Die Arbeit mit Critical Incidents (CIs) in interkulturellen Lehr- und Trainingszusammenhängen wurde in den letzten Jahren in der interkulturellen Forschung zunehmend als essentialisierend und inhärent stereotypisierend kritisiert. Trotzdem werden CIs insbesondere in der Trainingspraxis in traditioneller Art und Weise weiterhin eingesetzt. Da es aber weder sinnvoll noch realistisch erscheint, in Forschung und Bildungspraxis auf fallbasierte Ansätze mit didaktisiertem Material bzw. nicht bearbeiteten CI-Narrationen zu verzichten, stellt sich die Frage nach innovativen Perspektiven und darauf basierenden tragfähigen Einsatzszenarien der CI-Arbeit. Vor diesem Hintergrund loten die Autor*innen dieses Bandes neue Wege des Arbeitens mit CIs aus unterschiedlichen disziplinären und theoretischen Blickwinkeln aus. Dabei ist der Gedanke leitend, anstelle des Ringens um das "richtige Verständnis" den Diskurs offen zu halten und eine neue Diskussion über die Weiterentwicklung des Ansatzes anzustoßen. Praxisbezogene Aspekte werden dabei insbesondere in der CI-Werkstatt angesprochen: Hier haben sich die Autor*innen der Herausforderung gestellt, den eigenen CI-Ansatz an derselben vorgegebenen CI-Narration anzuwenden und damit die praktischen Implikationen ihrer theoretischen Entwürfe zu konkretisieren. Aufgrund dieser vielfältigen Zugänge zur CI-Problematik bietet der Band für Forschende, Studierende, Lehrende und Trainer*innen gleichermaßen wertvolle Impulse für die praktische wie forschungsbezogene Arbeit mit CIs.

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Über dieses Buch
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Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Beiträge
- Critical Incidents als Fragmente autobiografischen Erzählens. Eine Korpusanalyse
- Wie lernt man an Critical Incidents? Eine lerntheoretische Perspektive
- Mehrperspektivische Analyse natürlicher Interaktionssituationen
- Critical Incidents in der unterrichtlichen Praxis – von der Dekonstruktion zur Induktion
- Und was, wenn keiner dabei ist?Studentische Gruppendiskussionen über Critical Incident Narrationen
- “Teens do WHAT in Germany?!” YouTube-Tagebücher als Dokumentationen kritischer Interaktionssituationen?
- Vom Critical Incident zur interkulturellen Case Study? Methodische Herausforderungen und didaktische Potenziale im Kontext des Fremdsprachenunterrichts
- Was ist das Kritische an Kritischen Interaktionssituationen? – Critical Incidents aus kulturreflexiver Sicht
- Critical Incident Method as a Research Tool: Dealing with Administrative Rules and Procedures in Germany - A Case Study
- CI-Werkstatt
- Die CI-Werkstatt
- Wie man drüber spricht – Das Kurzinterview als Methode
- Didaktisch-methodische Überlegungen zum „Taschenträger“
- Interkulturalität als Deutungsperspektive
- Critical-Incident-Analyse mit Hilfe des KPSI-Modells
- In die Erzählung Hinein-Fragen lernen
- Sprachliches Handeln als kulturelles Handeln in CI-Erzählungen
- Erkennen – Verstehen – Handeln: Der „Taschenträger“ aus fremdsprachendidaktischer Sicht
- Kulturreflexivität im Umgang mit dem Critical Incident (CI) „Der Taschenträger“
- Rollenabgleich, Hierarchiewechsel, Intersektionalität
- Der “Taschenträger“ – A Goffmanian View
- Der „Taschenträger“: Eine proxemische Analyse
- Autor*innen
- Reihe