Der Pilzberater für unterwegs
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Der Pilzberater für unterwegs

Fragen & Antworten

  1. 128 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Der Pilzberater für unterwegs

Fragen & Antworten

Über dieses Buch

The Mushroom Guide for Use in the Field From the real world – questions from internet forums Anyone who gathers mushrooms will soon be confronted with issues that a normal identification book cannot answer. The author, Björn Wergen, is a certified mushroom specialist and regularly advises mushroom gatherers in the field and in an internet forum, and he knows exactly what questions are most on mushroom enthusiasts' minds. Here, you'll find specific and competent answers to a whole range of questions on the most important edible and poisonous mushrooms.

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Information

Lamellenpilze
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© Schuster, Gerhard
Grünling
Wie sieht der Grünling aus?
Lupe.tif
Der Grünling (Tricholoma equestre) ist ein mittelgroßer Lamellenpilz mit jung gewölbtem, später ausgebreitetem Hut. Auf der gelblichen, etwas schmierigen Hutoberseite befinden sich grünliche Schüppchen, die sich in der Mitte konzentrieren und zuweilen eine olivgrünliche Platte bilden. Die Lamellen sind zitronengelb und stehen eher eng. Kurz bevor sie den Stiel erreichen, bilden sie den für Ritterlinge typischen Burggraben, eine kleine Grube die den Stiel ringförmig umgibt. Allein dieses Merkmal reicht aus, um einen Ritterling zu erkennen, doch haben nicht nur Vertreter aus der Gattung Tricholoma diese Eigenschaft, sondern auch Arten aus ähnlichen Gattungen, etwa jener der Weichritterlinge (Melanoleuca).
Der Grünling wächst gerne unter Kiefern, mit denen er eine Mykorrhiza bildet. Seltener findet man ihn auch unter anderen Nadelbäumen oder sogar unter Laubbäumen, zum Beispiel Birken.
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© Wergen, Björn
Grünling
  • Ritterlingshabitus.
  • Überall gelbgrünliche Farben.
  • Bei Nadelbäumen, oft Kiefern.
Warum gilt der Grünling als giftig?
Buch.tif
Bis 2001 galt der Grünling als guter Speisepilz, den man gerne sammelte. Er hat einen milden, etwas mehligen Geschmack und wurde oft als Delikatesse verwendet und sogar auf Märkten angeboten. Diese Zeiten sind jedoch vorbei, nachdem eine französische Studie im Jahr 2001 gezeigt hat, dass einige Vergiftungsfälle zwischen 1992 und 2000 auf den Grünling zurückzuführen sind. Dieser enthält einen Giftstoff, der beim Menschen die sogenannte Rhabdomolyse, eine Muskelschwäche, verursacht, die im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Die genaue Wirkung ist noch nicht bis ins Detail erforscht, unter anderem weil das Gift anscheinend nicht bei jeder Person in gleicher Weise wirkt. 2010 wurde die Art von einer deutschen Krankenkasse irrtümlicherweise als essbar deklariert, was jedoch schnell bemerkt und korrigiert wurde.
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Typischer Burggraben beim Grünling. © Wergen, Björn
Wie kann es sein, dass ein Pilz, den ich jahrelang gegessen habe, auf einmal als giftig bezeichnet wird?
Buch.tif
Dass der Speisewert einer Art aufgrund des Geschmacks umstritten ist, kommt in der Literatur häufiger vor. Dagegen ist es eine Seltenheit, dass eine langjährig gerne gesammelte und genossene Art plötzlich als gefährlicher Giftpilz eingestuft wird. Ähnliches haben die Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) und der Kahle Krempling (Paxillus involutus) erleben müssen. Diese beiden Arten waren sogar Marktpilze und gelangten dadurch erst recht in die Küchen. Die durch den Grünling verschuldeten Todesfälle in Frankreich sind ein alarmierendes Zeichen für die Unkenntnis über die Wirkung von Stoffen in Pilzen. Zudem unterscheiden sich Konzentration und Wirkung vermutlich von Region zu Region. Darum rate ich dringend davon ab, die in aktueller Literatur als giftig deklarierten Arten zu verwerten, und zwar so lange, bis eindeutig Klarheit über die Wirkung des Giftstoffes besteht. Da der Grünling hierzulande zudem eher selten ist, sollte man auf sichere Speisepilzarten zurückgreifen.
Gibt es essbare Pilze, die man mit dem Grünling verwechseln kann?
Lupe.tif
Aus sämtlichen Gruppen gibt es grünliche oder gelbgrünliche Pilzarten, die dem Grünling mehr oder weniger ähnlich sehen. Dazu zählen einige essbare Täublinge (Russula), etwa der Grasgrüne Birkentäubling (Russula aeruginea), der Grünfelderige Täubling (Russula virescens) oder der Grüne Speise-Täubling (Russula heterophylla). Diese Arten lassen sich jedoch relativ schnell vom Grünling unterscheiden: Die Lamellen brechen bei Berührung ab und der Stiel zeigt beim Überbrechen keinerlei Fasern. Als der Grünling noch als essbar galt, wurde oft auf seine Ähnlichkeit mit dem hochgiftigen Grünen Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) verwiesen. Dieser hat an der Stielbasis eine Hülle, einen Stielring und weiße, frei stehende Lamellen.
Kahler Krempling
Welche Lebensweise hat der Kahle Krempling?
Buch.tif
Der Kahle Krempling (Paxillus involutus) ist an verschiedene Laubhölzer gebunden, sehr gerne wächst er unter Buchen, Eichen und Eschen. Er ist ein Ektomykorrhizapilz, der mit seinem Myzel die Wurzelspitzen einer höheren Pflanze, in diesem Fall eines Baums, umhüllt und mit ihm Nährstoffe austauscht. Forschungen haben ergeben, dass der Kahle Krempling jungen Baumsämlingen ein besseres Wachstum ermöglicht. Seine ök...

Inhaltsverzeichnis

  1. Über den Autor
  2. Haupttitel
  3. Vorwort
  4. Einleitung
  5. Röhrlinge
  6. Lamellenpilze
  7. Nichtblätterpilze
  8. Service
  9. Impressum