Iris in bester Gesellschaft
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Iris in bester Gesellschaft

Inspirierende Ideen für die Verwendung von Schwertlilien im Garten

  1. 168 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Iris in bester Gesellschaft

Inspirierende Ideen für die Verwendung von Schwertlilien im Garten

Über dieses Buch

Iris? Anspruchsvolle Diven, ein bisschen verstaubt, etwas kitschig und altmodisch. So ist wohl das Image, das dieser Pflanzengattung anhängt. Lassen Sie sich vom Gegenteil überzeugen. Heidi Howcroft und Christa Brand verstehen es meisterhaft diese Pflanzengattung ins rechte Licht zu rücken, denn die Iris-Familie ist groß und alle Arten haben ihre Reize. In diesem Buch erfahren Sie, welche Stärken jede einzelne mitbringt, wie man sie im Garten gekonnt einsetzt und welche Beet-Gesellschaft am besten passt. Beispiele großartiger Irisgärten in Deutschland und der Schweiz zeigen, welche tragende Rolle die Iris in der modernen Gartengestaltung spielen kann.

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Information

Jahr
2019
eBook-ISBN:
9783818609948
ISBN drucken
9783818603984

Die neuen Irisgärten

Von der Farbe verzaubert

Der Garten von Brigitte und Peter Chopard

Iris aus Leidenschaft

Der Garten von Brigitte und Peter Chopard in der Westschweiz

Als Brigitte und Peter Chopard 2002 den Irisgarten von Château de Vullierens (siehe Sortenvielfalt und Neuheiten) mit Freunden besuchten, konnten sie nicht ahnen, welchen Stellenwert Schwertlilien in ihrem Leben einnehmen würden. Beim Anblick der Farbenvielfalt der Irisfelder waren sie wie verzaubert, es war der Beginn einer Leidenschaft, die den Umgang mit Iris im Garten neu definieren sollte.
Guter Partner: Eine Einzelblüte der gelben Iris Barbata-Elatior ‘Southern Comfort’ reicht, um die zartgelb umrandeten, gekräuselten Domblätter der Iris Barbata-Elatior ‘Slovak Prince’ vor der malerischen blauen Kulisse von Iris sibirica und Akelei zu betonen.

„Wir mögen keinen aufgeputzten Garten“

Beim berufstätigen Ehepaar war 1998 mit dem Umzug aus Bern aufs Land, wie Brigitte auf ihrer Homepage62 schreibt, „an Wochenenden nicht mehr wie früher Yamaha (Motorrad), sondern Wolf oder Gardena (Rasenmäher) angesagt.“ Der 570 m2 große Garten um das neue Haus im Kanton Fribourg, südöstlich von Bern in der Westschweiz, wurde intuitiv angelegt. Pflanzen wurden nach Lust und Laune gekauft und dort hingepflanzt, wo es gefühlsmäßig passt. Und sollte eine Pflanze nicht gedeihen, wurde sie so lange umgepflanzt, bis sie an der richtigen Stelle war. Dass beide, Peter und Brigitte Chopard, mit einem grünen Daumen gesegnet sind, wurde schnell klar.
Jahr um Jahr schrumpften die Rasenflächen, dafür wuchsen die Pflanzbeete: freifließende organische Formen gefüllt mit Gehölzen und Stauden. Ein Teich kam hinzu, natürlich mit gelben Sumpfschwertlilien (Iris pseudacorus) und entsprechenden Begleitpflanzen, denn die Natur sollte auch einen Platz im Garten haben. Es sind aber die edlen Verwandten der heimischen Iris, die Iris Barbata- wie auch die Iris Sibirica- und Iris Spuria-Hybriden, die den Garten von den Chopards in etwas Besonderes verwandelt haben.
Die Schwertlilien fühlten sich wohl, entwickelten sich prächtig, was keine so große Überraschung sein sollte, denn hier um den Murtensee scheinen Iris zuhause zu sein. Sie sind in den Bauerngärten in den Dörfern zu finden, namenlose Sorten, die unter Nachbarn und Freunden ausgetauscht werden. Anfangs wurden die neu erworbenen Bart-Iris in die Beete vor dem Haus gepflanzt. Sie wurden gewissenhaft etikettiert und in Peters Datei eingetragen. Dieser Grundstock an Information ist ausgesprochen wertvoll, wenn es darum geht, zu prüfen, ob die Sorten tatsächlich gartenwürdig und robust genug für die Gegend sind. Mit zunehmender Begeisterung wurden Jahr um Jahr mehr Sorten dazugekauft. Die etablierten Bart-Iris blühten prächtig, vermehrten sich und bildeten Horste, die herausgehoben und geteilt wurden. Es stellte sich die Frage, wohin mit den Rhizomen? Sie konnten nicht am gleichen Platz wieder eingepflanzt werden, man brauchte frische Flächen. Was nun?
Trotz der Fülle wirkt der Garten aufgrund des Standorts geräumig. Das Eckgrundstück in der Neubausiedlung, auf 597 m über dem Meeresspiegel gelegen, ist auf zwei Seiten von der Anliegerstraße umgeben und blickt nach Westen hin über eine sanfte Landschaft von leicht abschüssigen Feldern – typisch für das Mittelland der Schweiz – auf das Jura-Gebirge. Nach Norden hin fällt der Blick auf ein leeres Grundstück. Mit 870 m2 gehört dieses Areal auch zum Grundbesitz der Chopards. Diese Fläche war eine Abstandsfläche zum Nachbarn und wurde regelmäßig vom Bauern gemäht. Als 2007 die Platznot für die neu erworbenen Sorten und die Nachkömmlinge der ersten Iris-Sorten brisant war, wurde ein 5 m breiter Streifen der Abstandsfläche zum Hausgarten hin als Notquartier für die überschüssigen Schwertlilien in Anspruch genommen. Auf den frischen, eher lehmig-steinigen Böden des ehemaligen Molassen-Hügels wuchsen die Iris prächtig. Der offene und sonnige Standort war geradezu ideal.
Im Detail wunderschön und in der Fülle berauschend: von links nach rechts opulente Iris Barbata-Elatoir ‘Parvin’s Pinot’ mit Iris Barbata-Elatior ‘Ever After’, begleitet von dunkelpurpurner Akelei, schrill pinkfarbener Lichtnelke (Lychnis coronaria) und Goldlack (Erysimum suffruticosum ‘Gold Dust’).
Weil Brigitte „nach der Iris-Saison nicht nur abgeblühte Stängel von Iris sehen wollte, pflanzten wir dazwischen auch Lupinen in mehreren Farben, Rosen, Dahlien und einige Stauden, sodass wir bis in den Herbst hinein etwas Blühendes haben.“ Wie bei der Auswahl der Iris wurde auch die Begleitung mit Bedacht ausgesucht. Es wurde auf Form, Farbe und Blütezeit geachtet, vor allem wie die Stauden und Blumenzwiebeln sich mit den Iris vertragen. Taglilien (Hemerocallis), ein bekannter und erprobter Partner zu den Iris kamen hinzu, auch Akelei, Pfingstrosen, Margeriten und Brigittes Favoriten: Dahlien.

Ein besonderer Irisgarten

Es blieb natürlich nicht bei den 5 m, 12 weitere kamen hinzu, bis schließlich 2011 die gesamte Fläche zu einem einzigartigen Irisgarten verwandelt wurde. Wie im Hausgarten wurde auch hier eine freifließende Formsprache gewählt, Kieswege zogen und schlängelten sich durch das Areal, einzelne Gehölze wurden als Auftakt gepflanzt: eine Rose ‘Sole Mio’, ein Viburnum, aber kein Gehölz so groß, dass es Schatten erzeugt. Das Sortiment an Schwertlilien war inzwischen beachtlich. Neben den Iris-Barbatas wurden auch Iris Sibirica- und Iris Spuria-Hybriden gepflanzt, alle etikettiert und in Peters Datei gewissenhaft eingetragen. Wie die begleitenden Stauden scheinen die Schwertlilien wie selbstverständlich im Beet zu stehen. Die Wechselwirkung der Blütenfarbe wie auch die Gestalt der Pflanze und ihr Laub bildeten spannende, jedoch vollendete Kompositionen. Aber Blicke täuschen, dieses lockere, farbenfrohe, fast impressionistische Gebilde entsteht nicht von selbst, sondern ist das Ergebnis von umfangreichem Wissen und Kenntnissen, wie auch von gestalterischer Empfindung und Knochenarbeit.
Peter hat eine Begabung für Farbzusammenstellungen. Wie ein Künstler sucht er genau den richtigen Farbton aus, sodass Farben von Blüte zu Blüte in einer Art Kettenreaktion weitergeleitet werden. Oft ist die Wirkung subtil, etwa wie bei Iris Barbata-Elatior ‘Cherry Blossom Song’63 und Diptam (Dictamnus albus). Die zartvioletten Töne am Rande der Hängeblätter der Bart-Iris wiederholen sich auf den kleineren Blättern der zahlreichen sternförmigen Blüten. Durch diese bedachte Farbauswahl entsteht Harmonie, die harten Farben werden entschärft, die Textur der Blütenblätter, ob seidig oder samtig, transparent oder dicht, kommen alle ins Spiel.
Wie die Chopards schnell zu spüren bekamen, wuchsen nicht nur die Iris und die Stauden hervorragend, sondern auch die Wildkräuter. Wild-Lein (Linum bienne) vom Feld ist irgendwann eingedrungen, die Lupinen säten sich aus und wie Verbena bonariensis und Akelei verselbstständigten sie sich. Gezieltes Jäten um die und zwischen den Iris-Pflanzen war vonnöten – eine mühsame aber wichtige Arbeit, wobei man stets mit der Frage konfrontiert wird, ob man eine wunderschöne Zufallskomposition zugunsten des allgemeinen Wohls der Iris stören sollte. Goldlack (Erysimum suffruticosum ‘Gold Dust’) breitete sich zu Teppichen aus, das leuchtende Gelb ist ein hervorragender und gewagter Hintergrund zu den tiefen, samtigen violett-purpurnen Tönen der Schwertlilien wie Iris Barbata-Elatior ‘Black Dragon’64 oder ‘Dracula’s Kiss’65.
Die Flächen füllten sich schnell, neue Iris-Sorten, auch kleinwüchsige, kamen hinzu – viele direkt aus den USA importiert, z.B. von Schreiner’s Iris Gardens in Salem (Oregon), vom Mid-America Garden LLC, ebenfalls in Salem (Oregon), oder auch von Aitken’s Salmon Creek Garden in Vancouver (Washington State). Es wurden Kataloge gewälzt, spezifische Blütenformen, Farben und Farbzusammenstellungen gesucht und nac...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titel
  3. Inhalt
  4. Vorwort – Von Iris verzaubert
  5. Schwertlilien stellen sich vor
  6. Die Kollektionen
  7. Die neuen Irisgärten
  8. Endnoten
  9. Service
  10. Impressum

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