
Das Anlernen von Kriegsgefangenen und zivilen Zwangsarbeitern in deutschen Betrieben wahrend des Zweiten Weltkriegs
Unternehmerische Initiative oder planwirtschaftliches Programm? Analyse eines Instruments der Kriegswirtschaft
- 138 Seiten
- German
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Das Anlernen von Kriegsgefangenen und zivilen Zwangsarbeitern in deutschen Betrieben wahrend des Zweiten Weltkriegs
Unternehmerische Initiative oder planwirtschaftliches Programm? Analyse eines Instruments der Kriegswirtschaft
Über dieses Buch
Zahlreiche Publikationen zur Zeitgeschichte streiften in den letzten Jahren das Phanomen des Anlernens von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern in deutschen Rustungsbetrieben wahrend des Zweiten Weltkriegs. Die Einordnung und Bewertung dieser innerbetrieblichen Manahmen war in der Forschung jedoch stets von Unsicherheit gepragt. War das Anlernen eine Initiative weniger Betriebe oder doch ein Instrument der Kriegswirtschaft? Erstmals liefert Ralf Bierod Beispiele aus Rustungsbetrieben fur umfangreiche Programme zum Anlernen. Dabei wird deutlich, dass bis zur Berufung von Albert Speer und Fritz Sauckel ein Handlungsspielraum in dieser Frage bestand. Von Sommer 1942 an ordneten die Arbeitsamter jedoch das Anlernen gegenuber allen Betrieben an und gewannen damit Kontrolle uber die Unternehmen. Das vorliegende Buch ruckt erstmals die Rolle der Arbeitsamter in der Anlernfrage in den Mittelpunkt und schlie t damit eine wesentliche Forschungslucke. Das Anlernen entwickelte sich zum zentralen Instrument der Arbeitsamter zur Heranbildung eines universell verfugbaren Facharbeiterpools. Die Betriebe sollten Fachkrafte ausbilden, die dann von den Arbeitsamtern jederzeit in andere Werke versetzt werden konnten. Dies fuhrte zu Konflikten mit den Betrieben, die nicht verstanden, dass sie uber die von ihnen geschulten Auslander nicht dauerhaft verfugen durften. Manche Betriebe verweigerten deshalb das Anlernen. Andere Unternehmen sahen in den von ihnen geschulten Auslandern dagegen Mitarbeiter und wollten diese nicht mehr der Verfugungsgewalt des Arbeitsamtes uberlassen. Jedoch fuhrte das Anlernen nicht zu besseren Lebensbedingungen und schutzte die auslandischen Arbeitskrafte in vielen Betrieben nicht vor Gewalt und Tod am Arbeitsplatz. Dokumentiert wird die Praxis des Anlernens am Beispiel von bislang unveroffentlichten Fotos aus Lehrwerkstatten des Werkes Bohlen der Braunkohlenbenzin AG, die 1943 Kriegsgefangene im Metallfach schulte.
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