Theater und Krieg – eine tragische Konstellation?
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Theater und Krieg – eine tragische Konstellation?

  1. 253 Seiten
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Theater und Krieg – eine tragische Konstellation?

Über dieses Buch

Die Tragödie zeigt den Schrecken, der den Figuren widerfährt und dokumentiert damit die Leiden der Menschheit. Auf der Theaterbühne ist die Tragödie seit etwa 2.500 Jahren präsent und zeigt Tragisches, insbesondere Tragik, deren Ursprünge in kriegerischen Auseinandersetzungen liegen. Dem Krieg als Urtopos des Tragischen gilt es nachzuspüren und zu ergründen, unter welchen Bedingungen Krieg in der Dramengeschichte immer wieder aufs Neue als Grundlage tragischer Stoffe dient und damit eng mit der Erzählung des Tragischen verknüpft ist. Theater und Krieg lassen sich in Bezug auf die Tragik kaum voneinander trennen, wobei diese Verbindung gar bis in den Bereich des Komischen hineinführt, was anhand der Soldatenfigur aus der Commedia dell'arte sichtbar wird. Insofern ist der Krieg als Handlungsgrundlage fest in der Theatergeschichte des Tragischen und Komischen verankert, was anhand der Handlung, der Figuren vor allem aber der Sprache unverkennbar zu Tage tritt.

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Information

Jahr
2024
eBook-ISBN:
9783736969681
ISBN drucken
9783736979680
Auflage
1

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. 1. Theorie des Tragischen
  3. 1.1 Aristoteles‘ Wahrscheinlichkeit und Lehmanns Schrecken
  4. 1.2 Nietzsche und die Verzauberung
  5. 1.3 Artaud und die Grausamkeit
  6. 1.4 Krise als dramatische Voraussetzung
  7. 2. Theorie des Krieges
  8. 2.1 Clausewitz und die Staatspolitik
  9. 2.2 Handel, Handlung und Takt
  10. 2.3 Kriegerischer Naturzustand
  11. 3. Aischylos: Die Perser
  12. 3.1 Antike Kriegführung und Dionysien
  13. 3.2 Mythos und Geschichte
  14. 3.3 Heimaterde als Rückversicherung der eigenen Identität
  15. 3.4 Atossas Traum als Vorahnung
  16. 3.5 Botenbericht und Chorklagen
  17. 3.6 Der Orakelspruch als Freispruch des Xerxes
  18. 3.7 Göttliche Einbettung der Perserklage
  19. 4. Andreas Gryphius: Horribilicribrifax Teutsch
  20. 4.1 Das Komische und der Krieg
  21. 4.2 Capitano-Figur als Militärparodie in der Commedia dell’arte
  22. 4.3 Verdopplung als Abgrenzung und deutsche Eigenart
  23. 4.4 Ehe als Stabilisierungsfaktor nach kriegsbedingter Verarmung
  24. 4.5 Entlarvung der Maulhelden durch ihre Diener
  25. 4.6 Derbheit in dionysischer Tradition
  26. 4.7 Kommunikation der Unzulänglichkeiten
  27. 4.8 Sprachlicher Verfall als Sinnbild für das Soldatenwesen
  28. 5. Heinrich von Kleist: Die Hermannsschlacht
  29. 5.1 Topographische Kriegseinbettung in der Heimaterde
  30. 5.2 Totalisierung des Krieges durch den Partisanen
  31. 5.3 Die Komponente des Zufalls im Angesicht des Schicksals
  32. 5.4 Der Entschluss zur Tat im Akt des Sich-Entschließens
  33. 5.5 Die Verwandlung Thusneldas in die Bärin von Cheruska
  34. 5.6 Der chorische Bardengesang als Wiege des Krieges
  35. 6. Karl Kraus – Die letzten Tage der Menschheit
  36. 6.1 Lesedrama – die Kunst des Vortragens
  37. 6.2 Das Zitat als Ausdruck der Sprachkritik
  38. 6.3 Zeitungsmeldungen: Die Presse als Sprachrohr
  39. 6.4 Sensationsgier in Menschengestalt – die Schalek
  40. 6.5 Kriegsspiel im Theater und im Kinderzimmer
  41. 6.6 Das Komische im Weltkrieg
  42. 6.7 Entmenschlichung bis zum Untergang
  43. 7. Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür
  44. 7.1 Die Entwertung Gottes durch den Krieg
  45. 7.2 Beckmann – sich selbst entrückt
  46. 7.3 Erinnerung als Bürde
  47. 7.4 Verantwortung und Traum: der Chor der Toten
  48. 7.5 Toller Vergleich – ein expressionistischer Seitenblick
  49. 7.6 Sehnsuchtsort Familie
  50. 7.7 Das schreiende Herz im Angesicht der eigenen Kreatürlichkeit
  51. 7.8 Gottlose Jugend – Verrat an einer Generation
  52. 8. Krieg in der Dramatik – Verbindungslinien
  53. 8.1 Mythos
  54. 8.2 Charaktere
  55. 8.3 Sprache
  56. 8.4 Ausblick
  57. Primärtexte
  58. Literaturverzeichnis