
- 224 Seiten
- German
- ePUB (handyfreundlich)
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Über dieses Buch
"Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen." Exodus 22, 17In wenigen Gebieten der Geschichts- und Kulturwissenschaften hat sich in den letzten Jahren so viel bewegt und so viel verändert wie in der Hexenforschung.Zahlreiche Annahmen des "Schulbuchwissens" wurden durch genaue Analyse der Quellen und der territorialgeschichtlichen Hintergründe widerlegt. Das Bild ist vor allem zeitlich und räumlich viel differenzierter geworden. Warum waren bestimmte Gebiete verfolgungsintensiv, während Nachbarterritorien verfolgungsfrei blieben? Wie ist das Verhältnis Frauen und Männer unter den Opfern? Waren "Hexen" Trägerinnen eines vorchristlichen Kultes? Gingen die Verfolgungen von "oben" oder von "unten" in der Gesellschaft aus? Wie kam es zur Überwindung des Hexenglaubens? Die außereuropäische Ethnologie hat erkennen müssen, in wie hohem Umfang das Thema der Hexereiverdächtigungen auch in anderen Kulturen und bis in die unmittelbare Gegenwart präsent ist. Einige der massivsten Hexenverfolgungen haben weitab des abendländischen Kulturraumes stattgefunden. Der vorliegende Band trägt diesen neuen Forschungsergebnissen Rechnung und widerlegt viele Klischees. Dabei kommen nicht nur die grausigen und schmerzvollen Details der Verfolgungsgeschichte und das schwüle und üppige Bild gesellschaftlicher Hexensabbatfantasien, sondern auch das Umkippen des Hexenpradigmas im 20. und 21. Jhdt. zur Sprache. Wie wurde aus der "bösen Hexe" der europäischen Tradition die "gute Hexe" der ökofeministischen Esoterikszene und der Wiccabewegung? Vor allem: warum wurde die Hexe zur Identifikationsfigur? Wie steht es mit der antiken Vorgeschichte des Glaubens an Hexerei? Hexen. Eine kulturgeschichtliche Analyse orientiert facettenreich und auf neuestem Forschungsstand über das Thema aus einem globalen Blickwinkel, und bietet manche Überraschungen. Ergänzt wird der Band durch einige Quellentexte.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Über den Autor
- Zum Buch
- Titel
- Impressum
- INHALT
- VORWORT
- 1. HEXEN: EINE ERSTE PROBLEMANZEIGE
- 2. MALEFICA: DIE HEXE IN DER ANTIKE
- 3. HAGAZUSSA: DIE FRÜHE GESCHICHTE DES MITTELALTERLICH-EUROPÄISCHEN HEXENBILDES
- 4. DIE „ALTE RELIGION“: EIN GESPRÄCH MIT MARGARET MURRAY
- 5. SYNAGOGA SATANAE: FIKTIONEN EINER ANTI-RELIGION IM UNTERGRUND DES ABENDLANDES UND DAS HEXENIMAGINARIUM DER FRÜHEN NEUZEIT
- 6. „MALEFICOS NON PATIERIS VIVERE“: DIE EPIDEMISCHEN VERFOLGUNGEN (14.–17. JHDT.)
- 7. MALLEUS MALEFICARUM: HEXEREIVERDÄCHTIGUNGEN ALS INTELLEKTUELLES KONSTRUKT UND DIE ÜBERWINDUNG DES HEXENGLAUBENS
- 8. „MANGU“, „SOROKA“, „NGUA“: HEXEREIVERDÄCHTIGUNGEN UND HEXENBILDER IN AUßEREUROPÄISCHEN KULTUREN
- 9. SALEM: EIN REGIONALES BEISPIEL
- 10. EUROPÄISCHE SCHAMANEN? EIN GESPRÄCH MIT CARLO GINZBURG
- 11. „THERE IS NO SUCH THING AS MAGIC“: HEXENBILDER IN LITERATUR UND FILM (19.–21. JHDT.)
- 12. WIE AUS BÖSEN HEXEN GUTE HEXEN WURDEN: EIN GESPRÄCH MIT CHARLES GODFREY LELAND
- 13. WICCA UND DIE HEXE ALS IDENTIFIKATIONSFIGUR: DIE ENTSTEHUNG EINER RELIGION
- ANHANG: TEXTE
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