"Heuschrecken" – so wurden Hedgefonds betitelt, 1 die als aktivistisch agierende Aktionäre die deutsche Finanzwelt in Aufruhr versetzten. Ebenso in den Fokus gerückt sind aktivistische Short-Seller, die durch die Veröffentlichung negativer Researchberichte und daraus resultierenden drastischen Kursstürzen für Aufsehen sorgen.Aber stimmt das mediale Negativimage mit der Rechtstatsächlichkeit wirklich überein?Die vorliegende Untersuchung widmet sich diesen Kategorien des Investorenaktivismus. Im Rahmen dessen werden die Erscheinungsformen der beiden Marktphänomene veranschaulicht und die jeweiligen Vorgehensweisen und deren Vereinbarkeit mit aktien- und kapitalmarktrechtlichen Vorschriften analysiert. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit es erforderlich ist, dem Investorenaktivismus Einhalt zu gebieten und ob dies durch die geltenden aktien- und kapitalmarktrechtlichen Vorschriften gelingen kann, oder doch ein Handlungsbedarf des Gesetzgebers besteht.

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9783736979871
Auflage
1Inhaltsverzeichnis
- Investorenaktivismus
- Aktien- und kapitalmarktrechtliche Grenzen des Shareholder- und Short-Seller-Aktivismus
- A. Einleitung
- B. Shareholder Activism
- I. Begriffserklärung und Problemaufriss
- II. Beispiele
- 1. Deutsche Börse AG
- 2. STADA Arzneimittel AG
- 3. Thyssenkrupp
- 4. Commerzbank
- III. Hintergründe des Shareholder Activism
- 1. Globalisierung der Finanzmärkte
- 2. Die Zerschlagung der „Deutschland AG“
- 3. Veränderung der Aktionärsstruktur
- 4. Problem der geringen Hauptversammlungspräsenz
- IV. Die Akteure
- 1. Traditionelle institutionelle Investoren
- 2. Hedgefonds
- 3. Private Equity Fonds
- 4. Räuberische Aktionäre
- 5. Institutionelle Stimmrechtsberater
- C. Angriffspunkte und Ziele aktivistischer Aktionäre
- I. Operativer Aktivismus
- 1. Unterperformance
- 2. Kapitalausstattung
- 3. Gruppenstruktur
- 4. Corporate Governance und Unternehmensführung
- II. M&A-Aktivismus
- 1. Erhöhung des Übernahmepreises
- 2. Abfindungszahlungen im Rahmen nachgelagerter Strukturmaßnahmen
- 3. Abfindungszahlungen im Rahmen eines Spruchverfahrens
- 4. Beteiligung am Bietervehikel
- 5. Mehrfachpositionierungen im Vorfeld von Akquisitionen
- 6. Möglichkeit der Einflussnahme durch Stimmrechtsausübung
- D. Rechte der Aktionäre und informelle Maßnahmen
- I. Formelle Rechte aus dem Aktiengesetz
- 1. Teilnahmerecht an der Hauptversammlung, § 118 AktG
- 2. Rechte der Hauptversammlung, § 119 AktG
- 3. Stimmrecht in der Hauptversammlung
- 4. Die Rechte aus § 122 Abs. 1, Abs. 2 AktG
- 5. Billigung des Vergütungssystems für den Vorstand, §§ 119 Abs.1 Nr. 3, 120a AktG
- 6. Gegenanträge von Aktionären, § 126 Abs. 1 AktG
- 7. Wahlvorschläge der Aktionäre
- 8. Bestellung von Aufsichtsratsmitgliedern, § 101 AktG
- 9. Entlastung, § 120 AktG
- 10. Vertrauensentzug gegenüber dem Vorstand, § 84 Abs. 3 S. 2 Var. 3 AktG
- 11. Antrag auf Abberufung eines Aufsichtsratsmitgliedes, § 103 AktG
- 12. Antrag auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitgliedes, § 104 AktG
- 13. Auskunftsrecht der Aktionäre, § 131 Abs. 1 AktG
- 14. Recht auf Bestellung eines Sonderprüfers, § 142 Abs. 2 AktG
- 15. Recht auf Bestellung eines besonderen Vertreters, § 147 Abs. 2 AktG.
- 16. Klagerechte der Aktionäre
- II. Informelle Maßnahmen der aktivistischen Aktionäre
- 1. Persönliches Schreiben an das Management
- 2. Persönliches Gespräch mit dem Management
- 3. Öffentlichkeitswirksame Maßnahmen
- 4. Öffentliches Einwerben von Stimmrechtsvollmachten/Aufforderung zu einembestimmten Abstimmverhalten
- 5. Wolfsrudeltaktik
- III. Zwischenfazit
- E. Grenzen der Einflussnahme
- I. Treuepflicht und Rechtsmissbrauch
- 1. Die aktienrechtliche Treuepflicht
- 2. Rechtsmissbrauch
- 3. Treuepflichten aktivistischer Aktionäre
- 4. Fazit zur Treuepflicht insgesamt
- II. Verantwortungsbereiche der Verwaltungsorgane
- 1. Rechte und Pflichten des Vorstands
- 2. Rechte und Pflichten des Aufsichtsrats
- 3. Verschwiegenheitspflicht
- III. Aktienrechtliche Gleichbehandlungsgebote
- 1. Konfliktlage mit aktivistischen Aktionären
- 2. Gleichbehandlungsgebot nach § 53a AktG
- 3. Sachliche Rechtfertigung privilegierter Informationserteilung
- 4. Erweitertes Auskunftsrecht nach § 131 Abs. 4 AktG
- 5. Fazit
- IV. Weitergabe insiderrechtlich relevanter Informationen durch den Vorstand anaktivistische Aktionäre
- 1. Allgemeines
- 2. Informationsweitergabe an aktivistische Aktionäre
- V. Aktienrechtliches Schädigungsverbot, § 117 AktG
- 1. Benutzung des Einflusses auf die Gesellschaft
- 2. Schaden
- 3. Rechtswidrigkeit
- 4. Vorsatz
- 5. Fazit
- VI. Haftung wegen faktischer Geschäftsführung, § 93 Abs. 2 AktG
- 1. Voraussetzungen
- 2. Bedeutung für aktivistische Aktionäre
- VII. Konzernrechtliche Schranken
- VIII. Anfechtbarkeit von Hauptversammlungsbeschlüssen nach § 243 Abs. 2 AktG
- IX. Sittenwidrige Schädigung, § 826 BGB
- X. Zwischenfazit
- XI. Transparenz und Meldepflichten
- 1. § 134b AktG
- 2. Beteiligungspublizität nach §§ 33, 38 WpHG
- 3. Mitteilungspflichten nach § 20 AktG und § 35 WpÜG
- 4. Aktienregister, § 67 Abs. 1 S. 2 AktG
- 5. Mitteilungspflicht nach § 43 WpHG
- 6. Acting in Concert, § 34 Abs. 2 WpHG
- 7. Zurechnung gemäß § 34 Abs. 1 Nr. 6 WpHG
- XII. Das Insiderrecht als kapitalmarktrechtliche Grenze
- 1. Verbot des Insidergeschäfts und der unrechtmäßigen Offenlegung von Insiderinformationen,Art. 14 MAR
- 2. Fallkonstellationen mit aktivistischen Aktionären
- 3. Zwischenfazit
- XIII. Bewertung
- F. Short-Seller-Aktivismus
- I. Darstellung
- II. Angriffspunkte/Auswahlkriterien
- 1. Aktienkurs und Handelsvolumen
- 2. Rechnungslegung und Finanzkennzahlen
- 3. Geschäftsmodell und Gesellschaftsstruktur
- 4. Aktionärsstruktur
- 5. Corporate Governance
- 7. Wirtschaftliches Umfeld
- III. Beispiele
- 1. Ströer SE&Co KGaA
- 2. Beispiel Aurelius
- 3. Beispiel ProSiebenSat1 Media SE
- 4. Beispiel Wirecard
- VI. Grenzen des Short-Seller-Aktivismus
- 1. Aktienrechtliche Grenzen
- 2. Kapitalmarktrechtliche Schranken
- 3. Bewertung Short-Seller-Aktivismus
- G. Prävention und Reaktion
- I. Präventive Maßnahmen
- 1. Analyse der eigenen Gesellschaft
- 2. Außendarstellung der Gesellschaft und Investor Relations
- 3. Schulung von Mitarbeitern
- 4. Analyse von Handelsbewegungen
- 5. Satzungsgestaltung
- 6. Defense Team/Defense Manual
- II. Repressive Maßnahmen
- 1. Im Falle des Shareholder Activism
- 2. Im Falle des Short-Seller-Aktivismus
- H. Abschließende Betrachtung und Fazit
- Literaturverzeichnis
- Sonstige Quellen
- Abkürzungsverzeichnis