
Der Regionalkrimi
Ausdifferenzierungen und Entwicklungstendenzen
- 395 Seiten
- German
- PDF
- Über iOS und Android verfügbar
Über dieses Buch
Heutzutage gibt es keine sicheren Orte mehr. Das Verbrechen lauert hinter jedem Mietshaus und jeder Scheune. Gemordet wird in der Nachbarwohnung, vor der Kirchentür, in der Shisha-Bar oder auf dem Kartoffelacker. Gesetzesverstöße haben sich in räumlicher Hinsicht sozusagen emanzipiert, was man auch in dem literarischen Universum des Kriminalromans beobachten kann. Großstädte, die seit jeher als Brutstätten des Bösen galten, bekamen spätestens seit den 1980er Jahren starke Konkurrenz in Form der kriminellen Provinz, die den Metropolen den Rang als Sündenräume schlechthin ablaufen möchte. Denn die Region impliziert bei weitem nicht mehr nur Geborgenheit und Abschottung vor der brutalen Außenwelt; die Region bedeutet Blutvergießen und Gewalttaten, die im Regionalkrimi narrativ verhandelt werden. Das Ziel des vorliegenden Sammelbandes besteht darin, diesen literarischen Verbrechensmodi narrativ zu Leibe zu rücken.There are no safe places these days. Crime lurks behind every apartment building and every barn. Murders are committed in neighbouring apartments, outside church doors, in shisha bars or in potato fields. From a spatial perspective, lawbreaking has emancipated itself – so to speak. This can also be observed in the literary universe of crime novels. Since the 1980s large cities, which have always been regarded as hotbeds of evil, have had strong competition from the criminal province, outstripping the metropolises as sin spaces par excellence. However, the province no longer implies security and isolation from the brutal outside world. The province stands for bloodshed and acts of violence, which are narratively negotiated in local crime novels. The aim of this volume is to get to the heart of these literary modes of crime from a narrative perspective.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Title Page
- Copyright
- Table of Contents
- Body
- Wolfgang Brylla / Maike Schmidt: Ausdifferenzierungen und Entwicklungstendenzen des Regionalkrimis. Zur Einleitung
- Literatur
- Internetquellen
- (Historischer) Überblick über das Genre Regionalkrimi
- Jochen Vogt (Universität Duisburg-Essen): Regionalität und Modernisierung in der neuesten deutschsprachigen Kriminalliteratur (seit 1990). Nebst einigen Lektüreempfehlungen
- Werner Jung (Universität Duisburg-Essen): Von Essen nach Dortmund und wieder zurück. Ein kleiner Überblick über den Ruhrgebietskrimi
- Kartierungen des Regionalkrimis: Genretheoretische Überlegungen
- Thomas Kniesche (Brown University, Providence/Rhode Island): Das Grauen auf dem lächelnden Land: Erkundung des Kritischen Regionalkrimis am Beispiel von Uta-Maria Heims Glücklich ist, wer nicht vergißt
- Andrea Kreuter (Universität Wien): Überlegungen zu einer Genrepoetologie des Regionalkriminalromans
- Ina Schenker (Universität Bremen): Spuren der Globalisierung: Ein transkultureller DNA-Abgleich zwischen den Schweinfurter Kriminalromanen von Lothar Reichel und Ulrike Barows Baltrum-Krimis
- Wolfgang Brylla (Universität Zielona Góra): Morde im Grenzland. Gattungstheoretische Überlegungen zum deutsch-polnischen „Grenzkrimi”
- Tatort: Dorf
- Bettina Wild (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz) / Melanie Wigbers (Pädagogische Hochschule Heidelberg): „Du erfährst nichts, gar nichts.” Das Schweigen in Dorfgeschichte und Dorfkriminalroman
- Cezary Lipiński (Universität Zielona Góra): Frühe deutsche Kriminalgeschichten mit fingiertem Regiotouch am Beispiel von Karl von Holteis Schwarzwaldau (1856)
- Globalisierung im Regionalkrimi
- Sandra Beck (Universität Mannheim): Ermitteln, was der Fall ist: Rassismus. Noah Sows Die Schwarze Madonna. Afrodeutscher Heimatkrimi (2019)
- Bruno Arich-Gerz (RWTH Aachen University): Der andere Tatort, oder: Von Leipzig und Namibia. (Neo-)Koloniale Afrika-Topoi in deutschen TV-Krimiserien
- Melanie Stralla (Bergische Universität Wuppertal): Von Nostradamus bis Mistral: Provence-Krimis zwischen Stereotypisierung und Kulturtransfer
- Jennifer Grünewald (Universität Freiburg) / Hanna Rinderle (Universität Freiburg): Wodka, Wein und Antiquitäten. Zur unterschiedlichen Darstellung fremder und vertrauter Regionen bei Jan Mårtenson
- Stadt als Akteur
- Hanspeter Affolter (Universität Bern): Kein Mitleid für das Opfer. Felix Mettlers Der Keiler (1990) als Zürcher Regionalkrimi
- Nikolas Buck (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel): Im Dschungel von Spree-Chicago. Zur handlungskonstitutiven Bedeutung des Raums in Volker Kutschers historischem Berlin-Krimi Der nasse Fisch
- Elisa Garrett (Universität Bayreuth): Harzkrimi – Lokalität und Lokalpolitik unter dem Deckmantel der Narration
- Leopoldo Domínguez (Universidad de Sevilla) / Eva Parra-Membrives (Universidad de Sevilla): Jenseits von Stierkampf und Flamenco: Sevilla, Traditionssubjekte und Räume der Erinnerung in Julio Muñoz Gijóns El asesino de la regañá
- Autorenverzeichnis