
Expressionismus im internationalen Kontext
Studien zur Europa-Reflexion, Übersetzungskultur und Intertextualität der deutschsprachigen Avantgarde
- 606 Seiten
- German
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Expressionismus im internationalen Kontext
Studien zur Europa-Reflexion, Übersetzungskultur und Intertextualität der deutschsprachigen Avantgarde
Über dieses Buch
Die vorliegende Studie bietet den ersten systematischen Überblick über den expressionistischen Übersetzungskanon.
Das erste Kapitel rekonstruiert unterschiedliche Facetten der Internationalität im Expressionismus, u. a. die Auseinandersetzung mit Nietzsches Denkfigur des ›guten Europäers‹ und mit Goethes Kategorie der ›Weltliteratur‹.
Der zweite Teil, die Kernzone der Studie, ist dem expressionistischen Übersetzungskanon gewidmet. Die von Paul Raabe zusammengestellte Bibliographie wurde durch etliche neue Funde angereichert, nach Literaturräumen katalogisiert und exemplarisch ausgewertet. Berücksichtigt wurden zudem auch die in Zeitschriften und Anthologien der deutschsprachigen Avantgarde publizierten Übertragungen. Methodologischer Ausgangspunkt ist das formalästhetische Kreativitätspotential des literarischen Übersetzens, auf welches die Descriptive Translation Studies seit langem aufmerksam gemacht haben und das gerade im Falle von Autoren/-innen, die sich übersetzerisch betätigten, eklatant ist. Gerade die Einsicht in den manipulativen Charakter des literarischen Übersetzens und in die Spezifik ›translatorischer Autorschaft‹ macht den Weg frei, um die Dialektik von Import und Projektion nachzuvollziehen, die mit dem Übersetzen verbunden ist.
Das dritte Kapitel schließlich visiert das Übersetzen in einer werkgenerativen Perspektive an. Im Vordergrund stehen intertextuelle und intermediale Filiationen, die sich aus der expressionistischen Rezeption fremdsprachiger Autoren/-innen ergeben. Exemplifiziert werden sie an den drei Gattungen Lyrik, Prosa und Drama sowie am Stummfilm und an der bildenden Kunst. Zugleich zeichnet die werkgenerative Perspektivierung des Übersetzungsmediums den diachronen Wandel des Expressionismus nach: vom anarchistisch-vitalistischen Frühexpressionismus, in dem Symbolisten wie Charles Baudelaire und Émile Verhaeren noch stark präsent waren, hin zum kommunionistischen Spätexpressionismus, der von dem messianischen Dostojewski-Kult dominiert wurde.
Häufig gestellte Fragen
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort
- Inhalt
- Einleitung
- I Internationale Signaturen in der expressionistischen Programmatik
- 1 ‚Expressionismus‘ – eine jugendliche Protestkultur
- 2 Expressionistische Europa-Konstruktionen – mit Blick auf Nietzsche
- 3 Expressionistische Konzepte der Weltliteratur
- II Übersetzen im Expressionismus
- 4 Ein Forschungsdesiderat
- 5 Translatorische Autorschaft
- 6 Expressionistischer Übersetzungskanon I: Buchpublikationen
- 7 Expressionistischer Übersetzungskanon II: Zeitschriften
- 8 Zwischen Faszination und Abwehr: expressionistische Übersetzungen italienischer und französischer Futuristen
- III Von der Translation zur Produktion: intertextuelle und intermediale Dialoge
- 9 Intertextuelle Apokalyptik – Georg Heyms Dialog mit Émile Verhaeren in Der Krieg I (1911)
- 10 Sexus trifft Gehirn – zur Baudelaire- und Nietzsche-Nachfolge in Gottfried Benns Untergrundbahn (1913)
- 11 Nationalismus als Massenwahn – zur Rezeption Gustave Le Bons in Alfred Lemms Erzählung Der Herr mit der gelben Brille (1915)
- 12 August Strindberg und die expressionistische Dramenästhetik
- 13 Dostojewski transmedial
- Anhang
- Walt Whitman: Grashalme – Einige Gedichte deutsch [von] Adolf Knoblauch
- Gesamtbibliographie der expressionistischen Übersetzungen in Buchform (1910–1924)
- Literaturverzeichnis
- Verzeichnis der Abkürzungen, Siglen und Kurztitel
- Register