
Menschen als Hassobjekte
Interdisziplinäre Verhandlungen eines destruktiven Phänomens, Teil 2
- 330 Seiten
- German
- PDF
- Über iOS und Android verfügbar
Menschen als Hassobjekte
Interdisziplinäre Verhandlungen eines destruktiven Phänomens, Teil 2
Über dieses Buch
Das Spannungsfeld zwischenmenschlicher Beziehungen wirft mit Hass seine pathologischen Schatten. Das menschliche Leben kristallisiert sich in seinen individuellen und kollektiven, privaten und öffentlichen Manifestationsformen nicht nur um die Semantik(en) von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit herum. Das Primat einer friedlichen Koexistenz von verschiedenen ›Heimatwelten‹ und der Nächstenliebe wird in Zeiten gespaltener Gesellschaften oft in sein Gegenteil verkehrt – der Mensch braucht dem Anschein nach immer jemanden, nach dem er ›treten‹ kann. Am Beispiel literatur-, kultur- und sprachwissenschaftlicher Analysen wird einerseits hass(an)getriebenen Gemengelagen von Herkunft, Ethnie und Nationalität, Kultur, ›System‹ und Weltanschauung, Konfessions- und Religionszugehörigkeit, Geschlecht, Sexualität und Körperästhetik nachgegangen. Andererseits werden die Denkfiguren von Provenienz, (Un-)Sichtbarkeit und Erfahrungsintensität des Hasses sowie die Frage nach Reziprozität im Sinne von Präventions- und Abwehrmechanismen kritisch hinterfragt.The area of tension in interpersonal relationships casts, loaded with hatred, its pathological shadows. Human life emerges in its individual and collective, private and public manifestation forms not only around the semantics of freedom, equality and fraternity. The primacy of a peaceful coexistence of diverse 'homelands', charity and altruism is frequently turned into its exact opposite during the periods of split societies, since there seems to exist a common human need to always trample on someone.On the one hand, by means of literary, cultural and linguistic analyses, hate-driven conflict situations based on origin, ethnic group and nationality, culture, 'system' and world view, denomination and religious affiliation, gender, sexuality and body aesthetics are investigated. On the other hand, the concepts of provenance, (in)visibility and intensity of hatred experiences as well as the reciprocity question in terms of prevention and defense mechanisms are critically questioned.
Häufig gestellte Fragen
- Elementar ist ideal für Lernende und Profis, die sich mit einer Vielzahl von Themen beschäftigen möchten. Erhalte Zugang zur Basic-Bibliothek mit über 800.000 vertrauenswürdigen Titeln und Bestsellern in den Bereichen Wirtschaft, persönliche Weiterentwicklung und Geisteswissenschaften. Enthält unbegrenzte Lesezeit und die Standardstimme für die Funktion „Vorlesen“.
- Pro: Perfekt für fortgeschrittene Lernende und Forscher, die einen vollständigen, uneingeschränkten Zugang benötigen. Schalte über 1,4 Millionen Bücher zu Hunderten von Themen frei, darunter akademische und hochspezialisierte Titel. Das Pro-Abo umfasst auch erweiterte Funktionen wie Premium-Vorlesen und den Recherche-Assistenten.
Bitte beachte, dass wir Geräte, auf denen die Betriebssysteme iOS 13 und Android 7 oder noch ältere Versionen ausgeführt werden, nicht unterstützen können. Mehr über die Verwendung der App erfahren.
Information
Inhaltsverzeichnis
- Title Page
- Copyright
- Table of Contents
- Body
- Vorwort
- Hass(ab)geneigte Gefühlswelten
- Jerzy Kałążny (Poznań): Hass und andere mächtige Gefühle in der gegenwärtigen Emotionsforschung. Ein Überblick
- Monika Schönherr (Zielona Góra): Implizite Sprachmittel der Diskriminierung
- Cezary Lipiński (Zielona Góra): Hasssongs. Misanthropie und Rassenhetze als ideologische Hauptkomponenten der rechtsradikalen Musikszene am Beispiel ausgewählter Lyrics von „Landser”
- Urszula Bonter (Wroclaw): Moderne Hassthriller. Die Krimikultreihe „Zorn” von Stephan Ludwig
- Monika Taubitz (Meersburg): Max Taus Menschenliebe. Eine persönliche Reminiszenz
- Systemische Hassmanifestationen
- Pawel Zimniak (Zielona Góra): Herta Müllers geschundene Menschen
- Maciej Walkowiak (Poznań): Gottfried Benn im Dritten Reich. Zum Spannungsfeld von hasserfüllten Attacken und systemorientierten Polemiken
- Fabian Bauer (Freiburg): Antisemitischer Hass und die Problematik der Assimilation in Thomas Manns Wälsungenblut
- Eugen Wenzel (Berlin): Formen des Hasses in der Literatur zu Stalingrad
- Marek Krisch (Katowice): Kriegs-, Flucht- und Vertreibungsmotive im Werk von Horst Bienek angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine
- Magdalena Latkowska (Warszawa): Hass als Machtinstrument in ausgewählten Texten der Post-DDR-Literatur
- ›Gottgewollter‹ Hass
- Arletta Szmorhun (Zielona Góra): Monster, Krüppel und Eunuchen. Frauenfeindlichkeit im christlichen Geschlechterdiskurs
- Jarochna Dąbrowska-Burkhardt (Zielona Góra): Hassmanifestationen in Grünberger Hexenprozessakten des 17. Jahrhunderts
- Marek Biszczanik (Zielona Góra): Hassgeleitete Versprachlichung von ‚Eigenheitˋ und ‚Fremdheitˋ im interkonfessionellen Disku s des 19. Jahrhunderts in Niederschlesien
- Hass im affektiven Beziehungsgeflecht
- Maria Wojtczak (Poznań): Hass. Gespräch mit Texten
- Albrecht Classen (Tucson, Arizona): Neid und Hass auf den anderen: Universale Probleme in höfischen Romanen und Verserzählungen des deutschen Mittelalters. Gottfried von Strassburg, Wolfram von Eschenbach, Der Stricker und Heinrich Kaufringer
- Miroslawa Czarnecka (Wroclaw): Gewaltsames Sprechen im Barock
- Oliver Völker (Frankfurt a.M.): Schwur und Fluch. Performanzen des Hasses in Friedrich Maximilian Klingers Die Zwillinge