Mantrap
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Mantrap

  1. 244 Seiten
  2. German
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  4. Über iOS und Android verfügbar
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Über dieses Buch

"Mantrap" ist ein 1926 erschienener Roman des amerikanischen Schriftstellers Sinclair Lewis.Harry Sinclair Lewis (geboren 7. Februar 1885 in Sauk Centre, Minnesota; gestorben 10. Januar 1951 in Rom) war ein amerikanischer Schriftsteller, der durch seine gesellschaftskritischen und satirischen Romane berühmt wurde. 1930 wurde ihm als erstem Amerikaner der Nobelpreis für Literatur zugesprochen.

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Information

Jahr
2022
ISBN drucken
9783755758143
eBook-ISBN:
9783755750307

Fünfundzwanzigstes Kapitel

Die drei, die im Winnipeger Bahnhof auf den Zug nach Minneapolis warteten, hatten wenig Ähnlichkeit mit den Kohlenbrennern, die taumelnd in den erstaunten Flecken Whitewater eingezogen waren. Ralph hatte jetzt einen eleganten grauen Flanellanzug an und ein hübsches blau weiß gestreiftes Hemd. (Er war ein Mann, dem immer fertige Anzüge paßten.) Joe Easter sah nicht so fein aus, aber seine ganze Wildheit war von einem anständigen braunen Anzug in die Flucht geschlagen, den ihm seine Frau, ohne ihn mitreden zu lassen, ausgesucht hatte. Und Alverna hatte –
Sie war ein Manikürmädchen mit strahlenden Wangen und strahlender Stimme.
Während der zehn Minuten, die sie warten mußten, hüteten sie sich ängstlich vor allen aufrichtigen Worten. Sie gaben sich Mühe, etwas Hübsches und Interessantes über den Bahnhof, die Passagiere und das Wetter zu sagen.
Als der Zug eingefahren war, sagte Alverna mit Papageienstimme:
»Jetzt laßt euch nicht länger von mir aufhalten, Jungens. Meine Sachen trägt mir schon der Mann da in den Zug.«
Sie reichte jedem eine Hand. Die beiden sahen sie mit schwärmerischen Schuljungenblicken an.
»Na, laß dich von uns in den Zug bringen«, druckste Joe, und Ralph: »Oh, wir müssen dich zum Schlafwagen begleiten.« Und es war nicht für einen Deut Unterschied zwischen der Verlegenheit und Ungeschicklichkeit der beiden Männer.
»Ihr solltet mich eigentlich ein bißchen aufheitern«, sagte sie, und auf leisen Füßen schlichen sie ihr und ihrem Gepäckträger den Bahnsteig entlang zum Schlafwagen nach. Mit dummen Augen sahen sie ihr zu, als sie mit einer schnippischen Gebärde dem Pullmanschaffner ihren Coupon zeigte.
Sie stand da, blickte sie starr an und sagte: »Lebt wohl.«
Die Männer, die nicht ganz bei sich waren und sich träge bewegten wie in einem bösen Traum, konnten unter dem Druck ihres Elends kaum denken, und als sie langsam die Möglichkeit von Abschiedsküssen zu erwägen begannen und den Mund auftaten, um dieses Gefühl in passende Worte zu kleiden, wurde auch sie für einen Augenblick wieder menschlich.
»Ihr armen Schafe! Ihr redeschwingenden Kinder, die ihr von nichts, was wichtig ist, eine Ahnung habt! Könnt ihr nicht verstehen? Ich kann mit keinem von euch mitspielen. Ich bin ich! Ich werde ich sein! Oh, wenn ihr mich ein bißchen lieb habt, dann laßt mich dabei! Lebt wohl! Nein, bitte! Kommt nicht mit mir in den Wagen!«
Sie standen auf dem Bahnhof und glotzten sie durch das Fenster an, als sie sich in ihrem Pullmansitz einrichtete. Sie sahen, wie sie den Hut abnahm und ihn zierlich zu zierlich, zu affektiert – in den Papiersack steckte, den ihr der bewundernde Schaffner reichte. Sie sahen, wie sie das Haar zurückstrich, mit der vertrauten raschen Bewegung ihrer schmalen, weißen Hände, die sie so gut kannten. Sie sahen, wie sie ihr Gesicht aufmerksam in einem Taschenspiegel betrachtete und sich die Nase puderte. Und nicht ein Mal schaute sie zu ihnen heraus.
»Ich kann das nicht aushalten!« knurrte Joe.
»Ich auch nicht«, sagte Ralph.
Und die zwei Männer spazierten zum Ende des Bahnsteigs, die Hände in den Taschen, ohne einander anzusehen, anscheinend ohne jedes Interesse füreinander, und doch verband sie die gemeinsame Liebe zu einer leichtsinnigen, oberflächlichen und dennoch tapferen Frau stärker als gemeinsam überstandene Todesgefahr.
Sie standen am Ende des Bahnsteigs und versuchten den Eindruck zu erwecken, daß sie voller Verständnis einen Stapel Schwellen und Schienen studierten, als der Zug nach Minneapolis anzog, in Fahrt kam und an ihnen vorbeifuhr. Da sahen sie, daß Alverna nicht mehr zierlich Toilette machte, sondern ihr Gesicht in zitternden Händen verborgen hatte.
»Müssen Männer und Frauen einander immer auf diese Weise weh tun?« rief Ralph.
»Ja. Jeder, der sich nicht damit zufrieden geben will, zu kaufen und zu verkaufen, wird sich und allen anderen weh tun«, sagte Joe. »Und jetzt, Ralph, hören Sie, wir sind ganz umgekrempelt worden von Dingen, die größer sind als wir – von Feinden, die in der Nacht herumgeschlichen sind, von Freunden, auf die kein Verlaß war, von Feuer und Sturm – und von einer Frau. Aber jetzt gehen Sie wieder zurück und seien Sie wieder ein ganzer Kerl, und ich werd' hierbleiben und mir mein Brot verdienen. Sie brauchen mich nicht nach New York zu schleppen. Daß Sie mir dort eine Stellung verschaffen wollen, ist sehr lieb von Ihnen, aber auf den Gedanken, mich mitzunehmen, hab' ich Sie gebracht, und natürlich ist das alles Unsinn. Das ist meine ehrliche Meinung. Verdammt noch einmal, Ralph, ich mach' Ihnen gar keinen Vorwurf daraus, daß Sie sich in Alvy verliebt haben. Mir ist es ja genau so gegangen! Aber das ist jetzt alles vorbei, und Sie müssen zurückgehen, wohin Sie gehören, und mich vergessen.«
»Aber Joe – ja, Sie haben zuerst den Vorschlag gemacht, daß ich Sie in New York managen soll, aber Sie hatten vollständig recht. Passen Sie auf.«
Ralph brauchte zwei Stunden zur Durchführung des Beweises, daß es Joes höchste Glückseligkeit sein mußte, ihn nach New York zu begleiten; während dieser zwei Stunden wanderten sie (während der Zug mit Alverna über die Schienen ratterte) durch Winnipeg und entdeckten eine verbotene Kneipe, in der sie ausgezeichneten Scotch Whisky bekamen.
Jetzt, da er wieder in den Straßen einer Stadt war, triumphierte Ralph. Er entdeckte, daß Städte Joe mit ihrem Lärm in größere Furcht versetzten als alle Stromschnellen. Je beredter und großstädtischer er wurde, desto kleinmütiger wurde Joe. Und wie Joe sein großmütiger Führer in Mantrap gewesen war, so war er jetzt der großmütige Führer ihrer gemeinsamen Zukunft in New York. Vielleicht war es die Wiederentdeckung loyaler Freundschaft, vielleicht auch die Verlassenheit, die ihn nach Alvernas Abschied überall umspukte, vielleicht auch nichts weiter als der Whisky – jedenfalls entwarf er eine Manhattan-Zukunft, in der Joe und er, mit großen Gewinnchancen und noch größerer Freude, ein eigenes Sportgeschäft gründeten.
So kamen sie eifrig diskutierend und in glänzendem Einvernehmen zum Hotel.
Sie waren morgens von Whitewater angekommen, gerade rechtzeitig, um Kleider kaufen zu können. Ralph war noch nicht im Hotel gewesen, er hatte lediglich seine Einkäufe aus den Geschäften hinschicken lassen.
»Hören Sie, Ralph, Sie können hierbleiben, aber ich geh' wieder zum Nippigon House, wo ich immer wohn'«, seufzte Joe. »Hier ist es zu fein für mich. Sieht ja aus wie 'ne Kathedrale. Und ist auch zu teuer.«
»Sie werden hier mein Gast sein, wie ich in Mantrap der Ihre war«, sagte Ralph in einer Weise, die jeden Widerspruch ausschloß. »Wirklich, Joe, ich hab' viel Geld – bei mir – Travellers Schecks. Hören Sie, Joe, wollen Sie mir denn nicht die Freude machen, mich hier für Sie sorgen zu lassen?«
»Schön, gut, wenn Sie durchaus wollen.«
Die Hotelhalle war ein gotisches Kirchenschiff, in dem hohe, mit dem königlichen Wappen geschmückte Brokatstühle standen, und in diesen Stühlen saßen zynische Dämchen, die auf hübsche Männer warteten. Ralph durchschritt hochmütig den Korridor … Er wußte es nicht, aber er erzählte den herumlungernden Boys, den zynischen Dämchen und hübschen Kavalieren: »Ich bin nicht der schmierige und zerlumpte Kerl, der heute früh in die Stadt gekommen ist, sondern Mr. Ralph Prescott vom Yale Club in New York.« Seine Absätze klapperten selbstbewußt über die glänzenden Fliesen. Aber Joe Easters Schritte waren schleppend und ängstlich.
Als sie zu dem langen Marmortisch gekommen waren, an dem sie sich eintragen wollten, hörte Ralph:
»Nanu, Prescott, was sagt man! Was machen Sie denn in der Gegend?«
Es war eine kräftige, kaviargenährte Stimme. Ralph sah sich nach ihrem Besitzer um und entdeckte einen Mr. James Worthington Virey, Vizepräsidenten der Dorcas Fidelity & Trust Company aus New York, Mitglied des Buckingham Moors Country Clubs. Sie sagten: »Nanu, nanu!« – sie sagten: »Nanu, ist das merkwürdig!« Ralph räumte bescheiden ein, er hätte einige ziemlich heroische Taten in den gefährlichen Wildnissen des Nordens vollbracht. Mr. Virey gab zu verstehen, daß er hier sei, um ein Millionen-Dollarvermögen zu besuchen, dessen Testamentsvollstrecker seine Firma war.
Mittlerweile stand Joe hinter ihnen und ließ unbehaglich seinen Körper bald von dem einen, bald von dem anderen Fuß tragen.
Virey drang in Ralph: »Prescott, wenn Sie schon mal hier in der Stadt sind – ich möchte, daß Sie mir einen Gefallen tun. Ich muß heute abend hier in eine Gesellschaft gehen – Scotch und Aktiengespräche, nehme ich an. Ich kenne eigentlich, außer von Geschäftsfrühstücken her, keine Menschenseele von den Leuten, die dort sein werden. Ich werde den Hausherrn anrufen und ihm sagen, er soll Sie einladen.«
»Ich –«
Ralph blieb stecken.
»Ich«, sagte er, »ich bin hier mit meinem Freund Mr. Easter – Chef der Easter-Handelsgesellschaft, Sie wissen … Mr. Virey, Mr. Easter … Es wäre ja sehr nett, dorthin mitzugehen, nach diesen Wochen in der Wildnis, aber – wenn Sie meinen, daß die Leute Mr. Easter auch einladen würden –«
Während er das zirpte, hatte Ralph das unglückselige Bewußtsein, daß er log, daß es keine Easter-Handelsgesellschaft mehr gab, daß diese in ihren besten Zeiten aus nicht mehr als drei Blockhütten bestanden hatte und daß er sich ganz einfach schämte, zu sagen: »Ich bin ein armseliger Schwächling, den ein unverdientes Glück aus der Hölle befreit hat, und das ist mein Freund Joe, ein ungehobelter Bursche, der Tabak kaut, an Dickens glaubt und im ganzen mehr Mut hat, als Sie oder ich je aufbringen können, und lieber pfeife ich auf Sie, als daß ich heute abend in eine schnatternde Gesellschaft gehe.«
Aber er hörte Mr. Virey eifrig den großen Joseph Easter, Präsidenten der Easter-Handelsgesellschaft begrüßen und hörte Joe stammeln: »Sehr erfreut.« Ertrug sich und Joe ein und verlangte voll Erhabenheit eine Flucht von zwei Schlafzimmern, zwei Badezimmern und einem Salon. Er hörte Mr. Virey herunterleiern, daß er gleich seinen Gastgeber anläuten werde, um zu erfahren, ob seine bezaubernden Freunde Mr. Prescott und Mr. Easter bei der Gesellschaft willkommen sein würden, und daß er, sobald er dies getan hätte, Mr. Prescott verständigen werde.
Sie alle schüttelten sich voll kühler Höflichkeit die Hände, und Ralph und Joe waren in ihrem Appartement.
In dem hellen, intimen kleinen Wohnzimmer waren Fauteuils, eine Tischlampe mit rotem Schirm, ein Büfett mit Venezianer Cocktailgläsern, die aus Montreal stammten, und an den Wänden hingen Radierungen. In den zwei behaglichen Schlafzimmern war alles blaue Seide. Und die Badezimmer bestanden nur aus Marmor, Nickel und Kacheln.
Joe wanderte durch die Zimmer. Er sah sich die Radierungen an, tappte mit einem schüchternen, roten, steifen Finger auf einen silber-blaßgrünen Tischläufer, und auf die federnden Betten klopfte er wie eine gute Hausfrau, die eine Wohnung mietet. Aber vor dem Duschschrank aus Glas und Nickel zögerte er. Davor stand er wie ein Bauer in einem Pariser Damenschneideratelier.
»Gott, trauen Sie sich da rein, Ralph? Hören Sie, ich würd' nie wagen, mich bis auf meine gute alte Haut auszuziehen und in der Glaskammer zu baden. Da kann doch wer reinkommen und mich auslachen! Und mit dem langen Spiegel an der Tür – und das Sitzzimmer mit den vielen kleinen Lampen und Seidenschirmen, die wie Shimmyhemden aussehen – Ralph, da gibt's nicht einen Fleck, wo man hinspucken kann. Sie sollten mich doch lieber ins Nippigon House zurückgehen lassen.«
»Sie werden sich in zwei Tagen daran gewöhnt haben. Und in einer Woche werden Sie schon schimpfen, weil die Handtücher zu klein sind.«
Ralph faltete ein sechs Fuß langes Frottierhandtuch auseinander.
Joe glotzte es mit offenem Mund an. »Das ist – ein Handtuch? Ich hab's für 'nen Teppich gehalten!« Er faßte es an. »Hören Sie, damit kann man sich ja zwei Jahre lang abtrocknen! Nein, das könnt' ich nicht – ich könnt's nie ganz schmutzig machen. Ich hab' selber zu viel gewaschen. Quatsch. Das ist zu vornehm für mich. Und Ralph: ich mag nicht in Ihre Gesellschaft da heute abend mitkommen. Ich würd' Ihnen nur Schande machen. Gehen Sie ruhig hin und denken Sie nicht an mich. Ich werd' in den Kientopp gehen.«
»Unsinn. Erzählen Sie den Leuten ein paar Geschichten vom Norden. Sie werden damit sehr aufregen. Sie werden der Glanzpunkt des Abends sein.«
Mr. James Worthington Virey kam in diesem Augenblick. Ja, natürlich, oh, selbstverständlich, sein Gastgeber, ein Colonel Ackers, bestand darauf, daß Mr. Prescott und Mr. Easter kämen. Ein ganz zwangloses und intimes Zusammensein, vielleicht mit einer Kleinigkeit zu trinken. Colonel Ackers wollte über ihren Nordtrip hören, über die Waldbrände und über die Indianerkredite.
»Wir haben keine Abendanzüge mit«, gestand Ralph.
»Macht nichts … Und Sie kommen auch, Easter? Colonel Ackers wäre schrecklich enttäuscht, wenn Sie nicht kämen.«
Dieser Beschwörung konnte Joe nicht widerstehen, aber als Virey gegangen war, visitierte er seinen braunen Anzug vor dem langen Spiegel; er versuchte, in sein angegrautes braunes Haar die Glätte einer geleckten Filmschauspielerfrisur zu bringen, indem er Wasser darübergoß und es mit einer Bürste bearbeitete, bis er vor Schmerz stöhnte; und unter Qualen schnitt und beschabte er seine Nägel, trotz aller Erziehungsversuche des Manikürmädchens Alverna, mit einem ungeheuren Taschenmesser.
Voller Verlegenheit folgte er Ralph in den riesigen Speisesaal.
Nach wochenlangem Hocken über Zinntellern mit Speck freute Ralph sich über die Pracht des Speisesaals; über die gewölbte Caensteindecke, die zwischen den Kirchenfenstern herabhängenden Portieren, über die in Gold und Purpur strahlenden Sessel, die sich zu Thronen für spanische Erzbischöfe geeignet hätten. Aber als er hinter dem Oberkellner einherschritt und sich in dem billigen Triumph sonnte, aller Wahrscheinlichkeit nach als feiner Mann anerkannt zu werden, sah er sich nach Joe um, der sich in gelähmter Scheu vorwärts bewegte und starr von allen hübschen Frauen wegblickte, bis er die Gefahren des meilenweiten Weges zu ihrem Tisch überstanden hatte.
Joe ließ sich vom Oberkellner in einen Stuhl setzen. Seine Stirn schimmerte feucht, er hielt die Speisekarte in Armlänge v...

Inhaltsverzeichnis

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Erstes Kapitel
  3. Zweites Kapitel
  4. Drittes Kapitel
  5. Viertes Kapitel
  6. Fünftes Kapitel
  7. Sechstes Kapitel
  8. Siebentes Kapitel
  9. Achtes Kapitel
  10. Neuntes Kapitel
  11. Zehntes Kapitel
  12. Elftes Kapitel
  13. Zwölftes Kapitel
  14. Dreizehntes Kapitel
  15. Vierzehntes Kapitel
  16. Fünfzehntes Kapitel
  17. Sechzehntes Kapitel
  18. Siebzehntes Kapitel
  19. Achtzehntes Kapitel
  20. Neunzehntes Kapitel
  21. Zwanzigstes Kapitel
  22. Einundzwanzigstes Kapitel
  23. Zweiundzwanzigstes Kapitel
  24. Dreiundzwanzigstes Kapitel
  25. Vierundzwanzigstes Kapitel
  26. Fünfundzwanzigstes Kapitel
  27. Sechsundzwanzigstes Kapitel
  28. Impressum