
Ästhetik und Poetik der Ruinen
Rekonstruktion – Imagination – Gedächtnis
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Ästhetik und Poetik der Ruinen
Rekonstruktion – Imagination – Gedächtnis
Über dieses Buch
Ruinen sind per definitionem nichts Neues: Als materielle Überreste sesshafter Kulturen zählen sie seit Unzeiten zum Bestand historischer Gegebenheiten. Erst in der Frühen Neuzeit erfahren sie jedoch eine Aufwertung auf ästhetischer, poetologischer und geschichtsphilosophischer Ebene. In deren Mittelpunkt stehen zunächst die Ruinen des antiken Roms – anfangs im Zeichen eines Renovatio-Diskurses, später als Teil eines Paradigmas der Dekadenz. Neue Vitalität sollte der Ruine in der Malerei des 18. Jahrhunderts und in der Moderne beschieden sein, wo sie zur Anregung für die Imagination dient, sei es im Sinne einer historischen wie nationalen Selbstbefragung, sei es im Sinne einer umfassenden Kulturkritik.
Im Motiv der Ruine verdichten sich so Fragen nach der Modellierung und Lesbarkeit von Zeit, nach Präsenz und Absenz, Imagination und Gedächtnis, Artefakt und Körperlichkeit, Medium und Metapher, Verfall und Rekonstruktion. Dieser diachron changierenden Faszinationskraft der Ruinen, die sich kaum überzeitlich präzisieren lässt und nur in einer Vielfalt von Bestimmungsversuchen, Übertragungen und poetologischen Inanspruchnahmen skizziert werden kann, geht der vorliegende Band in den Kulturen der Romania systematisch nach.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Metamorphosen der Ruine: Zur Einleitung
- Ruinen und Reliquien bei Francesco Petrarca
- Zur Poetik des Ruinösen in Alonso de Ercillas La Araucana
- „… la poétique des ruines est encore à faire“ Diderots Ruinenästhetik zwischen Enzyklopädie und Kunstkritik
- Bauformen der Geschichte: Ruinenlektüren im Umfeld der Französischen Revolution (Gibbon, Volney, Chateaubriand)
- Verschiebungen einer Ruine. Le tepidarium zwischen Rekonstruktion und Imagination, zwischen Malerei und Dichtung (Théodore Chassériau, José-Maria de Heredia)
- Die Schläfer im Tal: die Zertrümmerung eines Topos bei Rimbaud und Zola
- Die verwesende Schlossruine von Lourps in En rade: Huysmans’ Radikalisierung der Schauerromantik
- Ruine und Revolution. Zur Zeitlichkeit des gesellschaftlichen Umbruchs in utopischen anarchistischen Schriften zwischen 1881 und 1936
- „España es una vasta ruina tendida de mar a mar“: Zum Motiv der Ruinen von Imperium, Nation und Geschichte im Spanien der Jahrhundertwende (Ganivet, Machado, Maeztu)
- L’écriture éclatée. Ruines, destructions et reconstructions poétiques chez Filippo Tommaso Marinetti et Guillaume Apollinaire
- Ruinenpoetik im Kontext kolonialer Mittelmeerpolitik in französischen Reiseberichten der 1930er Jahre
- Paris en ruines. Deux regards à un siècled’intervalle
- Die Leerstelle der Ruine – die Ruine als Leerstelle. Claude Simon und Alain Robbe-Grillet
- Kurzinformation zu den Autor*innen
- Autorenindex