In seiner großen Studie Sex and culture aus dem Jahr 1934 untersuchte der britische Ethnologe Joseph D. Unwin den Zusammenhang zwischen den jeweils geltenden Sexualnormen und der gesellschaftlichen Entwicklung. Dazu wertete er eine immense Fülle an ethnologischen und historischen Daten aus - aus der Zeit der Babylonier bis ins 20. Jahrhundert. Seine Ergebnisse sind heute aktueller denn je. Unwin wies nach, dass der Aufstieg und Niedergang einer Kultur eng mit der Frage verknüpft ist, wie sehr es einer Gesellschaft gelingt, Monogamie und Familienwerte zu fördern. Gesellschaften, in denen sexuelle Freizügigkeit über drei Generationen hinweg die Kultur prägten, befanden sich in allen untersuchten Beispielen im Niedergang.Bei der vorliegenden Ausgabe handelt es sich um die erste deutschsprachige Teilübersetzung von Unwins Sex and culture, die alle für den Gedankengang zentralen Abschnitte sowie - in beispielhaften Auszügen - ethnologische und historische Belege enthält.

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Sexualität und Gesellschaft
Warum sexuell freizügige Gesellschaften langfristig scheitern
- 200 Seiten
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Sexualität und Gesellschaft
Warum sexuell freizügige Gesellschaften langfristig scheitern
Über dieses Buch
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Information
1. Die Anlage der Studie
1.1 Die Untersuchung
Sowohl unter zivilisierten wie auch unzivilisierten Völkern herrscht ein enger Zusammenhang zwischen den Möglichkeiten, Sex zu praktizieren, und dem Zustand der Kultur, und ich hielt es für lohnenswert, eine detaillierte Untersuchung dieses Sachverhalts durchzuführen. Die Resultate meiner Untersuchung und die Schlussfolgerungen, die ich aus den Fakten gezogen habe, werden auf den folgenden Seiten präsentiert.
Indem ich sie nun öffentlich vorlege, bin ich mir nicht nur des voluminösen Umfangs des Quellenmaterials bewusst, das ich den Leser zu prüfen bitte, sondern auch der etablierten Meinung, die in Bezug auf die Regulierung des Sexualverhaltens gegenwärtig herrscht. Diese Meinungen können entweder als dogmatisch oder theoretisch bezeichnet werden. Diejenigen, die einer dogmatischen Meinung anhängen, behaupten, dass ihre Schlussfolgerungen auf einem übernatürlichen Gebot gründen; da aber dieses übernatürliche Gebot nicht von allen Menschen geteilt wird, können die Vertreter dogmatischer Meinungen keine Autorität beanspruchen, außer denen gegenüber, die das Gebot teilen und damit zwangsläufig die Meinung bereits unterschreiben. Theoretische Meinungen werden von denjenigen vertreten, die gegen den Dogmatismus der vorigen Partei rebelliert haben. Sie ersetzen das übernatürliche Gebot ihrer Gegner durch einen vermeintlichen Rationalismus. Dennoch haben ihre Schlussfolgerungen keine größere Stichhaltigkeit, weil es ihnen kaum gelingt, den persönlichen Anteil aus ihren Vorannahmen auszuschließen; und wenn sie versuchen, ihre Meinung unter Verweis auf Quellenmaterial zu rechtfertigen, haben sie die Tendenz, rationale Nachweise durch vermutete Hypothesen zu ersetzen und eine Ansammlung an passendem Veranschaulichungsmaterial als Beweis ihrer individuellen Theorien vorzulegen. Solche Methoden sind desaströs, wenn man sich mit Themen wie Sex und Kultur beschäftigt. Deshalb habe ich mich bemüht, eine Methode zu entwickeln, bei der der persönliche Anteil weitgehend vermieden werden soll, und versucht, eine Herangehensweise zu adaptieren, die einer naturwissenschaftlichen so nahe wie möglich kommt. Auf diese Weise hoffe ich mich selbst abgesichert zu haben gegen voreilige und oberflächliche Schlussfolgerungen. Ich bin mir der Hindernisse durchaus bewusst, die einem Erforscher menschlichen Verhaltens, der danach strebt, die Methoden der exakten Wissenschaften anzuwenden, im Wege stehen. Dennoch bin ich überzeugt, dass – wenn das Studium menschlicher Interaktionen ein höheres Level erreichen soll als das bloßer Meinungen (die immer abhängig sind von der Zeit, in der sie geäußert werden) – ein radikaler Wandel stattfinden muss gegenüber den Methoden, die bisher angewendet wurden. Daher schlage ich vor, dieses Kapitel zu nutzen, um die Methode und die Formulierung exakter Definitionen zu bedenken.
Wenn ein Chemiker eine Untersuchung durchführt über die Reaktion zweier chemischer Elemente, drückt er keine persönliche Meinung aus. Er akzeptiert die Ergebnisse als Teil der ihnen inhärenten Natur und veröffentlicht sie mithilfe der Formelsprache, die allen Chemikern gleichermaßen vertraut ist. Wenn das getan ist, wird er vielleicht sein Material einer vertieften Analyse unterziehen. Möglicherweise wird er um die Hilfe anderer Wissenschaftler bitten, damit die natürliche Beschaffenheit der Elemente noch exakter erforscht wird. Die Beachtung und Annahme der vorangegangenen Ergebnisse jedoch und der erkannte Grund für das beobachtete Verhalten liegen in der endgültigen Natur des physikalischen Universums begründet.
Für das Studium des menschlichen Verhaltens, so möchte ich behaupten, trifft das Gleiche zu. Wenn aufgrund einer intensivierten Erforschung von Zeugnissen menschlicher Kultur erkannt wird, dass bestimmte kulturelle Faktoren mit bestimmten sozialen Faktoren korrelieren, müssen wir zunächst das Belegmaterial sammeln, klassifizieren und präsentieren; anschließend müssen wir es so gut wie möglich dokumentieren, damit wir nachvollziehbare Vermutungen anstellen können, die die Art und Weise reflektieren, wie die Phänomene verbunden sind. Wenn das getan ist, können wir um die Hilfe von Psychologen und Biologen bitten, damit gemeinsame Überlegungen angestellt werden, an deren Ende eine Schlussfolgerung steht, die die Zustimmung aller findet. Die Akzeptanz des ersten Nachweises muss jedoch der nachfolgenden Diskussion vorangehen. Wir können uns nicht im Sonnenschein der Theorie sonnen, bevor wir in das kalte Wasser der Fakten gesprungen sind. Der allerletzte Grund für ein beobachtetes Verhalten wird dessen ungeachtet immer in der Natur des Menschen verborgen bleiben. Unsere individuellen Meinungen über die Relation zwischen kulturellen und sozialen Faktoren sind irrelevant. Wenn wir versuchen, unsere persönlichen fixen Ideen einzubringen, berauben wir uns selbst der Anziehungskraft der reinen menschlichen Vernunft.
Der experimentierende Chemiker jedenfalls genießt viele Vorteile, die dem Sozialwissenschaftler vorenthalten sind. Er kann seine Ergebnisse mittels aussagekräftiger Zeichen, die seine Kernaussage präzise und ökonomisch ausdrücken, mitteilen. Der Erforscher menschlichen Verhaltens hingegen ist gezwungen seine Nachweise in alltäglichen Worten zu erklären und er muss seine Untersuchung mit der Definition exakter Fachbegriffe einleiten. Ein Chemiker bringt seine symbolische Gleichung auf eine Seite und kann den Rest seiner Abhandlung einer Diskussion über deren Bedeutung widmen. Ein Sozialwissenschaftler muss den langen und beschwerlichen Weg einer monotonen Darstellung gehen und seine Interpretation zurückhalten, bis das Belegmaterial in Gänze präsentiert und beleuchtet worden ist. Das ist die einzige zuverlässige Methode. Die Veranschaulichung einer persönlichen Theorie durch das Zitieren einiger Beispiele ist nicht zielführend, da auf diese Weise auch viele gegenteilige und sogar widersprüchliche Theorien „bewiesen“ werden könnten (und tatsächlich schon „bewiesen“ wurden).
Ein dritter Vorteil, den der Chemiker genießt, entsteht durch die Natur des Materials, mit dem er arbeitet. Wenn er seine Formel über das Verhalten zweier chemischer Substanzen veröffentlicht hat, kann jeder andere Chemiker durch ein einfaches Experiment die Richtigkeit seiner Schlussfolgerung überprüfen. Der Beweis kann unbegrenzt oft erbracht werden, weil auch das Experiment unbegrenzt oft wiederholt werden kann. Im Ergebnis heißt das: Solange die Natur gleichförmig bleibt, wird die beobachtbare Reaktion zwangsläufig die Gleiche bleiben. Nun geht die Begrenzung sexueller Möglichkeiten immer mit einer Verbesserung des kulturellen Zustands einher (und soweit ich weiß, war dem auch immer so); aber durch ein Studium allein der Fakten ist es für mich nicht möglich zu behaupten, dass dieses Zusammentreffen zwangsläufig ist, da ich keine Serie von Experimenten durchführen kann, durch die ich die Wahrheit der Behauptung (oder Prophezeiung) testen könnte. Darüber hinaus kann ich nicht sagen, dass die Aussage für jede Gesellschaft, die existiert oder existiert hat, wahr ist, da der Beweis, auf dem eine solche Erklärung basiert, nicht zu erbringen ist. Alles, was ich tun kann, ist in meine Erhebung so viel verlässliches Quellenmaterial aufzunehmen wie möglich und eine finale Schlussfolgerung so lange zurückzustellen, bis die Belege in Gänze präsentiert und dokumentiert sind. Und das ist es, was ich mir zu tun vornehme.
1.2 Das Material
Das Material, das für eine Untersuchung der Beziehung zwischen sexuellen Möglichkeiten und dem kulturellen Zustand verfügbar ist, ist von zweierlei Art, von historischer und anthropologischer. Es ist üblich, die Sozialgeschichte und die Gesellschaftsanthropologie als getrennte Disziplinen zu betrachten, aber die Unterscheidung zwischen ihnen ist zeitbedingt und kein Naturgesetz. Tatsächlich vermute ich, dass Sozialgeschichte und Gesellschaftsanthropologie zwei Strömungen des gleichen Wissensstroms sind. Für die Anliegen der Studie können wir einen vorübergehenden Damm zwischen beiden errichten, aber wenn wir diesen nicht rechtzeitig entfernen, werden wir sehen, dass der Strom unserer Studie nicht auf dem offenen Meer einer akzeptablen Schlussfolgerung ankommen wird. Das Wasser wird auf unfruchtbarem Land verschwendet – was nichts hervorbringen wird außer unscharfen Urteilen.
Zugleich ist die Unterscheidung mehr als eine akademische Konvention. Die historischen und anthropologischen Fakten dieser Studie sind von völlig unterschiedlichem Charakter. In den historischen Dokumenten können wir die Veränderungen beobachten, die sich Jahrhundert für Jahrhundert hinsichtlich des kulturellen Zustands einer Gesellschaft zutrugen. Das Studium der Gesellschaftsanthropologie fördert viele primitive, über die ganze Welt verstreute Völker zutage, die unterschiedliche Positionen auf der Skala der Kultur einnehmen. Die historischen Gesetzessammlungen und weitere aufschlussreiche Quellen erzählen uns von den Veränderungen, die die Mitglieder historischer Gesellschaften hinsichtlich ihrer Methoden, das Verhalten zwischen den Geschlechtern zu reglementieren, mitmachten.
Die sexuellen Vorschriften unzivilisierter Gesellschaften müssen wir jedoch anders studieren. Wir müssen die Regeln, die in einer Gesellschaft wirksam sind, mit denen vergleichen, die in einer anderen vorherrschen. Im einen Fall vergleichen wir den gesellschaftlichen Zustand mit dem Zustand der gleichen Gesellschaft in einer vorangegangenen oder nachfolgenden Epoche; im anderen Fall vergleichen wir den Zustand einer Gesellschaft mit dem Zustand einer anderen in der gleichen Epoche. Im ersten Fall bewegen wir uns durch die Zeit, im zweiten durch den Raum. Wenn wir uns auf die historischen Fakten konzentrieren, sollten wir den größeren Teil der Zeugnisse außer Betracht lassen. Wenn wir unsere Studie auf unzivilisierte Völker beschränken würden, wären die wichtigsten Gesellschaften aus der Studie ausgeschlossen. Etliche der historischen Zeugnisse sind, wie auch immer, überaus fragmentarisch. Für eine Schlussfolgerung können sie nur als unterstützendes Material für andere, vollständigere Zeugnisse in Anspruch genommen werden. Ich möchte die wichtigeren und zuverlässigeren historischen Fakten in den letzten Kapiteln dieses Buchs wiederholen. Aber damit das sehr beträchtliche Material einfacher bewältigt werden kann, beabsichtige ich, meine Folgerungen allein aus den anthropologischen Zeugnissen zu gewinnen. Auf diese Weise möchte ich nicht zuletzt die gebräuchliche Unterscheidung zwischen Sozialgeschichte und Gesellschaftsanthropologie wahren.
Für manche Gelehrte mag diese Unterscheidung willkürlich erscheinen. Nun, so möchte ich einen bedeutenden Physiker zitieren, der über die wissenschaftliche Vorgehensweise erklärte: „Alles ist mit allem verbunden. Unseren Forschungsgegenstand können wir beliebig auswählen. Wir können uns auf einen winzig kleinen Flecken konzentrieren oder uns für eine umfassende Untersuchung entscheiden. Bei der ersten Methode ist der Umfang begrenzt, bei der zweiten laufen wir Gefahr, oberflächlich zu sein. Wenn ein Einzelner sowohl Umfang, als auch Tiefe anstrebt, dann müssen beide Ziele zu unterschiedlichen Zeiten erledigt werden. Es ist nicht möglich, sie gleichzeitig zu bearbeiten.“17
Unsere vergleichsweise große Unkenntnis der Menschheitsgeschichte ist wirklich beklagenswert. Zuverlässige Informationen besitzen wir nur über wenige Gesellschaften, die für eine kurze Zeitspanne einen kleinen Teil der Erdoberfläche bewohnt haben. Und sogar in diesen Zeugnissen befinden sich viele Lücken.
Der soziale und kulturelle Zustand der Babylonier in der Zeit vor 1800 v. Chr. zeigt sich im Kodex Hammurabi und den erhaltenen Inschriften, Verträgen und Briefen, die auch von den Sumerern bekannt sind, wenn auch zu einem geringeren Grad. Aber bisher wurde noch kein ägyptisches Gesetzesbuch gefunden, und obwohl sich unsere Kenntnisse der ägyptischen Geschichte über 3000 Jahre erstrecken, klafft eine komplette Lücke an detaillierten Informationen bezüglich der Bedingungen, die in den jeweils einzelnen Jahrhunderten herrschten. Unser Wissen über die Assyrer ist größtenteils auf die Epoche nach König Sanherib beschränkt. Das Leben der frühen Perser bekommen wir nur flüchtig zu sehen. Es ist nicht sicher, ob die Illias und die Odyssee die Gewohnheiten der griechischen Achaier wiedergeben. Die athenische Gesetzgebung ist eine dunkle Ecke in einem ansonsten gutbeleuchteten Raum. Wir würden kaum etwas über das dorische Sparta wissen, wenn wir die Schriften der Athener nicht hätten. Die Gesetze der Manu erzählen uns etwas über die Bedingungen, unter denen die Alten Inder lebten. Aber über die frühen Chinesen und Japaner konnten nur wenige Fakten zusammengetragen werden. Für das Studium der Sassaniden ist Rawlinson beinahe unser einziger englischer Fachmann. Wenn wir das frühe Arabien diskutieren, müssen wir uns fast ausschließlich auf Robertson Smith verlassen. Unsere Kenntnisse über die Hethiter, Neu-Babylonier und Mauren ist nicht gut genug, um als Grundlage einer Untersuchung verwendet werden zu können. Sie können lediglich als verstärkende Nachweise für eine Schlussfolgerung dienen, die auf detaillierterem Material basiert. Die Römer, Germanen und Angelsachsen sind die einzigen Gesellschaften, von denen die Sozial- und Kulturgeschichte wirklich gut bekannt ist. Forschungen, die auf dieses historische Material begrenzt sind, können nicht beanspruchen, erschöpfend zu sein.
1.3 Definition von „kultureller Zustand“
Die Bedeutung des Wortes „Kultur“ ist recht weit. Es wird verwendet, um soziale Bräuche, Religion, Literatur, Künste, Wissenschaften, Herrschaftsformen, handwerkliche Fertigkeiten, Kommunikationsformen, Baustile und alle Industriezweige zu benennen. Wir sprechen von einem „kulturellen Kontakt“, wenn wir auf das Aufeinandertreffen von Gesellschaften unterschiedlicher Kulturen hinweisen, und von „kultureller Diffusion“, wenn wir auf die Tatsache anspielen, dass Migranten die Kultur ihrer neuen Heimat nicht einfach aufsaugen, sondern einen Teil ihrer eigenen Kultur bewahren, sodass jede der beiden Kulturen die andere affiziert. Die sogenannten kultivierten Zeitalter, die Altsteinzeit und die Jungsteinzeit zum Beispiel, haben ihre verschiedenartigen Ausprägungen von „Kultur“, die als Nachweis für die Entwicklung der menschlichen „Kultur“ herangezogen werden.
Es ist offensichtlich, dass die Verwendung eines so vielgestaltigen Begriffs strikt eingegrenzt werden muss, bevor man sagen kann, dass er eine präzise Bedeutung besitzt. Um zu dieser Begrenzung zu kommen, möchte ich einige grundsätzliche Tatsachen im Bezug auf unzivilisierte Völker voranstellen.
Die Arbeiten von Frazer, van Gennep, Driberg und Malinowski haben gezeigt, dass die Mitglieder unzivilisierter Gesellschaften spüren, dass sie von gewissen Kräften und Mächten umgeben sind. In Zeiten von Krankheit oder Not, bei Aussaat oder Ernte, wenn Regen gebraucht wird oder zu viel vorhanden ist, zur Geburt, dem Erwachsenwerden, Heirat und Tod und zu jedem bedeutsamen Ereignis manifestieren sich diese Kräfte oder Mächte. Deren Bedürfnisse müssen auf angemessene Weise befriedigt werden, am rechten Ort, zur rechten Zeit, durch die richtige Person.
Unter gewissen Umständen halten es einige Wilde für möglich, dass sie den Lauf der Natur durch Riten und magische Sprüche kontrollieren, Einfluss auf Wind und Wetter nehmen und Gefahren von ihnen, ihrem Vieh und ihrem Getreide abhalten können. Sie denken, dass sie die Erde überreden können Früchte hervorzubringen und die Tiere sich zu vermehren. Das ist zumindest die Art und Weise, in der die verschiedenen Riten interpretiert wurden. Aber wir müssen uns in Erinnerung rufen, dass die magischen Zeremonien zwar magisch, aber nicht genauso übernatürlich waren, und diese einfache Tatsache lässt mich zweifeln, ob wir immer richtig verstanden haben, was im Kopf des Wilden vor sich ging. Wie Driberg gesagt hat: Magie ist nicht allmächtig; wäre sie es, würde der Wilde überhaupt nicht arbeite...
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Tafeln und Abbildungen
- Warum sexuell freizügige Gesellschaften langfristig scheitern – Vorbemerkungen des Übersetzers
- Vorwort
- 1. Der Bezugsrahmen
- 2. Ethnologische Befunde
- 3. Rückentwicklungen bei unzivilisierten Ethnien
- 4. Psychologische Befunde
- 5. Zwischenbilanz
- 6. Gesetzmäßigkeiten des zwischenmenschlichen Verhaltens
- 7. Historische Befunde
- 8. Menschliche Entropie
- 9. Ergebnisse
- Nachweis zur Übersetzung
- Impressum
Häufig gestellte Fragen
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