Die Untersuchung der Sprachenpolitik und des Deutschunterrichts in der deutschen Kolonie Togo erweist sich als besonders aufschlussreich, um zu einer historisch-kritischen Bewertung dieses wenig erforschten Aspekts imperialer Herrschaftspolitik zu gelangen.Togo, die so genannte Musterkolonie"e; des Deutschen Reiches, kam einem Experimentierfeld kolonialer Sprachenpolitik gleich und erlebte u.a. den Versuch, Deutsch als Umgangssprache unter der autochthonen Bevolkerung durchzusetzen.In den Kontroversen, die die sprachenpolitischen Entscheidungen des Gouvernements in Lome begleiteten, spiegelten sich die soziookonomischen Interessen der Kolonisatoren sowie die ambivalente Rolle, die der Verbreitung des Deutschen in der Kolonie zukam: Vordergrundig Zeichen der Bestandigkeit deutscher Herrschaft, eroffnete die Sprache der Kolonialherren den Untertanen jedoch auch den Zugang zu Herrschaftswissen und emanzipatorischen Ideen und wurde dadurch zum potenziell destabilisierenden Faktor.Die Analyse dieser Debatten sowie der Stellung und Gestaltung des Deutschunterrichts in der Kolonie zeigt auf, welche kolonialen Herrschaftsinteressen die Sprachenpolitik bestimmten und welche gesellschaftliche Funktion dem Deutschunterricht im Kolonialismus zukam.

- 139 Seiten
- German
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