Hobby-Winzer
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Hobby-Winzer

Von Anbau und Pflege bis zum Wein

  1. 192 Seiten
  2. German
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Hobby-Winzer

Von Anbau und Pflege bis zum Wein

Über dieses Buch

Amateur Winegrowing Vineyards are a long-established cultural heritage, and are an important element of the landscape. Grapevines can also be used in garden design, however, and as a hobby they can also be used to grow table grapes, as well as grapes for your very own wine. This book: – Explains the grapevines' site requirements – Give advice on choosing grape varieties – Presents training and support methods – Gives a guide to soil maintenance – Describes the necessary grapevine protection measures – Shows how varietal wines are made.

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Information

Jahr
2019
eBook-ISBN:
9783818610111

Sorten, Unterlagen und Erziehung

Sorten- und Unterlagenwahl

Die Sorten- und Unterlagenwahl ist die einzige Erfolgsvoraussetzung, die der Winzer direkt beeinflussen kann. Auf Klima und Boden hat er keinen entscheidenden Einfluss. Die Sorte und die Unterlage müssen sich deshalb nach den Standortbedingungen richten. Während bei der Sorte vor allem die Klimaansprüche die Hauptrolle spielen, sind bei der Unterlage die Bodenansprüche vorrangig. Die Unterlage beeinflusst die Holzreife und damit die Winterfrostfestigkeit sowie den Austriebszeitpunkt und damit die Spätfrostgefährdung. Die Weinqualität hängt jedoch auch von anderen Einflussfaktoren, wie den Bodenverhältnissen, ab. Rassiger ‘Riesling’ wächst vor allem auf Gesteinsverwitterungsböden. Auf Löß wird er breit und mitunter plump. Andere Sorten, wie ‘Bacchus’, sind „Wasserfresser“ und deshalb nicht auf Sandböden anzubauen. Wenn sich mit der Unterlage auch einiges ausgleichen lässt, die Ansprüche der Edelsorte dürfen nicht unbeachtet bleiben.
In der „Beschreibenden Sortenliste“ des Bundessortenamtes sind alle in Deutschland für die Weinbaugebiete zur kommerziellen Weinproduktion zugelassenen Rebsorten und Unterlagen beschrieben. Der „Sortenmarkt“ wurde in der Europäischen Gemeinschaft liberalisiert, sodass in der Sortenliste, Stand 2011, 165 Ertragsrebsorten und 11 Unterlagsrebsorten zugelassen sind. Inzwischen gehören auch zahlreiche mehltautolerante Sorten dazu, die aus verschiedenen Vitis-Arten in mehreren Schritten entstanden sind. Eine Zulassung für Tafeltrauben gibt es nicht. Einige Keltersorten, wie ‘Dornfelder’, sind jedoch als Tafeltraube bestens geeignet. Der Hobby-Winzer kann sich Tafeltrauben nach eigenem Ermessen auswählen. Eine Prüfung und Zulassung wäre jedoch wünschenswert.
Bei der Sortenwahl spielen mehr und mehr gewünschte Qualitäten, Tradition und Marktchancen eine Rolle, erinnert sei hierbei an die Renaissance der Sorte ‘Weißer Elbling’ oder an die sächsische Spezialsorte ‘Goldriesling’.
Bei Tafeltrauben für den Eigenverzehr spielt das keine Rolle. Man kann hierbei seinen Neigungen nachgehen. Das gilt auch für Keltersorten, solange der Wein für den Eigenverzehr bestimmt bleibt.

Pfropfrebe oder Wurzelrebe?

Die Rebe kann ohne Schwierigkeiten durch Steckholz oder Ableger vermehrt werden. Der alte europäische Weinbau beruhte auf dem Senken (Winzerbegriff für das Ablegerverfahren). An eine Fehlstelle wurde im Frühjahr eine Rebe eingelegt und nach der Bewurzelung im Folgejahr meist von dem Mutterstock abgetrennt.
Durch den Import amerikanischer Reben im 19. Jahrhundert wurden alle wichtigen modernen Krankheiten und Schädlinge eingeschleppt – der Falsche und Echte Mehltau und die Reblaus. Mit ihrem komplizierten Lebensrhythmus ist die Reblaus der bedeutendste Schädling. Im Zuge der Evolution haben die amerikanischen Rebarten Resistenzen entwickelt, die den europäischen und asiatischen fehlen. Das wäre fast der Untergang des europäischen Weinbaus gewesen, denn die Wurzellaus vernichtete binnen kurzer Zeit Millionen Hektar.
Da Pfropfreben leistungsfähiger als wurzelechte Reben sind, sollten nur im Ausnahmefall Wurzelreben gepflanzt werden.
In den Resistenzen der amerikanischen Arten lag wiederum der Schlüssel zur Bekämpfung.
So wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem von französischen und ungarischen Züchtern auf der Basis der amerikanischen und auch europäischer Sorten Unterlagensorten geschaffen, die noch heute Bestand haben. Auf diese Unterlagensorten, die tolerant bis resistent gegen die Wurzellaus sind, veredelte man die europäischen Kultursorten. Diese Veredlung ist allerdings nicht ganz unproblematisch. Die wärmebedürftigere Rebe kann in Mitteleuropa nur mit fachlichem Spezialwissen wie ein Obstbaum im Freiland veredelt werden. Dabei hilft die Klimaerwärmung.
Das übliche Verfahren im Treibhaus ist die sogenannte „Tischveredlung“ mittels englischer Kopulation, die heute mit Maschinen durch einen Omegaschnitt ausgeführt wird.
Im Ergebnis dieser Entwicklung stellte sich heraus, dass, wie im Obstbau, Veredlungen früher und reicher tragen. Neben dem Schutz gegen die Reblaus bringt die Pfropfrebe also auch wesentliche weinbauliche Vorteile. Deshalb sollte der Hobby-Winzer nur Pfropfreben pflanzen.
Nur bei schwer beschaffbaren Sorten und wenn sich in der Nähe keine Rebschule befindet, kann der Sortenliebhaber auf die wurzelechte Vermehrung mittels Einaugensteckhölzer im Treibhaus oder Frühbeet oder Mehraugensteckhölzer auch im Freiland zurückgreifen. Der Hobby-Winzer in den Weinbaugebieten muss dabei unbedingt die einschlägigen Landesbestimmungen zur Pfropfrebenverwendung beachten. Diese sind bei den Ämtern für Garten- und Weinbau zu erfragen.

Auswahl der Unterlage

Mitteleuroäische Unterlagen sind Kreuzungen amerikanischer und neuerdings auch asiatischer Wildarten (Vitis rupestris, V. riparia, V. berlandieri, V. cinerea und V. amurensis) mit sich selbst oder mit europäischen Kultursorten mit dem Ziel der Wurzelreblausunanfälligkeit. Zusätzliches Ergebnis dieser Züchtungen sind unterschiedliche Wuchsstärken und Kalkverträglichkeiten, die es dem Winzer erlauben, die Unterlagen entsprechend der unterschiedlichen Bodenbedingungen und Erziehungsarten einzusetzen.
Relative Wuchsstärke der Pfropfkombination auf der Unterlage.
Im Lebenszyklus der Reblaus gibt es sowohl Formen, die nur die Wurzeln, als auch solche, die nur die Blätter befallen. Die Unterlagen sind tolerant bis resistent gegen die Wurzelläuse; die europäischen Kultursorten weitgehend resistent gegen die Blattläuse. Daraus ergibt sich, dass die Pfropfrebe der Reblaus jegliche Lebensgrundlage entzieht.
Die europäischen Winzer waren damit die ersten Landwirte, die einen Schädling biologisch bekämpften!
Von den Unterlagensorten befinden sich, ebenso wie bei den Kultursorten, Klone im Angebot. Unterlagensorten bringen minderwertige Trauben.
Grundsätzlich wählt man die für den Standort günstigste Unterlage. Fehlgriffe müssen mit Ertragseinbußen bezahlt werden.
In Deutschland sind elf Unterlagen zugelassen. Die wichtigsten sind: Kober 5 BB, Kober 125 A...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titel
  3. Inhalt
  4. Vorwort
  5. Voraussetzungen für den Weinbau
  6. Sorten, Unterlagen und Erziehung
  7. Bodenpflege und Rebschutz
  8. Von den Trauben bis zum Wein
  9. Service

Häufig gestellte Fragen

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