Wendeverlierer, Abgehangte, Rechtspopulisten - mit diesen Schlagworten sehen sich Manner aus dem Osten Deutschlands konfrontiert. Ellen Handler und Uta Mitsching-Viertel blicken hinter die Klischees und geben den Ostmannern eine Stimme. Stuck um Stuck entsteht ein differenziertes, vielschichtiges Bild der Lebenswirklichkeiten in Ostdeutschland vor und nach der Wende. Die Autorinnen nehmen die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise durch achtzig Jahre deutscher Geschichte, warmherzig erzahlt, zuweilen tragisch, immer aber lesenswert.

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Über dieses Buch
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Inhaltsverzeichnis
- Inhalt
- Geleitwort von Matthias Platzeck
- Der Ostmann ist anders und will es auch bleiben!
- 1. Der Ostmann ist durch 40 Jahre DDR geprägt, sein Erfahrungsvorsprung aus beiden deutschen Systemen macht ihn nachhaltig.
- Ich bin ein ziemlich sozialer Mensch mit einem Faible für Gerechtigkeit
- »Meine Kugel ist tausendmal schneller als ihr rennen könnt.«
- FDJ* – diese drei Buchstaben gehören zu meinem Leben wie Vater und Mutter
- Seit meiner Schulzeit lege ich als DJ Musik auf
- Wenn wir uns streiten, streitet sie und ich höre geduldig zu
- Die Seele der Demokratie ist die Liebe zum Kompromiss
- Geschäft und Geld sind im Westen immer das Wichtigste
- Was andere in der DDR nicht machen konnten, konnten wir machen
- 2. Die Arbeit ist für den Ostmann Sinn des Lebens, ein kulturelles Gut und nicht nur Mittel zum Geldverdienen. Der Betrieb war für ihn Lebensmittelpunkt. Aufgrund der Mangelwirtschaft lernte er gut zu improvisieren. Der Verlust von Arbeit führte zu Brüchen männlicher Identitäten.
- Heute sehe ich die Plattenbauten positiv
- Das Schicksal meint es wohl nicht gut mit ostdeutschen Männern
- Der Westen kriegte gute Leute, die er sehr billig einkaufen konnte
- Das Arbeitsamt meinte: »Eigentlich können wir Sie nicht vermitteln!«
- Ich war nie für den Westen, obwohl ich gerne Whisky trinke
- Vieles am Bildungssystem der DDR hätte man bewahren sollen
- 3. Für den Ostmann ist Familie selbstverständlich. Obwohl er Gleichberechtigung anerkennt, ist der Familienalltag im Wesentlichen weiterhin klassisch patriarchalisch organisiert.
- Das sind Ossis, die können nichts
- Mein großer Vorteil ist, in zwei Systemen gelebt zu haben
- Ich hatte so viele Verwandte im Westen, aber keiner nahm mich auf
- Für uns war die Familie am wichtigsten
- Hartz IV hat mich manchmal in schiere Verzweiflung gebracht
- Man musste immer gut mit den Konsumfrauen können
- Ich habe nie Unterschiede zwischen meinem eigenen Kind und dem meiner Frau gemacht
- 4. Die Nichtanerkennung der Bildungsabschlüsse, Arbeitslosigkeit und entwürdigende Kämpfe um Arbeitsplatz, Einkommen und Rente führten zu anhaltenden Verletzungen.
- In dieser neuen Gesellschaft kannst du nur als Einzelkämpfer bestehen
- Dem Ostmann fehlt nicht die Individualität
- Nimm nur die Kämpfe auf, die Aussicht auf Erfolg haben, wenn nicht, verlasse die Situation
- Gott hat uns hierher gestellt, und wir wollen unsere Rolle wahrnehmen
- Ich brauche zu Hause kein Heimchen, das auf meine Heimkehr wartet
- Kontakt zu den Westverwandten wollte ich nicht abbrechen – mein Karriereende
- Meine Eltern waren strenger als wir Eltern heute
- Wenn wir gewonnen hätten, wäre es schlimmer gekommen
- 5. Die Erinnerung an die Armeezeit spaltet die Ostmänner. Für einen Teil war sie verbunden mit beruflicher Entwicklung, für einen anderen mit Demütigungen.
- Ich wollte mit achtzehn die Enge meines Zuhauses unbedingt verlassen
- »Wenn Ihre Frau nicht Mitglied der Partei ist, können Sie nicht Kommandeur werden.«
- Wenn damals die Amerikaner nicht aus Thüringen abgezogen wären, wäre ich heute ein Wessi
- Ich will keine Heldenbrust
- Meine 16 Reisepässe hab ich nach der Wende im Tresor der Reisestelle gefunden
- Ich bin ein Flüchtlingskind
- 6. Für die Mehrheit der Ostmänner ist die AfD keine Alternative. Sie verstehen, dass viele Ostdeutsche frustriert sind. Das Vertrauen in die Politik und parlamentarische Demokratie ist erschüttert.
- Zum Glück ist Strom unpolitisch und farbenblind
- Ich war der Mann für alles: Reinigung, Reparaturen, Gartenarbeit
- Ich bin DDR-kritisch erzogen worden
- In meinem Leben spielte Artistik immer die Hauptrolle
- »Mit Risiken und Nebenwirkungen«: Ostmännliche Positionen zu Schwangerschaftsabbruch und Vaterschaftstest
- »Problemzone Ostmann?« Plädoyer für eine Differenzierung des Diskurses über ›den Osten‹ im Allgemeinen und ›den ostdeutschen Mann‹ im Besonderen
- Literaturverzeichnis
- Glossar
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