner Erfahrung die Situation, in der sich Unternehmer am allerhäufigsten befinden. Sie unternehmen die notwendigen (und häufig panikartigen) Schritte, um ihr Unternehmen heute am Leben zu erhalten. Und dann wiederholen sie das gleiche Muster morgen und übermorgen und so weiter. Das Ziel eines jeden Tages ist es, ihn zu überleben.
Die Überlebensfalle zeigt sich in vielen unterschiedlichen Arten und Weisen. Wenn du meine vorherigen Bücher gelesen hast, dann kennst du sie vielleicht. Angesichts des (häufig fehlenden) Cashflows unseres Unternehmens, setzen wir oft unsere wenigen übriggebliebenen Euros für die unmittelbaren Probleme und Chancen ein. In der Hoffnung, dass auf magische Weise daraus ein Gewinn resultiert. Was unsere eigene Zeit betrifft, verheizen wir uns selbst und unsere Leute, indem wir noch länger arbeiten, kontinuierlich Feuer löschen und irgendwelche beliebigen Quartalsziele verfolgen, anstatt nachhaltige Systeme zu installieren. Und angesichts der Aufgabe, unser Unternehmen dahin zu bekommen, dass es nachhaltig läuft, ertappen wir uns dabei, wie wir die offensichtlichen Probleme provisorisch flicken und uns dann wundern, warum sie wieder und wieder auftauchen.
Wenn dieser Zyklus etwas zu real scheint und du dich fragst, wie du da nur rauskommst, verzweifle nicht. Unternehmer sind geborene Problemlöser. Du bist ein geborener Problemlöser. Du kannst kein Unternehmen an den Start bringen, ohne einer zu sein. Es ist also nicht so, dass dein Unternehmen auf der Stelle tritt, weil du unlösbaren Problemen gegenüber stehst. Du kannst lösen, was auch immer dich zurückhält… wenn du nur weißt, worum du dich in welcher Reihenfolge kümmern musst.
Du kannst dein Unternehmen in großen Schritten voranbringen und zwar in kürzester Zeit. Deine Vision für dein Unternehmen kann wahr werden. Und sie wird wahr werden, sobald du herausgefunden hast, welches genau jetzt dein größtes Problem ist, und du dich dann der Lösung dieses Problems als nächstes widmest.
[20] Nur mit deinem Instinkt findest du nicht aus dem dunklen Wald heraus
Amanda Eller wollte eine kurze Wanderung durch den Wald in Hawaii unternehmen. Letztlich wurde sie 17 Tage lang vermisst und musste um ihr Überleben kämpfen. Ellers Plan war, eine Wanderung von fünf Kilometern zu machen. Nach einiger Zeit setzte sie sich auf einen Baumstamm und meditierte. Als sie fertig war, wollte sie zu ihrem Auto zurück. Aber sie war desorientiert und wusste nicht, in welche Richtung sie laufen musste.
„Ich habe einen guten inneren Kompass, oder wie auch immer du das nennen möchtest – eine innere Stimme, einen Geist, jeder hat einen anderen Namen dafür“, erzählte sie Reportern, nachdem die Rettungsmannschaft sie gefunden hatte. Nur dass es am Ende so aussah, als hätte ihr innerer Kompass an diesem Tag keinen Bock gehabt. Und so blieb es auch die nächsten 16 Tage. Sie probierte erst einen Pfad, dann einen anderen. Sie lief auch einen Pfad entlang, der nicht für Menschen gedacht war – einen Wildschweinpfad. Genau. Richtig gelesen. Ihr innerer Kompass führte sie auf einen Wildschweinpfad. Du weißt schon, diese Biester, die eine Mischung aus verwildertem Schwein und Mininashorn zu sein scheinen und die versuchen, dich zu aufzuspießen, wenn du sie falsch anschaust. Diese Art Wildschweinpfad.
Als die Retter Eller fanden, war sie ernsthaft verletzt (nicht von einem Wildschwein, was ein schwacher Trost war). Sie konnte sich kaum bewegen und hatte jede Hoffnung aufgegeben, je gefunden zu werden. Sie war nur wenige Meilen von ihrem Auto entfernt.
Was also hätte Eller geholfen haben können, um ihren Weg aus dem Wald zu finden? Später gab sie ...
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Über das Buch und den Autor
- Titel
- Impressum
- Widmung
- Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Kapitel 1 Der Unternehmerkompass
- Kapitel 2 Finden und reparieren
- Kapitel 3 Planbarer Umsatz
- Kapitel 4 Kontinuierlichen Gewinn generieren
- Kapitel 5 Ordnung in die Organisation bringen
- Kapitel 6 Erst bekommen, dann geben
- Kapitel 7 Die Entwicklung von der Transaktion zur Transformation mit Einfluss
- Kapitel 8 Das Vermächtnis deines Unternehmens entfachen
- Schluss Du kannst und wirst
- Danksagungen
- Die Gründer-Fixer
- FTN-Glossar
- Anmerkungen
Häufig gestellte Fragen
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