Verfolgung durch die nationalsozialistische Fürsorge: Hintergründe, Quellen, beteiligte Instanzen sowie Erfahrungen und Strategien Betroffener.Im Fokus der nationalsozialistischen Wohlfahrtspflege stand die Fürsorge für die »Volksgemeinschaft«. Hilfsbedürftige, die sich unerwünscht verhielten, wurden von den Fürsorgebehörden als »gemeinschaftsfremd« ausgeschlossen. Bei der Zuschreibung einer vorgeblich erblich bedingten Abweichung wie auch bei einer Ausgrenzung als »asozial« und »arbeitsscheu« spielten durch Geschlechterbilder geprägte Erwartungen eine zentrale Rolle. Die ausgegrenzten Hilfsbedürftigen wurden mit vielfältigen eugenischen Zwangsmaßnahmen überzogen. Fürsorge, Wohlfahrtsanstalten, Jugend-, Arbeits- und Gesundheitsämter arbeiteten bei der Entrechtung der Betroffenen eng mit der Polizei und Justiz zusammen. Stigmatisierte Personen wurden von der Polizei zu Tausenden in »Vorbeugungshaft« genommen und in Konzentrationslager eingewiesen.In diesem Heft werden Fürsorge und Zwangserziehungssysteme im Netzwerk nationalsozialistischer Verfolgungsinstanzen – auch über die Grenzen des Reichsgebiets hinaus – in den Blick genommen. Zudem wird nach konkreten wie auch transgenerationalen Auswirkungen auf die Betroffenen gefragt und deren Gegenwehr beispielhaft thematisiert.Mit Beiträgen von: Piotr Chru?cielski, Oliver Gaida, Daniel Haberlah, Rense Havinga, Thomas Irmer, Sarah Könecke, Nikolas Lelle, Reimer Möller, Jan Neubauer, Stefan Romey, Laurens Schlicht und Frauke Steinhäuser.

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Im Zugriff von Fürsorge und Polizei
Erfahrungen sozialrassistischer Verfolgung im Nationalsozialismus
- 232 Seiten
- German
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Erfahrungen sozialrassistischer Verfolgung im Nationalsozialismus
Über dieses Buch
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Umschlag
- Titel
- Impressum
- Inhalt
- Editorial
- Nikolas Lelle: »Arbeit macht frei«. Zum Zusammenhang nationalsozialistischer Fremd- und Selbstbilder mit Praktiken der Verfolgung und Vernichtung
- Jan Neubauer: Armes Augsburg. Nationalsozialistische Sozialfotografie zwischen Fürsorge und Verfolgung
- Thomas Irmer: »Die Stadt Berlin kann mit gutem Recht auf den Geist und die Führung ihrer Heime hinweisen.«. NS-spezifische Verfolgungsmaßnahmen in städtischen und privaten Berliner Fürsorgeerziehungsheimen
- Reimer Möller: Die Überstellung von Arbeitshausgefangenen aus der Landesarbeitsanstalt Glückstadt in das Konzentrationslager Neuengamme
- Piotr Chruścielski: »Asozial« als Haftkategorie im Konzentrationslager Stutthof. Eine Annäherung an Ort, Menschen und Begriffe
- Rense Havinga: Researching prisoners labelled ›aso‹ in concentration camps in the Netherlands
- Laurens Schlicht: Wissen – Kontrollieren – Aussondern. Zur Funktion der Weiblichen Kriminalpolizei in Jugendkonzentrationslagern (»Jugendschutzlagern«)
- Oliver Gaida: Bittbrief, Beschwerde, Flucht. Behauptungsstrategien gegenüber der Zwangsfürsorge
- Frauke Steinhäuser: »Die herzlichsten Grüße aus der goldenen Freiheit«. Ein gemeinschaftlicher Selbstbehauptungsversuch von als »asozial« verfolgten Frauen im Nationalsozialismus
- Oliver Gaida: Zwischen »Gentleman-Einbrecher« und »Berufsverbrecher«. Leben und Verfolgung von Manfred Bastubbe
- Daniel Haberlah: Entschädigungsakten als Quelle zur Verfolgung »Asozialer« im Nationalsozialismus
- Sarah Könecke: »Ihr Ansehen soll nicht beschmutzt werden«. Erinnerungsstrukturen in Familien von als »asozial« verfolgten Frauen
- Dokumentation
- Besprechungen und Annotationen
- Summarys
- Autor:innen
Häufig gestellte Fragen
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