
Sarmatien – Germania Slavica – Mitteleuropa. Sarmatia – Germania Slavica – Central Europe
Vom Grenzland im Osten über Johannes Bobrowskis Utopie zur Ästhetik des Grenzraums. From the Borderland in the East and Johannes Bobrowski's Utopia to a Border Aesthetics
- 471 Seiten
- German
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Sarmatien – Germania Slavica – Mitteleuropa. Sarmatia – Germania Slavica – Central Europe
Vom Grenzland im Osten über Johannes Bobrowskis Utopie zur Ästhetik des Grenzraums. From the Borderland in the East and Johannes Bobrowski's Utopia to a Border Aesthetics
Über dieses Buch
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwarf Johannes Bobrowski mit seinem 'Sarmatien' einen literarischen Raum, der einen überraschend zeitgemäßen Orientierungspunkt für die Diskussion 'östlicher' europäischer Grenzräume im 20. und 21. Jahrhundert bietet. In der aktuellen Forschung ist eine Infragestellung von Grenzen durch Begriffe wie Liminalität (Turner), dritter Raum (Bhabha) oder Ähnlichkeit (Bhatti) zu beobachten. In den hier versammelten Beiträgen geht es darum, wie Grenzräume in deutschsprachigen literarischen Texten inszeniert, intermedial reflektiert oder dekonstruiert werden, und welche Rolle das innerhalb eines bestimmten Feldes oder Diskurses spielt. Der Vergleich von Werken Musils, Celans, Sebalds oder Trojanows mit Beispielen aus der russischen, kasachischen, polnischen oder tschechischen Literatur (u.a. Babel, Tokarzcuk, Belger) eröffnet komparatistische und interdisziplinäre Perspektiven auf ein über Europa hinausreichendes Panorama literarischer Grenzräume.In the aftermath of WWII, Johannes Bobrowski's Sarmatia created a poetic borderland space that challenged existing borders in Central and Eastern Europe – and has continued to do so in the 20th and 21st century. Recent scholarship has increasingly begun to question borders by introducing terms such as liminality (Turner), third space (Bhabha), or similarity (Bhatti). Individual chapters in this volume discuss how borderland spaces are staged, intermedially reflected, or deconstructed in German-language literature, and what impact this might have within a particular field or discourse. By comparing works of Musil, Celan, Sebald or Trojanow with Russian, Kazakh, Polish or Czech literature (e.g. Babel, Tokarczuk, Belger), comparative and interdisciplinary perspectives are opened on a vibrant panorama of literary spaces reaching beyond the borders of Europe.»Als wertvollste Leistung des Bandes kann die tiefere Einbindung Bobrowskis und auch des Mitteleuropadiskurses in aktuelle transnationale und interkulturelle Debatten in der Germanistik betrachtet werden.«– aus: Germanistik in Ireland, 16 (2021), S. 247–249 (Yvonne Zivkovic, Universität Graz)»This volume presents a bilingual (German/English) compendium of the diverse and multifaceted depictions of and theoretical deliberations on the topic of borders from the geopolitical to the linguistic. This comprehensive undertaking has a wide sweep covering mostly German-language literary examples from the last 100 years. […] this is a book that can be highly recommended.«– aus: Jahrbuch »Gegenwartsliteratur«, Band 21 (2022), S. 352-354 (Kathleen E. Thorpe, University of the Witwatersrand)»Der Sammelband wird sowohl das Interesse von BOBROWSKI-Expert*innen, Forscher*innen in den Bereichen Geistesgeschichte, deutschsprachiger Kultur und Geschichte Osteuropas erwecken als auch das von Theoretiker*innen literarischer Hybridität und bietet neben detaillierten und nuancierten Textanalysen auch einen äußerst nützlichen Überblick zu relevanten Grenztheorien an.«– aus: Convivium. Germanistisches Jahrbuch Polen (2022), S. 217-220 (Jenny Watson, University of Edinburgh)
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Title Page
- Copyright
- Table of Contents
- Sabine Egger (Limerick) / Stefan Hajduk (Adelaide) / Britta C. Jung (Dublin): Einleitung
- Body
- Sabine Egger (Limerick) / Stefan Hajduk (Adelaide) / Britta C. Jung (Dublin): Introduction
- Stefan Hajduk (Adelaide) / Sabine Egger (Limerick): Raum, Grenze, Grenzräume. Eine theoretische Annäherung
- Teil I. Ostgrenzenlos? Bobrowskis sarmatische Utopie
- Andreas Degen (Potsdam): Grenzland und Sarmatien. Zur Geosemantisierung Ostpreußens im politischen Diskurs der Zwischenkriegszeit und in den Kriegs- und frühen Nachkriegsgedichten Johannes Bobrowskis
- Iulia-Karin Patrut (Flensburg): Celan, Bobrowski und die Neuverortung deutschsprachiger Lyrik nach 1945 in europäischer Perspektive
- Kristin Rebien (San Diego): Sarmatien als politische Utopie im Zeitalter der Berliner Mauer
- Innokentij Urupin (Konstanz): Zur Verbindung von Stimme und Scham in Erzählungen Johannes Bobrowskis. Mit Bezugnahme auf Isaak Babels skaz-Ästhetik
- Joanna Jabłkowska (Łódź): Varianten der Kresy-Literatur? Johannes Bobrowskis „Levins Mühle“ (1964) und Olga Tokarczuks „Ksiegi Jakubowe“ (2014)
- Florian Gassner (Vancouver): Wem gehört das Memelland? Johannes Bobrowskis „Litauische Claviere“ (1966)
- Teil II. (Ost-)Mitteleuropa revisited
- Florian Krobb (Maynooth): Accomodating Silesia. Framing a Periphery in Fontane's “Cécile” (1886) and Wackwitz's “Ein unsichtbares Land” (2003)
- Benoît Ellerbach (Istanbul): Heterotopic borderland spaces in Stefan Zweig's “Episode am Genfer See” (1927) and in Joseph Roth's “Die Büste des Kaisers” (1935)
- Hannelore Roth (Leuven): Die Nation als Körper – der Körper als Nation. Zur Dynamik von territorialen und symbolischen Grenzen in Ernst von Salomons „Die Geächteten“ (1930)
- Britta C. Jung (Dublin): Local Color Literature und Frontier Humor. Der Zerfall der ‚Germania Slavicaˋ aus Sicht von Josef Holubs böhmischem Lausbuben
- Withold Bonner (Tampere): „Geographie eines Verlustes“. Friedhöfe als Heterotopien in der deutsch-polnischen Grenzlandliteratur
- Teil III. Topographische Polyvalenzen
- Svetlana Efimova (München / Munich): Grenzräume des liminalen Dichters Jakub Deml. Topographische, sprachliche und existenzielle Identitätssuche
- Olga Hinojosa Picón (Sevilla): Die Grenze als ambivalenter Raum im Werk Barbara Honigmanns
- Garbiñe Iztueta (Vitoria-Gasteiz): Die Wassermetaphorik als Grenzraumgestaltung in Uwe Tellkamps „Der Turm“ (2008)
- Andrea Meixner (Stockholm): „[W]arum die Grenze nur eine vielschichtige, nüchterne Drohung ist“. Zum räumlichen Konstrukt Grenze in ausgewählten Werken der deutschsprachigen Migrationsliteratur
- Brian Haman (Bukarest / Bucharest): Between Exile and Homeland. Kazakhstan as the Third Space in Herold Belger's “Das Haus des Heimatlosen” (2003)
- Anne Sturm (Halle-Wittenberg): Border, Borderscape und Bordering Practices in den Erstlingswerken von Dimitré Dinev und Ilija Trojanow
- Teil IV. Poetische Räumlichkeit und Gattungsgrenzräume
- Stefan Hajduk (Adelaide): Grenzphänomene zwischen Imaginärem und Ironie. Erzählte Raumwerdung in Robert Musils „Törleß“ (1906) und „Der Mann ohne Eigenschaften“ (1930–1943)
- Edit Kovács (Budapest): Wandernde Narration. Emigration und Ethik der Erzählung bei W. G. Sebald
- Jacqueline Gutjahr (Göttingen): „während ich unentwegt kreise“. Auf der Suche nach Sprache in Maja Haderlaps Gedichtband „langer transit“
- Joseph Twist (Dublin): “lippengrenzland”. Unstable Linguistic Boundaries, Minor Literature and “boden los” (2012) by Semier Insayif
- Tom Vanassche (Freiburg): Borderland Auschwitz. Lagerszpracha in Dieter Schlesak's “Capesius, der Auschwitzapotheker” (2006) and its translations
- Autorinnen und Autoren