Johannes Paul II. (1920 - 2005) war ein Jahrhundertpapst. Er begeisterte die Massen, und seine Besuche in Polen zeigten den Menschen im Ostblock: Es gibt eine Kraft, die stärker ist als der kommunistische Staatsapparat. Doch so sehr Karol Wojtyla in seiner Heimat stets die Reformer in der Kirche unterstützt hatte - als Papst regierte er selbst autoritär, beschnitt die Unabhängigkeit der Ortskirchen und maßregelte Theologen. Matthias Drobinski und Thomas Urban erzählen keine Heiligengeschichte, sondern porträtieren eine faszinierende Persönlichkeit, die Revolutionär und Reaktionär in Einem war.
Unter dem Eindruck des nationalsozialistischen Terrorregimes entschied sich Karol Wojtyla für das Priestertum. Er entwickelte eine Theologie, die von der Freiheit und Würde des Menschen ausgeht, der über sich und seine materielle Existenz hinausstrebt. Er half durch sein Auftreten gegen den Kommunismus, den Eisernen Vorhang einzureißen, aber unerbittlich kritisierte er auch den Materialismus des Westens. In einem mutigen Schritt hat er als Papst um Vergebung gebeten für die Schuld der Vergangenheit. Doch mit seinem Festhalten an einer rigiden Sexualmoral, dem Nein zur Frauenordination und der Verkennung des Missbrauchsskandals hinterließ Johannes Paul II. seiner Kirche ein schweres Erbe.

- 338 Seiten
- German
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Inhaltsverzeichnis
- Cover
- Titel
- Impressum
- Inhalt
- Vorwort
- 1. Non sum dignus
- 2. Deutscher Terror und Leben im Untergrund
- 3. Suche nach Nischen im Stalinismus
- 4. Jüngster Bischof der Volksrepublik Polen
- 5. Ein unbequemer Gegner für die Parteiideologen
- 6. Habemus papam
- 7. Frischer Wind in der Kurie
- 8. Triumph in der Heimat, Skepsis bei den Nachbarn
- 9. Schüsse auf dem Petersplatz
- 10. Krieg der Kommunisten gegen das eigene Volk
- 11. Rigider Kurs nach innen, Dialog nach außen
- 12. Das Ende des Ostblocks
- 13. Positionsbestimmung in der globalisierten Welt
- 14. Sorgen im neuen Jahrtausend
- 15. Santo subito!
- Nachwort
- Anhang
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