
- 550 Seiten
- German
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Über dieses Buch
Verstehst du auch, was du liest? Wie rasch ist dein Urteil gefällt? Und wie leichtfertig oder verantwortungsvoll gehst du mit deinem Privileg, Sachwalter dieser Dinge sein zu dürfen, um? Noch immer leidet die Literatur des 16. Jahrhunderts zumindest in der älteren Germanistik an den Verdikten des 19. Jahrhunderts. Da sich in der Zwischenzeit gleichwohl eine spezialisierte Philologie der frühen Neuzeit etabliert hat, lassen sich für einige Dichtungen der Epoche ganz erstaunliche narrative Phänomenlagen konstatieren. Am Lalebuch (1597) und seinen Fortsetzungen lassen sich diese nicht nur aufzeigen, sondern in ihrem utopischen Potential auch vor dem Hintergrund frühneuzeitlicher ars corrigendi als Sinnbild kritischer ars vivendi verstehen. Die vorliegende Monographie stellt sich der Disparität des historischen Lalebuchs, indem sie mit Horaz danach fragt, worin Ziel und Zweck in der zwieträchtigen Eintracht der Stoffe besteht. Forschungsseitig knüpft sie dabei an jene Studien an, die das Lalebuch in die Tradition der menippeischen Satire stellen. Inwiefern das frühneuzeitliche Werk als ein opus in fieri noch dem philosophischen Ursprungsgeist der Gattung verpflichtet ist, wird zu zeigen sein.
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Information
Inhaltsverzeichnis
- Frontmatter
- 1 Einleitung
- 2 Forschungsstand und Problemaufriss
- 2.1 Drucküberlieferung von Lale- und Schiltbürgerbuch
- 2.2 Text- und Gattungsfragen
- 2.2.1 Lalebuch-Anhang
- 2.2.2 Schiltbürgerbuch-Vorrede
- 2.2.3 Maskierte Menippea
- 2.3 Autor und Erzähler
- 2.3.1 Quaestio: »Wer weist obs nicht wahr ist?«
- 2.3.2 Permissio: »Mit Priuilegien deß Authoris allezeit zu verbessern«
- 2.3.3 Conclusio: »Gut ding muß haben gute weil«
- 3 Probe aufs Exempel oder ›Lalespiel‹
- 3.1 Reim aufs Ungereimte I: Eingang
- 3.1.1.1 Opus in fieri: »Solcher massen ward ich vnd mein Schiffman der Sachen eins«
- 3.1.1.2 Qui tacet: »rede er schon nichts zun sachen«
- 3.1.2 Ars mihi lex, lex mihi ars: »Dann sie waren gute Lechmici«
- 3.1.2.1 Ars: »Nun rhate mir einer diß / vnd rhat mir das«
- 3.1.2.2 Gallus: »Was thust du hie auff dem Mist?«
- 3.1.2.3 (M)Ars corrigendi: »Vrsach / warumb jhr Saltz also scharff were«
- Unbenannt
- 3.2 Reim aufs Ungereimte II: Ausgang
- 3.2.1 Recreatio der ›Alten Ehe‹: »Wann jr mir ein par Hosen geben wolt«
- 3.2.1.1 Erlin – Redlin – Katharin: Die Kuh am Galgen
- 3.2.1.2 Revisio: »Also bliebe sie bey leben«
- 3.2.2 Recreatio der ›Neuen Ehe‹: »Wann jr mir ein par Hosen geben wolt« II
- 3.2.2.1 Erlin – Redlin – Katharin: Wem’s glückt, dem kalbt der Ochs
- 3.2.2.1.1 Conservatio: »daß sie erst jetzund von den Gaͤnsen sollen lehrnen«
- 3.2.2.1.2 Anamnesis: »Du wirst als dann noch kindtlich gnug«
- 3.2.2.2 Laleburger Heroidenbrief: »Hiemit disem Brieff end machende«
- 3.2.2.3 Seltsamer Vogel: »biß vber die Knie auff rote Bein«
- 3.2.2.3.1 In figura, forma und materia: »das Hauß treyeckicht«
- 3.2.2.3.2 Hosen geben, Beine machen – Zusammenfassung Schneiderrätsel
- 3.3 Reim aufs Ungereimte III: Verfasserrätsel
- 4 Literatur-, kultur- und geistesgeschichtliche Kontextualisierung
- 4.1 Vom ›Buch der Natur‹ zur Natur des Lalebuchs
- 4.2 Menippeische Tradition
- 4.3 Utopische Tradition
- 4.4 ›Lalespiel‹: Historische Spielmodelle und Vorlagen
- 4.4.1 Diskurs: Salos – Satyr – Silen
- 4.4.1.2 Satyr und Satyrspiel
- 4.4.1.3 Silen als vermittelnde Bild-, Denk- und Sprachfigur
- 4.4.1.3.1 Platons Knaben- oder Wächterspiel
- 4.4.1.3.2 Silenische Ästhetik in Wort und (Schrift)Bild
- 4.4.2 Diskursive Praxis: Akademische Deposition
- 5 Zusammenfassung und Ausblick
- 5.1 Anstelle einer Zusammenfassung
- 5.2 Ausblick auf die zeitgenössische Rezeption
- 5.2.1 Schiltbürgerbuch (1598)
- 5.2.1.1 Buch- als Narrenzunft: Lale- und Schiltbürgerbuch – ein Verbundprojekt?
- 5.2.1.2 Frankfurter (Buch)Messe oder Närrisches Treiben zu ›Deutsch Athen‹
- 5.2.1.3 Zeitlose Buchnarrenzunft – die Vorrede des Philosophischen Ehezuchtbüchleins
- 5.2.2 Grillenvertreiber (1603)
- Backmatter
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