Das geheime Leben der Insekten
eBook - ePub

Das geheime Leben der Insekten

Luftakrobaten und Kletterkünstler in unseren Gärten

  1. 192 Seiten
  2. German
  3. ePUB (handyfreundlich)
  4. Über iOS und Android verfügbar
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Das geheime Leben der Insekten

Luftakrobaten und Kletterkünstler in unseren Gärten

Über dieses Buch

Ihr Garten ist ein Dschungel für Spinnen und Insekten wie Schmetterlinge, Hummeln und Wildbienen, die hier ein geheimnisvolles Leben führen. Tauchen Sie ein in ihre Welt, schauen Sie hinter die Kulissen von Insektenhotels und Pflasterritzen, erleben Sie erstaunliche Einblicke in den Alltag von Kreuzspinne, Mauerbiene und Zitronenfalter. Über 400 liebevolle Nahaufnahmen und Serienfotos zeigen unsere sympathischen Nachbarn als ganz besonderer Persönlichkeiten.

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Information

Jahr
2017
eBook-ISBN:
9783818602796
ISBN drucken
9783800103829
Von der Spitze ihres Blatts herab scheint diese Wegwespe ihr Revier zu überblicken.

Überleben

Auf der Spitze des riesigen Blattes sitzend, ähnelt das Insekt links einem Bergsteiger, der seinen Blick über das Panorama zu seinen Füßen schweifen lässt.
Doch es sitzt nicht dort, um seinen Garten zu bewundern, sein Biotop, wie es in der Sprache der Ökologie heißt. Der Garten ist für das Insekt nichts anderes als ein Nahrungslieferant und ein Gelände voller Fallen. Mit ein wenig Glück gelingt es ihm, sich fortzupflanzen, bevor es sein kurzes Leben beschließt. Bei den Insekten vollenden die Erwachsenen (die man auch Imagos nennt, weil sie gemäß dem lateinischen Wortsinn „das Bild ihrer Art“ darstellen) ihr aktives Leben meist im Laufe einer einzigen Saison. Symbolisch für die Kürze ihrer Existenz mag die – so treffend benannte – Eintagsfliege stehen, die ihre Flügel erst entfaltet, wenn die Fortpflanzung schon ansteht, und dann oft kaum länger lebt als einen Tag. Die Flugzeit des Maikäfers dauert nur einen Monat, auch wenn seine Larve drei Jahre im Boden verbringt. Zeit genug, um sich auf das kurze Erwachsenenleben vorzubereiten. In der Biologie stellt man den Insekten oft die Säugetiere gegenüber, die „das Leben lernen“, während ihr Gehirn noch reift. Die Imagos der Insekten „wissen“ vom Moment des Schlüpfens an, was sie zum Leben brauchen. Instinktiv erkennen sie die Pflanzen, von denen sie sich ernähren, die Beutetiere, die sie fangen können. Bei ihnen dominieren die Gene über die Erfahrung, und das grundlegende Verhalten ist in ihren Köpfen vorgeprägt.
Bleibt ihnen noch, die Anweisungen ihrer Gene auf die Zufälligkeiten ihres Lebensraums anzuwenden. Ein Mückenweibchen muss zwingend einen passenden Arm oder eine Backe finden, um das Überleben ihrer Art zu sichern. Doch einige Verhaltensweisen bei der Fortpflanzung sind so kompliziert, dass sie wie bewusst gesteuert wirken.
Das ist zum Beispiel der Fall bei den Raubwespen. Nachdem sie ein Nest für die Eiablage gegraben hat, macht die Wespe sich auf die Suche nach einer Beute (meist einer Spinne). Sie fängt sie und injiziert ihr ein lähmendes Gift, bevor sie sie zum Nest bringt. Die Beute dient als Frischfleisch für den Nachwuchs. Zum Schluss verschließt die Wespe dann ihr Nest.
Am Ablauf dieses Fortpflanzungsverhaltens sind sämtliche Sinne des Insekts beteiligt. Als Mittler zwischen der Umgebung und dem Tier übertragen die Sinnesorgane ihre Informationen an das Organ, das das Verhalten steuert: das Gehirn. Zwei der Sinnesorgane verdienen dabei besondere Beachtung: die Fühler und die Augen.

Der Garten, ein Dschungel für die Insekten

Die Bühne unserer Beobachtungen ist ein mit Wildkräutern angefüllter Blumengarten. Doch der Frieden, der hier zu herrschen scheint, ist eine Illusion. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich das Gesetz des Dschungels, bestimmt von einer gnadenlosen Konkurrenz zwischen Pflanzen, die um ihren Standort kämpfen, und zwischen Tieren, die sich gegenseitig fressen. Der Kampf der Pflanzen ums Überleben, so leise und bedächtig ausgetragen, erfordert eine Geduld, die ganz dem Pflanzenreich zu eigen ist.
Dagegen gipfelt bei den Tieren der Kampf ums Überleben in dramatischen Szenen, in denen sich zwei Gegner gegenüberstehen. Meistens enden sie mit dem Tod des Unterlegenen, der dann gefressen wird. Aber es gibt auch noch die „Liebesszenen“ bei der Fortpflanzung.
Die Insekten und die Spinnen sind die Hauptdarsteller in diesem kleinen Theater des Lebens, bei dem die Stücke sich in einem klar umgrenzten Raum – dem Garten – und Zeitabschnitt – dem Jahr – abspielen. Die Vorstellung beginnt jeweils im Frühjahr und endet im Herbst, der Winter bringt dann eine lange Pause.
Ein winziger Schmetterling aus der Familie der Miniermotten (Gracillariidae) sitzt einsam und verletzlich in den unendlichen Weiten des Pflanzenreichs.
Wildkräuter nehmen die Logenplätze in dem Garten ein, in dem die Fotos aufgenommen wurden. An der Spitze dieses Grashalms hängt ein Tautropfen.
...

Inhaltsverzeichnis

  1. Cover
  2. Titel
  3. Inhalt
  4. Die Insekten und die Blumen
  5. Funktionelle Körper
  6. Überleben
  7. Fortpflanzung
  8. Das unendlich große Volk der Insekten
  9. Zum Weiterlesen
  10. Danksagung
  11. Impressum