Die nach dem derzeit für Ingenieurbauwerke der Verkehrsinfrastruktur in Deutschland gültigen Regelwerk DIN EN 1992-2 und DIN EN 1992-2/NA bemessenen erforderlichen Übergreifungslängen für Betonstahl sind im internationalen Vergleich, vor allem bei kleinen lichten Abständen zwischen den gestoßenen Stäben und großen Stabdurchmessern (Ø ? 16mm), mit Abstand am größten. Schäden, die auf die teilweise deutlich geringeren Übergreifungslängen zurückzuführen sind, sind nicht bekannt. Die deutschen Regelungen in DIN EN 1992-2/NA sollen nicht nur die Tragfähigkeit, sondern auch die Gebrauchstauglichkeit abdecken. Dabei gehen die deutschen Festlegungen bezüglich der Betondeckung auf der sicheren Seite liegend konservativ von c = 1, 0 Ø aus. Der günstige Einfluss einer größeren Betondeckung darf nach Eurocode 2 mit dem Faktor ?2 berücksichtigt werden. Dieser Faktor ist nach dem deutschen Nationalen Anhang allerdings generell mit ?2 = 1, 0 anzusetzen, während er nach Eurocode 2 Werte bis 0, 7 annehmen kann. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ergibt sich in Abhängigkeit von Stoßanteil und Stabdurchmesser aus dem Stoßfaktor ?6 bei kleinen lichten Abständen (a < 8 Ø) zwischen den gestoßenen Stäben. Daher stellt sich die Frage nach einer Überprüfung der im internationalen Vergleich sehr konservativen deutschen Regelungen bei Ingenieurbauwerken mit üblicherweise deutlich größeren Betondeckungen als c = 1, 0 Ø, da sich alleine bei Anwendung des Faktors ?2 um bis zu 30% kürzere Übergreifungslängen ergeben können. Daraus können unter Umständen ausführungstechnisch und konstruktiv günstigere Bewehrungsanordnungen und teilweise deutliche Kostenreduzierungen infolge des geringeren Materialbedarfs resultieren was sich nicht zuletzt auch hinsichtlich der Ressourceneffizienz vorteilhaft auswirkt.

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Zum Zugstoß der Bewehrung bei Bauwerken der Verkehrsinfrastruktur mit großer Betondeckung
- 413 Seiten
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Über dieses Buch
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Inhaltsverzeichnis
- Kurzfassung
- Vorwort
- Inhaltsverzeichnis
- Formelzeichen und Abkürzungen
- 1 Einleitung
- 2 Stand des Wissens
- 3 Stand der Normung
- 4 Eigene experimentelle Untersuchungen zum Verbundverhalten
- 5 Spezifische Versuche für Bauwerke der Verkehrsinfrastruktur – eigene Versuche an der TU Dortmund
- 6 Eigene spezifische Versuche zu Übergreifungsstößen unter Dauerlast
- 7 Ergänzende eigene Versuche zu Übergreifungsstößen bei 2-lagiger Bewehrung und großer Betondeckung
- 8 Projektbezogene Versuchsreihe für einen Tunnel mit besonders großer Betondeckung
- 9 Auswertung der Stahlspannung im Bruchzustand nach Model Code 2010
- 10 Ergänzende eigene Versuche zu Übergreifungsstößen unter dem Gesichtspunkt des Einflusses einer Querbewehrung im Stoßbereich
- 11 Nummerische Simulation von Zugstößen
- 12 Zusammenfassung und Ausblick
- Literaturverzeichnis
- Anhang
- A Anhang BEAM END TESTS
- B Anhang Vierpunktbiegeversuche
- Leere Seite
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