Unter dem Titel "Selbstbildnis" legt Hermann Bahr 1923 ein umfassendes Verzeichnis der so zahlreichen wie unterschiedlichen Stationen und Selbst-EntwĂŒrfe seines Lebens vor. Der besondere Reiz dieser Autobiographie liegt in der Spannung zwischen dem Versuch, eine kohĂ€rente Entwicklung oder Entfaltung des eigenen Selbst anzudeuten und der Praxis, auch Disparates mitunter geradezu schonungslos zu verzeichnen. So oszilliert Bahrs "Selbstbildnis" zwischen tradierten biographischen Narrativen und einer Logik des Archivs, in dem nicht nur den Ereignissen der Zeit, sondern auch der Macht des Zufalls eine besondere Relevanz zukommt: "Den Reiz [.], den man meiner Persönlichkeit zuschreibt, hat sie daher, daĂ mir beschieden war, entscheidenden Menschen, entscheidenden Zeiten, entscheidenden Ereignissen zu begegnen."

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Hermann Bahr / Selbstbildnis
Kritische Schriften in Einzelausgaben
- 290 Seiten
- German
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Ăber dieses Buch
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Impressum
- Inhaltsverzeichnis
- I. Aufgaben der Biographie â âMann von ĂŒbermorgenâ â Von Gott geleitet â WidersprĂŒche des Charakters â Lebensweg
- II. Vorfahren vĂ€terlicherseits â ... mĂŒtterlicherseits â âBahrâ als Familienname â Linzer Dialekt â Geburtskonstellation
- III. Vater und Mutter als Gegensatzpaar â Charakter des Vaters â ... der Mutter â BĂŒrger oder schöpferisches Chaos â Einsamkeit â HĂ€rte der Mutter, NĂ€he des Vaters â Theaterspiel der Mutter â Idealismus und Liberalismus des Vaters â LektĂŒre des Vaters â Bruckner â Frauenbild des Vaters
- IV. Geburtshaus mit Erker â Linzer Baustil â UnfĂ€higkeit des Liberalismus zur stĂ€dtischen Architektur â Linz auf altem Stich â Linzer Hauptplatz âWohnsitze seines Lebens
- V. Finanzielle Lage der Familie Bahr â Liberale vs. Bischof Rudigier â Gemeindegesetz und Umsetzung â BĂŒrokratie und österreichischer Liberalismus â Rechtswissenschaft als Geheimwissenschaft â Benediktinerkultur â Wissen und Unwissen des Liberalismus â Kulturelles Leben in Linz
- VI. Erinnerungen an erste GefĂŒhle â Fremdheit â Vom âIch mag nichtâ zum âIch magâ â Verzögerte Sprachentwicklung â Wunderkind aus Gelehrigkeit â Wahrheit jenseits der Kinderwelt â HĂ€usliches Theaterspiel â Hauslehrer â Fluchtversuche â Ăffentliches Stehgreiftheater und Regie â Liebeskummer â Vater prĂŒft Leidenschaft fĂŒr das Theater
- VII. HĂ€usliches Leben â Gesellschaftsleben in Linz â Jahreszeiten â Erste Schulung in Jurisprudenz â Liberale Aufbruchsstimmung â Kindliches BemĂŒhen, gut zu sein â VerhĂ€ltnis zum Vater â Einsamkeit â Fernhalten der Kinder vor der Wahrheit
- VIII. Nach Salzburg â Selbstmord des Onkels â LektĂŒre und erste schriftstellerische Versuche â Geistesgeschichte Salzburgs â Gymnasium â Ăber Antike zum Glauben â Katholizismus der Eltern â LektĂŒre Platos â Leitfigur Josef Steger
- IX. Salzburger Unterkunft â Freundschaften und Distanz â Antike Autoren eröffnen Blick auf das wirkliche Leben â SelbstverstĂ€ndnis als Philologe (und Schauspieler) â Reine Momente des Geisteslebens â Erste Liebschaft und erste Trennung
- X. Schulabschlussfeier als Erbe des Barocktheaters â Rede ĂŒber den âWert der Arbeitâ â Skandal â Ăber den Reiz öffentlichen Redens
- XI. Zum Studium nach Wien â Erster Wienbesuch â Burgtheater â Ringstrassenarchitektur â Erfindung des Wiener BĂŒrgertums â Neue Freie Presse und Michael Etienne â Ludwig Speidel â Kaffeehaus- und Bierhausliteraten â Literarisches Wien 1872 â Wiener Unterkunft
- XII. Einquartiert bei Tante Anna und Salomon Robicsek â Antisemitische Umtriebe â CafĂ© Scheidl â EinfĂŒhrung in die Literaturszene â EnttĂ€uscht von der akademische Philologie â Interesse fĂŒr die Nationalökonomie
- XIII. Deutscher Leseverein und deutschnationale Orientierung â Studienwechsel zur Rechtswissenschaft â Theatererfahrung â Laiendarsteller â Erste aufgefĂŒhrte StĂŒcke: âDer fixe Punktâ, âDie Wunderkurâ
- XIV. MĂŒĂigang als Studentenleben â Burschenschaft â Wissenschaft statt Religion und Kunst â Tod Richard Wagners â Rede am Trauer-Kommers â Relegation von der UniversitĂ€t â Abschieds-Kommers
- XV. FortfĂŒhrung groĂdeutscher Umtriebe in Graz â Bekanntschaft mit Hugo Wolf am Steinkogl â Studium und Ausschweifungen in Czernowitz â âStraĂendiktatorâ und Vorstrafe â Wohngemeinschaft mit Hugo Wolf in Wien â Nationalökonomie bei Schmoller und Wagner in Berlin
- XVI. Bismarck â Zur Wachablöse vor Wilhelm I. â Das alte Berlin und die Hauptstadt des neuen Reichs â Berliner und Pariser Einfluss auf seine Persönlichkeit â Nationalökonomie als Studienfach â Im Seminar von Adolf Wagner â Wolfgang und Wilhelm Heine â Die Professoren (Gustav von Schmoller, Heinrich von Treitschke u.a.) â BeitrĂ€ge in der âDeutschen Wochenschriftâ â Das Primat der Politik ĂŒber die nutzlose Kunst â Fackelzug und Kommers zum Geburtstag Bismarcks â Belehrung ĂŒber die Bedeutung Ăsterreichs durch Bismarcks Rat Rottenburg
- XVII. Nationaler Sozialismus â âDie Einsichtslosigkeit des Herrn SchĂ€ffleâ â Als Sozialdemokrat polizeibekannt â Umgang mit Wilhelm Liebknecht, Georg von Vollmar und August Bebel â Zeitenumbruch in Berlin, Interesse fĂŒr dessen Nachtseite â Der Naturalismus als Vomitiv zum BĂŒrgertum â Zola, Ibsen â Arno Holz â Hermann Allmers â âDie neuen Menschenâ â Erster Ruhm
- XVIII. Lehren des Berliner Aufenthalts â Sozialdemokratische Ambitionen â Gustav von Schmollers Seminar â Berufen zum Agitator, Abgeordneten oder Dichter? â Armeedienst in Wien â BeitrĂ€ge in Viktor Adlers âGleichheitâ â Viktor Adler
- XIX. Ein Jahr auf Reisen â Begegnung mit Ibsen â MĂŒnchen â Paris, Quartier latin â Leben in bescheidenen VerhĂ€ltnissen â Im Franzosen herrscht die Nation ĂŒber das Individuum â Erfahrung der Form â Hinwendung zur Kunst â Sprache als Teilhabe an einer unsichtbaren Welt â Vom Marxisten zum KĂŒnstler
- XX. Ende einer Epoche in Paris â Satanismus und Bekehrungen â âDie groĂe SĂŒndeâ â âDie gute Schuleâ als Ausdruck der Pariser Zeit â Form als Ausdruck â VerhĂ€ltnis von Ethik und Ăsthetik â Zum Bejahen geboren â Literatur der DĂ©cadents â Seine Kritiken als Empfindungen â Affaire mit Nini â Abreise aus Paris
- XXI. Paris als Schritt zum Glauben â Durch SĂŒdfrankreich nach Spanien â Barocke Holzfiguren in Kastilien â Gente nueva in Madrid â Sevilla â Marokko â Roulettespiel in Tanger
- XXII. Ein neues, literarisches Berlin â Ăberwindung des Naturalismus â Neun Monate Ruhm â âFin de siĂšcleâ und âDie Mutterâ â VerhĂ€ltnis zu Otto Brahm â S. Fischer â Autoren der âFreien BĂŒhneâ â Barths âDie Nationâ â Moritz von Egidy und Julius Langbehn â Juden und Berliner Kultur â Durchfall der âNeuen Menschenâ â Freundschaft zu Emanuel Reicher und Maximilian Harden â Stammtisch â Mit Theatertruppe nach St. Petersburg
- XXIII. Auf der Reise: Josef Kainz und Eleonora Duse â St. Petersburg â RĂŒckreise ĂŒber Warschau und Krakau nach Wien â Schreibt âRussische Reiseâ und âNeben der Liebeâ â Zeitschrift âModerne Dichtungâ â Ibsen-Bankett â Beginn von Jung-Wien â Bekanntschaft mit Hofmannsthal â Redaktion der âDeutschen Zeitungâ â Wiener Freundschaften rund um Jung-Wien
- XXIV. Gehalt seiner Arbeit â 20 Jahre Nothelfer österreichischen Kunst â Entdecker und Förderer von Talenten â Kritik zur Animierung von Kunst â Empfindung fĂŒr Rang als Gegengewicht zum Lob des Talents â Macht ĂŒber Wien, Unbeliebtheit ebenda â Ăberblick und Einordnung der eigenen schriftstellerischen TĂ€tigkeit â Seine Dramen â Erfolg in Ăsterreich â GröĂe und rĂ€umliche Enge â MĂ€Ăiger Wert seiner Romane â Seine âReihe katholischer Romaneâ â Innerliche FĂŒhrung zum Katholizismus â Katholik sein â Autonomie und Sittlichkeit â Katholik auf Probe â Abschied vom Fortschrittsglaube â Ăberwindung des Abendlands â Staatenlos aber zuversichtlich
- Anhang
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